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am 23. April 2010
"...because when people wish to express their innermost thoughts and dreams, they sing - and when they sing together, it is called choral music." Das ist der letzte Satz in Nick Strimples stellenweise gelungenem, zeitweise aber auch sehr oberflächlichen Spaziergang durch die Klassische Moderne bis hin zur Neuen Musik. Die letzten dreißig Jahre des 20. Jahrhunderts interessieren ihn deutlich weniger, aber das ist nicht mein Kritikpunkt. Vielmehr habe ich Fehler entdeckt, die ganz allein auf der Unwissenheit des Autors beruhen, auch mangelndem Recherchewillen. Das gilt insbesondere für den deutschsprachigen Raum. Denn Strimple hält es nicht für nötig, Gemeinsamkeiten im Schaffen für Stimmen aufzudecken, sondern ganz artig grast er die Kontinente und Länder ab, als gäbe es eine spezielle italienische Art für Chor zu schreiben oder eine spanische oder eine australische. Innerhalb der Länderkapitel geht er kein Risiko ein und verlässt sich aufs Chronologische. Manchmal will er einfach so viele Namen wie möglich nennen, streut ein paar Werktitel ein, vielleicht auch mal ein wertendes Adjektiv (gerne "haunting", "beautiful", "important", was praktisch nichts bedeutet), aber das täuscht nicht darüber hinweg, dass er einfach nur sein Soll erfüllen wollte. Es ist fast schon tragisch, dass er Klaus Huber, dessen Schaffen für Chor mit oder ohne Instrumente von höchster Bedeutung ist, nur drei Zeilchen widmet, der völlig unbekannte Dominique Gesseney-Rappo hingegen - ebenfalls Schweizer - verdient 14 Zeilen. Bei Rihm behauptet er, dass dieser vor den "Passionsstücken nach Lukas" (2000) nur zwei Werke für Chor mit oder ohne Instrumente geschrieben hätte - ein flüchtiger Blick ins Werkverzeichnis zeigt, dass das grundlegend falsch ist.

Auch sonst liegen die Schwerpunkte merkwürdig schief. Er ist offensichtlich kein Experte für europäische Chormusik, wobei die großen Namen davon ausgeschlossen sind: Messiaen und Britten widmet er jeweils ein paar Seiten, und die sind tatsächlich ein Gewinn, selbst wenn man Monographien über diese beiden Monolithen gelesen hat. Auch das längere Kapitel zu Strawinsky gewährt wichtige Einblicke in das Chorschaffen des Meisters, zumal sich Strimple auch nicht scheut, fundierte Kritik an Einzelwerken zu äußern, ohne dabei besserwisserisch zu wirken (er selbst ist auch Komponist und wird als solcher im Amerika-Kapital auch genannt). Sehr erstaunt haben mich die Reaktionen von Schönberg (negativ) und Sessions (positiv) auf "Oedipus Rex".

Nicht ohne Grund ist das Amerika-Kapitel das mit Abstand längste: Ein Heimspiel für den musikalischen Leiter mehrerer wichtiger Chöre und Chororganisationen. Hier kennt er sich aus, hier hat er sehr viel mitzuteilen. Deshalb lohnt sich die Lektüre am Ende doch. Was ich hier gelernt habe, auf welche Namen ich hier gestoßen bin, das ist inspirierend und regt zum Hören von Werken an, auf die ich ansonsten nie gestoßen wäre (z. B. habe ich Randall Thompson durch ihn entdeckt). Robert Kyr, wenn auch kein Genie, wäre mir sonst auch nicht über den Weg gelaufen. Erstaunlich auch, dass Strimple kaum ein Land auslässt, ja sogar die Philippinen kommen vor, aber man nimmt davon nichts mit, weil er sich in Aufzählungen verstrickt, was im übrigen zeigt, dass er vieles eben auch nicht kennt. Ach, und dann ärgert mich, dass er Alfred Schnittke abspeist, als wäre er ein drittklassiger Notenschreibsler, Petr Eben aber, mit dem er mal korrespondiert hat, wird ausführlich genug gewürdigt.
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