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Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
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Ein unterhaltsamer und enorme historische Sachkenntnis verratender Blick auf die Geschichte des Römischen Reiches, seinen Aufstieg, seine Blütezeit und die Ursachen seines Unterganges. Die Parallelen zu allen großen Reichen der Vergangenheit werden deutlich und erhellen das Schicksal aller Kulturen, vergangener, gegenwärtiger und künftiger.
Franz-Viktor S.v.-S.
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am 25. Juli 2006
Nachdem Fernau in seiner grandiosen Liebeserklärung an die Griechen Apoll Rosen zu Füßen legte, widmet er sich in "Cäsar läßt grüßen" den Römern. Wieder erzählt er die Geschichte einer Kultur nach, wieder auf seine unnachahmlich pointierte, geistreiche Art. Und wieder trifft er, was die Mentalität angeht, den Nagel auf den Kopf, wenn er unter Verteilung vieler Seitenhiebe die Anfänge der Römer aufs Korn nimmt: Die Ankunft des Äneas in Latium und vor allem die Geschichte von Romulus und Remus rekapituliert er süffisant unter Weglassung des Mythischen, sodass er zu folgendem Resumé kommt: "Auffallend ist die ganz ungriechische Nüchternheit und die völlige Beziehungslosigkeit zu den dämonischen Mächten. Schmucklos und ohne Glanz wird alles aneinandergereiht." Es folgt eine Fantasia, was die Griechen aus dem Stoff rausgeholt hätten -- ein Glanzstück der essayistischen Literatur: "In Hellas hätte Artemis ihre Lieblingswölfin geschickt, und der Hirte wäre der berühmte Zentaur Dr. phil. Chiron gewesen [...]. Vielleicht wäre sogar Hermes persönlich bemüht worden" und so weiter. Zum Schreien komisch -- und ins Schwarze treffend.
Allerdings liegt es an diesem grundlegenden Unterschied zwischen Griechen und Römern, dass "Cäsar läßt grüßen" einen bittereren Tenor hat als "Rosen für Apoll" -- man spürt es sofort: Die Griechen liebt er, die Römer respektiert er nur. Zur Liebenswürdigkeit fehlen ihnen, so Fernau, das Übermütige und das Musische. Dieser Unterschied hindert Fernau aber nicht daran, auch hier wieder einen geistsprühenden Parforce-Ritt durch die Geschichte hinzulegen; das Buch liest sich ebenso amüsant wie sein Vorgänger.

Fernau konzipiert seine Geschichte der Römer nicht als historischen Bericht, sondern als feuilletonistischen (Schließlich war er ja auch gelernter Journalist, und kein gelernter Historiker). Anstelle einer Liebeserklärung wie beim Griechen-Buch liest man hier nun eine gallige Bestandsaufnahme mit vielen Bezugspunkten zur Gegenwart, wie ja bereits der Buchtitel andeutet. Diese Bestandsaufnahme glänzt in geschliffenem, allerbesten Feuilleton-Stil. Mehr als einmal muss man laut auflachen, oder doch wenigstens kichern. Fernau nähert sich dem vermeintlich oder tatsächlich Erhabenen nicht ehrerbietig, sondern in Augenhöhe. Respektlos hat man ihn genannt -- nun, respektlos ist Fernau vor allem gegenüber den Klischees und historischen Gemeinplätzen. Seinem Thema, Rom und den Römern, schaut er hingegen vor allem genau auf die Finger.
Fernau fragt nach: Wie war das mit der Etablierung der Republik? Waren die römischen Könige wirklich so vermessen? Und waren die Etrusker wirklich Tyrannen? Waren die Gracchen tatsächlich immer so edel, wie es die Geschichtsbücher wissen wollen? Was geschah bei den Punischen Kriegen? Und wie war das beim Bürgerkrieg: War Sulla nur böse, und welche Rolle spielte Marius? Schließlich: die Kaiserzeit: Auch hier wird das ein oder andere bekannt geglaubte Herrscherporträt ordentlich abgestaubt... Hinzu kommt, dass Fernau immer wieder mit amüsantem Detailwissen glänzt und damit seiner Betrachtung das Sahnehäubchen verpasst -- damit und natürlich vor allem mit seinen süffisanten Randbemerkungen. Und bei aller feuilletonistischen Versiertheit behält Fernau stets die wichtigen Fakten im Auge.
Mehr als eine Schulbuch-Weisheit bürstet Fernau augenzwinkernd gegen den Strich, und mitunter fördert er damit funkelnde Perlen zutage, etwa wenn er die sagenhaften Anfänge Roms souverän auf ihre tatsächliche, nicht allzu große Bedeutung zurechtstutzt. Seine eigene Meinung verhehlt er nie und erweist sich als furioser Kritiker seiner Gegenwart.

Allerdings sind Fernaus Ansichten zu manchen Themen eher schwer verdaulich, und nicht immer spricht ein "temperamentvoller Konservativer", wie man ihn früher dezent bezeichnete, sondern... Nunja. Die Leser sind erwachsen und werden das selber beurteilen können. Man kann Fernau durchaus seine NS-Vergangenheit als übler Scharfmacher vorwerfen, muss es sogar.

Andererseits mag ich einem dermaßen gelungenen Werk nicht die Vergangenheit seines Autors vorwerfen. Also zurück zu den stocknüchternen, amusischen Römern:
Fernau erzählt die Geschichte aus seiner Sicht nach. Und das tut er geistreich wie wenige andere.
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am 20. Februar 2004
Immer wieder muss ich die Worte von Nich-Altphilologen hören: Ne die Römer,die interessieren mich nicht, die wurden mir durch die Schule verdorben. Nun hier kann ich nur sagen: Einige dieser Anti-Römer wurden durch Fernaus Cäsar lässt grüssen kuriert. Es werden Zusammenhänge dargestellt, mit einem Spritzer Ironie und auch einem zwinkernden Auge. Die für Laien doch teilweise langweilige und auch langatmigen Sachverhalten werden interessant und mit Schwung beschrieben, aber immer so, dass man sie jederzeit verstehen kann ohne jedes Patrizier oder auch Plebjergeschlecht Roms zu kennen. Es ist ein mehr als empfehlenswertes Buch für Menschen die vom Geschichteunterricht in der Schule schwer Schäden davon getragen haben und diese nun kurieren möchten
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am 15. Februar 2005
Immer freier, immer fortschrittlicher und unter dem lauten "Hallo" der Menschen zügig in den Untergang. Natürlich erzählt Fernau die Geschichte des Imperium Romanum, sein Punkt ist jedoch ein anderer: Wenn die "virtus" zum Teufel geht, dann geht auch das Weltreich dahin, ganz gleich wie groß oder mächtig. Fernau schreibt vor wechselnden historischen Kulissen beweisende Essays für seinen ideologischen Grundtenor: Wenn alte Formen aufgegeben werden bevor neue, bessere Formen existieren, dann verfällt vieles, das gut und wertvoll war. Die Zeitgenossen reden meistens jedoch nicht von Verfall; sie nennen es Fortschritt". Dieses Buch steht somit im sinnfälligen Zusammenhang mit "Rosen für Apoll", Deutschland, Deutschland über alles..." und "Sprechen wir über Preußen". Wer die Aktualität politischer Ereignisse verfolgt, könnte bei der Lektüre ebenfalls auf die Frage kommen, wie viel Zeit Fernau - gesetzt den Fall er würde noch leben - wohl den gegenwärtigen Vereinigten Staaten bis zum ideologischen (und damit weltpolitischen) Zusammenbruch noch geben würde...
Unabhängig davon besticht Fernau wie gewohnt mit kurzweiliger und souveräner Geschichtskenntnis ohne sich dabei in sklavischer und wiederkehrender Eintönigkeit mit Nebensächlichkeiten wie Daten und Fakten abzugeben. Man hat bei Fernau immer den Eindruck, dass er diese Souveränität im Umgang mit den Epochen nur deshalb ohne Suizidgefährdung an den Tag legen kann, weil sich bei ihm Resignation und weitgehende Desillusion zur Weisheit des Alters weiterentwickelt haben.
Unbedingt empfehlenswert - auch als weltpolitische Situationsanalyse.
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am 17. April 2014
Eine tolle Darstellung der rund 1000 Jahre Geschichte des Römischen Reiches in Fernaus einfach begeisternden Art der lebendigen Darstellung. Er zeigt in seiner schmissigen, ironischen und oft zynischen Weise, was die Geschichtsgöttin Klio so alles in die Wege geleitet hat.

Jedem in etwa geschichtsinteressierten Zeitgenossen ist die Lektüre dieses Buches zu empfehlen. Allein schon wegen der vielen Analogien zu unserer eigenen Geschichte des Abendlandes, die uns die Römische Geschichte eröffnen kann. Man sollte wirklich vieles, das sich in der heutigen Welt ergibt, einmal vergleichend gegenüberstellen.
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am 15. August 2014
... nicht nur für historisch Interessierte, sondern auch solche, die es vielleicht werden wollen. Fernau bietet mit seinem vielleicht sogar besten Buch jedenfalls eine fast einmalige Gelegenheit dazu. In seiner unnachahmlichen Art und mit einer ordentlichen Prise Humor haucht er auch dem trockensten Geschichtsstoff viel Leben ein. Überflüssig zu erwähnen, dass er überdies ein wahrer Meister der Recherche ist und dabei sogar "Fachleute" noch gelegentlich ins Staunen versetzen kann.
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am 25. Oktober 2006
Joachim Fernau: ein reichlich umstrittenener Publizist. Seine Bücher sind Bestseller über Jahrzehnte, begeisterte Leser schwärmen von seiner lockeren Diktion "im besten feuilletonistischen Stil". Auf der anderen Seite wurde ihm ebendieser Stil vielfach als schnoddrig-unseriös angekreidet.
So fällte ein Radiojournalist des Bayern2Radios in einem Kalenderblattbeitrag das folgende vernichtende Urteil :
"Nach wie vor heißt es, er habe endlich die Geschichte vom Podest geholt, sie anschaulich und genießbar gemacht. Nach wie vor ist das Unsinn. Er hat sie auf Stammtischniveau geholt und einen Eintopf aus ihr gerührt."
An beiden Meinungen ist etwas dran. An der zweiten aber wohl etwas mehr.

Tatsächlich fließt ihm so manche Passage erfrischend ironisch aus der Feder. Ironie ist ein legitimes literarisches Mittel, und Geschichtsbücher im eigentlichen Sinne wollte Fernau mit Sicherheit nie vorlegen. "Cäsar lässt grüßen" lässt sich in diesem Sinne ganz gut "weglesen", die 1000 Jahre werden schmackhaft kurzweilig dargeboten, mit Schwerpunkt auf der Zeit der Republik, was kein Manko ist. Tiberius, Nero, Marcus Aurelius kennt der durchschnittliche Leser von den Sandalenfilmen her, aber wer kennt noch Scipio Africanus, den redlich-bornierten Cato oder den Militärreformer und Sieger über Cimbern und Teutonen Marius?
Deutlich problematischer sind schon Fernaus häufig eingestreuten Anachronismen. Die pusten nicht den Staub von den Pergamenten, sie wirken einfach fehl am Platz. Wer will sich einen altrömischen Geschichtsschreiber zigarreschmauchend auf seiner Veranda vorstellen?
Schließlich entblödet sich der Autor nicht, ganz alberne Sentenzen von sich zu geben, zum Beispiel, daß der König Mithridates "sich das Leben nahm, was er bisher noch nie getan hatte."

Aber es kommt noch schlimmer. In einem Buch, das ca. 1000 Jahre Geschichte im Überblick wiedergeben soll, muß man natürlich vieles kürzen und vereinfachen. Der Autor nutzt die Gelegenheit in seinem Sinne: von einem eindeutig rechten Standpunkt aus (woraus er keinen Hehl macht). Die Unterschicht, die Plebs, ist für ihn der Plebs (wiewohl er den feinen Unterschied kennt), ist der unmündige unvernünftige Mob, der wie die sagenhafte Ilsebill nach immer mehr verlangt, nach Brot und Spielen und nach politischem Einfluß. Schreihälse allesamt, glaubt man dem Herrn Fernau, der nur allzu gern Parallelen in die Gegenwart ziehen möchte. Daß einem ehemaligen SS-Kriegsberichterstatter die politischen Unruhen von 1968 nicht zusagten, kann man verstehen (es ist dies eine seiner fatalen Parallelen), aber sein Gift und seine Galle, die er über Leute ausspeit, die seit mehr als 2000 Jahren tot sind, wirken recht deplaziert.
Einen Ständekampf, einen Klassenkampf gar, nein, den habe es im alten Rom nie gegeben. So wird beispielsweise die von den Plebejern den Patriziern mühsam abgetrotzte Einrichtung des Tribunats übergangslos neben die viel frühere des Senats gestellt.
Dieser Trick der zeitlichen Verkürzung erspart ihm eine Würdigung all jener, die sich den ihm widerwärtigen Fortschritt aufs Panier geschrieben haben. Die verarmten Bauern der Gracchenzeit, die durch die Latifundienwirtschaft überrundet wurden und ihr Land verloren hatten, sind ihm faules Gesindel. Arbeitslos= arbeitsscheu, so einfach funktioniert das Fernausche Geschichtsverständnis. Und so kann er den Anspruch, konservativ im Sinne von werteerhaltend zu berichten, rechtens nicht erheben.
Interessant und am ausführlichsten ist die späte Zeit der Republik abgehandelt, die Triumvirate, Cäsar, Augustus. Von hier ab faßt sich der Autor immer kürzer, bis er zur Zeit der Soldatenkaiser ins nebulöse abgleitet und ein Bild der Verderbnis und Fäulnis vom alten Rom entwirft. Kein Wort von der Umwandlung des Prinzipats ins Dominat, von der Übernahme des Christentums als Staatsreligion, kein Wort von der Teilung und davon, dass das Oströmische Reich, wiewohl nicht mehr eigentlich "römisch" zu nennen, noch 1000 Jahre bestanden hat. "Rom ging sang- und klanglos unter." Ja, im Vereinfachen war er Meister, der Herr Fernau.

Die großartige "Römische Geschichte" von Theodor Mommsen mag heute vielen zu spröde altertümlich erscheinen, mundgerechte Kost wie die von Fernau ist gerad im Zeitalter der Spaßkultur wieder en vogue. Dennoch zieh ich die erstere Lektüre deutlich vor.
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am 13. Juli 2002
Römische Geschichte kann wirklich unterhaltend sein. Wer dies nicht glaubt, sollte dieses Buch gelesen haben, um sich vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Joachim Fernau fässt die Geschichte der Römer in einem einmaligen Stil zusammen, der witzig, amüsamt sowie informativ zugleich ist. Dem Leser wird nicht die berühmte Abfolge chronologischer Ereignisse präsentiert, die manch ein spannendes Thema so manipuliert, dass es sich bestens gegen nächtliche Schlaflosigkeit einsetzten lässt. Klassische Zahlenschieberei ist in dem Buch fehl am Platz. Die Ereignisse werden selbstverständlich zeitlich datiert, aber in eine für den Laien verdaulichen Form dargeboten, ohne vom Leser gigantische Vorkenntnisse zu verlangen. Sein frecher und lockerer Schreibstil lädt den Leser auf eine Reise durch die römische Epoche ein, die er nicht so schnell vergisst, da der Autor bewusst auf unwichtige Details verzichtet. Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, von dem ich mir lediglich an einigen Stellen besseren Zugang zum politischen Hintergrund gewünscht hätte. Ich kann es jedem empfehlen, der in die römische Geschichte einsteigen will. Geschichtsstudenten sollte es aber allenfalls als Abwechslung zu den sonst verschlafenen Lehrbüchern ansehen, da fehlende Chronologie es zum lernen ungeeignet macht.
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am 19. Februar 2017
Wieder mal ein sehr anregendes Leseerlebnis. Da sind sie, die lebendigen alten Römer, mit all ihren Stärken, Schwächen, Niederträchtigkeiten und grandiosen Ideen. Geschichtsunterricht vom Feinsten.
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am 11. Mai 2013
Eine Kurzfassung dessen, was sich über Jahrhunderte zugetragen hat. Anschaulich und spannend dargestellt. Die Hörbuchfassung klingt wie von Fernau selber gelesen.
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