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am 21. Oktober 2009
Tommy McClennan und Robert Petway -- das sind zwei ganz alte Haudegen aus dem Delta, die den allerschwärzesten Blues haben, und der bahnt sich ungezähmt direkt aus den späten 30ern und frühen 40ern den Weg aus den Lautsprechern ins Jahr 2009 (bei der Gelegenheit gleich ein Hoch auf die Tontechniker!).

Ihre Stile ähneln einander, auch wenn man sie nicht verwechseln kann: McClennan raunzt mit einer Stimme, über die das Leben mit dem Reibeisen oder gleich mit der Astsäge ("Cross Cut Saw Blues") drübergetobt hat; wer ihm einmal zugehört hat, der erkennt ihn fortan auf immerdar. Ein Sprechgesang, der sich oft genug in eine Art rhythmisches Toben hineinsteigert, manchmal auch in einen ungehobelten Scat nie gekannten Ausmaßes -- und dann kommentiert McClennan sich mittendrin selber, entwickelt sich zu seinem eigenen Duettpartner, bereits in den ersten Takten von "Bottle It up and Go" oder "Cotton Patch Blues" zum Beispiel, oder er keckert sich selber ins Wort wie in "Brown Skin Girl"; oft genug kontrastiert er so regelrechte Erzählungen mit Blues der harten Sorte. Petways Gesang kommt ein klein wenig konventioneller daher -- aber was bedeutet das schon in diesem Zusammenhang! Das Attribut "sittsam" drängt sich bei dieser CD jedenfalls in keiner Sekunde auf; hier geht's ohne Umschweife zur Sache, und diese Sache ist gespickt mit Ecken, Kanten und Widerhaken: Petways "Catfish Blues" ist das Original und schon ebenso perfekt wie später Muddy Waters' berühmte Version.
Wie beim Gesang, so auch an der Gitarre: Für die Feinarbeit ist Petway zuständig, während McClennan auch hier die Schwerarbeit übernommen hat und seine Akkorde ähnlich brutal anschlagen kann. Aber halt, Obacht: McClennans Akkorde sind nur scheinbar brutal. Schlicht runtergeschrammt wird hier nichts, und McClennan kennt keine Gnade, wenn er mal in Fahrt ist und den Tempowechsel zur Hohen Kunst weiterentwickelt. Über diesen Rhythmus legt Petway sein Fingerpicking -- kein ausgesprochen ausgefuchstes, aber wirkungsvolles Fingerpicking. Es sei denn, sie treiben zu zweit den Rhythmus voran, oder sie verzögern das Tempo unmerklich und umso nervenzehrender, oder sie pirschen sich sogar an einen Boogie heran ("Boogie Woogie Woman") und belassen's gerade zum Possen beim Andeuten, Marke "Wenn wir wollten, könnten wir's".
Dieser Blues klingt sogar für den ganz oberflächlichen Zuhörer nur im allerersten Moment eintönig. Hat man nur einen Takt genau hingehört, ist man gefangengenommen und den restlichen Tag für jede andere Musik verloren.

Die Gitarren harmonieren gerade in ihrer ungeschmirgelten Rauheit, die Stimmen auch -- einmal jedenfalls auf dieser CD, beim atemlosen "Boogie Woogie Woman". Bei den anderen 24 Songs singt bzw. knurrt und raunzt immer nur einer, jeder mit seinem eigenen Stil, und das verleiht dem Ganzen zusätzliche Spannung. Die Zusammenstellung beeindruckt nicht nur wegen ihrer Vielfalt, sondern auch wegen der durchdachten Anordnung.
Leichtfüßige Melodie oder Swing-Anleihen wird also keiner von diesen beiden erwarten. Bei ihrem Blues sind Musik und Text geerdet und mit allem vollgesogen, was man so mit Blues alter Schule verbindet, bar aller Verklärung: Schweiß, Tränen, Sumpf, Unterdrückung, Ku-Klux-Klan; der allgegenwärtige Mississippi, und billiger Whiskeyfusel und natürlich untreues Weibsvolk. Charley Pattons rabiate Duettpartnerin Bertha Lee bekommt sogar eine eigene Würdigung, und was für eine: den "Bertha Lee Blues" -- "Stack O' Lee" gegendert, wenn man so will. (wenigstens eine Anspielung, die ich kapiert habe)

Elend, in edelste Musik geronnen und nie gezügelt. Die Sklaverei liegt noch nicht weit zurück, die Baumwollfelder sind hier noch kein Zitat mit romantischem Potential, sondern brutale Gegenwart, und vom gnadenlosen "Massa" ist nicht nur in "New 'Shake 'em On Down'" die Rede. Hier ist der Menschheit ganzer Jammer im Blues verewigt. Und zwar dermaßen eindrücklich und mit dermaßen viel Atmosphäre, dass einem beim bloßen Zuhören der Schweiß ausbricht.
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