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am 1. April 2014
"Bringing Out the Dead" war 1999 nach "Taxi Driver", "The Last Temptation of Christ" und "Raging Bull" die bereits vierte Zusammenarbeit zwischen Regisseur Martin Scorsese und Drehbuchautor Paul Schrader. Die Parallelen zu ihrer ersten Kooperation "Taxi Driver" sind offensichtlich: Handlungsort ist New York Citys West Side, Handlungszeit ist zumeist die Nacht und Protagonist ist ein ausgebrannter, desillusionierter Mann, der diesmal anstelle eines Taxis einen Rettungswagen als fahrbaren Untersatz nutzt.

Doch die Ähnlichkeiten enden hier auch im Grunde, "Bringing Out the Dead" ist tonal ein ganz anderer Film wie Scorseses ikonisches Meisterwerk: Es ist ein Film, der sich auch stark über seine dichte, nächtlich-urbane traumartige Atmosphäre definiert, aber auf dramatischer und charakterlicher Ebene bei weitem nicht so packend ist wie "Taxi Driver". Das liegt daran, dass die Hauptfigur an sich nicht allzu interessant ist und sich auch nicht wirklich entwickelt. Das ist natürlich alles so von Schrader und Scorsese so beabsichtigt, aber der Mangel an Vorwärtsdrang des Films bewirkt, dass der Film nicht so sehr involviert. Man wird eher von der Atmosphäre aufgesogen, verbringt ein paar Filmtage Zeit mit den Charakteren, schlüpft - für Scorsese typisch - in ihre Schuhe, sieht, was sie sehen, kommt in ihren Stimmungszustand.

Im Mittelpunkt steht Frank (Nicolas Cage), ein Sanitäter, der einfach nicht mehr kann, der sogar verzweifelt darauf hofft, von seinem Chef (Arthur J. Nascarella) gefeuert zu werden. Doch diesen Gefallen kann er ihm nicht tun, denn es gibt einfach zuviel Arbeit auf New Yorks Straßen und zu wenig Personal. Die Krankenhäuser sind chronisch überfüllt, überall tummeln sich hoffnungslose Junkies und Alkoholiker, die sowohl bei den Sanitätern als auch bei den Ärzten schon längst bekannt sind, da sie immer wieder irgendwo auftauchen. Dem können die Charaktere nur noch mit purem, den eigenen Verstand erhaltendem Zynismus begegnen. Die Situation, die in "Bringing Out the Dead" präsentiert wird, ist eine meist verzweifelte und hoffnungslose, die aber mit schwarzem, galligem Humor gebrochen wird.

Letztlich passiert in "Bringing Out the Dead" nicht viel mehr, als dass man ein paar Nächte mit den am Rande des Wahnsinns stehenden Charakteren durch die düstere, urbane, traumartige Nacht-Zwischenwelt mit all seinen skurillen Gestalten von New York düst. Cages Protagonist ist dabei in einem Zustand der immer zwischen Lethargie, Überdrüssigkeit und Manie schwankt, während er von den Geistern der Nichtgeretteten verfolgt wird und eine vampirartige Existenz lebt. Der episodenhafte Film ist ebenfalls in einem merkwürdigen Zustand zwischen hyperaktiv-dynamischer Hektik und traumartigen Schwebezuständen geprägt, womit sich der irrationale Rhythmus des portraitierten Milieus gut auf den Zuschauer überträgt. Besonders beachtenswert ist die einfallsreiche, oft entfesselte, mit dem typischen Robert Richardson-Überstrahlen ausgetattete Kameraarbeit und der wilde Soundtrack (ein passender, bluesiger Score von Elmer Bernstein, gepaart mit Songs von R.E.M., The Clash, UB40 und Van Morrison u.a.).

"Bringing Out the Dead" gehört letztlich bei weitem nicht zu den besten Werken von Scorsese, beachtlich ist der Film jedoch allemal. Scorseses Filme sind immer interessant und einmalig, er kreiert hier eine fantastische Atmosphäre und schafft ein in seiner manischen Gefühlswelt dargestellten authentisches Portrait des Sanitäterlebens in New York City. Eine Wiederholung von "Taxi Driver" in einem anderen Milieu ist das letzten Endes sicher nicht.

Als Extras gibt es leider nur ein kurzes Making-Of (10:59 Min.), Bild und Ton der DVD gehen voll in Ordnung.
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am 24. Juni 2015
Tolle Story , Ein fantastischer Nicolas Cage , ganz grosses Kino , ein Psychotrip vom allerfeinsten . Nicolas Cage in einer seiner besten Rollen.
Für den Preis den Ich bezahlt habe bin Ich auf meine Kosten gekommen . Tip!!!!!!!!!! Kaufen für Freunde von Film Klassikern
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am 23. März 2015
Nicolas Cage - damals noch- in Top Form in einem Film von einem nicht geringerem als Martin Scorsese Film.. ein Kult-Film, mit John Godmann in einer Nebenrolle. Ich habe diesen Film mindestens schon 5 Mal angeguckt und er ist immer wieder gut!
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am 1. Juli 2014
...er aus meiner Sicht recht nah an der Realität ist
...er an einigen Stellen bewußt überzeichnet, um vermeindliche Lapalien deutlich zu machen
...er tolle Stimmung zeichnet und den schmalen Grat zwischen Genialität und Wahnsinn gekonnt ausbalanciert.

Ein klares: Muss man gesehen haben!!!
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am 14. Juni 2013
Hierbei handelte es sich um ein Geschenk. Wurde wohl schon mal gesehen und für toll befunden. Da sich der Film im eigenen Bestand befinden sollte, nahm ich dies zum Anlass, einfach mal eine Freude zu machen. Der Film ging wohlgemerkt an eine Ärztin, die selbst einige Jahre im Notdienst gefahren ist. Keine Ahnung, wie er bei normal, sterblichen ankommt. Die Lieferung kam auf jeden Fall prompt.
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am 10. Juli 2013
Sehr interessanter Film geht bestimmt jedem so Rettungsdienst . Echt klasse verfilmt und auch gute Qualität des Filmes danke nochmals
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am 9. Juli 2011
Ein sehr subjektives Berufsbild von einem Rettungssanitäter (Nicolas Cage), der ausgebrannt ist, Alkohol und Drogen konsumiert und sich dennoch einen menschlichen Touch im Umgang mit den Hilfesuchenden bewahrt hat. Der Zynismus der Kollegen bestimmt die Kommunikation. Ist wohl ein Schutzverhalten, um in diesem Stress und inmitten des menschlichen Elends zu überleben. In bestimmten Situationen nimmt Cage im Rausch Kontakt zu den Sterbenden auf. Das wird optisch umgesetzt, wie er die Toten wieder an die Oberfläche bringt. Eine predigende Nonne weist den Weg der Wiederauferstehung. Die letzte Einstellung wirkt demnach fast wie eine Pieta, wenn sich Cage an Patricia Arquette anschmiegt. Doch diese Religiosität wirkt etwas aufgesetzt. Eigentlich findet all das nur im Kopf von Cage statt, der von Toten heimgesucht wird, die er nicht retten konnte, und der durchaus nachvollziehbar an seiner Umgebung verzweifelt. In dieser hoffnungslosen Welt ist vielleicht die Flucht in einen religiösen Wahn ein möglicher Ausweg. Bedrückend realistisch und zugleich aber durch die Antennen zum Jenseits nach oben offen.
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am 22. August 2007
Vorab:
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Eines der Hauptprobleme von Scorsesefilmen die nach 1995 gedreht wurden, ist schlicht und ergreifend die Tatsache, dass sein einstmaliges Genre in letzter Zeit mehr als nur stiefmütterlich behandelt worden ist. Vorbei ist die Zeit der 70er und 80er Jahre, als sich die Leute nach Kunst und handwerklichem Geschick sehnten, wenn sie sich einen Film im Kino ansahen. Heutzutage braucht ein Film ja mindestens drei Explosionen, vier Sexszenen und mindestens ein Dutzend Hollywoodschönlinge, um die Produktionskosten zu decken.

Die Zeit, der Scorsese entspringt, war diesbezüglich aufgeschlossener und zu einem gewissen Grad auch intellektueller. Niemand interessiert sich mehr für Randexistenzen der Gesellschaft und daher locken die Filme von Scorsese auch beinahe niemanden mehr hinter dem Ofen hervor (The Departed war zwar ein Erfolg, aber den Vergleich mit Filmen wie Casino oder Taxi Driver hält er nie im Leben stand). Die Kurzlebigkeit des heutigen Zeitgeistes bekommt es einfach nicht gebacken ihre Aufmerksamkeit auf ein Kunstwerk zu richten.

Wenn Taxi Driver in diesem Jahr heraus käme, würde er einer der größten Flops des ganzen Kinojahres. Und aus dem gleichen Grund wird Bringing Out The Dead auch als Flop bezeichnet. Es liegt weder am Film, noch an den Darstellern - es liegt an den Zuschauern.

Zum Film:
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Wie auch bei Taxi Driver, war bei diesem Film wieder Paul Shrader als Drehbuchautor am Werk. Darüber hinaus mimt N. Cage einen desolaten und entwurzelten Notfallsanitäter, der sich in einer persönlichen Krise befindet: Alle Menschen, die er zu retten versucht, sterben und das über einen sehr langen Zeitraum hinweg. Den emotionalen Gegenpart erledigt P. Arquette, deren fiktiver Vater ebenfalls ein Notfallopfer von N. Cage ist und der den gesamten Film über im Niemandsland zwischen Leben und Tod schwebt.

Der Film handelt von Alltäglichkeiten genauso wie von der Such nach einem verborgenen Sinn, der allen Dingen die geschehen, eine Berechtigung gibt. Der Protagonist wird dabei zum Werkzeug, seine Geschichte ist die Geschichte von Tausenden Menschen und er dient nur als exemplarische Projektionsfläche, als Karikatur sozusagen. In diesem Punkt unterscheidet sich der Film sehr von Taxi Driver, obwohl er oft mit ihm verglichen wird. Während bei Taxi Driver ein Soziopath langsam in den Abgründen seiner entwurzelten Existenz versinkt und seiner inneren Dunkelheit immer mehr und mehr nachgibt, versucht sich der Protagonist in Bringing Out The Dead aus eben diesem Teufelskreis zu befreien. Er hat Angst davor den Verstand zu verlieren, während Travis Bickles geistige Gesundheit die Pointe eines ganzen Filmes darstellte (ist er gesund oder ist die Gesellschaft krank, die ihn umgibt).Um eben diesen Kampf dreht sich die Handlung in Bringing Out The Dead.

Kein Hollywoodkino, dafür aber ein handwerklich einwandfreier Film: Tolle Kameraeinstellungen und eine sehr ausgereifte Kameraführung, ein guter Schnitt und eine drückende Atmosphäre, in welcher der Protagonist gefangen ist, wie in einem Gefängnis.

Fazit:
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Keine Explosionen, dafür aber ein Film, der voll gepackt ist mit Dramaturgie und ergreifenden Bildern. Scorsese eben, wenn auch kein klassischer. Trotzdem: Absolute Kaufempfehlung!
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am 28. September 2004
Der Film spielt in den frühen 90ern in einem New York, in dem Bürgermeister Rudi Giuliani die Broken Windows Theory und das Zero Tolerance Konzept noch nicht zur Maxime der Exekutive erhoben hat. Junkies, Penner, Straßenstrich - ein einziges Elend, durch das Frank und seine Sanitäter-Kollegen nächtens kurven und der Klientel harren. Die angespannte Langeweile wird mit Isopropanol und jener mit O-Saft gestreckt. Ein Job auf Abruf. Und der erfolgt natürlich immer zu spät, wenn die Kinderhure die Überdosis bereits intus hat, der Dealer schon auf dem Balkongitter aufgespießt ist oder die Reanimation nur noch eine Körperhülle am Funktionieren hält.

Ein Job also auch, in dem die privat organisierte Dienstleistung an der Gesundheit ihre eigene Ökonomie geltend macht. Leben retten bringt manchmal, den Tod verzögern auf jeden Fall, Geld. Franks Leid entstammt der Bodenlosigkeit und dem Fatalismus seiner Arbeit, sein Streben gilt einem sinnvollen Maßstab. Am Ende wird er den Tod akzeptiert haben. Und die Liebe.

Diesen bitteren Kern hat Scorcese in ein unbekümmertes Kaleidoskop expressionistischer Lichtorgien, schwelgerischer Musikeinfälle und überzogener Heroin-Chic-Allegorik aufgespalten. Ein verschlepptes 'Red, red wine' während Frank im Selbstversuch harte Drogen erprobt und in tiefroten Teppichen versinkt, ein hingerotztes 'I'm so bored with the USA' während er am Steuer brüllend vor Wahnsinn durch die Rotlichtviertel brettert, nur um dem ewig gleichen Penner ('The King of Stink, the Duke of Drunk') das Erbrochene aus der Luftröhre zu saugen. Dazwischen immer wieder Franks persönlicher Dämon, ein Mädchen, das er nicht retten konnte, das er nicht in der Routine des Jobs vergessen kann. Franks Geister verfolgen ihn. Sein Job ist seine Obsession, sein verzweifelter Versuch der Erlösung von dem Bösen um ihn herum. Doch es muss erst ein Engel in Form eines Ex-Junkies kommen, damit Frank seinen Frieden findet.

'Bringing out the Dead' ist ein großartiger Film, der mit Scorseses NY-Klassikern 'Mean Streets' und 'Taxi Driver' auf jeden Fall mithalten kann. Einer der besten Filme der letzten Jahre.
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am 7. April 2007
Nicolas Cage spielt hier einen ausgebrannten New-Yorker Rettungsassistenten, der von den Bildern an verlorene Patienten verfolgt wird. Es werden 3 Nächte im Leben dieses Menschen gezeigt, in denen man die menschlichen Abgründe und seelischen Zerrissenheiten, die aus dem täglichen Umgang mit dem Tod und Leid folgen, hautnah zu spüren bekommt. Der Film ist an vielen Stellen stark überzeichnet, aber nie übertrieben. Es ist Hollywood, was uns hier gezeigt wird, nicht die Realität. Aber eben die lässt sich künstlerisch (hier filmisch) kaum exakter darstellen. Was hier geliefert wird, ist ein Psychogramm. Und zwar ein hervorragendes. Der Protagonist weist alle klassischen und typischen Symptome einer Burn-Out-Erkrankung auf, so dass diese Darstellung (wenn man die überzeichnete Hollywood-Komponente ausblendet) ein äußerst gelungener Versuch ist, einen Einblick in die kranke Psyche plastisch darzustellen. Dieser Versuch ist zu 100% gelungen. Mir ist kein Film (oder Buch) bekannt, durch das so intensiv und treffend dieser Aspekt aufbereitet ist. Daher nutze ich selbst diesen Film, um angehenden Rettungsdienstlern den Themenkomplex "Psychologie" näherzubringen und plastisch darzustellen. Hier finden sich alle Aspekte der menschlichen Psyche (Stress, PTBS, Burn-Out, Ethik und Moral, etc) in hervorragender schauspielerischer Leistung durch Nicolas Cage dargestellt. Allein durch Lehrbücher kann man diesen (wichtigen) Themenkomplex kaum anschaulich erklären und diskutíeren. Hier hilft dieser Film ungemein! Allerdings rate ich jedem davon ab, der hier lediglich einen guten Actionfilm sucht, denn darum geht es in diesem Film nicht!
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