Fashion Sale Hier klicken b2s Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
33
4,0 von 5 Sternen
Format: DVD|Ändern
Preis:7,96 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 9. Dezember 2011
Ein schlichter einfacher Satz, der aus dem Mund des Sales-Managers Bobby Walker(Ben Affleck) kommt; aber einer der gewaltigen Zündstoff in sich birgt. Denn: Bobbys Leben, und das seiner Familie, wird sich grundlegend zum Schlechteren wandeln. Das Bobby in dieser prekären Situation nicht allein ist, tröstet ihn zunächst nur schwach...

Nach dem großen Bankencrash 2008 gerät die amerikanische Wirtschaft ins Taumeln. 2010 erwischt es den Schiffbauer GTX. Firmenchef Jim Salinger(Craig T.Nelso) macht, was alle großen Bosse machen, um ihre Pfründe zu sichern: Er entlässt ein paar Tausend Mitarbeiter. Bei der ersten Welle erwischt es Bobby Walker. Dessen Abteilungschef Gene McClary(Tommy Lee Jones), ein uralter Freund vom Boss Salinger, schluckt diese Kröte, ist aber mit Salingers Politik nicht einverstanden. Kurze Zeit später schlägt Salinger das zweite Mal zu. Um den Aktienkurs zu erhöhen, entlässt er noch einmal Mitarbeiter. Dieses Mal ist das Urgestein Phil Woodward(Chris Cooper) dabei. Das kann Gene McClary nicht hinnehmen. Aber auch er landet urplötzlich auf der Straße. Da hilft es ihm auch nicht, dass er mit der Personalchefin Sally Wilcox(Maria Bello) schläft.
Während in den Chefetagen die Büros frei werden und Salinger munter sein Konto weiter füllt, kämpft Bobby Walker um seine Existenz. Seine Frau Maggie(Rosemarie de Witt) unterstützt ihn wo sie kann, aber sie rückt ihm auch den Kopf zurecht. So muss Bobby unliebsame Veränderungen hinnehmen, die ihn zunächst den Porsche und dann das Golfspielen kosten. Das er zum Schluss auch noch bei Maggies Bruder Jack Dolan(Kevin Costner) als Arbeiter beim Trockenbau landet, hätte er allerdings nicht gedacht. Doch Typen wie Bobby Walker geben so schnell nicht auf. Und ein Gene McClary schon gar nicht...

-The Company Men- ist wirklich gutes Hollywoodkino. John Wells rückt dabei die Chefetagen der großen Firmen in den Focus seiner Geschichte. Sein Film zeigt vor allem, wie unglaublich wohlhabend bestimmte Kreise sind und wie tief sie fallen können. Wobei: Hier sehe ich das einzige Manko in Wells Geschichte; die Protagonisten fallen auf hohem Niveau. Die Wirklichkeit produziert mit Sicherheit noch wesentlich bittere Schicksalsschläge, als -The Company Men- uns das zeigt. Das war es dann aber auch schon, was ich zu "meckern" hätte.

Ansonsten ist das unglaubliche Staraufgebot zu nennen. Costner, Affleck, Bello, Cooper und Nelson spielen grandios, überzeugend und mitreißend. Noch eine Stufe höher möchte ich jedoch Tommy Lee Jones setzen. Wie er den smarten, coolen, und doch so nachdenklich cleveren Gene McClary gibt, zeugt von allerhöchster Schauspielkunst. Genau in diesem Bereich punktet -The Company Men- unglaublich stark. Obwohl, oder vielleicht gerade weil, die Geschichte manchmal sehr nüchtern und sachlich daherkommt, sind es die Charaktere, die uns in ihr Leben mitnehmen und uns nicht mehr loslassen.

Es ist wieder einmal so ein Film, der sich kritisch mit dem amerikanischen Traum befasst. Er zerstört ihn keineswegs, fügt ihm aber ein paar sichtbare Kratzer zu. Am Beispiel der Familie Walker zeigt John Wells exemplarisch auf, wie das Schicksal jedes einzelnen Arbeitnehmers von Kursen, Aktien, raffgierigen Chefs und Analysten abhängt. Das "läuft" übrigens nicht nur in den USA so. Schauen sie sich einfach mal die Nachrichten an und stoppen sie die Zeit, die auf Wirtschaft, Börsen und Eurokrise verwandt wird. Rechnen sie den "kümmerlichen Rest" der Nachrichtenzeit mal dagegen. Dann werden sie ganz schnell feststellen, was wichtig ist und worum es im Leben(jedenfalls dem Teil des Lebens, den uns die Nachrichten präsentieren) wirklich geht. Egal, ob sie das gut finden oder nicht. Egal ob sie da mitmischen oder nicht. Insofern ist -The Company Men- vielleicht auch ein kleiner Denkanstoß in unsere Richtung...
11 Kommentar| 23 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 27. Mai 2012
Mein Auto, mein Haus, meine Yacht, meine Pferde..."Company Men" ist ein Film über die neue Armut der Reichen in den USA. Darüberhinaus eine amüsante und auch bittere Abrechnung mit unserem Wohlstandsdenken, ein Film auf der Höhe der Zeit. Nicht nur in den USA...John Wells Filmdrama passt überall hin.
Die Karriere von Bobby Walker (Ben Affleck) geht extrem rasch und überraschend zu Ende, am Ende gibts für ihn den Rauswurf aus der Firma. Es muss gespart werden, natürlich am Personal. Alles was ihm bleibt ist ein Pappkarton für seine Habseligkeiten sowie 3 Monate volles Gehalt (was so hoch ist wie für den Durchschnittsverdiener ein recht gutes Jahresgehälter) und die finanzielle Unterstützung der Firma für die 4 monatige Hilfe durch ein Jobcenter - doch es ist heute nicht so einfach einen neuen und vor allem gleich gut bezahlten Alternative. Aber Bobby Walker würde von den 120.000 Dollar auch für 90.000 Dollar einen Job annehmen.
Je mehr verdient wird, desto höher der Fall. Denn im Laufe der Geschichte wird auch Bobbys Vorgesetzter Phil Woodward (Chris Cooper), Spitzenverdiener und Mitarbeiter der Firma seit der ersten Stunde - durch Fleiß bis in die Vorstandsetage gekommen - gefeuert. Am Ende trifft es gar den Ausnahmeverdiener Manager Gene McLary (Tommy Lee Jones), die rechte Hand und bester Freund von Firmenboss James Salinger (Craig T. Nelson), der sich leider zu sehr für seine Mitarbeiter und gegen die kollektiven Entlassung stellt.
Immerhin hätte Bobbys Schwager (Kevin Costner) einen Job auf dem Bau, doch anfangs streubt sich der neureiche Bobby und ärgert sich über den Rausschmiß aus dem Golfclub und den Verkauf von Haus und teurem Schlitten. Trotzdem reicht die Knete nicht mehr aus. Sein Junge Drew (Anthony OŽLeary) gibt sogar sein X-Box wieder in den Laden zurück, auch Ehefrau Maggie (Rosemary DeWitt) könnte gut leben mit kleiner gebackten Brötchen.
Der Film ist auf seine Weise sehr unterhaltsam und schildert das Schicksal der Arbeitslosigkeit von drei Männern, deren unterschiedliche Gehaltsklassen hoch, extrem hoch und exorbitant sind. Also eigentlich gar nicht so tragisch, wenn nur nicht diese Männer so sehr an ihrem Luxus hängen würden und all das was dieses reiche Leben mit sich bringt.
Angesichts der wahren Armut in den westlichen Ländern mit Arbeitslosen unter dem Existenzminimum oder gar auf der Straße lebend ist das Szenario, dass "Company Men" aufzeigt sogar immer etwas befremdlich - trotzdem wirkt der Film sehr ehrlich und als Bestandaaufnahme des heutigen Leistungsträgers, der sich ganz stark und fast ausschliesslich über den Job definiert und der in eine Leere und in eine Sinnkrise gerät, als dieses Elixiier ihm weggenommen wird, denn mit ihm verschwindet auch der üppigge, materielle Anspruch, der zum ganz normalen Alltag geworden ist.
Am Ende steht allerdings ein Heilversprechen, dass allzu schlicht daherkommt und den Weg zur Besserung wieder in den Ursprüngen der Industrialisierung sucht.
11 Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Juni 2016
In schönen Bildern wird der Werdegang des Protagonisten dargestellt. Eben noch "Sales Manager" ist er im nächsten Augenblick arbeitslos. Keine Firma will ihn übernehmen (zu teuer oder zu hoch qaulifiziert). Erinnert an das echte Leben, hat hier aber einen schönen Ausgang. Die Darsteller sind allesamt großartig. Interessant dabei, die "Großen" spielen eigentlich nur Nebenrollen.
Ein brisantes Thema was uns alle angeht um die Welt besser verstehen zu können!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 24. Juli 2015
Der Film gefällt mir sehr gut. Der Manager Bobby Walker - gespielt von Ben Affleck - ist in einem amerikanischen Konzern tätig. Dort müssen jedoch Leute entlassen werden. Es trifft auch Walker.

Trotz etlicher Bewerbungen findet er keinen neuen Job und muss seinen Lebensstandard aufgeben. Der Porsche wird verkauft, das Haus ebenso. Die Familie zieht in zwei Zimmer des Elternhauses ein. Bobby Walker ist schier am verzweifeln.

In einer zweiten Kündigungswelle müssen weitere Manager ihren Hut nehmen. Sie können der kostspielige Leben ihrer Frauen nicht mehr finanzieren.

Unten angekommen, tun sich für den ein oder anderen neue Wege auf.

Das Bild ist einer DVD entsprechend gut, der Ton ebenso.

Zu den Extras der DVD kann ich nichts sagen, weil ich nur die Beilagen-DVD der Zeitschrift "Audio Video Foto" habe. Dort sind keine Extras drauf.

Den Film kann ich empfehlen.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Januar 2012
Allein schon wegen der scheinbar drögen Thematik fiel es mir zunächst sehr schwer, mich auf diesen Film einzulassen. Das ich dann wieder einmal eines besseren belehrt wurde, zeigt nur allzugut, was mit hervorragenden Schauspielern und einem interssanten Drehbuch aus einem anfangs scheinbar langweiligen Stoff herauszuholen ist.
Und das ist wirklich bestens gelungen, denn "Company Men" ist ein Film geworden, der nur zu gut als Mutmacher in Zeiten allgegenwärtiger Krisen dient.
Dazu prangert er in eindrucksvoller Art und Weise die Gier der Firmen und die Gnadenlosigkeit des Arbeitsmarkts an und propagiert gelungen den guten alten amerikanischen DIY-Spirit.
Bobby Walker (Ben Affleck) lebt den amerikanischen Traum und sitzt als Vertriebsleiter eines Großkonzerns eigentlich fest im Karriere-Sattel. Doch nach 12 Jahren im Unternehmen fällt er von einem Tag auf den anderen plötzlich dem Sparzwang des Unternehmens zum Opfer. Bobby ist einer von 3000 Angestellten, die nach Massenentlassungen plötzlich arbeitslos sind. Dazu gehören auch seine beiden Kollegen Gene (Tommy Lee Jones) und Phil (Chris Cooper), die aufgrund ihres Alters kaum noch Chancen auf eine neue Anstellung haben. Doch der freie Fall von ganz oben zurück in Zeiten demütigender Bewerbungsgespräche und Bittstellertum fällt den drei Männern alles andere als leicht. Zwangsläufig müssen sie ihren Stolz herunterschlucken, um ihr jeweiliges Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken...
Dabei fiel es mir anfangs doch sehr schwer Mitgefühl für die drei Protagonisten zu entwickeln, wenn diese sich von ihren Statussymbolen trennen müssen. Doch dank des sehr glaubhaften Darsteller-Trios entwickeln sich die Leidtragenden schnell zu Symphatieträgern, deren Existenzängste auch mich als Otto-Normalverbraucher berührten und nachvollziehen liesen.
Was "Company Men" dann neben der sehr allgegenwärtigen, interessanten Story zu einem Geheimtipp und einem Highlight werden läßt, ist das bis in die kleinsten Nebenrollen überragend besetzte Cast, mit den Weltstars Affleck, Tommy Lee Jones, Chris Cooper, Kevin Costner und Maria Bello, die allesamt grandios aufspielen und so dem Film das i-Tüpfelchen aufsetzen.
Daher will ich auch an diejenigen appellieren, die viellicht denken, Finanzkrise und Arbeitslosigkeit sind keine guten Themen für einen netten Heimkinoabend.
Nein, "Company Men" hat wirklich eine Chance verdient, weil er einfach grundehrlich ist, nicht ohne Humor, und dazu mit einem Top-Cast punktet.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. April 2015
.....in der Arbeitswelt, bzw deren Fehlen, und, wie ich finde, der gelungenste Filmblick hinter die Kulissen von Vorstandsetagen und dem neoliberalen Wirtschaftsalptraum seit langem. Den Zuschauer erwartet ein „Lehrstück“ zum Nachdenken, spannend und toll gespielt, oft bewegend und mit einer wunderbar dezenten Filmmusik.
Manches ist sehr amerikanisch, z.B. das Männerbild des Familienernährers, das Zurschaustellen des Besitzes. Aber der sich entwickelnde Existenzkampf ist allgemeingültig. Ich denke daher, auch wer mit „Wirtschaft“ nicht soviel am Hut hat, kann in den Film eintauchen und vieles mitnehmen. Soweit die Kurzfassung!
GTX hat sich von einer Werft und Freight Liner zu einem Mischkonzern entwickelt. Aber „die S*****aktie dümpelt im Keller“, sagt CEO (= Chief Execution Officer, wie passend!) Jim Salinger -großartig kaltschnäuzig gespielt von Craig T Nelson . Außerdem nerven Analysten, die hartnäckig Zuwachsraten und Gewinnprognosen nachfragen. Da dem Unternehmen die Zerschlagung durch „Heuschrecken“ droht, entscheidet er eiskalt was nötig ist, um einen „weißen Ritter“ zu finden – und natürlich seine Stellung zu behalten. Also wird eine ganze Sparte stillgelegt und Tausende Mitarbeiter entlassen. Ich finde, das ist realistisch gemacht und wird dem komplexen Sachverhalt mehr gerecht, als ich von einem „Hollywood“ Film erwartet hätte.
Salingers ältester Freund und College Mitbewohner, Bereichsvorstand (Tommy Lee Jones) wird zuerst kaltgestellt, dann gefeuert. Geld im Sinne von Kaufkraft spielt in seiner Liga zwar keine Rolle mehr, aber sein ganzes Lebenswerk hat sich über Nacht aufgelöst, was ihn bis zur Wortlosigkeit verbittert. Niemand macht das so gut wie Tommy Lee Jones!
Gefeuert wird auch Jim Cooper, der sich über 30 Jahre vom Schweißer ins Management hochgearbeitet hat, mit knapp 60 noch mit Hypothek und Ausbildung der Töchter belastet ist und nun die Haare färben soll, mit dem Rauchen aufhören und auch das „Vietnam“ aus dem Lebenslauf streichen soll, Kriegsveteran mit Kampferfahrung sei eindrucksvoll genug. Zudem darf er nicht ohne Aktentasche und nicht vor 18 Uhr nach Hause kommen, damit die Nachbarn nichts merken. Grausig allein gelassen, geht er still und leise von dannen. (Ich vermute, seine Lebensversicherung enthält keine Selbstmordklausel)
Schließlich Marketing Leiter Ben Afflek, der Stück für Stück alles verliert, was ihm wichtig ist. Eine geschätzte Rezenentin hat geschrieben, ihr Mitgefühl ( als Normalo ) hielte sich in Grenzen. Das kann ich verstehen. Aber Affleks „Standing“ drückt sich nun mal auch in der Zurschaustellung seines Wohlstands aus, und zu seinem Image gehört die Austrahlung von Erfolg! Und ja, wer hoch steigt, kann tief fallen! So verliert er sein Selbstvertrauen, sein Selbstwertgefühl, alle seine Statussymbole und auch seine Libido. Das ist nicht mehr nur amerikanisch, finde ich.
Ich könnte verstehen, wenn mancher mit Ben Affleks minimalistischem Spiel so seine Probleme hat. Aber mit einer einzigen filmischen Einstellung nach dem erfolglosen Flug nach Chikago zeigt er einen Mann, der wirklich ganz unten angekommen ist. Das ist ganz großes Kino!
Afflek ist im Film der Einzige, der „gerettet“ wird, und zwar durch die unerschütterliche Liebe seiner Frau und den Rückhalt der Familie. Ich habe dies als die große Botschaft des Films empfunden. Und Fürsoge und Loyalität erfährt er ausgerechnet beim kleinen Handwerksmeister Kevin Costner, der auf Gewinn verzichtet, damit seine Leute über Winter Arbeit haben. Und notfalls sonntags alleine arbeitet, um die Fristen einhalten zu können.
Kevin Costner sorgt im übrigen auch für ein paar Schmunzler. Ich jedefalls hätte nicht gedacht, dances with wolves mal jämmerlich zu einem Baustellenradio singend eine Wand verputzen zu sehen.
Ein ebenfalls geschätzter Rezensent hat höflich formuliert, in diesem Film habe der „american dream“ einige Kratzer erhalten, ich denke, er hat kräftige Beulen bekommen. Der Schluß des Films ist versöhnlich, das ist angenehm für den Zuschauer - ich fürchte, in der Realität wird uns das nicht beschieden sein.
.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Mai 2012
Ich habe den Film mit gemischten Gefühlen gesehen, entscheide mich aufgrund der überzeugenden schauspielerischen Leistungen (allen voran Tommy Lee Jones, aber auch Ben Affleck und Kevin Costner machen ihre Sache sehr gut) doch noch für vier Sterne. Die grundsätzliche Thematik des Films finde ich interessant und äußerst wichtig: die Kritik an einem Wirtschaftssystem, in dem es nur noch um Aktienkurse geht und nicht um die Bedeutung produzierter Güter und schon gar nicht um die an diesem Prozess beteiligten Menschen. So können mit einer einzigen Entscheidung Betriebszweige komplett stillgelegt und unzählige Mitarbeiter in eine ungewisse Zukunft entlassen werden. Diese Erfahrung existenzieller Bedrohung ist der Menschheit gewiss nicht neu, hier zeigt sie sich jedoch auch den "hochrangigen Etagen", also denen, die sich bislang eher auf der "sicheren Seite" eines Erfolgslebens fühlten. Deutlich wird: Wenn es um den Profit geht, verliert letztlich alles an Bedeutung: Status, Ausbildung, Leistung, langjährige Betriebszugehörigkeit, persönliche Bindungen. In diesem System ist so gut wie keiner sicher, es kann im Prinzip jeden treffen. So auch den jungen smarten Bobby (Ben Affleck), der sich plötzlich all dessen beraubt sieht, was die Grundlage seines äußerst erfolgreichen und wohlhabenden Lebensstils ausmachte. Man möge mir als "Normalo" verzeihen, dass sich meine Betroffenheit hier eher in Grenzen hielt. Seine Mitgliedschaft im Golf-Club aufgeben zu müssen und den Porsche vom Hof fahren zu sehen, mag sehr schmerzlich sein, rührt mich angesichts alltäglicher Verhältnisse in meinem Umfeld aber nicht wirklich. Vermutlich war auch dem Regisseur klar, dass hier ein bisschen nachgeholfen werden muss. So verläuft der Absturz von Bobbys Familie so gewaltig, dass so manchem Arbeitslosen in unseren Landen schwindlig werden könnte. Keinerlei Rücklagen, keine Sicherheiten, keine Jobs können verhindern, dass die Familie schließlich gezwungen ist, bei Bobbys Eltern Unterschlupf zu suchen. Nun ist Bobby wirklich "ganz unten" und muss vor seinem (Anti-Typ-)Schwager (Kevin Costner) zu Kreuze kriechen und um einen Job als Handlanger in dessen Sanierungsbetrieb betteln. Tiefer kann man wohl kaum sinken!
Mir ist schon klar, dass es wichtig ist, Botschaften zu verdeutlichen, aber das war mir persönlich etwas "too much". Auch die weitere Entwicklung bis hin zum Schluss und die immer wieder eingestreuten "messages" wirkten auf mich reichlich klischeehaft und auch etwas romantisierend.
So war das Ganze für mich eine Mischung aus gelungenen, nachvollziehbaren Darstellungen und manchmal ein bisschen zuviel Hollywood.
Den Darstellern ist es zu danken, dass bei allen Abstrichen der Film für mich immer sehenswert blieb!
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Jeder will etwas sein, keiner will etwas werden (Goethe!). Oder auch: alle wollen Häuptlinge, aber keiner Indianer sein. Bobby Walker (Ben Affleck) ist 37 Jahre alt, gelernter Betriebswirt, Familienvater und verdient 160.000 Dollar im Jahr. Der Film beginnt damit die überdimensionierten Immobilien von drei der vier Hauptdarsteller zu zeigen, sie alle arbeiten im selben Unternehmen und haben sich an ein bequemes Leben gewöhnt. Allein schon das zahlreichen Zubehör für die Spielkonsole der Kinder (später muss der Sohn die X-Box verkaufen um Geld zu sparen?!) füllt nahezu das halbe Wohnzimmer.
Die Wirtschaftskrise sowie die Gier des Unternehmers führt zur Entlassung von Walker. Er verliert nicht nur die Mitgliedschaft im Golf-Club, sondern muss auch noch seinen Stolz überwinden, damit er seinen Schwager (Kevin Costner) um einen Job in dessen Bauunternehmen bitten kann.

Einiges an Company Men erinnert an den Film Wall Street. Hier wird nicht nur die aktuelle Wirtschaftskrise thematisiert, sondern auch der Niedergang der USA. Fight Club von 1999 hat das alles pointierter, provokanter, aber eben auch mit enorm viel Humor thematisiert. Company Man ist ein stiller Film mit bekannten Darstellern und einer etwas arg versöhnlichen Aufbruchsstimmung-Botschaft. Soziale Marktwirtschaft, wieder zurück zu einem akzeptablen Verhältnis der Einkommensdifferenz zwischen Arbeiter und Top-Management - Company Men deutet zwar an wie fragwürdig und lachhaft der American way of life ist (siehe den Arbeitslosen der sich vor den Nachbarn schämt und sich nur über seinen Job definiert, siehe den völlig verweichlichten Bobby Walker, der sich nicht für seine Untergebene interessiert und das überzogene Gehalt gerne mitnimmt, aber völlig perplex ist als er gekündigt wird, eine schwere Beleidigung der männlichen Allmachtsphantasie), deutet aber an, dass nur einige Details verändert werden müssen, damit wieder alles gut wird. Amüsant.

3,5 Sterne

Spielzeit: 100 Minuten, Extras: Audiokommentar mit Regisseur John Wells, Making of, Deleted Scenes, Alternatives Ende, Trailer; Ton: DD 5.1 Englisch, DD 5.1 Deutsch
11 Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Dieser Film zeigt den Absturz einer verloren gegangenen "BWL-Elite" (von der ich nicht glaube, dass sie jemals existent war).
Als Zuschauer müssen Sie dem Fall der Reichen zuschauen. Da verlieren Männer ihre Jobs, finden keine Neuen, betrinken sich oder begehen Suizid.
Da muss Mann aus dem teuren, viel zu großen Prunkhaus ausziehen und den Porsche abgeben. Wie sie sehen: ein gaaaanz typischer Fall...nicht!

Hier versucht Hollywood mal wieder ein Bild des typischen Amerikaners aufzuzeigen, was leider nicht der Realität entspricht. Wer mal länger drüben, die Menschen, ihr normales Leben kennen gelernt hat, weiß wie schwachsinnig diese Persiflagen ausfallen.
Das ist so, als würde man in Deutschland eine Villa in Grunewald oder sonstwo als deutschen Standard definieren. Wir alle wissen, dass dem nicht so ist.

Zurück zum Film: Hier wird oberflächlich ein ernstes Thema angebuddelt. Jeder ist von der Rezession betroffen, weltweit. Aber dieser Film schafft es nicht, glaubhaft rüberzukommen oder gar betroffen zu machen. Weder empfinde ich Häme für das ehemalige hohe Tier, welches nun joblos ist und aus lauter Frust und Traurigkeit einen Zimmermannsjob annimmt, noch fühle ich nach, wenn so jemand wieder einen gut bezahlten Job bekommt.

...und Affleck...naja...ohne Kommentar.
Den Film muss man nicht gesehen haben.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Wer ist sich in dieser Welt eigentlich noch sicher, das er sein Leben in den gewohnten Bahnen noch lange fortführen kann? Schon eine Weile bedrohen Arbeitslosigkeit und die damit einhergehende Angst vor Verarmung und sozialem Abstieg die Menschheit und besonders in den Industrienationen der Welt wird diese immer wieder durch die aktuellen Wirtschaftsneuigkeiten und dem Gerede rund um Rezession und Co. geschürt. John Wells Drama "Company Men" fängt exakt diese Situation ein, als Mitglieder verschiedener Ebenen eines Unternehmens, das in eine wirtschaftliche Schieflage geraten ist und um jeden Preis den Aktienwert stabilisieren möchte, um schließlich verkauft zu werden, entlassen werden und mit der neuen Situation irgendwie zurecht kommen müssen. Während Bobby Walker (einmal mehr seit "The Town" eine kleine positive Überraschung: Ben Affleck) sich auf die Liebe seiner Familie verlassen kann und krampfhaft versucht wieder in der Arbeitswelt Fuß zu fassen, verkraften andere wie der ehemalige Manager Phil (trotz Anzug herrlich verbraucht: Chris Cooper) resignieren. An jeder Stelle ist der Druck, der auf den einzelnen Protagonisten lastet authentisch spürbar und das ist es, was den Streifen so überraschend gut macht. Dazu "Knautschgesicht" Tommy Lee Jones als Unternehmer mit fast schon antiken moralischen Ansichten, aber ebenfalls glaubhaft, wenngleich man solche Menschen sicher auf der Welt, außerhalb von Filmen, lange suchen muss.

Unterm Strich bleibt also ein durchaus stellenweise sehr gutes, weil auf Authentizität Wert legendes, Stück Film, das besonders durch seine tollen Schauspieler auftrumpft (auch Kevin Costner als bodenständigen Handwerker sollte man hier neben den etwas vordergründigeren oben genannten nicht vergessen) und über knapp 100 Minuten keinen Raum für Langeweile schafft. So und nicht anders müssen moderne Dramen aussehen!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

9,94 €
6,95 €

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken