Das Buch hatte sicher indirekten Einfluss auf friedliche Protestbewegungen. Es kann als Teil der Grundsteinlegung einer neuen, emanzipierten Bürgerbewegung aufgefasst werden. Nach dem Aufzeigen der Fehler des Systems bietet Lasse einen Ausstieg an. Eine Emanzipation vom Diktat der Marken, Medien und des Konsums.
Schon damals gab es viele gute Ideen. Die Menschen entwickelten und entwickeln mit Adbusters, Broadcast signal intrusion, Flash mobs, Clownarmeen, tactical media, Kommunikationsguerillas, passiver Wiederstand, media pranks, Subvertising, Kunst Interventionen, Occupy Bewegungen, Piratenparteien, Hacktivism, Anti Unternehmungsaktivismus, tactical frivolity, Streiks, Graffiti, meme hack, street art, Billboard Hacking, usw neue Protestmöglichkeiten.
Was sich mit neuen Medien und Techniken noch alles wird machen lassen, kann man schwer erahnen. Eine Option wäre, unmittelbar auf die neuen Werbebotschaften der Konzerne zu reagieren. Kaum ist sie veröffentlicht, wird eine zynische und beißende Persiflage massiv in allen sozialen Medien forciert. Kein Unternehmen kann sich mehr sicher sein, nicht mit jeder Werbung einen Shitstorm und das Aufzeigen von neuen Missständen zu befürchten.
Als einzige Handlungsoption bliebe, die Unternehmensgrundsätze nachhaltig zu verändern. In einer Weise, dass es keine Anhaltspunke für das Aufzeigen der Bigotterie mehr gibt.
Yarn bombing ist harmlos, aber die Strafen dafür nicht. Wer mit bunten Stofffiguren ruhig protestiert, kann mit Problemen rechnen. Graffiti auf öffentlichem Gütern, Veränderung von Plakaten, passiver Widerstand im öffentlichen Raum, etc als schweren Straftatbestand zu werten sagt viel über die Mentalität des Rechtsstaates aus. Und wen er wirklich schützt. Wirtschaftskriminelle, Sexualstraftäter und Schwerverbrecher können mit geringeren Strafen rechnen als Aktivisten, die als gefährliche Usurpatoren, Querulanten und Delinquenten dargestellt werden.
Eher dürfte die Aufmerksamkeit, die derartige Aktionen erregen, der Grund für die drakonische Vorgehensweise sein. Interessant wird sein, ob die Verfremdung und Nutzung von Werbebotschaften im Internet über kurz oder lang auch zu einem Straftatbestand gemacht werden wird. Damit Logo und Markenzeichen nicht mehr für beißende Satire verwendet werden können. Vielleicht unter einem ähnlichen Deckmantel wie bei Naturschützern und Globalisierungskritikern. Weil Konzerne und deren Verteilernetzwerk wichtige Infrastruktur für die Aufrechterhaltung der Ordnung darstellen, wird deren Kritisierung unter Strafe gestellt.
Zu polemisch? Friedlicher, ziviler Protest wird mehr und eingeschränkt, unter Terrorverdacht gestellt, juristisch immer mehr erschwert und in den Leitmedien tot geschwiegen oder denunziert. Es wäre nur die logische und konsequente Weiterführung, selbiges im Internet und in den sozialen Medien zu tun. Noch werden die Foren nur zensiert. Aber wer sagt nicht, dass die Betreiber gesetzlich verpflichtet werden können, Daten über kritische Nutzer an den Verfassungsschutz weiter zu geben? Oder wer behauptet, gewisse Volksvertreter und deren Verhalten wären dumm oder negativ, kommt auf die Watchlist.
Humor und Satire waren immer schon effiziente und gefürchtete Instrumente. Deswegen wird bei vielen verknöcherten, institutionalisierten Organisationen nur über oberflächliche Witze und über die anderen gelacht. Im Kern der Erheiterung liegt eigentlich der angesprochene Missstand, was den Betroffenen aber nicht auffällt. Sie sind aufgrund der Eindimensionalität ihres Denkens unfähig zu reflektieren, weil sie andere Meinungen und Ansichten nicht zulassen. Dafür neigen sie zu aggressiver Überreaktion, wenn man sie lächerlich macht, um die schweren Fehler ihres Weltbilds anzugreifen. Der Staatsapparat verhält sich wie ein verzogenes, trotzendes Kind oder ein unreifer Erwachsener.
Die Vorgehensweisen können ein neues Bewusstsein für die Bigotterie der etablierten Player schaffen. Wenn jede neue Botschaft kritisch hinterfragt, nichts mehr geglaubt und alles ins Lächerliche gezogen wird, ist der richtige Weg eingeschlagen. Die Autorität vor jeglichem Diktat der Mode, Politik oder Ökonomie muss fallen. Und dabei ist es essentiell, sie bei ihren Lügen zu entlarven, sie zu modifizieren und zu ihnen zurück zu schleudern. Bis nur mehr ethisch einwandfreie handelnde Unternehmen es wagen, ihre Werbebotschaften zu verbreiten.
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