EUR 12,60 + EUR 3,00 Versandkosten
Nur noch 1 auf Lager
Verkauf und Versand durch Bruddenbooks Lübeck. Für weitere Informationen, Impressum, AGB und Widerrufsrecht klicken Sie bitte auf den Verkäufernamen.
EUR 12,60 + EUR 3,00 Versandkosten
Möchten Sie verkaufen? Bei Amazon verkaufen
Zur Rückseite klappen Zur Vorderseite klappen
Hörprobe Wird gespielt... Angehalten   Sie hören eine Hörprobe des Audible Hörbuch-Downloads.
Mehr erfahren
Dieses Bild anzeigen

Dem Autor folgen

Etwas ist schiefgegangen. Wiederholen Sie die Anforderung später noch einmal.


Dahlien im Sand: Mein märkischer Garten Gebundenes Buch – 2002

5.0 von 5 Sternen 3 Kundenrezensionen

Alle Formate und Ausgaben anzeigen Andere Formate und Ausgaben ausblenden
Preis
Neu ab Gebraucht ab
Gebundenes Buch
EUR 12,60
EUR 12,60 EUR 6,00
 

eBooks bis zu 50% reduziert eBooks bis zu 50% reduziert


Beliebte Taschenbuch-Empfehlungen des Monats
Stöbern Sie jetzt durch unsere Auswahl beliebter Bücher aus verschiedenen Genres wie Frauenromane, historische Romane, Liebesromane, Krimi, Thriller, SciFi und Fantasy. Hier stöbern
click to open popover

Hinweise und Aktionen

  • Entdecken Sie die aktuellen BILD Bestseller. Jede Woche neu. Hier klicken

Es wird kein Kindle Gerät benötigt. Laden Sie eine der kostenlosen Kindle Apps herunter und beginnen Sie, Kindle-Bücher auf Ihrem Smartphone, Tablet und Computer zu lesen.

  • Apple
    Apple
  • Android
    Android
  • Windows Phone
    Windows Phone

Geben Sie Ihre Mobiltelefonnummer ein, um die kostenfreie App zu beziehen.

kcpAppSendButton
Jeder kann Kindle Bücher lesen — selbst ohne ein Kindle-Gerät — mit der KOSTENFREIEN Kindle App für Smartphones, Tablets und Computer.


Der neue Roman von Bestsellerautorin Mina Baites
"Der weiße Ahorn": Der Auftakt einer fulminanten Familiensaga hier entdecken.

Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Helga Schütz wurde in Falkenhain/Schlesien geboren. 1944 Umsiedlung nach Dresden. Studium an der Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg. Abschluss als Diplom-Dramaturgin. Schrieb Drehbücher und Szenarien zu Spiel-, Dokumentar- und populärwissenschaftlichen Filmen. Freie Autorin seit 1962. Professorin an der Hochschule für Film und Fernsehen. Lebt in Potsdam.
Heinrich-Mann-Preis 1973; Fontane-Preis der Stadt Potsdam 1974; Stadtschreiber-Literaturpreis des ZDF und der Stadt Mainz 1991; Brandenburgischer Literaturpreis 1992, Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung 1998.
Folgende Bücher erschienen u.a. von ihr: "Vorgeschichte oder Schöne Gegend Probstein" (1971); "Das Erdbeben bei Sangerhausen und andere Geschichten" (1972); "Festbeleuchtung, Erzählung" (1974); "Jette in Dresden" (1977); "Julia oder Erziehung zum Chorgesang" (1980); "Martin Luther". "Eine Erzählung für den Film" (1983); "In Annas Namen" (1986); "Heimat süße Heimat" (1992); "Vom Glanz der Elbe" (1995).

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

In den Rocky Mountains werden knorrige, bucklig gebeugte Grannenkiefern von
Altertumsforschern besucht. Sie sind ein paar tausend Jahre alt, damit gehören diese Bäume
zu den ältesten Lebewesen der Erde. Neben besagten Schönheiten, den Landschaftszierden
und Raritäten, gibt es die Heiligen Bäume. Hochverehrt der Ficus religiosa. Es taugen zum
Gebet auch Eichen, Platanen, Ölbäume, die Ginkgos mit ihren poesievollen Blättern,
allerdings gräßlich stinkenden Früchten, oder, wie ihr Name schon sagt, die Götterbäume. In
ihrer Heimat China verehrt, bei uns im zuträglichen Klima sind sie ziemlich rasch wild
geworden. Wurzelschößlinge überall, der Götterbaum breitet sich unerwünscht aus. Es sei
nicht verschwiegen, daß an manchen schön gewachsenen Bäumen ein häßlicher Makel hängt.
An auffälligen Straßenkreuzungen stehen sie, in Grünanlagen genau in der Mitte oder vor
Dorfsportplätzen und Festwiesen. Quercus, die Eiche, wächst mit einer schweren Bürde. Man
hat sie vor siebzig Jahren als kräftig ins Jahrhundert sprießende Ewigkeitszeichen gepflanzt.
Die Hitlereichen. Die Alten vertun sich manchmal. Wenn sie einen Weg beschreiben, fallen
sie aus Versehen in die Zeit der Kindheit zurück: Gleich links an der Hitlereiche und weiter
immer geradeaus. Die Alten, die das Vergessen noch nicht gelernt haben, sollten sich wie der
Philosoph Immanuel Kant einen Merkzettel hinlegen. Er schrieb sich die Namen auf, die er
unbedingt vergessen wollte. Die jüngeren Generationen sehen glücklicherweise nur, wie gut
diese Bäume auf dem exponierten Platz gewachsen sind, oder sie schimpfen, weil sie den
Autoverkehr behindern. Die Kiefern in meinem Garten sind mindestens fünfzehn Meter hoch.
Sie halten Abstand in den unteren Regionen. Weite Räume. Keine Angebote, um eine
Hängematte von einem zum anderen Stamm festzumachen. Aber die Kronen zeigen, daß sie
sich als Gruppe verstehen. Verschlungenes Gezweig in Himmelsnähe. Längst wollte ich die
Kiefern einmal zählen. Doch ich komme nicht weit. Sie stellen sich quer. Meine Kiefern
bilden eine Gemeinde. Sie wollen nicht gezählt werden. - Wie Sand am Meer, den man nicht
zählen kann vor der Menge. So steht es im 1. Buch Mose. Wenn ich auch nicht weiß, wie
viele es sind, so habe ich doch sofort gemerkt, als eine fehlte. Die Feuerwehr hatte den Baum
umgelegt, weil er von einem Kran gerammt worden war. Lange Zeit blieb eine befremdliche
Lücke. Das Auge blinzelt. Andere Licht-, andere Schattenzeiten, andere Farben. Das
Eichhörnchen hängt verwundert am Ast, weil eine Sprungstation fehlt, am meisten verstört ist
der Wind. Niemand im Wege. Kein Instrument zum Spielen. Wo sonst Rauschen war. Nichts.
ICH REDE ALSO VON EINEM WALD. Waldwiese. Waldgras. Moos vor allem.
Waldgarten. Waldgarten, wo gibt es denn so was? Von Stein- und Berg- und Bauern-,
Schreber-, Krauter-, Terrassen-, Haus- und Heidegärten hat man gehört. Vom Rosengarten in
Sanssouci. Den Traumgarten versprechen Ratgeberhefte. Vom Paradiesgarten weiß ein jeder.
Gutes und Schlechtes. Apfelbaum. Baum der Erkenntnis. Vertreibung. In einem Waldgarten
gedeihen keine Apfelbäume, überhaupt kein Kernoder Steinobst. Höchstens ein paar
verführerisch süße Himbeeren oder Brombeeren oder sibirische Erdbeeren. In einem
Waldgarten findet man wunderbar warme, nach Kiefernnadeln duftende Augenblicke. Man
atmet, man verweilt. Man akzeptiert das Krumme und Schiefe. Vergibt Marotten, verzeiht.
Ein Waldgarten ist ein Garten im Wald. Wo einst auf trockenen Moränenplatten und
Talsandterrassen beinahe ausschließlich Kiefern und Traubeneichen zu Hause gewesen sind,
im sogenannten Pinoquercetum, dem Lebensraum der Bären und Wölfe, der Jäger und
Sammler, wo in später reinen Kiefernforsten die Könige ihre Jagdbeute holten, den
nachmaligen Nutzwäldern der Herrenhäuser, den später preußisch verwalteten Forstrevieren:
wo heute, nachdem der Wald durch den Menschengeist hindurchgegangen, um Königspark zu
werden, restliche Baumgruppen mitten in der Stadt den Status Wald immer noch behaupten,
genau an der Stelle sehe ich mich einen Ast aus dem Rhododendrenbusch zerren, Bruchholz,
das der Sturm heruntergeholt hat. Ich habe den gebrochenen Ast oben dicht am Stamm seit
Tagen beobachtet. Wie er im Wind baumelte. Ich, hinter dem Stubenfenster. Der Mensch rafft
sich auf, den Waldgarten zu verteidigen. Menschengeist, hoffe, nun wieder am Schreibplatz
mit Blick ins Geschehen, daß der Sturm, der orkanartige, sich endlich legen möge. Da hilft
nur beten. Festbinden und stützen. Das Bewegliche retten. Den Oleander, die Clivie hole ich,
bevor die Nacht kommt, ins Haus. Ende November genießen die Kiefern ein unbestreitbares
Ansehen. Den Heimvorteil, den sie von alters her haben. Die beiden Buchen, die Linde sind
mit ihren kahlen Kronen in den Hintergrund getreten. Um einige Schritte nach vorn schreiten
die Kiefern. Das hohe Gebälk, die dunkelgrünen Kissen. Über Mittag sticht die Sonne hinein,
und dann rückt schon wieder eine Regenfront heran. Ein pflaumenblaues atlantisches Tief.
Man kann zusehen, wie das letzte Licht in den Kissen hängt, wie es auf der Wetterseite an den
Stämmen herunterfließt. Licht und Regen. Der Dichter Bertolt Brecht spricht in einem Vers
von kupfernen Kiefern, das gilt für solche Augenblicke und für die Frühe. Und für Kiefern im
Schnee. Die Dahlia, das Hätschelkind, glaubt immer noch an den ewigen Sommer, so
dunkelrot im dunklen Wetter. Warte nur, wenn die erste Frostnacht kommt, ein Grad unter
Null, und die Säfte in den Zellen fließen nicht mehr. Das will ich der Dahlie ersparen. Ich
nehme die schönen Pomponblüten mit in die Stube, die dicke Knolle, die fetten Finger, dank
Pferdemist und Regenwasser, mit dem ich, oft dreimal am Tag, gegossen habe, grabe ich bis
zum nächsten Frühsommer aus dem Boden. Alles was besonders viel Wasser und dunklen
Humus, Pferdemist oder gar Lehm und Kalk haben will zum Gedeihen, braucht besondere
Zuwendung, mithin allseits Eigensinn, beinahe Trotz. Rosen, Sommerblumen, Stauden,
Phlox, Helianthus, auch die Knollengewächse, wie meine Dahlia. Es ist, weil sie nicht in ein
Kiefernwaldrevier gehört. Wer sich einmal anschaulich vor Augen führen will, wie Vernunft
und Verlangen in einem Menschen miteinander streiten, der braucht nur einen Blick in seinen
Garten zu werfen. Im schönsten, von der Natur üppig mit kalkhaltigem Lehm ausgestatteten
Rosenhag, wo alte englische Sorten und empfindliche Neuzüchtungen wunderbar gedeihen,
kümmern die vor drei Jahren trotzig nachgepflanzten Rhododendren. Der Mann im Rosenhag
kann es nicht lassen. Die ersten Pleiten galten ihm noch nichts. Diesmal hat er noch mehr Torf
und Buchenlauberde und Spezialdünger gekauft. Irgendwann wird er es einsehen, wo sein
Paradies ist. Bei den Rosen. Glänzendes Laub, üppige Blüten, wovon andere gärtnernde
Menschen, solche wie ich, nur träumen können. Der Mensch ist unbelehrbar. Bittere
Erfahrungen halten ihn nicht auf Dauer bei Vernunft. Er neigt zu Rückfällen. Man kennt das:
die Augen sind größer als der Verstand. Der Spruch gilt beim Essen, aber noch mehr im
eigenen Garten. Der Mann im Rosenhag hatte die prächtigen Rhododendren im Park von
Sanssouci bewundert, und kurz darauf hatte er die Moorbeetgärtnerei in Grüngräbchen
besucht. Er hat drei kräftige kleine Büsche mitgenommen und dazu noch einen Katalog.
Versand in frostfreien Zeiten auch in kleineren Mengen möglich. Er hat über die Jahre
nachbestellt und dreimal zugesehen, wie aus den Büschen bluten- und blattlose Kümmerlinge
geworden sind. Der Rosenhagboden und das Klima haben den Rhododendren nicht gefallen.
Einmal habe ich in einem Garten frisch gepflanzten Alpenenzian neben Fingerhut und Erika
gesehen. Vielleicht steckte...


Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


3 Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen

Dieses Produkt bewerten

Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

16. November 2014
Verifizierter Kauf
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
Kommentar Missbrauch melden
2. August 2014
Verifizierter Kauf
24. Dezember 2010
5 Personen fanden diese Informationen hilfreich
Kommentar Missbrauch melden