Ein Lesevergnügen? Ja! Aber wie soll ich dazu oder darüber nun eine Rezension verfassen!? :D
Man nehme einen Autoren, welcher bekannt ist für seine humorvollen & skurrilen Geschichten, abseits der Mainstream-Romane und mit ganz eigenem Sinn für Glauben, Tod, dem Leben ...
Nachdem mir mein Freund immer wieder Passagen aus "Die Bibel nach Biff" vorlas und ich "Ein todsicherer Job" verschlungen hatte muss ich gestehen, das ich mehr von diesem Humor erwartet hatte.
Jedoch enttäuschte mich die Geschichte nicht wirklich, hier und da etwas abschweifend, dennoch lesenswert! Und man glaubt kaum, welcher Inhalt in nicht mal 400 Seiten passt!
Man sollte mit seinen Träumen & Sehnsüchten vorsichtig sein, besonders wenn man Sam Hunter heißt & von den Crow abstammt.
Kojote, eine Gottgestalt der Crow steht Sam zur Seite - sehr zum Nachteil von Sam, denn plötzlich steht sein Leben Kopf:
Aaron Aaron, sein Geschäftspartner, welcher stündlich den Fortschritt seiner Kahlköpfigkeit prüft - nach 20 gemeinsamen Jahren will er ihn rauswerfen (dank Kojote):
"Das hier musst du allein ausbaden. Ich war selbst nicht immer wählerisch, wenn es darum ging, den Angstfaktor auszureizen, aber um Himmels willen, ich habe nie einen Klienten einen Indianer auf den Hals gesetzt." (...) "(...)Gleich nachdem du sein Büro verlassen hast, ist Jim Cable auch gegangen und wurde vor dem Gebäude von Motion Marine von einem Kerl angegriffen, der eine Indianermontur trug. Mit einem Tomahawk.(...)"
Spangola, ehemaliger Schwerverbrecher, heutiger Wachmann in Sams Townhouse - berichtet über die neuesten Vorkommnisse & dem baldigen Rauswurf Sams, aus seiner Eigentumswohnung (dank Kojote); angeblich hätte Sams Hund - er besitzt garkeinen - die Nachbarschaft terrorisiert:
"Neun Uhr: Mrs. Feldstein ruft an und berichtet, dass gerade ein Wolf auf ihre Glyzinien uriniert hat. (...) Neun Uhr fünf: Mrs. Feldstein berichtet, dass der Wolf ihre Perserkatze zum Geschlechtsverkehr zwingt."
Caliope, eine Frau die Sam sofort den Kopf verdrehte (Kontaktaufnahme dank Kojote), jedoch mit einem Batzen Vergangenheit aufwartet - die wohl überraschendste ist der Ex-Freund, direkt unter ihrer Wohnung:
"(...)Er redet immer davon, dass er das Sorgerecht für Grubb haben will. Und wenn er uns umbringt, macht das keinen guten Eindruck auf den Richter." - naja, logisch oder!? :D
Und all das innerhalb zweier Tage! Doch der Roadtrip fängt erst an. Ein Bikertrupp, die Gottheit Anubis, eine christliche Crow, eine chinesische Familie, Minty Fresh und weitere kleine surreale Szenen.
Und Kojote selbst, ab sofort ständiger Begleiter an Sams Seite - ob erwünscht oder nicht - eine Gottheit ... !? Nicht nach seinem Verhalten zu urteilen:
Alles was weiblich und nicht bei 3 auf den Bäumen ist - okay, selbst wenn sie auf den Bäumen sind ...
Die Erschaffung der Menschheit - von Kojote
Die Geschichte, wie Kojote seinen Arsch verlor
Nicht zu vergessen, die Geschichte, in der Kojote seinen Penis verlieh
Klingt abgedreht, surreal, kurios? Ja, all das ist dieses Buch und man muss solche Geschichten mögen.
Auch wenn der gewohnte Moore-Humor nicht vollends zur Geltung kommt, macht gar nichts, dafür schmeißt er mit skurrilen Charakteren nur so um sich.
Und wie hätte ich es besser näher bringen können als mit Zitaten ! ?
Ich kann nur sagen: mich hat die Geschichte, gerade weil diese so eigen ist - ebenso wie die Charaktere - überzeugen können.
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Blues für Vollmond und Kojote: Roman Taschenbuch – 9. Juni 2008
von
Christopher Moore
(Autor)
|
Christopher Moore
(Autor)
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-
Seitenzahl der Print-Ausgabe416 Seiten
-
SpracheDeutsch
-
HerausgeberGoldmann Verlag
-
Erscheinungstermin9. Juni 2008
-
Abmessungen12 x 2.6 x 18.9 cm
-
ISBN-103442542383
-
ISBN-13978-3442542383
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Produktinformation
- Herausgeber : Goldmann Verlag (9. Juni 2008)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 416 Seiten
- ISBN-10 : 3442542383
- ISBN-13 : 978-3442542383
- Abmessungen : 12 x 2.6 x 18.9 cm
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Amazon Bestseller-Rang:
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- Nr. 60,371 in Literatur (Bücher)
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Produktbeschreibungen
Pressestimmen
»Sollte es noch einen witzigeren Autor geben, möge er vortreten.« (Playboy)
»Dieser Roman ist ein solcher Spaß, dass ich ihn einfach gleich noch einmal lesen musste!« (mostlyfiction.com)
»Christopher Moore macht süchtig!« (USA Today)
»Dieser Roman ist ein solcher Spaß, dass ich ihn einfach gleich noch einmal lesen musste!« (mostlyfiction.com)
»Christopher Moore macht süchtig!« (USA Today)
Klappentext
»Sollte es noch einen witzigeren Autor geben, möge er vortreten.«
Playboy
Playboy
»Moore ist eine Instanz, wenn es um intelligenten und zum Umfallen komischen Humor geht. Er verpackt alles in teuflisch gute Geschichten, macht daraus einen Mix aus fesselnder Komödie mit einem Schuss Drama.«
Bild am Sonntag
»Dieser Roman ist ein solcher Spaß, dass ich ihn einfach gleich noch einmal lesen musste!«
mostlyfiction.com
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Der ehemalige Journalist Christopher Moore arbeitete als Dachdecker, Kellner, Fotograf und Versicherungsvertreter, bevor er anfing, Romane zu schreiben. Seine Bücher haben in Amerika längst Kultstatus, und auch im deutschsprachigen Raum wächst die Fangemeinde beständig. Christopher Moore liebt – nach eigenen Angaben – den Ozean, Elefanten-Polo, Käsecracker, Acid Jazz und das Kraulen von Fischottern. Er mag aber weder Salmonellen noch Autoverkehr und erst recht nicht gemeine Menschen. Der Autor lebt in San Francisco, Kalifornien.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Die Verkündigung
1. Kapitel
Irgendwann erwischt es jeden
Santa Barbara, Kalifornien
Während draußen auf dem Gehsteig Zauberpulver verstreut wurde, erledigte Samuel Hunter mechanisch die tägliche Büroroutine - er fertigte Leute am Telefon ab, überprüfte Computerausdrucke und blaffte seine Sekretärin an, damit sie wusste, was sie den Tag über zu erledigen hatte. Diese Art, seinen Tag zu beginnen, war ihm zur Gewohnheit geworden - er agierte wie eine Maschine, bis zu dem Zeitpunkt, wenn er sich auf den Weg zu seinem ersten Kundengespräch machte und in die Rolle schlüpfte, die ihm für einen Geschäftsabschluss am passendsten schien.
Seine Bekannten hielten Sam für einen fleißigen, intelligenten Menschen, mit dem gut auszukommen war, und genau das war auch der Eindruck, den er erwecken wollte. Sam hatte ein gesundes Selbstvertrauen, das sich auf seinen geschäftlichen Erfolg gründete, doch trug er diesen nicht zur Schau, und es war nicht zuletzt seine Bescheidenheit, die ihm allenthalben Sympathien eintrug. Er war hochgewachsen und schlank und lächelte gern, und er wirkte in einem Savile-Row-Anzug vor einem Aufsichtsrat ebenso glaubwürdig wie in Jeans am Pier von Santa Barbara, wenn er mit den Fischern Seemannsgarn spann. Ebenjene Unbefangenheit, mit der Sam jedermann begegnete, war andererseits jedoch die einzige Eigenschaft, die manche Leute irritierte. Wie kam es, dass jemand derart mühelos in so viele verschiedene Rollen schlüpfen konnte, ohne jemals den Eindruck zu erwecken, er sei fehl am Platz oder er fühle sich nicht wohl dabei? Irgendwas schien da nicht zu stimmen. Sicher, er war kein schlechter Kerl, doch man kam einfach nicht an ihn heran, konnte ihn nicht einordnen oder mit Bestimmtheit sagen, was für ein Mensch sich hinter dieser Fassade freundlicher Unverbindlichkeit versteckte. Was genau der Effekt war, den Sam erzielen wollte. Er fürchtete, sich eine Blöße zu geben, wenn er sich Gefühle wie Verlangen, Leidenschaft oder sogar Zorn anmerken ließ, und so unterdrückte er diese Emotionen, bis er sie schließlich nicht mehr empfand. Sein Leben verlief in geregelten Bahnen, ohne besondere Höhepunkte oder Tiefen.
Und so geschah es nicht ganz zwei Wochen nach seinem fünfunddreißigsten Geburtstag und etwa zwanzig Jahre, nachdem er von zu Hause weggelaufen war, dass Samuel Hunter an einem milden Herbsttag aus seinem Büro auf die sonnendurchflutete Straße hinaustrat - und plötzlich vor Begierde fast umgeworfen wurde.
Er sah ein Mädchen, das gerade dabei war, Lebensmitteleinkäufe in einem alten Datsun 280 Z zu verstauen, der am Straßenrand geparkt stand, und er wusste nur noch eines: Dieses Mädchen wollte er haben.
Erst später fielen ihm wieder Einzelheiten ein - die Linie ihres sonnengebräunten Schenkels, abgeschnittene Jeans, die untere Partie ihres Busens, die einen Augenblick lang unter ihrem kurzen Top hervorlugte. Ihre strohblonden Haare hatte sie nachlässig aufgesteckt, so dass einzelne Strähnen ihre hohen Wangenknochen umspielten und ihre großen braunen Augen einrahmten. Sie wirkte auf Sam wie ein langer, schmachtender Saxophonton, der wie Öl in jene Hirnsphäre hinabgleitet, die wir mit Echsen gemeinsam haben und in der die Libido ihren Sitz hat. Von dort aus durchströmte er seinen ganzen Körper bis runter in die Leisten und von dort aus zurück zum Magen, der sich so schmerzhaft zusammenzog, dass Sam beinahe zusammengeklappt wäre.
»Willst du sie?« Die Frage kam von irgendwo neben ihm. Es war offensichtlich eine Männerstimme. Diese Tatsache war zwar ein wenig verwirrend, doch auch wieder nicht so sehr, dass er seinen Blick von dem Mädchen losgerissen hätte.
Wieder kam die Frage. »Willst du sie?«
Sam, ohnehin schon ziemlich angeschlagen, drehte sich um und trat erschrocken einen Schritt zurück. Ein junger Indianer in schwarzen, mit roten Federn verzierten Hirschlederhosen, saß neben der Tür zu seinem Büro auf dem Gehsteig. Während Sam noch darum bemüht war, seine Fassung wiederzuerlangen, grinste der Indianer über beide Ohren und zog einen langen Dolch aus dem Gürtel.
»Wenn du sie willst, dann schnapp sie dir«, sagte er und schleuderte den Dolch quer über den Gehsteig in den Vorderreifen des Wagens des Mädchens. Es gab zunächst ein dumpfes Geräusch, dann folgte ein pfeifendes Zischen, als die Luft aus dem Reifen entwich.
»Was war das?«, sagte das Mädchen. Sie knallte die Heckklappe zu und ging um den Wagen herum.
Sam, von Panik erfasst, sah sich nach dem Indianer um, der jedoch verschwunden war - ebenso wie das Messer. Sam wandte sich um und spähte durch die Glastür in sein Büro, aber auch dort war von dem Indianer nichts zu sehen.
»Ich kann einfach nicht glauben, dass ich es schon wieder geschafft habe«, sagte das Mädchen und starrte auf den platten Reifen. »Mir geht doch einfach alles schief. Ich bin zum Scheitern verurteilt.«
Sams Verwirrung steigerte sich noch. »Was reden Sie da?«
Das Mädchen drehte sich um und schaute ihn an. Bis dahin hatte sie ihn gar nicht zur Kenntnis genommen. Sie sah ihn einen Moment lang an und sagte dann: »Jedes Mal, wenn ich es endlich geschafft habe, einen neuen Job zu bekommen, ziehe ich irgendein Unheil an, das meine Chancen, den Job auch zu behalten, zunichtemacht.«
»Aber es ist doch nur ein platter Reifen. Dafür können Sie doch nichts. Ich habe den Kerl gesehen, der es getan hat. Es war ... „« Sam hielt inne. Der Indianer hatte in ihm die Angst wiedererweckt, entdeckt und ins Gefängnis gesteckt zu werden. Das wollte er nicht noch einmal erleben. »Vermutlich sind Sie irgendwo über eine Glasscherbe gefahren. So was lässt sich kaum vermeiden.«
»Wieso sollte ich mir eine Scherbe in den Reifen schaffen?« Ihre Frage war ernst gemeint, und sie versuchte, in Sams Gesicht eine Antwort darauf zu finden. Selbst wenn er eine gewusst hätte, wäre sie ihm beim Blick in ihre Augen abhandengekommen. Er hatte nicht den blassesten Schimmer, was er jetzt tun sollte.
Er sagte: »Der Indianer -«
»Haben Sie ein Telefon?«, unterbrach sie ihn. »Ich muss meinen Chef anrufen und Bescheid sagen, dass ich später komme. Ich habe nämlich keinen Ersatzreifen.«
»Ich kann Sie hinfahren«, erwiderte Sam, der mächtig stolz darauf war, dass er überhaupt ein Wort herausbrachte. »Ich war gerade auf dem Weg zu einem Termin; mein Wagen steht um die Ecke.«
»Das würden Sie machen? Ich muss ziemlich weit hoch ans andere Ende der State Street.«
Sam sah auf die Uhr - allerdings mehr aus einer Gewohnheit heraus; er hätte sie auch nach Alaska gefahren, wenn sie ihn darum gebeten hätte. »Kein Problem«, sagte er. »Kommen Sie mit.«
Das Mädchen schnappte sich ein Bündel Kleider, das im Datsun lag, und folgte Sam um die Ecke zu seinem Auto. Er öffnete ihr die Tür des Mercedes und versuchte, nicht hinzuschauen, während sie einstieg. Jedes Mal, wenn er sie ansah, schien sein Hirn wie leergepustet, und er musste krampfhaft überlegen, was er als Nächstes tun sollte. Als er in den Wagen stieg und für einen kurzen Augenblick ihre braunen Schenkel auf dem schwarzen Leder des Beifahrersitzes sah, vergaß er glatt, wo er den Zündschlüssel hinstecken sollte. Er stierte aufs Armaturenbrett und versuchte, sich wieder zu beruhigen, obwohl er insgeheim dachte: Das kann einfach nicht gut ausgehen.
Das Mädchen sagte: »Glauben Sie, dass die Deutschen so gute Autos bauen, um für den Holocaust Buße zu leisten?«
»Was?« Er wollte sich schon zu ihr umdrehen, aber im letzten Moment zwang er sich, weiter auf die Straße zu blicken. »Nein, ich glaube nicht. Warum fragen Sie?«
1. Kapitel
Irgendwann erwischt es jeden
Santa Barbara, Kalifornien
Während draußen auf dem Gehsteig Zauberpulver verstreut wurde, erledigte Samuel Hunter mechanisch die tägliche Büroroutine - er fertigte Leute am Telefon ab, überprüfte Computerausdrucke und blaffte seine Sekretärin an, damit sie wusste, was sie den Tag über zu erledigen hatte. Diese Art, seinen Tag zu beginnen, war ihm zur Gewohnheit geworden - er agierte wie eine Maschine, bis zu dem Zeitpunkt, wenn er sich auf den Weg zu seinem ersten Kundengespräch machte und in die Rolle schlüpfte, die ihm für einen Geschäftsabschluss am passendsten schien.
Seine Bekannten hielten Sam für einen fleißigen, intelligenten Menschen, mit dem gut auszukommen war, und genau das war auch der Eindruck, den er erwecken wollte. Sam hatte ein gesundes Selbstvertrauen, das sich auf seinen geschäftlichen Erfolg gründete, doch trug er diesen nicht zur Schau, und es war nicht zuletzt seine Bescheidenheit, die ihm allenthalben Sympathien eintrug. Er war hochgewachsen und schlank und lächelte gern, und er wirkte in einem Savile-Row-Anzug vor einem Aufsichtsrat ebenso glaubwürdig wie in Jeans am Pier von Santa Barbara, wenn er mit den Fischern Seemannsgarn spann. Ebenjene Unbefangenheit, mit der Sam jedermann begegnete, war andererseits jedoch die einzige Eigenschaft, die manche Leute irritierte. Wie kam es, dass jemand derart mühelos in so viele verschiedene Rollen schlüpfen konnte, ohne jemals den Eindruck zu erwecken, er sei fehl am Platz oder er fühle sich nicht wohl dabei? Irgendwas schien da nicht zu stimmen. Sicher, er war kein schlechter Kerl, doch man kam einfach nicht an ihn heran, konnte ihn nicht einordnen oder mit Bestimmtheit sagen, was für ein Mensch sich hinter dieser Fassade freundlicher Unverbindlichkeit versteckte. Was genau der Effekt war, den Sam erzielen wollte. Er fürchtete, sich eine Blöße zu geben, wenn er sich Gefühle wie Verlangen, Leidenschaft oder sogar Zorn anmerken ließ, und so unterdrückte er diese Emotionen, bis er sie schließlich nicht mehr empfand. Sein Leben verlief in geregelten Bahnen, ohne besondere Höhepunkte oder Tiefen.
Und so geschah es nicht ganz zwei Wochen nach seinem fünfunddreißigsten Geburtstag und etwa zwanzig Jahre, nachdem er von zu Hause weggelaufen war, dass Samuel Hunter an einem milden Herbsttag aus seinem Büro auf die sonnendurchflutete Straße hinaustrat - und plötzlich vor Begierde fast umgeworfen wurde.
Er sah ein Mädchen, das gerade dabei war, Lebensmitteleinkäufe in einem alten Datsun 280 Z zu verstauen, der am Straßenrand geparkt stand, und er wusste nur noch eines: Dieses Mädchen wollte er haben.
Erst später fielen ihm wieder Einzelheiten ein - die Linie ihres sonnengebräunten Schenkels, abgeschnittene Jeans, die untere Partie ihres Busens, die einen Augenblick lang unter ihrem kurzen Top hervorlugte. Ihre strohblonden Haare hatte sie nachlässig aufgesteckt, so dass einzelne Strähnen ihre hohen Wangenknochen umspielten und ihre großen braunen Augen einrahmten. Sie wirkte auf Sam wie ein langer, schmachtender Saxophonton, der wie Öl in jene Hirnsphäre hinabgleitet, die wir mit Echsen gemeinsam haben und in der die Libido ihren Sitz hat. Von dort aus durchströmte er seinen ganzen Körper bis runter in die Leisten und von dort aus zurück zum Magen, der sich so schmerzhaft zusammenzog, dass Sam beinahe zusammengeklappt wäre.
»Willst du sie?« Die Frage kam von irgendwo neben ihm. Es war offensichtlich eine Männerstimme. Diese Tatsache war zwar ein wenig verwirrend, doch auch wieder nicht so sehr, dass er seinen Blick von dem Mädchen losgerissen hätte.
Wieder kam die Frage. »Willst du sie?«
Sam, ohnehin schon ziemlich angeschlagen, drehte sich um und trat erschrocken einen Schritt zurück. Ein junger Indianer in schwarzen, mit roten Federn verzierten Hirschlederhosen, saß neben der Tür zu seinem Büro auf dem Gehsteig. Während Sam noch darum bemüht war, seine Fassung wiederzuerlangen, grinste der Indianer über beide Ohren und zog einen langen Dolch aus dem Gürtel.
»Wenn du sie willst, dann schnapp sie dir«, sagte er und schleuderte den Dolch quer über den Gehsteig in den Vorderreifen des Wagens des Mädchens. Es gab zunächst ein dumpfes Geräusch, dann folgte ein pfeifendes Zischen, als die Luft aus dem Reifen entwich.
»Was war das?«, sagte das Mädchen. Sie knallte die Heckklappe zu und ging um den Wagen herum.
Sam, von Panik erfasst, sah sich nach dem Indianer um, der jedoch verschwunden war - ebenso wie das Messer. Sam wandte sich um und spähte durch die Glastür in sein Büro, aber auch dort war von dem Indianer nichts zu sehen.
»Ich kann einfach nicht glauben, dass ich es schon wieder geschafft habe«, sagte das Mädchen und starrte auf den platten Reifen. »Mir geht doch einfach alles schief. Ich bin zum Scheitern verurteilt.«
Sams Verwirrung steigerte sich noch. »Was reden Sie da?«
Das Mädchen drehte sich um und schaute ihn an. Bis dahin hatte sie ihn gar nicht zur Kenntnis genommen. Sie sah ihn einen Moment lang an und sagte dann: »Jedes Mal, wenn ich es endlich geschafft habe, einen neuen Job zu bekommen, ziehe ich irgendein Unheil an, das meine Chancen, den Job auch zu behalten, zunichtemacht.«
»Aber es ist doch nur ein platter Reifen. Dafür können Sie doch nichts. Ich habe den Kerl gesehen, der es getan hat. Es war ... „« Sam hielt inne. Der Indianer hatte in ihm die Angst wiedererweckt, entdeckt und ins Gefängnis gesteckt zu werden. Das wollte er nicht noch einmal erleben. »Vermutlich sind Sie irgendwo über eine Glasscherbe gefahren. So was lässt sich kaum vermeiden.«
»Wieso sollte ich mir eine Scherbe in den Reifen schaffen?« Ihre Frage war ernst gemeint, und sie versuchte, in Sams Gesicht eine Antwort darauf zu finden. Selbst wenn er eine gewusst hätte, wäre sie ihm beim Blick in ihre Augen abhandengekommen. Er hatte nicht den blassesten Schimmer, was er jetzt tun sollte.
Er sagte: »Der Indianer -«
»Haben Sie ein Telefon?«, unterbrach sie ihn. »Ich muss meinen Chef anrufen und Bescheid sagen, dass ich später komme. Ich habe nämlich keinen Ersatzreifen.«
»Ich kann Sie hinfahren«, erwiderte Sam, der mächtig stolz darauf war, dass er überhaupt ein Wort herausbrachte. »Ich war gerade auf dem Weg zu einem Termin; mein Wagen steht um die Ecke.«
»Das würden Sie machen? Ich muss ziemlich weit hoch ans andere Ende der State Street.«
Sam sah auf die Uhr - allerdings mehr aus einer Gewohnheit heraus; er hätte sie auch nach Alaska gefahren, wenn sie ihn darum gebeten hätte. »Kein Problem«, sagte er. »Kommen Sie mit.«
Das Mädchen schnappte sich ein Bündel Kleider, das im Datsun lag, und folgte Sam um die Ecke zu seinem Auto. Er öffnete ihr die Tür des Mercedes und versuchte, nicht hinzuschauen, während sie einstieg. Jedes Mal, wenn er sie ansah, schien sein Hirn wie leergepustet, und er musste krampfhaft überlegen, was er als Nächstes tun sollte. Als er in den Wagen stieg und für einen kurzen Augenblick ihre braunen Schenkel auf dem schwarzen Leder des Beifahrersitzes sah, vergaß er glatt, wo er den Zündschlüssel hinstecken sollte. Er stierte aufs Armaturenbrett und versuchte, sich wieder zu beruhigen, obwohl er insgeheim dachte: Das kann einfach nicht gut ausgehen.
Das Mädchen sagte: »Glauben Sie, dass die Deutschen so gute Autos bauen, um für den Holocaust Buße zu leisten?«
»Was?« Er wollte sich schon zu ihr umdrehen, aber im letzten Moment zwang er sich, weiter auf die Straße zu blicken. »Nein, ich glaube nicht. Warum fragen Sie?«
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Kundenrezensionen
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Rezension aus Deutschland vom 30. Juli 2016
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Rezension aus Deutschland vom 15. Dezember 2012
Verifizierter Kauf
ok, ich kenne die anderen Bücher von Christopher Moore nicht und habe daher keine Vergleiche.
von dem vorliegenden Buch war ich sehr angetan.
Wer sich ein bischen mit indianischer Mythologie auskennt und weiß wie diese Menschen heute leben, erkennt die tiefe Philosophie hinter aller Komik. Ich finde Christoffer Moore hat das Wesen des Kojoten (Tricksers) sehr gut beschrieben.
Dem jungen, für sein Volk eigentlich verlorenen, Samuel hunts alone wird von seinem Totemtier eigentlich nur sein Spiegel vorgehalten und was dabei raus kommt tut weh, ist aber trotz aller Skurillität, nicht weniger ehrlich. Sams versoffener Großvater, der trotz aller Tränen ein hochspiritueller Mensch geblieben ist, schafft es schließlich den Jungen mit Hilfe des Tricksers zurück in die Familie zu holen.
Wer denkt dies sei alles seichter Quatsch versteht das Leben der native people nicht. Wer aber umbedingt mehr davon verstehen will, sollte beim Lesen des Buches nicht erschrecken. Humor ist schließlich wenn man trotzdem lacht und darum kann man, bzw. frau, im Hintergrund eine ernste und tiefe Liebesgeschichte erkennen - für alle die nichts mehr zu verlieren haben.
von dem vorliegenden Buch war ich sehr angetan.
Wer sich ein bischen mit indianischer Mythologie auskennt und weiß wie diese Menschen heute leben, erkennt die tiefe Philosophie hinter aller Komik. Ich finde Christoffer Moore hat das Wesen des Kojoten (Tricksers) sehr gut beschrieben.
Dem jungen, für sein Volk eigentlich verlorenen, Samuel hunts alone wird von seinem Totemtier eigentlich nur sein Spiegel vorgehalten und was dabei raus kommt tut weh, ist aber trotz aller Skurillität, nicht weniger ehrlich. Sams versoffener Großvater, der trotz aller Tränen ein hochspiritueller Mensch geblieben ist, schafft es schließlich den Jungen mit Hilfe des Tricksers zurück in die Familie zu holen.
Wer denkt dies sei alles seichter Quatsch versteht das Leben der native people nicht. Wer aber umbedingt mehr davon verstehen will, sollte beim Lesen des Buches nicht erschrecken. Humor ist schließlich wenn man trotzdem lacht und darum kann man, bzw. frau, im Hintergrund eine ernste und tiefe Liebesgeschichte erkennen - für alle die nichts mehr zu verlieren haben.
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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Rezension aus Deutschland vom 8. Februar 2017
Verifizierter Kauf
Story wie alle Roman von Christopher Moore sehr gut. Ich hab das jetzt gebraucht gekauft und es war doch stark gebebraucht. Also mehr als erwartet/beschrieben, aber bei dem Preis ist das absolut okay.
Rezension aus Deutschland vom 7. November 2019
Verifizierter Kauf
Schneller Versand, Buch wie beschrieben
Rezension aus Deutschland vom 27. Mai 2013
Verifizierter Kauf
Lustig, humorvoll, tiefgründig und auch herzzerreißend schön!
Eine wunderbare Geschichte, fesselnd und lehrreich, emotional und bewegend.
Besonders empfehlenswert für alle die sich mit Magie, Spiritualität, vor allem Heidentum udn Naturspiritualität beschäftigen!
Eine wunderbare Geschichte, fesselnd und lehrreich, emotional und bewegend.
Besonders empfehlenswert für alle die sich mit Magie, Spiritualität, vor allem Heidentum udn Naturspiritualität beschäftigen!
Rezension aus Deutschland vom 25. August 2016
Verifizierter Kauf
Das ist für mich das beste Buch von Christopher Moore. Eine Geschichte über den Schöpfergott Koyote der Nordamerikanischen Ureinwohner, der alles durcheinander bringt, der auffordert loszulassen und dem Leben zu vertrauen. Völlig schräg und grandios!
Rezension aus Deutschland vom 17. Mai 2013
Verifizierter Kauf
Ein großartiges Buch.Es ist eine schöne Geschichte mit dem typischen "Christopher Moore Humor ".Einmal angefangen kann man nicht mehr aufhören
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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Rezension aus Deutschland vom 25. November 2014
Verifizierter Kauf
Wie immer bei C.Moore:Super zu lesen!