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TOP 1000 REZENSENTam 17. Februar 2015
[Die Inhaltsbeschreibung enthält milde Spoiler.]

Von den drei Spielfilmen, die Jonathan Glazer bislang inszeniert hat, ist dies der mittlere und gleichzeitig der schwächste. Doch das sollte niemanden abhalten, sich den Film anzusehen, denn es ist lediglich der schwächste unter drei sehr bemerkenswerten Filmen.

Als Schwäche des Films habe ich empfunden, dass er den Zuschauer zu Beginn etwas zu offensichtlich auf eine falsche Spur führen möchte. Obwohl Glazer schnell von dem entscheidenden Detail ablenkt, ist dies doch eine Spur zu deutlich und der Plot damit auch eine Idee zu konstruiert.

Der Film tischt dem Zuschauer zu Beginn einen Mystery-Plot auf, der so abseitig klingt, dass man zwischenzeitig durchaus geneigt sein kann, das Unglaubliche zu glauben. Die junge Witwe Anna (Nicole Kidman) will sich nach zehn Jahren der Trauer wieder verloben. Da tritt ein zehnjähriger Junge in ihr Leben und behauptet, ihr verstorbener Mann zu sein. Er heißt sogar wie der Verstorbene: Sean. Bei Anna herrscht zunächst Irritation vor, dann Neugier und schließlich Faszination. Es kommt der Moment – ein großartig inszenierter Moment –, in dem Anna zu der Überzeugung gelangt, der Junge sage die Wahrheit.

Kurz darauf nimmt die Handlung eine Wendung, die dem Film das anscheinend Okkulte wieder austreibt. Doch nun beginnt der wirklich gute Teil des Films, denn Glazer versetzt das Verhalten seiner beiden Hauptfiguren in einen seltsamen Schwebezustand. Am Ende ist unklar, was Anna und Sean wirklich glauben und ob sie sich darin selbst überhaupt sicher sind. Haben beide wirklich ›losgelassen‹, wie sie es anderen gegenüber versichern? Hierin liegt das Unheimliche des Films – und nicht in der Möglichkeit einer echten Seelenwanderung.

Ich bin mir nicht sicher, ob das, was ich als die Schwäche des Filmbeginns bezeichnet habe, einfach nur damit zusammenhängt, dass man bei diesem Film fast unweigerlich »The Sixth Sense« und »The Others« vor Augen hat, – insbesondere weil Letzterer ebenfalls Kidman in der Hauptrolle zeigt und über eine ähnliche Farbdramaturgie verfügt. Aber wie auch immer: Die zweite Hälfte des Films entschädigt allemal für den etwas taschenspielertrickhaften Beginn.

Von den drei Spielfilmen, die Jonathan Glazer bislang vorgelegt hat, ist dieser hier sicherlich derjenige, der am stärksten in Richtung Mainstream geht. Doch das heißt nicht, dass Glazers künstlerische Integrität hierdurch beschädigt würde. Sein eigenwilliger Stil und seine thematische Generallinie bleiben voll erhalten. Glazers Vorliebe dafür, die Grenzen der menschlichen Lebensform zu erkunden, erinnert an Nicolas Roeg. Schön, dass es solche Querköpfe noch gibt.
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am 8. Juni 2005
Zum Inhalt:
Zehn Jahre nach dem Tod ihres Mannes Sean ist Anna wieder bereit den Bund der Ehe einzugehen. Doch dann taucht wie aus dem Nichts der zehnjährige Sean auf und behauptet die Reinkarnation ihres verstorbenen Ehemannes zu sein. Ihrem gesunden Menschenverstand folgend weist Anna natürlich den Jungen ab und sträubt sich dagegen auch nur ein einziges Wort davon zu glauben. Doch der kleine Mann ist hartnäckig und lässt sich nicht so einfach abweisen. Auch die verständigten Eltern sind nicht in der Lage ihm seine Behauptungen auszureden. Doch mit der Zeit beginnt Anna an ihrer Einstellung zu zweifeln, nach dem der kleine Sean nach und nach sein anscheinend umfangreiches Wissen über intime Details der beiden offenbart...Könnte er doch ihr Ehemann Sean sein?
Nach „Sexy Beast" ist Jonathan Glazer wieder einmal ein außergewöhnlicher Film gelungen, der die Gemüter spaltet. Während die einen diesen Film für ein Meisterwerk halten, werfen andere ihm pädophile Züge und Eintönigkeit vor. Nun ist es so, dass dieser Film ganz bestimmt keine leichte Kost ist und dem Zuschauer einiges abverlangt.
Zum einem sind da die langen Kameraeinstellungen, wie zum Beispiel die Anfangsszene, wo der Zuschauer einen Jogger in einer minutenlangen Kamerafahrt verfolgt. Doch erzeugt gerade auch diese Szene eine wichtigen Einstieg in den Film, denn es wird klar, dass dieser Film seinen eigenen unkonventionellen Regeln folgt.
Auch verlangen diese Einstellungen den Schauspielern Höchstleistungen ab, die diese bravourös meistern. Vor allem die Leistung von Nicole Kidmann ist überragend, die in einer zwei Minuten langen Szene alleine durch ihren Gesichtsausdruck, dem Zuschauer den ganzen inneren Kampf ihrer Figur Anna verdeutlicht. Erwähnenswert ist aber auch das Talent des jungen Cameron Bright, der die Rolle des jungen Sean überzeugend verkörpert.
Auf manche Zuschauer allerdings können diese langen Einstellungen befremdlich wirken, da man hier die „message" nicht wie gewöhnlich auf einem silbernen Tablett präsentiert bekommt, sondern sich vielmehr auf die Szenen und die Schauspieler einlassen muss, sich in sie hineinfühlen muss, um dem Geschehen folgen zu können. Insofern wird dem Zuschauer einiges an Geduld abverlangt und der Wille, sich auf diesen Film einzulassen, vorausgesetzt. Dafür wird er jedoch auch mit einem bemerkenswerten Filmerlebnis belohnt, dass einen zum nachdenken anregt.
J.Glazer wanderte mit diesem Film durchaus auf einem schmalen Grat. Vor allem die beiden höchst kontroversen Szenen (1. Anna und der kleine Sean in der Badewanne zusammen/ 2. küsst Anna den kleine Sean einmal) haben die Verärgerung vieler Zuschauer hervorgerufen. Doch werden gerade diese Szenen, die essenziell für das Verständnis des Filmes sind, besonders sensibel und subtil umgesetzt. Es geht hierbei auch nicht so sehr um die Beziehung von Anna zu dem kleinen Sean, als vielmehr um die zu ihrem verstorbenen Mann. Trotz einer Zeitspanne von 10 Jahren ist Anna bereit ihren Verlobten sitzen zulassen und sich erneut in ihren (verstorbenen) Mann zu verlieben, es ist sogar schon ein bisschen romantisch wie J.Glazer hier die Unvergänglichkeit der Liebe postuliert.
Es geht hier eher um Themen wie „Loslassen" und „weiter zu leben" nach dem Tod einer geliebten Person, sich von der Vergangenheit zu lösen und weiter zu gehen. Und wie schwierig das ist, zeigt Glazer genau durch die Beziehung Anna's zum kleinen Sean. Anna ist bereit, trotz der Umstände, gegen den Widerstand ihrer Familie mit dem kleinen Sean wegzulaufen und die Verachtung der Gesellschaft auf sich zu ziehen, nur um die Möglichkeit zu haben irgendwann mal wieder mit ihrem geliebten Ehemann Sean (also quasi warten bis der kleine Sean erwachsen wird) zusammen zu sein. Demnach geht es hier gar nicht um Mystery, Reinkarnation oder Kindesmissbrauch (wie von vielen fälschlicherweise angenommen), sonder einzig und allein ums „Loslassen".
Fazit:
Ein gewagter Film der dem Zuschauer einiges abverlangt, dafür aber ein höchst interessante und unkonventionelle Erzählweise bietet, die den versierten Cineasten begeistern sollte.
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am 3. November 2014
Jonathan Glazers Kunstwerke sind anders.
Das gilt als erstes festzustellen, wenn der Zuschauer, wie hier nach dem Abspann aufwacht aus einer Reise in unterbewusste, unerklärliche Gefühlsschwingungen.
Anders auch in dem Sinne, daß Jonathan Glazer's versponnene Phantasmagorien, fein flirrende Meditationen wirklich von jedem anders empfunden werden. Richtig oder falsch gibt es hier nicht.
Fühlen oder eben nicht fühlen ist das einzige Kriterium.
Schwer ist es deshalb seine Werke mit einer nüchternen Wertung zu versehen, und sowohl die Gruppe derjenigen die so gar nichts mit seinen Visionen anfangen können, werden genügend Argumente finden, wie auch diejenigen dessen Sinne und Gedankenwelten er tief und nachhaltig zum Klingen bringt.
"Birth " ist ein mutiger Film, ein Film der so gar nicht auf jedweden Zuschauer, der ein vordergründiges Erzählkino braucht um sich im Kinosessel wohl zu fühlen, Rücksicht nimmt.
"Birth" ist ein Film über Reinkarnation, über unterschwellige Assoziationen, über Angst, Verlust, Trauer, Hoffnung, Erinnerung, Sehnsucht und die Magie der menschlichen Existenz und er kann, vorausgesetzt man läßt sich auf seine Kunstfertigkeit ein, öffnet sich weit für ein besonderes Kinoerlebnis , beglückend reichhaltig die Gefühle betören.
Jonathan Glazers außergewöhnlich eindringliche und dabei so gleißend ruhige Geschichte ist auch höchste Form der Kinokunst, die es schafft die tiefe Gefühlswelt hinter ausdrucksvollen Gesichtern, Augenaufschlägen, kleinsten Mimiken fühlbar zu machen.
Er schafft, daß wir tatsächlich hinter die Stirn von Darstellern schauen können. Lesbar wie in einem offenen Buch werden kleinste Emotionen, Gedanken in den Veränderungen der Pupillen, der Mundwinkel sichtbar.
Nachvollziehbar und erschütternd tauchen wir in die Psyche von Menschen tief ein.
Ein Spiel mit den kleinsten, fühlbaren Schwankungen der Stimmungen in einer sogartigen Brillanz.
Dafür benötigt man ausgezeichnete Darsteller, die es schaffen mit ihren Augen Romane zu erzählen. Jonathan Glazer hat sie vor seiner Kamera versammelt und holt aus ihnen herzzereissend authentische Emotionen hervor.
Wie in einem grossen Orchester vereinigen sich die kleinste flüsternde Note bis hin zum eruptiven Paukenschlag in einer erhabenen Sinfonie berührender Schönheit.
Einmal ruht die Kamera minutenlang auf Nicole Kidmans Antlitz .
Sie sitzt im Konzertsaal und aus dem Off erklingt Richard Wagners Walküre.
Die Kamera bleibt einfach stehen, und wir erleben, wie atemberaubend es sein kann Gedanken, Emotionen zu lesen.
Kidman die ganz allmählich mit jedem Zucken der Wimper die Fassung verliert, tief getroffen von Ereignissen, die gerade auf sie einstürzten.
In dieser Intensität , das kann man Jonathan Glazer bescheinigen, können nur wenige Regisseure ambivalente , durchdringend bewegende Momente inszenieren.
Doch eine kurze Zusammenfassung von Anfang an:
Fast wie in einem surrealen Scherenschnittfilm sehen wir einen Mann durch einen märchenhaft verschneiten Park joggen.
Die orchestrale Musik ist von fast triumphaler Grösse. Die Kamera schwebt über ihm aus einem erhöhten Blickwinkel.
Wir sehen nur seine Gestalt von hinten, niemals jedoch sein Gesicht.
Unter einer Brücke bricht der Mann zusammen und verstirbt.
Überblendung: Wir sehen einen kleinen Säugling, gerade erblickt er in Wasser getaucht das Licht der Welt. Ein feierliches erhabenes Erfühlen von der Unausweichlichkeit des Schicksals liegt schon hier in der Luft, aber auch von einer Form von Harmonie, von Eingebunden sein in grössere kosmische Zusammenhänge, von Hoffnung auf den ewigen Kreis von Werden und Vergehen.
Fürwahr Tod und Wiedergeburt, die grössten Themen, die eine Geschichte erzählen kann.
Zehn Jahre später steht seine Witwe Anna ( zerbrechlich, feinsinnig, einfach brillant gespielt von Nicole Kidman) kurz vor der Heirat mit einem anderen Mann, als ein seltsamer, introvertierter elfjähriger Junge in ihr Leben tritt.
Nun inszeniert Glazer den Knackpunkt , bei dem sich entscheidet ob der jeweilige Zuschauer mutig und offen den weiteren traumumflorten Gedankengängen des Regisseurs folgen will, oder bereits hier sich rational distanziert.
Der elfjährige Sean behauptet eine Reinkarnation ihres toten Mannes zu sein.
Eine Situation so absurd wie nur möglich und Glazer schafft es tatsächlich, dass der erst ablehnende Zuschauer mehr und mehr in ein verwirrend, mystisches und irritierend sogartiges Gedankenspiel gezogen wird.
Denn so kopfschüttelnd, und verdutzt er anfangs dieser Storyentwicklung gegenübersteht, Glazer schafft es mit der surreal in den Bann ziehenden Inszenierung mehr und mehr zu fesseln.
Dabei setzt er durchgehend auf die faszinierende Eleganz der Bilder, auf die ruhige Unheimlichkeit, auf hintergründig verstörende indifferent melancholische Gefühlswelten.
Oft in gedimmten Licht gefilmt , in warmen und gleichzeitig unsichtbare Schatten werfenden Kerzenschein, getaucht in wehmütig poesievolle Klänge erleben wir 100 Minuten, was es heißt Seltsamkeit zu verspüren.
Die Atmosphäre in den Dialogen zwischen Anna und Sean, aber auch zwischen den Familienmitgliedern, die ebenfalls von amüsiert, bis verärgert, bis ungläubig und zunehmend verzweifelt auf den so von seiner Identität überzeugten Junge reagieren, sind so packend, daß man den Atem anhält.
Abgestoßen und gleichzeitig neugierig, verzaubert , verstört und gleichzeitig mit unserer Ratio kämpfend erliegen wir der entrückten Schönheit einer phantastischen Aura.
Ganz nebenbei offenbart das fremdartige und undurchschaubare Kind und seine penetrante Einmischung in das scheinbar geordnete und auch gelangweilt dekadente Leben der oberen Gesellschaftsschicht, die zugrundeliegenden sorgsam versteckten Deformierungen der Familie.
Nicht nur einmal kommt es zum Eklat als der neue Ehemann in spé feststellen muß, dass Anna mehr und mehr der Faszination des Kindes verfällt, tatsächlich anfängt zu glauben hier ihren geliebten toten ersten Mann in einem neuen Körper vor sich zu sehen.
Kidmann's Schauspielkunst ist dabei eine Tour de Force.
Alleine wie sie zum ersten Mal zusammenzuckt als der Junge sich auf einer Festivität als Sean ausgibt.
("Das ist ein übler Scherz, das solltest du nicht tun "),-wie sie, als der Knabe einmal voller Verzweiflung vor ihrer Zimmertür zusammenbricht jedem kleinsten Wiederstreit der Gefühle, jede zunehmende verletzliche Labilität in ihrem Gesicht Ausdruck verleihen kann ist phänomenal.
Ihr zur Seite stehen mit nicht minder komplexen, in ihrer Vielfalt immer nachvollziehbaren Gefühlsverirrungen die grosse Lauren Bacall als Schwiegermutter, oder auch Danny Huston als Fast- Ehemann.
Glazer spielt dieses (Alp)- Traumstück konsequent weiter, scheut auch nicht vor frappierend grotesken Situationen zurück, wenn Kidman allen Ernstes den Jungen fragt. "Wie willst du mich ernähren, solltest du wirklich mein Mann sein, wie meine (sexuellen) Bedürfnisse stillen? " Momente voller Wahn, auch voller Seelenqual und Entfremdung. Das Scheitern, die schicksalshafte Unabwendbarkeit hier sich auf einem Weg in die Hoffnungslosigkeit zu befinden, berührt zutiefst.
Trauerbewältigung der zerstörerischen Art.
"Birth" ist nur erfühl-, nicht erklärbar.Ohne viele überflüssige Worte, in grosser ruhiger Kraft steuern wir auf ein ergreifendes Schicksal zu. Da ist etwas, was wir nicht verstehen, da sind Dinge die weit unseren Horizont überschreiten. Das Rätsel von für uns Menschen nicht erklärbaren kosmischen Zusammenhängen.
Muß man dem Thema Reinkarnation, Esoterik offen gegenüberstehen um diesen Film sinnentief erleben zu können?
Mitnichten, denn Glazer versucht uns niemals mit einer platten Aussage zu ködern.
Seine Bildsprache und seine Ausdruckskraft haben die Fähigkeit uns ganz und gar in eine geheimnisvolle Welt einzuhüllen.
In jedem Gegenstand, Blickwinkel, in jedem Augenaufschlag, in jeder Musiknote kann er so reichhaltig begeistern.
Fragen, die wir nicht verstandesmäßig lösen können, und in denen Glazer uns Gott sei Dank auch keine Antwort gibt.
Warum diese Veränderung im Verhalten des elfjährigen Sean, als er plötzlich mit einer Geliebten aus seinem vorherigen Leben konfrontiert wird ?
Wieso erkennt er sie nicht, weiß er doch sonst jedes kleinste Detail aus seinem vermeintlich ersten Leben ?
Ist eine wiedergeborene Seele so rein und makellos, daß sie von den Sünden eines vergangenen Körpers nichts wissen will ?
Das Ende so traurig, unergründlich und schillernd wie nur möglich.
Alles und nichts wird uns Glazer in einem letzten Bild zeigen.
Alles was zählt ist das Wissen um das Nichtwissen. Die Gewissheit jedoch, dass Größeres uns in jeder Sekunde umgibt.
Trostlose Erkenntnis von Vergänglichkeit, von Einsamkeit oder doch dem tiefen Erspüren um das Aufgenommen sein in eine universelle beglückende Ordnung ? Die Welt, die wir sehen nur eine brüchige Hülle, die das Unfassbare verbirgt ?
An einem weissen Strand, an dem sich glitzernd die Wellen brechen, sehen wir Anna am Ende stehen.
Weit schaut sie in das Meer hinaus, gekleidet in ein Hochzeitskleid.
Ihr Mann wir sie plötzlich stützen müssen, als sie von trauriger Erschütterung übermannt wird.
Im diesseits scheinen die Wogen geglättet, doch der Hauch von jenseitigem Wissen hat alle für kurze Zeit in den Bann gezogen, sehend gemacht.
Für "Birth" eine Empfehlung auszusprechen ist schwierig. Zu sehr hängt es von der Fähigkeit und Bereitschaft des Einzelnen ab, sich in die hypnotische Kraft fallen lassen zu können.
Wer dies kann, wird mit einem wahrhaft betörenden seltenen Filmerlebnis belohnt.
"Birth" wirkt lange nach, ist ein leuchtendes Beispiel wie grenzenlos die Möglichkeiten des Kinos sind, wenn es erst einmal die ausgeleiert eindimensionalen Erzählstrukturen, die korsetthaften Konventionen verlassen hat.
Eine grosse unbekannte Welt die sich öffnet, ein Vorhang der leise und schleichend zurückgezogen wird und einen kurzen Blick auf die Schönheit dessen gewährt, was uns für immer umgibt:
Das Geheimnis in allen Dingen.
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am 20. September 2005
„Birth" ist wahrlich kein perfekter Film. Auch keiner, den ich fortan als meinen Lieblingsfilm bezeichnen werde. Nichtsdestotrotz hat er das Prädikat „sehenswert" verdient. Großen Anteil haben daran vor allem die fähige Besetzung und das außergewöhnliche Thema. Mag sein, dass Wiedergeburt als filmischer Stoff nicht neu ist, aber durch die realistische Betrachtung dieses eigentlich mystischen Themas und insbesondere den Umstand, dass jene Wiedergeburt eine Art Liebesbeziehung zu einem Kind zur Folge hat, kommt ein heikler Aspekt hinzu. Denn in der Beziehung zwischen Frau und Junge wird klar eine sexuelle Ebene angesprochen („Wie willst du meine Bedürfnisse befriedigen? Bist du schon so weit? Hast du schon mal mit einem Mädchen geschlafen? - „Du wärst die erste.") und z.T. angedeutet (Die Badewannen-Szene). Nüchtern und rechtlich gesehen, könnte man Anna vielleicht Pädophilie unterstellen. Der Zusammenhang mit der vermeintlichen Wiedergeburt verstellt diesen Blick. Das Wort „Pädophilie" fällt nämlich kein einziges mal und es ist auch nicht wichtig. Vielmehr beschäftigt der Film sich damit, dass es unmöglich scheint, diese Ebenen, Reinkarnation / Liebesbeziehung zu einem Minderjährigen, im realen Leben zur Deckung zu bringen. Beides ist in unsrer heutigen Gesellschaft auf seine Weise irreal.
Nicht nur der Look, sondern scheinbar auch der ganze Film strahlt Kälte aus. Kunst oder gekünstelt?
Nicole Kidman spielt routiniert auf hohem Niveau, erreicht dabei jedoch nicht die Intensität wie in „The Hours" oder „Eyes Wide Shut". Überrascht hat mich Anne Heche, die ein faszinierendes Spiel darbot. Leider schätze ich Cameron Bright als Fehlbesetzung ein. Durch sein Unvermögen oder auch diesbezüglich dem Unvermögen des Regisseurs wirken viele Szenen einfach unglaubwürdig bzw. befremdlich. Der 3-Minuten Close-Up auf Nicole wäre nicht beanstandenswert, wäre er nicht so deplaziert. (Der Zuschauer ist noch gar nicht richtig in die Geschichte involviert)
Gerade das Ende zeigt noch einmal auf, wie verletzbar und teilweise sogar psychotisch die Charaktere eigentlich sind [incl. Sean(?)]. Deshalb ist mir jedwede Kritik am facettenreichen und klugen Ausgang des Films unverständlich.
Fazit: leider, leider, leider keine uneingeschränkt gute DVD (Achtung: keine Extras!!!).
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am 5. April 2010
Wieder einmal staune ich - es gibt sie doch, die fantastischen Hollywood-Schauspieler, die fernab von Actionthriller, Mysterydrama und Realityshow eine glanzvolle schauspielerische Leistung vollbringen.

Birth ist kein Film, den man mal eben nebenbei schauen kann, baut er doch auf lange Kamerasequenzen, die den Schauspieler dazu zwingen, den Zuschauer allein durch ihre Mimik in Atem zu halten - Nicole Kidman tut dies mit bravorösem Genie !

Auf den Inhalt gehe ich an dieser Stelle nicht nur deshalb nicht mehr ein, da er schon zur genüge totgetrampelt wurde, sondern auch, weil die Art des Films mindestens genauso interessant ist wie der plot an sich.

Seid mutig und versucht euch am Film - ich habe es nicht bereut.
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am 28. März 2010
Auch wenn es in diesem mystischen Film jede Menge erwachsener Stars gibt, spielt sie Cameron Bright, der Junge mit dem ernsten Gesicht, doch mehr oder weniger alle an die Wand. Er ist der Zehnjährige, der genau 10 Jahre nach dem Tod von Annas (Nicole Kidman) Mann Sean mitten im Zimmer steht und behauptet, dieser Sean zu sein. Die Mimik des kleinen Cameron ist angetan, ihm zu glauben, aber man glaubt ihm natürlich nicht. Nur besteht der Junge unbeirrt weiter darauf, der verblichene Sean zu sein und der Mann von Anna. Die hat sich inzwischen neu liiert und ist alles andere als begeistert. Genauso wenig wie ihr neuer Verlobter Joseph, dessen und ihre Familie. Kein großer Film für Nicole Kidman, aber sie hat auch schon schlechtere gemacht, wenn man nur an 'Verliebt in eine Hexe' denkt. Für Cameron Bright ein weiterer abendfüllender Film, mit 'Godsend', 'Butterfly Effect', 'Thank You for Smoking', 'X-Men: Der letzte Widerstand', 'Ultraviolet' und 'Running Scared'. Ich gebe dem Film 8/10 auf meiner persönlichen Wertung und sage Cameron Bright noch eine lange Karriere voraus, denn der hat mit 17 schon bei mehr großen Filmen mitgemacht als viele seiner erwachsenen Kollegen!
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am 19. Januar 2006
Ganz keurz zur Geschichte: zehn Jahre nach dem Tod ihres Mannes will Anna wieder heiraten. Kurz nach der Verlobung erscheint der zehnjährige Sean in ihrem leben und behauptet, die Wiedergeburt von Annas verstorbenem Mann zu sein. Anna, die den Tod ihres Mannes nie richtig überwunden hat und in dem jungen tatsächlich mehr und mehr den verstorbenen Sean sieht, und der Junge kommen sich näher, als ihre Umwelt es erlaubt. Beinahe bis zum Schluss bleibt die Frage offen, ob es sich bei dem Jungen um den verstorbenen Mann handelt oder nicht.
Der Film ist eine französische Produktion, und das merkt man schnell. Die Geschichte wirkt abstrakt, wird langsam und mit wenig Worten erzählt. Bilder und Musik sind stimmig und sehr einprägsam. Zuletzt bleibt die Geschichte seltsam unaufgelöst.
Allein schon wegen Nicole Kidmans herausragendem Spiel ist der Film absolut sehenswert, ihre Performance als zerbrechliche Anna geht wahrlich unter die Haut. Ganz abgesehen davon ist die Geschichte unglaublich fein und poetisch erzählt. Sie beschäftigt sich in einem sehr realitätsgebundenem Rahmen mit Wiedergeburt und läßt Fragen offen. Das Ende hat mich anfangs auch gestört, weil die Geschichte unvollständig wirkt, aber im Prinzip macht gerade das den Film so glaubwürdig. Würde in Wirklichkeit eine solche Geschichte eine Auflösung finden? Gibt es überhaupt eine Auflösung? Wäre es nicht voreingenommen und arrogant, uns Antworten auf die Fragen zu geben, die offen bleiben?
Dass ein Film, so langsam und so offen, schwer zugänglich bleibt, ist sicherlich nicht verwunderlich, wer jedoch einen Zugang findet, wird ihn sicherlich nicht nur einmal sehen wollen.
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am 28. Oktober 2008
...so wurde für diesen Film vor kurzem in meiner Fernsehzeitschrift geworben. Ich fand den Plot auch unerhört - und zwar unerhört schlecht. Die Optik hat mir gefallen, denn ich habe nichts gegen Filme, die kalt, distanziert und düster daherkommen. Aber wenn schon nach so kurzer Zeit vollkommen klar ist, wie der Hase läuft, finde ich das schlicht - unerhört. Da fühle ich mich als Zuschauer verschaukelt. Schade um das Thema, ich glaube, man hätte echt was draus machen können.
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am 18. März 2009
Es ist erfreulich, daß es immer noch Regisseure gibt, die einen besonderen individuellen Stil haben, und daß sich grosse Produktionsfirmen wie Warner Bros damit gelegentlich zur Kunst bekennen, obwohl sich damit nicht viel Geld machen lässt.

"Birth" wurde von einigen Rezensenten hier mit den Werken von Stanley Kubrick verglichen, und ich denke wer den Stil von Kubrick schätzt (einmal abgesehen von seinem Hang zur Gewaltdarstellung), wird auch diesen Film mögen. Bezeichnenderweise wurde das Drehbuch von Jean-Claude Carriere mitgestaltet, der viele Jahre mit Luis Bunuel gearbeitet hat, und noch dazu zwei Bücher mit dem Dalai Lama verfasst hat, ein idealer Autor für diesen Film.

Die Auslotung der psychologischen und spirituellen Tiefen der menschlichen Seele ist hier in kunstvoller Weise umgesetzt worden, das Übernatürliche und die sich daraus ergebenden Probleme dringen mit fast selbstverständlicher Leichtigkeit in unsere moderne Zeit hinein. Niemand hätte für die anspruchsvolle Hauptrolle besser gepasst als Nicole Kidman, darüber hinaus sind alle Rollen optimal besetzt und gespielt.

Das perfekte Zusammenspiel von schauspielerischer Leistung, einfühlsamer Kameraführung, passender Musik und der ungewöhnlichen Handlung geben dem Film eine besondere Atmosphäre jenseits von seichter Action, Grobheiten und Computeranimationen, von denen wir heute so überschwemmt werden.
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am 3. August 2005
Am Anfang steht die Frage nach der Wirklichkeit; ist der 10-jährige Sean wirklich der vor 10 Jahren Verstorbene Sean? Dies ist die Ausgangssituation, die den Film ins Rollen bringt und zunächst für Spannung sorgt. Selbstverständlich glaubt die Witwe, gerade frisch verlobt, dem Jungen kein Wort. Im Laufe der Handlung jedoch wird die Behauptung des Jungen alleine durch das Misstrauen der Familie und dem Glauben Annas, der Witwe, mit Leben erfüllt, wodurch sich die unheimliche Verwandlung des Jungen erst vollziehen kann. Die Frage vom Anfang tritt dabei immer weiter in den Hintergrund.

Die berührenden Szenen im Mittelteil des Films, in denen Anna und der Junge Sean sich näher kommen, sich küssen, Eis essen und in einer merkwürdig vernebelten und trancehaften Atmosphäre ihre Beziehung zueinander aufbauen, haben etwas wunderbar Starkes und gleichzeitig sehr Zerbrechliches.

Denn diese ruhige, betäubende Zeit im Film dauert nur kurz. Der gemeinsame Pakt wird gebrochen und Anna verliert den geliebten Menschen endgültig. In einem schier endlosen Closeup auf Nicole Kidman spiegeln sich all die Gefühle, der Schmerz, die enttäuschte Hoffnung auf eine neue Chance, aber auch die tiefen Risse in Annas wohlsituierter Welt wieder, jedoch ganz ohne Plattitüden, Kitsch oder sonstige falschen Gefühle. Wohl eine der intensivsten Momente der neueren Filmgeschichte.

Zum Schluss bleibt in diesem ruhigen Suspense Drama aber ein eher positives Moment haften, etwas diffus lebensbejahendes, wenn ich das so mal ausdrücken darf. Eine Form der Erlösung, ein Neuanfang, die Liebe zum Leben.

Ein kluger Film!

Nachtrag: Nachdem ich BIRTH nach 7 Jahren nun ein zweites Mal gesehen habe, möchte ich gerne noch nachtragen, dass es in diesem Film nicht um etwas Übersinnliches oder gar um Reinkarnation oder ähnliches geht. Nein. Hier geht es schlicht um die Bewältigung eines Traumas, das die Liebe, bzw. deren Verlust, auslösen kann. Und was er mit den Menschen macht, die diesem Trauma direkt und indirekt ausgesetzt sind. Aber auch, wie man ein solches Trauma zu einem Neuanfang nutzen kann. Und dass es keinen Sinn macht, eine verlorene Liebe durch eine neue ersetzen so wollen. So einfach ist weder das Leben, noch sind die Menschen so einfach gestrickt.

Deswegen ist das ein kluger Film!
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