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TOP 500 REZENSENTam 7. Januar 2013
Manchmal kann man der Filmindustrie einfach nur dankbar sein, nämlich wenn sie einen zur Lektüre einer Romanvorlage animiert. So ging es mir jetzt mit Cloud Atlas, von dem ich vorher, Schande auf mein Haupt, nicht das Geringste geahnt hatte.

David Mitchell hat sechs Geschichten, jede für sich eines eigenen Romans würdig, zu einer überwältigenden Komposition zusammengefügt, die uns auf eine parabelförmige Reise durch die Zeit entführt.

Sie beginnt mit dem Tagebuch eines Amerikaners, der im 19. Jahrhundert den Pazifik bereist. Auf dieses stößt ein junger Komponist (nämlich der des namensgebenden Sextetts "Cloud Atlas"), als er einem berühmten, von den Spätfolgen der Syphilis entkräfteten Kollegen als Ghostwriter zur Hand geht, und erwähnt es beiläufig in Briefen an seinen Freund und Liebhaber.

Der wiederum spielt in der nächsten Episode eine entscheidende Rolle als Gutachter eines höchst fahrlässig konzipierten Kernkraftwerks, und diese Geschichte fällt dann einem Verleger in die Hände, der auf recht seltsame Art und Weise zu Erfolg gekommen ist, und dessen hochkomische Erlebnisse ein wenig aus dem Kontext fallen.

Im fünften Kapitel finden wir uns schließlich in einer Zukunft wieder, in der ein zum Hardcore-Kapitalismus konvertiertes Nordkorea die Welt beherrscht (und in dessen Geheimarchiven ein Film über besagten Verleger die Zeit überdauert hat).

Dass menschliche Gier und bedingungsloser Wille zur Macht die Menschheit ins Verderben führen wird, erleben wir, nicht mehr überraschend, im sechsten, zentralen Abschnitt, in dem die versprengten Überbleibsel der Zivilisation sich irgendwo zwischen Steinzeit und Mittelalter durchschlagen und sich nur noch schemenhaft an die Vergangenheit erinnern.

Danach werden in umgekehrter Reihenfolge die ersten fünf Erzählstränge zu Ende geführt. Die lose Verknüpfung der Geschichten und die Zeitsprünge in der Zukunft lassen dem Leser viel Raum für eigene Vorstellungen für die Desaster, die auf uns zukommen werden, wenn wir in dieser arroganten, konsum-und machtgeilen Nach-uns-die Sintflut-Weise weitermachen. Und Hoffnung? Vielleicht, aber dazu müsste einen die Aussicht auf einen Neubeginn in einer ausgebeuteten und verseuchten Umwelt hoffnungsfroh stimmen, in der bedauerlicherweise auch die oben erwähnten menschlichen Züge überlebt haben, die zur Katastrophe geführt haben.

Eine Anmerkung noch zur Sprache: Jede Geschichte ist in zeittypischem Stil geschrieben, was das erste/letzte und insbesondere sechste, postapokalyptische Kapitel zu einer ziemlich beschwerlichen Lektüre macht. Da scheinen sogar manche Muttersprachler das Handtuch geworfen zu haben. Nach einigen Seiten gewöhnt man sich aber daran, und es hilft, bei der mündlicher Überlieferung nachempfundenen Schreibweise die Ohren mitlesen zu lassen. Die Klimax des Romans ist die Mühe wert.
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am 21. Februar 2007
Das ist wirklich das unglaublichste Buch, das ich jemals gelesen hat. Mitchell verbindet nicht nur mehrere Erzählstränge auf virtuose Weise, er bedient sich dabei auch noch verschiedenster Genres (Tagebuch, Interview, Brief...) von unterschiedlichen Sprachen passend zur Zeit, in der die jeweilige Erzählung angesiedelt ist, ganz zu schweigen. So etwas hat man wirklich noch nicht gelesen!!! Dieses Buch ist ein absolutes Muss, läßt es den Leser doch völlig verblüfft zurück! Von den ersten schwierig geschriebenen Seiten sollte man sich nicht abschrecken lassen, man wird umso mehr entlohnt von den darauf folgenden abenteuerlich schriftstellerischen Kapriolen! Definetely a MUST-READ!
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am 13. Dezember 2010
Dieses Buch ist einfach spektakulär. Mehrere Geschichten, über Jahrhunderte verstreut und doch genial miteinander verwoben; voller Witz, Gefühl, Dramatik und Spannung. Besonders die Geschichte des jungen Komponisten Robert Frobisher hat mich zu Tränen gerührt; sie ist unglaublich komisch und tragisch zugleich. Verschiedenste Erzählstile und Charaktere fügen sich nach und nach zu einem genialen Ganzen. Fast schon ein philosophisches Werk, wie ich finde.

Nicht alle Teile sind immer einfach zu lesen (zumindest für den Englisch-Nichtmuttersprachler), dies gilt insb. für das jeweils erste, letzte und mittlere Kapitel von "Cloud Atlas". Davon sollte man sich jedoch keinesfalls irritieren lassen, mit ein bisschen Konzentration geht es.

Ich glaube, dass am Ende jeder seine persönliche "Message" aus diesem Buch mitnehmen kann, und mit dem einen oder anderen Charakter kann man sich sehr gut identifizieren. Mit Sicherheit sollte "Cloud Atlas" keinen halbwegs tiefgründig veranlagten Leser unberührt lassen. Dieses Buch würde ich meinen besten Freunden schenken - eine unbedingte Kaufempfehlung!!
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am 11. Mai 2013
Warnung! Hier handelt es sich um Literatur. Ich will ja niemand abschrecken, aber wer nicht Englisch auf Muttersprachler- Niveau spricht, der hat eine harte Zeit vor sich. Ich habe nach etwa der Hälfte des Buches aufgegeben, als die Geschichte von Sloosha's crossing begann. Der Autor benutzt hier eine Kunstsprache, die nur schwer zu entschlüsseln ist.
Ich habe mir dann die deutsche Version des Buches besorgt. Allein die Übersetzung ist ein Kunstwerk für sich.

Zum Inhalt haben meine Vor-Rezensenten ausführlich berichtet. Es geht um den (anscheinend unvermeidlichen) Niedergang der Zivilisation, und immer wieder um Freiheit und ihre Unterdrückung. Das Buch hinterlässt (zumindest bei mir) ein merkwürdig kraftvolles Gefühl, sich einzumischen, politisch aktiv zu werden. Es macht überdeutlich, dass aktuelle Schlagworte der Politik, wie Atomausstieg, Integration von Fremden und Reglementierung das Bankensystems nicht etwa Beiwerk, sondern die Basis unserer Zukunft sind.

Eine kleine Krtik muss ich dennoch anbringen: Die immer wieder durchschimmernde Philosophie Nietsches, die den "Willen zur Macht" als alleinige Triebfeder von Menschen und die "Wiederkehr des immer Gleichen" als Struktur der menschlichen Kulturen ansieht greift zu kurz. Menschen sind nicht so einfach. Hoffentlich.

Das beste Buch, das ich seit vielen Jahren gelesen habe.
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am 4. Juli 2013
Basically, he is telling us history repeats itself. I agree with that. Mankind is damned to walk trough the same stages of civilisation – including barbarism, totalitarianism, oppression, slavery, hunger, war etc. – again and again, unless it learns to free itself from its ancient vices like greed, recklessness, egoism. Well, that will never happen, I am afraid.

I like especially his vision of the near future, where companies rule the world and citizens are mere consumers. The story of Timothy Cavendish is refreshingly sarcastic. Mitchell is a master of language: eloquent, witty, precise. All in all, the book was disappointing though. The connections between the main characters are constructed and unnecessarily soaked with esoteric philosophy. I believe in social karma (our children will reap what we have sowed), but I don’t believe in reincarnation.

Just as with “Lord of the Rings”, the film was better, more concise, than the book. That’s my opinion.
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am 12. November 2012
1931 Robert Frobisher (the hero of the novel’s second narrative) composes the Cloud Atlas Sextet in and near Bruges (which is in Belgium BTW – no pun intended). It consists of six solos interrupting each other at a crucial point in the composition only to come full circle and end at the beginning – “Violin note, misplayed, hideously -” (Kindle version p.461)…

This pretty much wraps up the novel Cloud Atlas as well – six individual, interrupted narratives covering a time span from early 19th century into a far post-apocalyptic future, like a Rorschach test in almost bilateral symmetry split in the middle by an uninterrupted narration of the farthest future to pick up the previous threads in inverted order – ending at the beginning.

What makes this book so special and so different? I can only speak from my personal experience and can say it was probably the most fascinating and most frustrating book I have ever read. Fascinating because the author manages to weave a net around me, drawing me in, leaving clues for me to connect all the dots only to find myself let down in the end because all my best laid plans and theories are worth zilch. Frustrating because the author won’t connect all the dots for me and will leave questions unanswered.

So here I am, about 24h hours after having finished the first reading of this truly extraordinary book and I can’t seem to wrap my mind around anything else but thinking about what I actually think the book is trying to tell me.

Is mankind circling the drain? Are we ever going to learn, or are the plans laid down by the architects of human life everlastingly flawed and we make the same mistakes over and over and over again – possibly just getting more sophisticated in our ways to oppress/ kill / enslave the weak. Can one person make a difference – so, is there hope? Is there a character – a spirit – a soul – so precious it’ll last through the centuries, maybe reincarnated to remind us of something? Or are we all responsible of the effects of our small actions in the grander scheme of things?

…or am I just losing it?

Quote from Kindle Version page 508
“… only as you gasp your dying breath shall you understand, your life amounted to no more than one drop a limitless ocean!”
“Yet what is any ocean but a multitude of drops?”
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am 30. März 2007
Cloud Atlas ist das Sextett, das Robert Frobisher, die zentrale Figur der zweiten Erzählreihe, komponiert. Er erwähnt beiläufig, dass am Ende alles wieder auf den Anfang zuläuft - und so sind auch die sechs Elemente, musikalisch vielleicht Sätze, aufgebaut - am Ende ist man wieder am Anfang, aber um sechs Welten reicher. Diese sechs Erzählstränge des Buches greifen versteckte Themen der vorhergehenden auf, ob Matrushka-Puppen die richtige Analogie sind, muss ich noch überdenken - ich habe auf jeden Fall in den letzten 20 Jahren kein Buch in der Hand gehabt, bei dem ich vor lauter Trauer und Beklommenheit fast weinen musste (Zachry in der am weitesten in der Zukunft angesiedelten Geschichte, die ich persönlich stylistisch überhaupt nicht so sehr überdehnt fand, eher anrührend und nur folgerichtig angesichts des allgemeinen Hochkultur-Verlustes, um den es in dieser Episode geht), und bei dem ich an mindestens 20 Stellen zurückblättern wollte, weil ein nebensächlich eingearbeitetes Detail, eine Erinnerung oder Assoziation des jeweiligen Protagonisten beiläufig Bezug nahm auf ein überliefertes Ereignis aus einer der vorhergehenden Episoden. Jede Episode zeugt von tiefer Menschenkenntnis, ist gelegentlich humoresk, oft sehr anrührend, immer von unglaublicher Detailkenntnis (in den in der Zukunft gesetzten Episoden Kenntnis und Verstehen der Gegenwart und Vergangenheit in ihrer Wirkung auf die Zukunft) und macht, je weiter man sich mit dem Cloud Atlas Sextett in die Zukunft bewegt, bange, dass es vielleicht tatsächlich so oder ähnlich kommen könnte, ist dabei aber nie belehrend oder aufdringlich, sondern einfach nur bewegend und anrührend. Das einzige Buch, bei dem ich schon während des Lesens wusste, ich werde es noch einmal lesen wollen. Eines der für mich wichtigsten Werke der letzten Jahre - dank an David Mitchell.
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am 23. Oktober 2013
I don't usually read science fiction, I prefer watching scifi films. But this one was absolutely genius! Not only the order of the stories and the fact that he splits them in two parts, more than anything I loved the fact that it was the first novel I've ever read where language evolution is considered.
The storyline is more than entertaining, all of the stories have something special and something that makes you never wanna finish the book.
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am 28. Februar 2011
This book is a master piece of literature, novel and with ovewhelming originality Mitchell takes the reader through the centuries,writing styles,languages and genres- I never read anything like that before-it is not just the book within a book story.
As this one is beyond a certain genre,it's just must read, for one can like it or not but it's exceptionally DIFFERENT.
Full 5 start for the best read I have had for ages!
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am 14. Februar 2015
this is an amazing piece of literature and truly diversified (I have seen the movie before - this changes the reading experience of course, but didn't spoil it for me.) I would not recommend it for beginners learning English as some parts are quite demand (a part is also written in an heavy accent

about this edition: at first I had to get used to the flip back format ('upside down' reading) - it didn't take long so. I think this unconventional format gives a nice touch to the unconventional story
+ the book doesn't take a lot of space and is not at all heavy as it is really small - quite tiny. It easily fits into the pocket of my trousers without troubles
(-) the pages are really thin - like you might know of some bible editions (I don't mind but just as a warning)
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