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Die Billigesser (suhrkamp taschenbuch) Taschenbuch – 25. Januar 1988

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Thomas Bernhard, 1931 in Heerlen (Niederlande) geboren, starb im Februar 1989 in Gmunden (Oberösterreich). Er zählt zu den bedeutendsten österreichischen Schriftstellern und wurde unter anderem 1970 mit dem Georg-Büchner-Preis und 1972 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Der Suhrkamp Verlag publiziert eine Werkausgabe in 22 Bänden.


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Format: Taschenbuch
Thomas Bernard hat nicht nur in den letzten Jahren seines Schaffens ganz gegensätzliche Reaktionen hervorgerufen: sein Stil ist Geschmackssache; für Verehrer wie mich gibt es nur wenige Autoren, die Bernhard das Wasser reichen können. Der Stil, in dem auch "Die Billigesser" verfasst sind ist unbeschreiblich. Wie immer bei Bernhard handelt es sich um das Studium einer Nische in der besondere Vertreter unserer Zeitgenossen ihr ganz spezielles Dasein fristen: hier sind es "Billigesser", die sich zu ganz bestimmter Stunde in einer ganz bestimmten Straße, an einem ganz bestimmten Tisch in der WÖK, "Wiener öffentliche Küchen" treffen. Die Personen der Handlung sind durch die Bank "Käuze"; seltsame Kreaturen, die sich am Rand zur Profilneurose bewegen. Der Erzähler der Geschichte ist ein Bekannter von Koller, dem durch einen Hundebiss des Glasindustriellen Weller "das kollersche Bein" abgenommen werden musste, und der nach langem Aufenthalt im Spital die WÖK aufsucht und auf eine eingeschworene Gruppe von Billigessern trifft, die ihn wider seiner Erwartung (auf ihre Weise) herzlich in ihre Gruppe aufnehmen. Koller geht mit dem Gedanken schwanger eine "Physiognomische Studie über die Billigesser" zu verfassen. Dies, das kann verraten werden, wird durch den unerwateten Tod Kollers verhindert.

Es handelt sich um ein Buch, das kraft seiner Nicht-Handlung, seinem Bernhardischen-dahinfliessen, so möchte ich das mal nennen, besticht. Das alles im typischen Stil, den man nicht umschreiben kann; es gibt nichts vergleichbares. Textabsätze, Punkte und Kommas gibt es weniger als in vergleichbar starken Büchern. Dafür ist der Text typisch wiederholend-serpentinenartig verfasst, was so nur bei Bernhard gefunden wird.

Fazit: Ein weiteres sehr empfehlenswertes Werk, das im Regal von Bernhard-Kennern und solchen, die es werden wollen, nicht fehlen darf.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Wer sich auch nur ein bisschen mit der Physiognomik beschäftigt hat, wird bei der Lektüre der Billigesser feststellen, dass der selbsternannte Physiognomiker Koller sich zwar des physiognomischen Schlusses vom Äußeren auf das Innere des Menschen bedient (Körper > Seele), ansonsten sich aber sein Vorhaben zu dem Lavaters umgekehrt verhält.
Die große Leistung des Buches ist es, dass es die Spannung aufrechterhält, obwohl - wie bei Bernhard so oft - das "Eigentliche", also ein Einblick in die Physiognomik Kollers bis zum Schluss immer wieder hinausgezört wird und dem Leser vorenthalten bleibt. Was die Spannung aufbaut, ist das gegenstandsunabhängig interessante Denken Kollers, das alle Ereignisse mit mathematischer Schärfe versucht als schicksalshaft und für seine Entwicklung förderlich einzustufen. Phänomene wie Krankheit, Verkrüppelung und Ausgrenzung - die zum Teil auch selbstverschuldet und von Koller selbst betrieben wird - werden als Bedingungen für eine gesteigerte Geistesexistenz neu formuliert. Und die größte Leistung des Buches ist es wohl, dass der Leser nicht herausfinden kann, ob diese Geistesexistenz eine Rationalisierung von außen wirkender gesellschaftlicher Kräfte darstellt und ein Hirngespinst, eine Vorspiegelung oder gar eine bewusste Lüge ist; oder ob diese tatsächlich in Koller auf die bezeichnete Weise vom Schicksal gefördert worden ist. Warum das offen bleiben muss, wird jeder neugierige Leser bei der Lektüre des Buches selbst herausfinden.
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Format: Taschenbuch
Eine wahnwitzige Studie über Physignomik anhand der sogenannten Billigesser, die naturgemäß im Dunkeln bleibt, bildet den Mittelpunkt dieses Buches, um das ein Kosmos skurriler Personen ensteht, natürlich geschildert mit Satzperlen, die an Komik nichts zu wünschen übrig lassen. Keine leichte Kost, aber köstlich.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Mir als geborenen Döblinger und Schüler des erwähnten Gymnasiums sind die Schauplätze der Erzählung sehr vertraut und ich finde sie wirklich gut beschrieben. Ein 'Nichtdöblinger' wird an den Charakteren sein Vergnügen finden, denn hier werden originelle Menschen beschrieben, die sicherlich in ganz Österreich, wenn nicht sogar in ganz Europa vorkommen. Bernhard versteht es geschickt die Spannung bis zum verblüffenden Schluss zu steigern. Einfach lesenswert!
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