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Belles Lettres: Roman Taschenbuch – 1. September 2005

4.4 von 5 Sternen 8 Kundenrezensionen

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Kann man einen Schlüsselroman auch dann mit Genuss lesen, wenn man die realen Zustände, die der Autor ins Visier nimmt, gar nicht kennt? Die Frage muss angesichts von Charles Simmons' kleinem Roman über die Irrungen und Wirrungen in der Redaktion einer angesehenen Literaturzeitschrift definitiv bejaht werden. Verarbeitet hat er darin -- entstanden ist der Roman bereits in den 80er-Jahren -- seine Zeit als Redakteur der New York Times Book Review. Jahrzehnte hat er dort verbracht, hat Chefredakteure kommen und gehen sehen, konnte die internen Scharmützel und kleinen Intrigen des Büroalltags beobachten, die Eitelkeiten der Autoren, die Borniertheit der Verleger.

Bekannt geworden ist Simmons bei uns mit Salzwasser, der stimmungsvoll-dramatischen Geschichte einer jugendlichen Sommerliebe. In Belles Lettres schlägt er ganz andere Töne an. Gemeinsam ist beiden Büchern aber eine gewisse Leichtigkeit. Mühelos schlürft man diese Sätze auf und kennt vor der letzten Seite kein Halten. Romane, die in der Berufswelt spielen, sind ohnehin eher selten. Simmons Innensicht einer Literaturredaktion ist aber mehr als bloß witzig-amüsant. Feinfühlig wird hier das Zwischenmenschliche analysiert und zur Freude des Lesers satirisch veredelt. Auch wenn Icherzähler Frank Page als Figur etwas blass bleibt, erweist er sich doch als essenzielles Mitglied im redaktionellen Mikrokosmos.

Beispielsweise als Ratgeber des Chefredakteurs, als der eine Sekretärin verführt, die im Gegenzug aufbegehrt und selbst Buchkritiken schreiben möchte. Zwischen die Fronten gerät Page allerdings, als ein neuer Chefredakteur die Belegschaft "verschlanken" soll. Das Ganze gipfelt jedoch in einer Lehrstunde zum Thema "Wie wird man einen fiesen Chef wieder los". Schade nur, dass das Lesevergnügen nach 180 Seiten schon wieder vorbei ist. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Charles Simmons ist ein begnadeter literarischer Spieler. Er erlaubt sich im Besonderen ein bestrickendes Spiel mit der Sprache und mit den Gedichten von Shakespeare.«
Michael Schmitt, Neuen Zürcher Zeitung

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Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Bedauerlicherweise ist Charles Simmons, der nicht nur mit diesem Buch ein kleine feine Freude für Literaturfreunde, sondern mit Salzwasser auch einen geradezu großartigen Roman über die Jugend und mit Geständnisse eines ungeübten Sünders erstklassige Unterhaltung vorgelegt hat, in seiner Heimat, wie auch hier in Deutschland, größtenteils noch ungerühmt. Vielleicht liegt dies an seinem schmalen Werk, vielleicht an seinen eigenwilligen Ideen in Sachen Schreibkunst - so gibt er in diesem Buch zum Beispiel jeder Figur einen 'sprechenden' Nachnamen (z.B.: Frank "Page", natürlich nicht übersetzt, weil es atmosphärisch irgendwie daneben gewesen wäre), oder an seinen unkomplizierten Erzählstrukturen; doch das sind alles mehr oder weniger Fehler, die man nur findet, wenn man sie ankreidet.

Ich finde gerade diesen Roman, auch wenn er von allen Seiten mit Kleinlichkeit schnell Schwächen aufweißt, sehr gelungen ist. Es ist ein so freudiges Stück Literatur, dass man versucht ist, es in einem Schwung durchzulesen. Dabei kümmert weniger die Chronologie der Geschichte, als all die Ideen, die Simmons in seinen Roman einbindet, offenkundig, um dem Leser eine Freude nach der anderen zu bereiten. Egal ob es Bürointrigen, schwule Shakespearesonette, gefälschte Bestsellerlisten oder ein satirische Lesung aus dem neusten Jahrhundertroman ist - jedes Kapitel verspricht eine neue Wendung.
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Von H. P. Roentgen TOP 1000 REZENSENT am 2. Mai 2005
Format: Gebundene Ausgabe
Winfrid Garamont, die kurz zuvor ihr Examen am Radcliff-College abgelegt hatte, will den Millionär Buckram nur unter der Bedingung heiraten, dass sie eine eigene, berufliche Karriere starten kann. Buckram schenkt ihr eine Literaturzeitung: Belles Lettres.
Doch einige Jahre später brennt Winifred mit einem Redakteur der Zeitschrift durch und Aubrey Buckram verkauft an Protean, ein Verlag, der eine ganze Reihe Lifestyle Zeitschriften herausgibt, über Wein, über Theater und jetzt eben auch über Literatur. Belles Lettres wird die auflagenstärkste Literaturzeitschrift. Mrs. Tooling, genannt „Tool", die Frau des Verlegers, hält sich für literaturkundig und mischt sich immer mehr in die Redaktionsgeschäfte ein, der Chefredakteur „Marge" Margin, der sich in schöngeistigen Ansprachen ergeht, kann sie nicht hindern.
Im Gegenteil. Tool will, dass Belles Lettres nicht nur spekuliert, wer den Literaturnobelpreis erhält, sie will, dass die Zeitschrift den Preisträger bestimmt. Als Vorbereitung soll eine Liste mit den besten 25 amerikanischen Autoren erstellt werden. Kein einfaches Unterfangen, den wonach soll die Reihenfolge bestimmt werden? Doch Frank Page, der jüngste Redakteur weiß Rat. Und Tool setzt Newbold Press als neuen Chefredakteur ein, einen Mann, der zwar keine Ahnung von Literatur, dafür aber den richtigen „Biss" hat. Die Redakteure hassen ihn und er macht Frank Page, den Ich-Erzähler zu seinem Stellvertreter.
Dann tauchen auch noch neue, bisher unbekannte Shakespeare Sonette auf und nichts kann Belles Lettres weiteren Aufstieg verhindern. Aber ...
Charles Simmons, lange Jahre selbst Mitarbeiter New York Times Book Review, weiß, wovon er schreibt.
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Format: Gebundene Ausgabe
Ich habe dieses Buch geschenkt bekommen, ohne zuvor etwas darüber gelesen oder davon gehört zu haben und auch sein Autor war mir bis dato noch mit keinem anderen Werk begegnet.
Anfänglich habe ich mich beim Lesen mit der Frage beschäftigt, wie sinnvoll ein Buch als Schulterblick in die internen (eigentlich vollkommen "unspannenden") Vorgänge einer Literaturzeitschrift ist. Diese Frage verlor jedoch Seite um Seite ihre Relevanz. In einer wunderbar leichten und - wie ich finde - ausgesprochen schönen Sprache beschreibt der Autor mit einem hintersinnigen Humor die "Machenschaften" hinter den Kulissen der Zeitschrift, die Charaktere ihrer Hauptdarsteller und die Ergebnisse ihrer - ihnen selbst - unerkannt bleibenden Selbstüberschätzung. Fast satirisch gipfelt die Geschichte in der Entdeckung bislang unbekannter Shakespeare-Sonette, mit denen - den Blick fest auf die zu erwartende Publicity gerichtet - der Beleg erbracht werden soll, daß Shakespeare in Wirklichkeit homosexuell war. Und spätestens da beginnt man zu bedauern, daß nach 180 Seiten Schluß sein soll...
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Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENTTOP 1000 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 13. Dezember 2003
Format: Gebundene Ausgabe
Dieses Buch ist eine Satire über den Literaturbetrieb. Wir schauen hinter die Kulissen, uns wird die Innenansicht einer Literaturredaktion gezeigt. Es ist eine Redaktion wo mit Geldschiebereien Bestseller gemacht werden, wo Sekretärinnen aufbegehren und selbst Kritiken schreiben, wo Autoren nach persönlicher Sympathie vom bornierten Verleger hochgepuscht und wieder nach Lust und Laune fallen gelasen werden. Also da geht es zu wie im Tollhaus. Das sind die kleinen, amüsanten Intrigen des Büroalltags, die internen Scharmützel im redaktionellen Mikrokosmos.
Simmons weiß wovon er schreibt, er war Jahre lang Literaturredakteur bei der New York Times.
Doch von der Liebe zur Literatur ist in diesem Buch unter eitlen Menschen nur enig zu spüren, dafür viel von Wichtigtuerei.Es wird die Missallianz zwischen Geld und Geist beleuchtet, die geradezu Schwindel erregend ist. Und am Ende werden alle an der Nase herumgeführt, weil ein Mitarbeiter der Redaktion ein falsches Shakespeare Stück präsentiert und so tut als wäre das bisher noch unentdeckt, echt und alt. Und alle fallen darauf hinein. Herrlich wie der Autor das Zwischenmenschliche analysiert.
Und so manche Lebensweisheit wie diese finden wir:"Regelmäßig betrieben ist Literaturkritik ein undankbares Geschäft. Gelegentlich ist es eine Methode alte Freundschaften zu ruinieren oder sich neue Feinde zu schaffen".
Also, es ist ein wahnsinnig komisches, witzig-amüsantes Buch das besonders durch seine Leichtigkeit beeindruckt, nur leider endet das Lesevergnügen schon nach 180 Seiten.
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