Fashion Sale Hier klicken Neuerscheinungen Cloud Drive Photos OLED TVs Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
13
4,6 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 14. Juli 2007
Wer sich für die Musik von Mike Oldfield interessiert und begeistern kann, kommt - vorausgesetzt seine Englischkenntnisse sind profund genug - um dieses Buch nicht herum. Es bietet Antworten auf Fragen, die sich mir in der intensiven Auseinandersetzung mit seiner Musik immer wieder seit mittlerweile über 25 Jahren stellten: Wie kam er darauf? Welche Beweggründe hatte er? Warum hat er diesen Titel gewählt? Wie hat er die Musik aufgenommen? Welches war seine musikalische Vorbildung/Ausbildung? Seine Lebensumstände? Und was ein "Fan" noch so wissen will ....

Mike Oldfield schildert ausführlich seine Kindheit, das Leben in der Familie (seine Geschwister Sally und Terry sind ja ebenfalls in der Musikwelt bekannt), seine Aussenseiterrolle und seine Gefühlswelt. Er beschreibt, wie er sich in seiner Musik befreit fühlen konnte, wie er in ihr aufging und wie sie sein Lebensinhalt wurde. Der Leser lernt die Musikindustrie der 60er und 70er Jahre kennen, die Musiker mit ihren Drogen und alternativen Lebensarten. Er erfährt, wie und woher sich die Protagonisten der Musikszene gegenseitig kannten, welche Zufälle es gab, mit denen einige plötzlich zu "Stars" wurden. Oldfield beschreibt aber auch seine immer problematischer werdenden psychischen Probleme, die eingefleischten Fans vom Hörensagen immer schon bekannt waren, und die Auswege daraus. So beginnt das Buch mit Szenen einer Therapieveranstaltung, die ihn nachhaltig beeinflusste. Er stellt seine ersten musikalischen Gehversuche in den Pubs und Clubs seiner Zeit, seine Erfolge, seine Ängste live zu spielen, seine Freundschaften und sein Verhältnis zur Musikindustrie dar. Er schildert, was ihn zu jedem einzelnen Album trieb und welche Vorgehensweise er hatte. Besonders interessant ist z.B., wie "Moonlight Shadow" entstand, das sich doch deutlich vom Rest seines Schaffens unterscheidet. Er gibt gibt dem Leser Einblicke in seine Gedankenwelt, seine Ansichten und Überzeugungen, ohne missionierend zu sein. Er bleibt sachlich und bisweilen humorvoll. Und man liest auch, welche Musik der "Meister" selbst gern hört.

Schade ist nur, dass er seine Jugend und die musikalischen Anfänge sehr ausführlich beschreibt (bei den Aufnahmen zu "Tubular Bells", seinem ersten Album, ist schon die Mitte des Buches erreicht!), während spätere Perioden eher gerafft dargestellt werden. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die für ihn wichtigste Zeit die 60er und 70 Jahre waren und dass danach nicht mehr viel kam. Dies wäre sicherlich nicht korrekt.

Mike Oldfield verquickt in angenehmer Art und Weise seinen musikalischen Werdegang mit Informationen aus seinem Privatleben. Nicht so, wie es ein Leser der Regenbogenpresse wissen will, sondern dezent, auf das Wesentliche beschränkt. Wer also sensationsgespickte Insiderstories lesen möchte, vielleicht sogar von sexuellen Orgien, wie es manche nicht vergleichbare deutsche "Komponisten" (oh Graus!) getan haben, wird hier enttäuscht werden. Er ist eben ein ernst zu nehmender Musiker, kein Entertainer. Ihm ging und geht es immer um die Musik, nicht ums Geldverdienen!

Oldfield ist kein Literat - ein Buch von Neil Peart (Rush) liest sich anders - aber es ist durchgängig klar und leicht verständlich geschrieben, überfordert auch einen non-native Speaker nicht unbedingt. Ich habe das Buch an wenigen Abenden durchgelesen und konnte gar nicht aufhören zu lesen - ein echtes Kompliment, das ich Mr. Oldfield machen muss! Das passiert nicht so oft.

Für mich, der ich selbst Hobby-Musiker bin und dies von frühester Kindheit immer sein wollte, wozu sicher Mike Oldfield entscheidend mit beigetragen hat, ist er DER kontemporäre Komponist schlechthin. Ich kenne keinen anderen, der es so gut versteht, die emotionalen Saiten in mir zum Schwingen und Klingen zu bekommen. Ich bin ihm für dieses Buch und die Antworten auf lang gestellte Fragen sehr dankbar! Ich konsumiere seine Werke nun mit einem anderen - vielleicht besseren - Hörverständnis. Und das war es allemal wert. Schade nur, dass nur wenige meiner Landsleute dieses Buch jemals lesen werden!
11 Kommentar| 31 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Kaufen oder nicht kaufen?
Kaufen. Insbesondere als Fan oder als an Persönlichkeitsentwicklung Interessierter.

- Wie wird man Mike Oldfield? -
Die Schule und ihre Prügelstrafe hassen, selbst dort gehörig an die Wand prallen, doch die Nächte bereits als kleiner Junge durchüben. Die Musik als einzigen Ausweg haben, um trotz einer grenzwertigen Familie und als kompletter Außenseiter Halt und Anerkennung zu haben. Oldfield ist und war äußerst gefühls-unmusikalisch bis hin zum Autismus. So beschreibt es Oldfield selbst. Klingt dieser Weg nicht ... begehrenswert?

- Was ist an Klatsch enthalten? -
Wenig. Über Affären o.ä. schweigt er sich sehr dezent aus, ja, selbst seine Beziehungen wie 1987-93 mit seiner begnadeten Sängerin Anita Hegerland tragen keine Namen: immerhin zwei Kinder stammten daraus. - Das am schwersten zu Glaubende, das sind - laut Oldfield - funktionierende Séancen mit Verstorbenen und körperliche Vorahnungen beim Tod von Verwandten oder dem 9.11. Offen ist Mike Oldfield zum Thema seiner langjährigen Alkoholabhängigkeit. Seinen früheren sonstigen Drogenkonsum verteidigt er nahezu zum einen als wichtig für seine musikalische Entwicklung, dabei beschreibt er einen LSD-Horrortrip mit den folgenden Panikattacken dermaßen eindringlich, dass es jeder Drogenbeauftragte einfach nur in MTV vorlesen könnte. Auch die heftigen Familienverhältnisse beschreibt Oldfield recht klar: überforderter Vater, alkohol- und tablettensüchtige Mutter. Und doch erzählt der Musiker auch wie gerade deren irische Natur ihm eine große Inspiration war (und wie die beiden sich beim gemeinsamen Saufen verstanden - es ist bei allen kleineren Auslassungen doch ein schonungsloses Buch).
Andere Stars, die vorkommen, sind u.a. Mick Jagger (nett zu Michael und vor einem Auftritt hilfreich), Marianne Faithfull (Freundin von Mikes älterer Schwester Sally), Steve Winwood (macht auf englischen Landedelmann, der Enten mit Blei spickt) oder Charismatiker Richard Branson, der Mike zum einen groß herausbringt und schützt, zum anderen ihn auch nach Kräften melkt. Da dieses Taschenbuch in Virgin Books herauskommt, muss Mike ihm wohl doch ein wenig verziehen haben.

- Wie und was schreibt Mike sonst so? -
Das Buch wirkt wie von Mike erzählt und vom Ghostwriter behutsam in Mikes Stil geordnet und in eher einfachen Sätzen niedergeschrieben. Auch für Nicht-Muttersprachler ist es daher leicht lesbar. Einstieg ist eine Art Rebirthing-Session, die Oldfield für lange Zeit von seinen Panikattacken befreien sollte. Dann berichtet Oldfield von seinem Großwerden in England, seinen Eltern und seinem Einzelgängerdasein schon als Kind. Dem Druck, sich gefälligst ins Kollektiv einzupassen, gefälligst 'normal' zu sein, war Oldfield umso stärker ausgesetzt, als er feinfühliger zu sein scheint als seine Umgebung. Er beschreibt sich selbst als intuitiv, sensibel und sehr introvertiert. Ich kann mir hier vorstellen, dass daher dieses Buch für so manchen auch Inspiration für das eigene Leben sein kann.
So kommt Tubular Bells erst im Mittelteil des Buches, so bleibt für die weiteren Alben vergleichsweise wenig Raum. Erschienen ist das Buch ursprünglich 1997, ob es jemals eine deutsche Übersetzung geben wird, ist doch fraglich.

Fazit: an drei Abenden durchgelesen, und ich werde Oldfields Alben jetzt noch einmal ganz anders hören. Fünf Sterne.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Oktober 2007
wie mein vor-rezensent bin ich auch schon seit -zig jahren oldfield-fan, auch ich mußte das buch allein deswegen haben. trotz meines fantums jedoch muß ich sagen, daß oldfield es einem nicht gerade leicht gemacht hat, besonders mit seinen letzten veröffentlichungen nicht ( light and shade ), aber darum solls ja hier nicht gehen.

bei der empfängerschicht dieses buches muß man streng unterscheiden zwischen denen, die als fans schon etwas über oldfields werdegang wissen, die streits zwischen richard branson und virgin und deren hintergründe kennen, und denen, die von ihm vielleicht einmal gehört haben, wissen, daß er derjenige ist, der mit tubular bells ein jahrhundertwerk geschaffen hat ( und m.e. mit ommadawn und amarok auch, dieser einschub muß sein ) und den welthit moonlight shadow geschrieben hat.
unterm strich wird meiner meinung nach bei diesem buch dies passieren: die fans werden sich wundern, warum einige passagen seines lebens ausgeblendet oder schöngefärbt worden sind, die anderen erhalten einen einblick in oldfields kindheit, drogenabhängigkeit, psychischen probleme und sein verzweifeltes suchen nach seinem platz in einer welt, in der er größte schwierigkeiten hat, sich zurechtzufinden.
stilistisch berichtet oldfield in einer recht trockenen, fast emotionslosen art, als würde er auch mit diesem buch nur eine übung absolvieren, die ihm in seiner persönlichen entwicklung weiterhilft. stellenweise kommt typisch britischer humor zum tragen, seine urteile über freunde, kollegen und wegbegleiter fallen stellenweise hart aus, manche namen sind ihm entfallen... interessanterweise konzentriert oldfield sich in diesem buch sowieso mehr auf seine innerliche entwicklung als darauf, wie er durch seine musik bekannt geworden ist. er hangelt sich eben NICHT von einem erfolgstitel zum nächsten, sondern erzählt, wie er von album zu album getrieben wurde, und durch welche äußeren einflüsse.
tatsache ( siehe vorrezensent ): es ist nach oldfields eigenen worten tatsächlich wenig flow in seinem schaffen zu finden, alles wurde gleichsam herausgepreßt, und auch als fan kann ich mich gegen den eindruck nicht wehren, daß sich manche passagen von changeling zwischen weinerlichkeit, selbstmitleid und arroganz bewegen.
hört sich überhaupt nicht nach vier sternen an, oder?
ich möchte an dieser stelle deutlich darauf hinweisen, daß die vier sterne, die ich vergeben habe, definitiv KEINEN fan-bonus aufweisen, denn:
unterm strich ist das buch schon mehr als eine bloße fingerübung auf dem weg eines therapie-patienten zu sich selbst. es ist äußerst flott geschrieben, es ist humorvoll, es hat zwei bildteile mit zumindest meinem wissen nach unveröffentlichten fotos und es läßt sich sehr gut weglesen ( wenn man genügend englischkenntnisse hat! )
und eine wichtige botschaft an die welt gibt mike oldfield auch noch zum schluß: daß er jetzt an einer stelle seines lebens angelangt ist, an der er nur noch die musik machen wird, die er in sich fühlt, ohne von äußeren erwartungshaltungen oder sonstigen zwängen gedrängt zu sein.
man kann gespannt sein!
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. April 2015
Auch ich habe mir sofort diese Autobiograhie dieses meiner Meinung nach größten und genialsten Musikers und Komponisten der Jahre 1972 bis 2000 hier bestellt, da ich unbedingt wissen wollte, welcher Mensch hinter dieser einzigartigen Musik steckt, und welches Schicksal ihn so offen für die kosmischen Botschaften machte, die er uns auf die Erde brachte.

In englischer Sprache - aber ich konnte das Buch recht flüssig und so gut wie in einem Rutsch lesen.
Da ich beispielsweise mit den Romanen von Dan Brown sehr viel Mühe habe und ständig Worte nachschlagen muss, meine ich, das dürfte ein Indiz dafür sein, dass sich auch Personen mit einem nur mittelmäßigen englischen Sprachschatz an diese Autobiographie heran wagen können.
Denn eine Übersetzung ins Deutsche wird es wohl leider nicht geben.

Das Buch ist sprachlich leicht und einfach geschrieben. In übersichtlichen, eher kürzeren Sätzen.
Inhaltlich ist es dafür aber um so stärker.

Ich fand es mordspannend, sehr persönlich, überzeugend authentisch ( wirklich SELBST geschrieben, meinem Eindruck nach), und sehr aufschlussreich, meine o.a. Neugier voll befriedigend.

Der Leser erfährt zunächst viel über seine Kindheit.
Als vorerst jüngstes Kind neben Terry und Sally Oldfield eines englischen Landarztes und einer sehr geheimnisvollen und musikalischen Celtin aufgewachsen, waren die ersten Jahre bis über 6 für Mike eine sog. glückliche Kindheit.
Seine erste Erinnerung war die an volle Windeln, die er hasste und immer happy war, wenn er wieder gesäubert und frisch verpackt war.
Eine meiner Ansicht nach also sehr früh einsetzende Erinnerung.
Im Alter von wohl 7 bekam er noch einen Bruder, der schwerbehindert war, wodurch die vorher noch heile Oldfieldwelt zu zerrütten begann.
Seine geliebte Mutter ist daran zerbrochen, auch medikamentenabhängig geworden, und hat sich nie ganz erholt, obwohl dieses Kind recht bald verstarb.
Ab 9 Jahren war Mike, der vorher eine sehr enge Beziehung zu seinem Vater hatte, sich selbst überlassen, und fing an, mit der Gitarre seines Vaters zu kommunizieren.
Sein Vater hatte ihm nur ein paar Grundgriffe gezeigt. Weiteres lernte er in den irisch angehauchten Pubs, in denen er schon in diesem Alter ein- und ausging.
Alles andere brachte er sich autodidaktisch bei, indem er Schallplatten anhörte und das Gehörte nachahmte.
Hieraus hat sich wohl sein meiner Ansicht nach ungewöhnlicher, fast unnachahmlicher Stil ergeben.

An anderen Kindern hatte er wenig Interesse, da die einander seinem Eindruck nach nur herum scheuchten und fingen und weitere Absonderlichkeiten trieben, in denen Mike für sich keinen Sinn sah.
Er war also recht isoliert ; fing auch im Alter von 9 Jahren schon an zu rauchen, und nicht sehr viel später kam dann auch schon der Alkohol hinzu, mit 13 der Sex.
Schon bald war er so was wie eine kleine regionale Prominenz, jedenfalls sobald und so lange er seine Gitarre dabei hatte und bereitwillig vorspielte.
Auch in der Band seiner älteren Schwester Sally Oldfield - SALLYANGIE - war er aktiv, trat auf und sang noch recht viel.

Dann bastelte er jahrelang an seinem späteren Erstlingswerk, den Tubular Bells I ( Seite A und B).
Sehr faszinierend war für mich auch, zu erfahren, wie er es dann später anstellte und schaffte, dieses Opus auf den Markt zu bringen.
Wie er da - fast noch Kind - nachts alleine seine an sich zu schwere Gitarre durch`s nächtliche London schleppte und zerrte,
und irgenwann dann mal ein Studio fand, in dem er nur eine Woche lang Zeit hatte, alles abzumischen.
Die Entstehung diese Werkes ist außerordentlich interessant, denn man erfährt, dass diese Bell gar nicht geplant waren, nur im Studio von einer anderen Band zurück gelassen worden war, und dann aber so zum Einsatz kam, dass sie zerbeult wurde.

Auch die Beschreibung der späteren Uraufführung - er im Alter von 19- seiner Gefühle dabei, und der Unterstützung, die er von Mick Jagger bekam, der Mike, am ganzen Leibe zitternd, auf die Bühne schob und ihm ja auch Mick Taylor hatte zukommen lassen- den damals einzigen Musiker, der in der von Mike gewünschten Weise Gitarre spielen konnte und Bandmitglied der Rolling Stones - war sehr spannend und erfrischend.

Einen großen Teil des Buches widmet er auch seinen Drogenerfahrungen.
Dem Horrortripp, den er durch LSD bekam, und der ihn für mehr als 10 Jahre zu einem sehr leidenden, von Panikattacken geschüttelten Menschen machte, der sehr publikumscheu war und mit seinem Ruhm kaum umgehen konnte.
Sich versteckte, nicht auftreten wollte.

Anmerkung von mir: es gibt deshalb auch die CD "THE ORCHESTRAL TUBULAR BELLS", performed By The Royal Philharmonic Orchestra, mit der sein Meisterwerk aufgeführt wurde, weil er nach der Uraufführung eine zu lange Zeit selbst nicht mehr auf die Bühne wollte/konnte.
Auch nicht schlecht, aber nichts im Vergleich zum Original.

Er weilte lange in der Psychiatrie und rief danach auch einen "psychiatrischen" Selbsthilfeverein ins Leben.

In den 10 Jahren entstanden aber alle die Werke von ihm, die ich für seine größten halte.
Mike wirft für mich noch einmal mehr die Frage auf, ob alle große Kunst wirklich nur leidgeboren ist ?

Denn ab 2000 fand er endlich zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit, und prompt wurden seine Kompositionen seichter, eintöniger.
Die Gitarrenriffs nur noch auf ein Minimum reduziert, wenn auch immer noch gut.

Der Leser erfährt auch von seiner Begeisterung über die Geburten seiner ersten 5 Kinder, denen er beiwohnte, und sein Bedauern darüber, dass er ihnen aufgrund seiner eigenen inneren Zerrüttung nicht wirklich ein zuverlässiger Vater sein konnte, und ihren Müttern kein echter Partner.
In Bezug auf sein Liebesleben hält er sich aber darüber hinaus sehr bedeckt.
Darüber erfährt man wohl mehr in dem bald erscheinenden Buch über seine Zeit auf Ibiza, von einer Frau geschrieben.

Über seine jetzige Ehe mit einer 25 Jahre jüngeren Frau, die er als Jurastudentin kennen lernte und die später seine Managerin und auch Pferdezüchterin wurde, mit der er noch zwei Söhne bekam, erfährt der Leser nichts, denn das Buch hört vor dieser Zeit auf.
Aber wir wissen ja alle, dass er jetzt wohl recht solide ist und ein stabiles Familienleben führt.
Oder ?!

Nachtrag: Anlässlich des Todes seines ältestens Sohnes erfuhr ich gerade, dass er inzwischen auch von Fanny geschieden ist. Nun ja, mehr als 10 Jahre sind ja heutzutage doch eine Zeit, die sich sehen lässt.

Also, 5 Sterne für diese Autobiographie, ein MUSS für Fans dieses musikalischen Genies.
11 Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Januar 2015
Wer mehr von Oldfield selbst über sein Leben und Wirken wissen will, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Oldfield, der lange für seine chronische Verschlossenheit bekannt war und sich seinen Fans wie kaum ein anderer Star entzog, beschreibt in nicht für möglich gehaltener, schonungsloser Offenheit seine Seelenzustände im Laufe von Jahrzehnten, berichtet ungeschminkt aus seinem Privatleben und spart auch nicht mit opulenten Insider-Geschichten rund um die Aufnahme seiner bekanntesten Alben. Kaum zu glauben, dass er so aus dem Nähkästchen plaudert, während er sich früher in seinen raren Interviews alles aus der Nase ziehen ließ. Daher: Unbedingte Lese-Empfehlung an jeden, der seine Musik schätzt. Das Englisch ist für Leute mit Abitur-Englisch auf Grundkursniveau und ggf. einem Online-Wörterbuch gut nachvollziehbar.

Man erfährt viel über seine schwierige Kindheit, die Alkoholkrankheit der Mutter und wie er mit dem Gitarrespielen begann. Oldfield beschreibt detailreich, anschaulich und zuweilen durchaus humorvoll, wie er die Plattenfirmen abklapperte und zahllose sein Werk Tubular Bells ablehnten, bis er bei Richard Branson von Virgin Erfolg hatte, über den es reichlich amüsante Anekdoten gibt (u.a. die halsbrecherische Ballonfahrt, die Oldfield zu In high Places inspirieren sollte). Dabei gibt er sich äußerst unprätentios - mit Eigenlob hat Oldfield wenig im Sinn, denn die bombastischen Verkaufserfolge und Rekorde für die Ewigkeit, die seine ersten Alben aufstellten, werden nur beiläufig erwähnt.

Oldfield berichtet, dass sich sein Leben nach einer Therapie 1978 komplett änderte und es ein ganz anderer Mensch wurde; kaum vorstellbar, dass einen so extrem erfolgreichen Künstler wie ihn in der Therapie-Gruppe niemand erkannte, weil er sich bis dato kaum in der Öffentlichkeit gezeigt hatte. Wie er zuvor gelitten hat, kann man erahnen, wenn er seine Heilung dramatisch als eine Art Exorzismus und Befreiung von Dämonen beschreibt. Die Krux daran gibt er unumwunden zu: Er habe dabei seine Kreativität verloren und eine neue gewonnen. Ein großer Teil des Buches ist bis zur Zeit nach der Exposed-Tour 1979 bereits abgearbeitet. Bis dahin beschreibt er die Entstehung seiner ersten vier Instrumentalalben und die Tournee sehr unterhaltsam und ausführlich; ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen.

Danach merkt ihm an, dass er mit vielen seiner Werke der langen Zeit von 1979 bis heute nicht recht zufrieden ist. Über manche in diesem Zeitraum entstandene Alben verliert er nur wenige Sätze und nennt teilweise nicht einmal ihre Titel. Dem geneigten Hörer scheint er ab da oft zu selbstkritisch, wenn er sich etwa über die Jazz-Einflüsse auf Platinum sehr verhalten äußert, obwohl die Instrumentalstücke auf dem Album nun wirklich ihre Qualität haben. Freude schimmert bei ihm besonders noch einmal beim Rückblick auf seine Arbeit an Amarok durch und über den kommerziellen Erfolg von TB II.

In diesen Kapiteln hätte ich mir mehr Erinnerungen an so viele wunderbare Musiker wie Tim Cross, Rick Fenn, Phil Spalding oder Jon Anderson gewünscht, mit denen er zusammenarbeitete. An diesen Stellen wird Oldfield seltsam wortkarg und etwas oberflächlich. Ob er sie nun verdrängt hat oder heute nicht mehr für erwähnenswert hält - wir werden es nicht erfahren. Manche Namen sind ihm auch entfallen, und teilweise ordnet er Musiker Tourneen zu, auf denen diese gar nicht mehr mit ihm arbeiteten (z.B. Morris Pert '84). Zumindest gibt er preis, dass er z.B. Maggie Reilly mit seinem Perfektionismus im Studio auf die Palme gebracht hat. Die Trennung von Anita Hegerland wird nur unpersönlich und kurz als extrem schmerzhaft und kostspielig beschrieben... umso verständlicher, dass die Songs und Alben, die sie geprägt hat, kurz abgehandelt bzw. gar nicht erwähnt werden.

Wiederum etwas wenig Selbstkritik stellt man mit Blick auf seine Alben ab der zweiten Hälfte der 90er Jahre bis heute fest. Dass TB III so genannt wurde, obwohl es mit den Vorgängern thematisch kaum etwas zu tun hat, könnte man rückblickend ruhig als Fehler eingestehen. Ebenso die Tatsache, dass Oldfield nun kaum noch mit anderen Musikern zusammenarbeitete und sich seine Werke durch den Einsatz von immer mehr Software und z.B. am PC erzeugten Saxofon-Klängen ab dieser Periode wesentlich verwechselbarer anhörten als bis in die späten 80er, in denen er noch mit unterschiedlichsten Musikern arbeitete und das unendliche Reservoir an Klangfarben seiner Fairlights ausschöpfte.

Man merkt Mike Oldfield an, dass er heute mit sich im Reinen ist und auf die weniger schönen Erlebnisse seiner langen Karriere zumeist ohne Groll zurückblicken kann. So hat er sich längst mit Richard Branson ausgesöhnt, mit dem ihn lange eine Art Hassliebe verbunden hatte. Gestutzt habe ich, wie immer mal wieder im Buch, als er sehr bedauert, dass er den Progressive Rock Ende der 70er nicht entscheidender verteidigen konnte, wie dieser an Akzeptanz verlor und die Punk-Bewegung plötzlich in aller Munde war. Er hätte sich dazu als sehr erfolgreicher Musiker in diesem Genre in der Pflicht gesehen, war aber aufgrund seiner seelischen Zwänge dazu noch nicht in der Lage.

Oldfield lässt erkennen dass er sich nichts mehr beweisen muss und nun macht, wonach ihm der Sinn steht... dass es mit Man on the Rocks noch mal ein nur aus Songs bestehendes Album geben würde, hat er in diesem Buch noch ausgeschlossen, aber so ist er eben. Ich hoffe sehr, er rafft sich noch einmal zu einem LP-Seiten-füllenden Instrumentalstück und dazu ausgefeilten Songs auf, die er mit verschiedenen Sängern aufnimmt. Wer weiß, vielleicht küsst ihn noch einmal die Muse, wenn er The Lake bei der Neuabmischung von Discovery 2015 wieder bearbeitet... man würde es sich ihm und uns wünschen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. November 2014
Viel gibt es hier nicht zu sagen: Wer Oldfields Musik mag und direkt von der Quelle mehr wissen möchte als das, was eh überall zu lesen ist...

Kaufen. Lesen. Viel Lachen. Zwei bis drei mal einen dicken Kloß im Hals haben. ;)
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. Juli 2010
Zum Stil und Inhalt des Buches kann ich mich nur meinen Vorrednern anschließen. Es ist sehr angenehm geschrieben und man hat den Drang es in einem Ritt zu lesen. Chronologische Ereignisse wechseln gekonnt mit philosophischen interessanten Ansichten und Beschreibungen persönlicher Emotionen. Sicherlich treffen die Inhalte besonders bei gleichartigen Menschencharakteren auf besonderes Gehör.

Oldfield Ostalgie
In der DDR haben wir die Zeit und die Oldfield Werke in Bezug auf unseren Zeitgeist und unsere Umgebung interpretiert, die doch in diversen Aspekten so verschieden war von der, die Oldfield erlebt hat. Einen winzigen kleinen Einblick in diese Mentalität bekam man durch die Sendung 'English for you'. Die Werke gehörten sicherlich zu den Alternativen bezüglich der damaligen Restriktionen in der DDR. Zugriffsquellen zu derartiger Musik waren damals 1. Berliner Rundfunk 'Quartett für den Rekorder', 2. Amiga-Veröffentlichungen oder 3. Kumpels, die an Plattenringe angekoppelt waren, bzw. später 4. Einkauf in Ungarn. Ich kann mich erinnern, dass QE2 Amiga einfach mitgenommen wurde und dann irgendwo im Plattenregal als Instrumentalmusik und typischer Sound der 80er stand. Irgendwie kam man erst später auf die Werke der 70er, wie Tubular Bells, die dann doch etwas kultiger waren und mit denen man auch die Kumpels beeindrucken konnte, welche immer die Pudhys, etc. gehört haben.

Oldfield England
Jemand, der nur den Zeitgeist in seiner jeweiligen Umgebung, sei es Ost oder West oder ein ganz anderes Land, England ausgeschlossen, erlebt hat, hat, glaube ich, keine konkrete Vorstellung von den Szenerien, die Oldfield bezüglich seiner Kindheit und Jugend beschreibt.
Persönlich hatte ich das Glück, nach der Wende England intensiv in Beruf und bezügl. Freunde und Familie zu erleben. Ich habe sowohl in Reading gewohnt, als auch hier und dort in Essex, Kent und East Sussex, mit Pendelei nach London. Ich habe dort öfters in den beschriebenen Wohngemeinschaften gewohnt und x weitere davon erlebt. Für einen Deutschen ist es unmöglich sich vorzustellen, was die Begriffe Unordnung, Mitbewohner und Saufparties in England bedeuten. Auf Feten war es u.a. damals schon Gang und Gebe, dass die Hash-Knete umging und Drinking-Games bis zur Bewusstlosigkeit stattfanden. In England würde man dies nicht mit Drogenabhängigkeit oder Alkoholismus bezeichnen, obwohl Letzteres nach deutschem Standard zuträfe.
Ein wichtiger Aspekt ist also die Mentalität der Engländer, mit deren Kenntnis sich das Ganze natürlich noch genauer nachvollziehen lässt und somit noch interessanter macht.
Ein Jahr lang saß ich auch zum Musik-Mittwoch regelmäßig im Pub in Kent, wo jeder mitspielen konnte, der wollte (so wie es Oldfield beschreibt). Hier sind mir die Einflüsse des britischen Folk auf die Musik von Musikern wie Oldfield, Jethro Tull oder Faiport Convention, etc. erst richtig bewusst geworden. Diesen Zusammenhang haben damals in der DDR vielleicht nur Mitglieder Der Folkie-Szene bewusst erlebt. Oldfield beschreibt auch dies öfters im Buch.

Zeitgeist
Der chronologische Zeitgeist lässt sich aber auch orts- und mentalitäts-indifferent wunderbar im Buch anhand des Standes der Technik (Tonband, Verstärkertechnik, etc.), Kultur und Gesellschaft mitverfolgen. Oldfield reflektiert dies auch, aus meiner Sicht, auf den Punkt genau. Die Entstehung von Tubular Bells wird hier ausführlich beschrieben.

Fakten
Das Buch stellt einige Hören-Sagen oder falsch interpretierte Informationen richtig und korrigiert somit dem Halbwissen entsprungene Vorstellungen und füllt Informationslücken sehr gut und ist somit eine weitere gute Recherchequelle für den an der damaligen Szene interessierten Leser. Persönlich interessant fand ich die Bezüge zu Kevin Ayers und Soft Machine. Diese Referenz ist in unserer, sozusagen 1. Nachfolgegeneration (Jg 66), die diese Art Musik vom großen Bruder oder Cousin vorgestellt bekam, zwischen Pink Floyd, Jethro Tull, Genesis, Yes, etc. etwas untergegangen. Das Buch war ein guter Anreiz, sich damit zu beschäftigen. Die Rolle und der Werdegang Richard Bransons und Virgin werden chronologisch automatisch mit abgedeckt.

Zusammenfassung
Für mich war das Buch als Kenner sowohl der Musik, des Zeitgeistes und der Szene Englands eine Bereicherung und dadurch nahezu vollständig nachvollziehbar. Leser, die nicht so mit dem Leben in England vertraut sind, müssen sich sicher einiges in ihrer Vorstellung erarbeiten, was ohne Kenntnis des Ortes und der Mentalität jedoch nur ein Versuch sein wird.
Nach Beendigung des Buches, hat man das Bedürfnis die Webseite des Autors aufzusuchen, um ggf. mal ein Feedback zu geben. Nach der Eigendarstellung Mike Oldfields als normalen Menschen scheint einem das möglich und logisch. Man trifft dort jedoch nur auf den Mike Oldfield Informationsservice, ein aus meiner Sicht von Marketing-Handlangern betriebenes Werbe- und Informationsportal für Sammlernaturen.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Juni 2015
Selbst ich, als Nicht-Englisch-Muttersprachler, hatte keine Schwierigkeiten, dass Buch flüssig zu lesen! Hin und wieder mal eine unbekannte Vokabel nachschlagen kam zwar vor, aber selten. Was mich etwas störte, sind die Zeitsprünge, die Mike macht. Wäre schöner wenn es chronologisch wäre.
Was leider nicht erwähnt wird: der Streit mit Richard Branson. Es wird zwar erwähnt, dass Mike sich einen anderen Produzenten suchte, aber die Geschichte mit dem Morsecode im 1990 erschienen Album AMAROK, der sich wohl auf R. Branson bezieht, wird nicht erwähnt.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. März 2013
Relativ einfach zu lesen. Man hat einen völlig anderen Bezug zu MikeŽs Musik als vorher. Ich habe mir während des Lesens oft die entsprechende CD angemacht. Mir gefällt die Biografie, ehrlich und interessant geschrieben. Bärbel
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. September 2014
Für jeden Mike Oldfield Fan ein Muss!
Relativ einfach zu lesen, niemals oberflächlich und sehr informativ was den Menschen Mike Oldfield und auch die Entstehung seiner Musik angeht.
Interessant finde ich vor allem seine Kindheit und Jugend. Er erzählt sehr ehrlich (zumindest hat man den Eindruck), detailliert und ausführlich von seinen Erlebnissen, Gedanken und Emotionen.
Das Hören und Genießen seiner Musik ist für mich durch das Hintergrundwissen noch intensiver geworden.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen


Benötigen sie kundenservice? Hier klicken

Gesponserte Links

  (Was ist das?)