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am 17. Juni 2014
Offen gestanden: Wer die letzte Auflage hat, muss diese nicht unbedingt kaufen, es sei denn, um sie zu verschenken. Was neu ist, steht im Vorwort zur Neuauflage:

Die Böhsen Onkelz sind zurück.

Obwohl sie sich selbst schon mit Songs und in diversen Interviews von ihren Fans verabschiedet hatten, die Auflösung der Band 2005 durchaus konfliktträchtig stattfand, alle vier längst Solo-Projekte am Start hatten, verkündeten sie im Februar 2014 mysteriös zunächst auf ihrer Homepage und via YouTube „Nichts ist für die Ewigkeit“ und, als die Gerüchte hoch genug gekocht waren:

„Wir gehen zurück auf Los! Abschied wird Aufbruch!Wir hauchen den Onkelz 2014 wieder Leben ein! “

In einer perfekten Kampagne wurde zunächst ein einziges Comeback-Konzert für den 20. Juni angekündigt, als das binnen einer Stunde ausverkauft war, ein zweites für den Tag darauf, als auch das ebenso schnell ausverkauft war und die Tickets bereits (illegal) für bis zu 1.000 Euro gehandelt wurden, weitere Auftritte in naher Zukunft.

Wenn nun auch noch neue Tonträger folgen, dürfte klar sein: Die Böhsen Onkelz werden 2014 die erfolgreichste deutsche Band sein, weit vor ihren „Erzrivalen“ Tote Hosen und die Ärzte und allen anderen.

Die Zeiten, in denen man als Onkelz-Fan „nur wenige Freunde“ hatte und die Band sich nichts sehnlicher wünschte, als wenigstens in ihrem Heimatsender HR3 gespielt zu werden, sind definitiv vorbei. Anders als zu Beginn ihrer Karriere sind die Onkelz heute Popstars, über die nicht (nur) Fanzines und Fachjournalisten berichten, sondern VIP- und Promi-ExpertInnen. Was die Qualität der „Berichterstattung“ nicht unbedingt verbessert hat.

Ein aktuelles Beispiel – SAT1-Frühstücksfernsehen vom Februar 2014 – und die Reaktionen zahlreicher Fans darauf habe ich in einem neuen abschließenden Kapitel zur Neuauflage dieses Buches dokumentiert.

Ansonsten habe ich den Hauptteil des Buches kaum verändert, lediglich Fehler korrigiert und gelegentlich Informationen aktualisiert.

Allerdings findet sich der Anhang nun nicht mehr in der Druckausgabe, sondern nur noch im E-Book. Letztendlich lesen auf mehr als 100 Seiten zusammengestellte Listen sämtlicher Veröffentlichungen, Bootlegs und Counterfeits etc. doch nur wenige Nerds wie du und ich, und diese haben nun immer noch die Möglichkeit dazu, dies in der elektronischen Version zu tun, die dazu ohnehin besser geeignet ist, wenn man mit solchen Tabellen auch noch arbeiten will.

Zu diesem Zweck wurde das E-Book komplett neu gestaltet. Und: Es kostet statt 13,99 nur noch 9,99 Euro.

Und bei der Hardcover-Ausgabe sind wir durch die Seitenzahlreduzierung auch um eine Preiserhöhung herumgekommen.

Nun wünsche ich jedenfalls viel Vergnügen und vielleicht sogar neue Erkenntnisse und weniger Vorurteile auf allen Seiten!

Klaus Farin

PS: Für Nerds gibt es noch was Besonderes: Die Druckerei hat das Buch mit einem Druckfehler auf dem Rücken angeliefert. Daraufhin habe ich spontan beschlossen, die gedruckten Bücher nicht schreddern zu lassen, sondern mit einem Schutzumschlag auszuliefern (der das Buch ja eigentlich noch aufwertet). Aber von dieser "Sonderauflage" gibt es nun nur 2.000 Exemplare.
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am 8. Juli 2001
1 Stern für die vorurteilsfreie Zusammenfassung der Onkelzbiographie von Klaus Farin! 1 Stern für die schonungslosen Darstellungen der "Alten Zeiten" (zum Beispiel das enthaltene Interview mit der Frankfurter Skinszene) 1 Stern für die wertvollen Informationen, die man über das Verbot von "Der nette Mann" erhält (in diesem Fall wurden seiner Zeit Methoden angewandt wie sie in Deutschland nach 1945 untragbar sind bzw. sein sollten [Texte der Onkelz wurden beispielsweise willkürlich verändert, Hauptsache man konnte sie verbieten, obwohl sie von den Onkelz nie so geschrieben bzw. gesungen wurden]). Zuletzt 2 Sterne für die Beiträge der Fans. Hier wird gezeigt wie unterschiedlich die Anhänger dieser Ausnahmeband sind. Sie kommen aus den verschiedensten (Sub-)Kulturen. Skinheads, Metaller, vermeintliche Normalos usw. Sie alle halten zusammen und das ist es auch was für mich den besonderen Reiz der Onkelz ausmacht! Auf Konzerten dieser Band feiern ALLE zusammen. Ich als Metaller trinke mit Punks und Skins, es gibt keinen Hass untereinander. Es gibt keine Unterteilung nach rechts und links. Alle gehören zu einer Gemeinschaft, das ist es was die Onkelz ausmacht, das ist es wovor all die Gegner der Onkelz und ihrer Fans angst haben. Ein Onkel ist ein Onkel egal wo er herkommt und wie er aussieht!
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am 17. Juni 2003
Tja, ich denke das Thema Onkelz is so umstritten wie kaum ein anderes. In diesem Buch ist endlich mal die Geschichte, wenn auch nicht so nah wie in der Biographie der Onkelz, aufgezeichnet. Vieles wird richtig gestellt, hintergünde erklärt und das Beste: Die Fans, aus allen Kulturen, kommen hier zu Wort und schreiben über ihre "Beziehung" zu den Onkelz. Trotzdem sollte man manchmal auch zwischen den Zeilen lesen und sich seine eigene Meinung bilden -Dieses Buch ist auf jeden Fall ein guter Anfang dazu. Sollte nach dieser Lektüre noch jemand ernsthaft glauben, dass die Onkelz rechts seien, für den habe ich wirklich nicht mal mehr ein Lächeln übrig. So stur und nichtbelehrbar kann man nicht sein. Klaus Farin hat einen wahnsinnigen Informationsgehalt auf die (leider viel zu wenigen) Seiten dieses Buches gebracht, was ihm meist auch gut gelungen ist. Nicht zuletzt die vielen Bilder der Fans/Onkelz heute und damals sowie Textauszüge machen dieses Buch zum Muss für einen Onkelzfan. Ein besonderes Bonus: Die ausführliche Diskographie im Anhang, die sogar alle bekannten Bootlegs mit einschließt.
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am 26. Oktober 2014
Eine sehr informatives Buch von einem vorurteilsfreien Journalisten. Das ist schonmal positiv zu werten!!! Das Layout gefällt mir besonders gut und wirkt sehr ansprechend. Auch absolut positiv.
Die Fanberichte sind auch interessant und informativ. Was mich nur so etwas stört ist, dass ein Bild von den Fans erstellt wird, dass diese nur gescheiterte Existenzen wären, die in den Onkelz ihre Psychologen gefunden hätten.
Sicherlich haben die Texte der Band ihre "heilende" Wirkung und sind auch eine Art "Ventil" um Angestautes rauszulassen, so auch für mich. Aber, und das möchte ich eigentlich zum Ausdruck bringen, für mich sind die Berichte der Fans zum Teil ZU sehr ernst und mit einer gewissen "Melancholie" aufgebaut dass es fast und manchmal unerträglich wird weiter zu lesen. Es wird auf das Leben geschimpft und wie schlimm das Leben doch ist. Ein Außenstehender, der kein Fan ist, würde denken, alles BO Fans seien depressiv. Nein das Leben kann auch als Onkelz Fan sehr schön und erfüllend sein ;-) . Ich bin Onkelz Fan seit dem 15.Lebensjahr und habe auch so manches durch. Aber trotzdem ist und bleibt das Leben schön ;-) etwas weniger "Schwarzmalerei" wäre gut gewesen.

Alles in allem ein gutes Buch. Der Autor hat vorurteilsfreie und fundierte Informationen zur Bandgeschichte zusammen getragen. Daran merkt man dass es des Autors Bestreben war, Aufklärung zu betreiben. Kein Muss, außer man ist Hardcore-Fan und sammelt alles was BO angeht.
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VINE-PRODUKTTESTERam 22. September 2015
Zu Zeiten der Punkbewegung gründeten Stephan Weidner (Bass), Kevin Richard Russell (Gesang) und Peter "Pe" Schonowsky 1980 in Frankfurt die Böhsen Onkelz. Ein Jahr später stieß Gitarrist Matthias "Gonzo" dazu. Die Band orientierte sich immer stärker an der Oi!-Bewegung und nahm Songs mit ausländerfeindlichen Inhalten auf, die vor allem in der Skinheadszene beliebt waren. 1984 erschien das bis heute indizierte Album „Der nette Mann“. Ende diesen Jahres begann die Band damit, sich von der Szene und deren Gedankengut zu distanzieren. In den folgenden Jahren folgten Alben wie „Kneipenterroristen“, „Heilige Leider“ oder „Es ist soweit“, welche die Fangemeinde kontinuierlich vergrößert haben, auch wenn ihnen der Makel der Vergangenheit oft noch nachhing. Mit ihrem Album „Viva Los Tioz“ erreichten die Böhsen Onkelz 1999 erstmals den ersten Platz der deutschen Albumcharts und wurden für den Echo nominiert. Seitdem erreichte jedes Album den Spitzenplatz der Charts und die Onkelz mauserten sich zu einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands. 2004 kündigten sie ihren Rücktritt an, den sie mit einer Tour und einem gigantischen Abschiedsfestival auf dem Lausitzring mit ihren Fans feierten. Im letzten Jahr dann das große Comeback am Hockenheimring, dem in diesem Jahr vier weitere Konzerte folgten. 2016 soll dann auch ein neues Studioalbum der Onkel erscheinen.

Mit BUCH DER ERINNERUNGEN legt der Journalist Klaus Farin nicht einfach nur eine Biografie über Deutschlands umstrittenste Band vor - vielmehr kommen die Menschen zu Wort, die dafür sorgen, dass der Mythos Böhse Onkelz lebt - die Fans. Und diese setzen sich aus allen Alters- und Gesellschaftsschichten zusammen. Sehr eindringlich erfährt der Leser, warum so viele Songs der Band für ihre Anhänger eine besondere Bedeutung haben. Hier zeigt sich, das Klaus Farin ohne Vorurteile Stimmen gesammelt hat und die Band und ihre Anhänger (zu denen auch ich mich zähle) von allen Seiten zeigt. Sehr schön wird auch deutlich, dass die Musik der Onkelz für viele Fans ein Stück Lebensmotto ist.

Wer wissen will, warum es die Band aus Frankfurt schafft, ohne ein neues Album im Gepäck über vierhunderttausend Menschen in die Eifel zu bewegen, um dort an zwei Wochenenden vier gigantische Konzerte abzufeiern, ist mit diesem Buch gut beraten, da man einen ehrlichen Einblick in die Seele der Fans und damit auch in die der Musiker bekommt. Ein interessantes und lesenswertes Buch über eine der wichtigsten und besten deutschen Rockbands.
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am 31. Oktober 2006
Die Idee des Buches ist nicht schlecht. Das ein außenstehender, vorurteilsfreier JOURNALIST (!) das Buch geschrieben hat ist schon mal sehr positiv. Auch die Auflistung der Tonträger, Bootlegs und Konzertdaten am Ende des Buches ist in Ordnung. Besonders die Auflistung der Bootlegs finde ich klasse!

Allerdings liest man sonst nichts, was man nicht schon mal irgendwo gelesen hätte. Vor allem in den Artikeln der Fans erfährt man zum x-ten mal wer wann, warum und wie auf die Onkelz gekommen ist.

Ein weiterer Minuspunkt ist die (Verzeihung) saudumme, Idee des Autors, auf der linken Seite die Fans zu Wort kommen zu lassen und den 'wissenschaftlichen' Teil auf der rechten Seite abzudrucken. Durch diese Einteilung liest sich das Buch ziemlich unpraktisch. Eine Aufteilung in Kapitel (erst die Fans, dann das Journalistische) wäre besser. Aber das ändert sich am Ende des Buches, wenn wie o.a. die Veröffentlichungen usw. und einige interessante Webseiten genannt werden.

Für einen Fan, der seine Sammlung vervollständigen/ergänzen will, ist das Buch sicher nicht schlecht. Aber zum Einstieg bzw. zur besseren Info über die Onkelz würde ich auf jeden Fall "Danke für nichts" von Edmund Hartsch empfehlen. Sowieso müsste dieses Buch eigentlich schon längst Pflichtlektüre in den Schulen sein, damit endlich einmal Klarheit geschaffen wird und diese sinnlosen Vorurteile über eine der besten Bands abgebaut werden!
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am 16. Juni 2010
Der Inhalt des Buches ist für jeden Onkelz-Fan sicher interessant, weniger gut finde ich die Darstellungsweise: immer linke Seite Fanmeinung- rechte Seite Geschichte und Fakten zu den Onkelz. Es ist gewöhnungsbedürftig und etwas anstrengend zu lesen.
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am 3. Juli 2014
Schon die letzte Auflage hat mich eigentlich überzeugt, aber die Neuausgabe ist geradezu sensationell gut. Bei der letzten Auflage war noch nicht alles optimal, aber jetzt ist die Gestaltung wirklich perfekt! Ein guter Kauf!

Das E-Book war bei früheren Auflagen aufgrund der Gestaltungsabfolge von Fan- und Farin-Seiten leider fast unbrauchbar. Bei der Neuauflage wurde das korrigiert und neu gestaltet, so dass auch die E-Book-Variante jetzt super lesbar ist.
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am 30. November 2011
Also, für einen Sammler der onkelz-Sachen, angefangen von CDs, über Festival Müllbeutel bis hin zu den Biografien oder solchen, die sich so nennen ist das sicher ein interessantes Buch und hübsch im Regal anzusehen.

Ich selbst schreibe nun nur aus der Erinnerung, als ich es kurz nach Erscheinen als noch sehr fanatischer Hörer (Leser) las...

Mich hat es damals geärgert dafür Geld ausgegeben zu haben.
Was wirklich an Fakten drin stand, hatte ich bereits der Hartsch Biografie "Danke für nichts" entnommen und ansonsten waren nur merkwürdige bis manchmal gute Kommentare von Fans abgedruckt.
Wenn ich mich recht entsinne, war jeweils die linke Seite (stark gestraffte) Biografie, die rechte eine Art Interview bzw. Kommentar verschiedener Fans.

Ich fand es trotz dieser "Beidseitigkeit" sehr einseitig. Es brachte mir keinerlei neuen Eindrücke oder Info's und gab nicht einen Bruchteil dessen wieder, was ich mir bereits angelesen oder selbst erlebt hatte.

Für einen Fanatiker nicht beleidigend, aber vielleicht enttäuschend. Daneben aber auf jeden Fall ein schönes Sammlerstück.

Für einen Literaten vielleicht interessant, wegen des Konzeptes von gegenüber gestellten Fakten und Meinungen. Das ergänzt sich in diesem Buch nicht perfekt, ist aber mal spannend zu erleben.

Für einen Interessierten, der sich mit der Geschichte befassen will nicht empfehlenswert. Zu wenige Fakten, dafür viel gekürzt und nebenbei muss man sich auch noch mit allen möglichen Fan-Meinungen beschäftigen, dabei wollte man sich doch eigentlich eine eigene bilden...

Kurz um, nicht rundherum schlecht, aber wer es nicht nur einfach "besitzen" will, sollte lieber auf die "Danke für nichts" zurückgreifen: Mehr Schreiberlingqualität, mehr Info's, weniger vorgeschriebene Ansichten, weniger RTL mehr ARTE ;)

P.s. ich glaube ich habe das Buch dann irgendwann einfach verschenkt.
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am 3. Februar 2017
Klaus Farin, seines Zeichens weder ein unbeschriebenes Blatt noch ein Unbekannter, wenn es um Jugendkultur geht. Nun hat er sich vor einem Jahrzehnt einer der umstrittensten deutschen Bands gewidmet und deren Fans zu Wort kommen lassen.

Wie könnte es anders sein? Auch dieses Buch über die Böhsen Onkelz trägt den Titel eines Songs. Buch der Erinnerung ist vom Album Heilige Lieder von 1992. Nun ist es auch der Titel eines Buches geworden und das hat es in sich. Im Vergleich zur Danke für Nichts Rezension, die mir ein bisschen schwerer gefallen ist und mich persönlich berührt hat, hat dieses Buch Abneigung bei mir ausgelöst. Zuerst wollte ich es gar nicht lesen und es stand als Flohmarktfund unbeachtet im Regal bei all den anderen Musikbüchern. Mich hat die Aufmachung nicht überzeugt und nein, ich wollte die Fans nicht hören. Gekauft wurde später die signierte Ausgabe, nicht auf dem Flohmarkt, sondern First Hand.

Das hat einen ganz bestimmten Grund: Welcher Autor, der ein positives Werk über eine umstrittene Band verfasst, lässt denn die Hater mal zu Wort kommen? Keiner - und Pressestimmen zählen nicht. Natürlich gibt es also ein Buch der Lobhymnen der Fans auf die Onkelz. Die Seiten sind zweigeteilt, links kommen die Fans zu Wort, rechts Farin, der die Geschichte der Gruppe in knappen Worten aufrollt. Die Fans erzählen frei Schnauze, wie sie zu den Onkelz kamen und warum sie blieben, was ihnen die Idole gaben und was sie so verdammt anziehend macht. Es sind schöne Geschichten, unvergessliche Erlebnisse, Erinnerungen, die ein Fremder gar nicht nachvollziehen kann. Fotos von den Fans, mit den Fans, mit den Onkelz - ein Kritiker würde hier böse Zungen sprechen lassen.

Und warum eigentlich auch nicht? Natürlich mag der Schelm sofort denken: Klar, die Mädels stehen auf den Weidner, dessen Sexappeal sogar die Queen umhauen könnte. Außerdem ist Kevin der böse Bube und Frauen bevorzugen immer die Ar**l***. Gonzo ist einfach knuffig und Pe hat dieses Verschwiegene an sich, das ihn interessant macht. Die männlichen Fans nehmen sich die Saufgelage und Schlägereien als positives Beispiel und wollen den Idolen nacheifern, wenn es um Härte geht. Es ist ganz logisch, dass keiner etwas Negatives über seine Lieblingsband sagt und dieses pseudoromantische Gewäsch von Familie, Zusammenhalt und Aufgehobensein ist irgendwie eine nette Story um eine Band, die - nun ja, die ihren Erfolg in allererster Linie gar nicht mal ihrem musikalischen Können verdankt.

Das mag alles gar nicht mal so falsch sein. Richtig ist aber auch, und das steht dann am Ende doch im Vordergrund, dass die Fans eine ganze Menge zu sagen haben und eben nicht nur einen auf heile Welt machen - auch nicht, wenn es um BO geht. Die Familie existiert nun mal und wer das für dummes Gerede und eine Harmonisierung der Band-Fan-Beziehung hält, der muss sich auch mal die Mühe machen, die Band und ihre Fans live zu erleben. Das ist eine Familie und egal, wie groß das Konzert ist, es ist ein Familientreffen. Im Buch der Erinnerung haben die Fans ihre Seelen geöffnet und geschildert, warum die Böhsen Onkelz so eine Anziehungskraft ausüben. Sie fühlen sich verstanden, und genau das sagt auch Jenny, deren Zitat sogar auf dem Backcover abgedruckt wurde:

"[...] das scheiß doofe Leben, ist manchmal so aussichtslos, so einsam, so kalt und hässlich [...] Und dieser Mensch hat die Gabe, Texte darüber zu schreiben."

Genau das ist es wohl, was viele empfinden. Stephan Weidner fühlt, was er schreibt, und Kevin Russell kann es nachempfinden und schreit die Texte dann heraus. Diese Familie fühlt sich verstanden und viele haben ihre Geschichte, die genauso einsam, gewalttätig, grausam und verzweifelt ist, wie die Biographien ihrer Onkelz. Die sind eben anders als andere Bands, ehrlicher, mit ausgeprägter Fannähe, die einem an allem gerne teilhaben lassen. In diesem Werk scheint es einmal umgekehrt zu sein. Andy erzählt, wie gut er nachvollziehen kann, was BO durchmachen. Er hatte es als Aussteiger der rechten Szene immer schwer und kämpfte um Anerkennung. Madeleine und Kerstin finden viele andere Bands wegen der Eintönigkeit der Songtexte zum Kotzen. Joya weiß genau, dass man mit den Onkelz nicht viele Freunde hat, außer eben die Onkelzfamilie. Alle anderen stempeln einen nur ab.

Gleichzeitig zeichnet Farin den Weg der Band nach, abgespeckt und vor allem immer ein Augenmerk auf die dunklen Seiten gelegt, auf die Hater, auf die Indizierungen, auf die "bösen" Texte, auf die Lügenpresse.

Nun, Buch der Erinnerungen hat durchaus seine Berechtigung und ist eine gute Sammlung von Fanzitaten und Erinnerungen. Ohne einen Zensurstreifen über die Texte zu legen, bringt Farin sowohl die Texte der indizierten Platte Der nette Mann, als auch die Auszüge des Schreibens der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (brachte man nicht in dieser Ausführlichkeit in Danke für Nichts). Kurze Interviews werden abgedruckt, die Einstellung zu Politik, der rechten Szene und einigen anderen Themen wird deutlich dargestellt.

Es ist ein ganz gutes Buch, dennoch kann ich mich nicht ganz den Lobeshymnen auf den Bewertungsportalen anschließen. Vielmehr scheint es von Fans für Fans zu sein, sie zu verstehen und so manchem außerhalb der Familie näher zu bringen, was die Onkelz für ihre Anhänger so wertvoll macht. Mal ein schöner Gegenpol zu den sonstigen medialen Schlägen gegen die Frankfurter, aber mir fehlt etwas, ohne genau greifen zu können, was es ist. Sehr positiv ist der Anhang mit Veröffentlichungen und Konzerten. Sehr gute Arbeit!
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