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am 14. Februar 2013
Bad Pharma – Das neue Buch von Ben Goldacre

"Medicine is broken" - mit diesen drei Worten beginnt das neue Buch „Bad Pharma“ von Ben Goldacre. Die harten Worte am Buchanfang bringen auf den Punkt was Goldacre auf den folgenden 450 Seiten beschreibt. Sehr gut lesbar und immer belegt mit Studien und Übersichtsarbeiten fügt er die teilweise bekannten Puzzlesteine zu einem Gesamtbild zusammen, das die wissenschaftliche Basis der evidenzbasierten Medizin nachhaltig erschüttert. Das Problem des Publikations-Bias ist allgemein bekannt. Welches Ausmaß es jedoch angenommen hat und welche Konsequenzen sich daraus für die Erstellung von Übersichtsarbeiten, Leitlinien und die tägliche Praxis ergeben, wurde selten so deutlich dargestellt. Zusammen mit den vielen weiteren Möglichkeiten („Tricks“) Studienergebnisse zu beeinflussen, sind fehlende, zurückgehaltene, oder verschwundene Daten der Hauptgrund für das bröckelnde Fundament wissensbasierter medizinischer Entscheidungen. Alle Versuche das Problem, zum Beispiel mittels Studienregister, in den Griff zu bekommen, sind bis dato gescheitert.

Aber auch die ärztliche Profession ist gefährdet. Goldacre beschreibt, wie die Pharmaindustrie heute viele Bereiche der Medizin, wie Forschung, Fortbildungsveranstaltungen, Kongresse, Fachgesellschaften, führende Experten (Key opinion leader), etc. bezahlt und damit massiven Einfluss auf die Meinungsbildung und Entscheidungsabläufe nimmt.

"Bad Pharma" ist – trotz seines Titels - kein polemisches, sondern ein sachlich und verständlich geschriebenes Buch. Goldacre kritisiert nicht die vielen wirksamen Medikamente die die universitäre Forschung und Pharmaindustrie hervorgebracht hat, sondern die Methoden der Vermarktung. Die damit verbundene Irreführung hat ein Ausmaß erreicht, das viele unabhängige Health Professionals, Journale und Institutionen veranlasst hat (neuerlich) dagegenzuhalten. Ein Beispiel dafür ist die von Goldacre und dem BMJ initiierte Petition „All Trial Registered“ - [..]

Bleibt zu hoffen, dass dieses Buch viele interessierte Leserinnen und Leser findet und es gemeinsam gelingt die wissenschaftliche Basis der evidenzbasierten Medizin wiederherzustellen.

Martin Sprenger, Allgemeinmediziner, Master of Public Health, Graz am 14.02.2013.
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Mit "Bad Science" hatte Ben Goldacre 2009 das Licht der Literaturwelt erblickt. Damals hatte er vor allem Quacksalber, Pillendreher und sonstige Pseudowissenschaftler unterhaltsam aufs Korn genommen und eine Lanze für die evidenzbasierte Medizin gebrochen.

In "Bad Pharma" lernen wir nun, dass auch in dieser vieles, sehr vieles im Argen liegt. Ben Goldacre führt uns ein Gesundheitswesen vor, das von den Geschäftsinteressen der Pharmaindustrie gesteuert wird und das Wohl der Patienten weitgehend aus den Augen verloren hat. Hier einige Gründe für dieses Desaster:

Die medizinischen Testreihen, in denen neue Medikamente an Versuchspersonen und Patienten ausprobiert werden, werden ganz überwiegend von der Pharmaindustrie finanziert und kontrolliert. Das führt nicht nur dazu, dass systematischen und statistischen Manipulationen, die gewünschte Effekte übertreiben und unerwünschte Nebenwirkungen herunterspielen, Tür und Tor geöffnet wird, sondern dass ganze, für das betreffende Medikament weniger schmeichelhafte Testreihen überhaupt nicht veröffentlicht werden. Es fehlen daher die Erkenntnisse aus mindestens der Hälfte aller Untersuchungen, Erkenntnisse, für die Versuchspersonen und Patienten ihre Gesundheit, wenn nicht gar ihr Leben riskiert hatten.

Auch die Fachzeitschriften, in denen diese Testreihen veröffentlicht werden, sind finanziell von der Pharmaindustrie abhängig: Ein Unternehmen, dass teure Anzeigen schaltet, wird man tunlichst nicht mit Artikeln verprellen, die unschöne Nebenwirkungen eines seiner Superprodukte zum Thema haben. Und die Zeitschriften tolerieren weiterhin stillschweigend das Ghostwriterunwesen, bei dem die Koryphäen von den Unikliniken zu den veröffentlichten Artikeln kaum mehr als ihren Namen beitragen.

Für Marketing gibt die Pharmaindustrie etwa doppelt so viel aus wie für Forschung und Entwicklung. Dabei handelt es sich z. B. die "Weiterbildung" von Ärzten in 5-Sterne-Resorts an den schönsten Orten dieser Welt, aber auch um die Heerscharen von Pharmavertretern, die Ärzte mehr oder weniger nachdrücklich (und nachgewiesenermaßen sehr erfolgreich) von den Vorzügen ihres Sortiments überzeugen. Hier steht das Ziel der Industrie, ihre Produkte möglichst teuer zu verkaufen und ihren Aktionären Freude zu machen, in klarem Konflikt mit dem Interesse des Patienten, die beste Behandlung zu bekommen, und auch mit dem Interesse der Krankenkassen, das Geld der Versicherten nicht für neue, teurere Medikamente zu verschleudern, die nicht besser sind als die Generika, die sie ersetzen sollen.

Es gibt inzwischen in vielen Ländern halbherzige Ansätze, all diese Praktiken durch geeignete Regelungen zu einzudämmen, aber selbst diese werden von den zuständigen Behörden bisher kaum oder gar nicht nicht umgesetzt.

Das Beunruhigendste ist aber, dass praktisch alle Medikamente, die heute verschrieben werden, mit diesen höchst evidenzverfälschenden Methoden auf den Markt gebracht wurden. Es wäre für die Beteiligten also nicht damit getan, sich ab sofort ethisch und juristisch korrekt zu verhalten, sondern es muss alle Evidenz der Vergangenheit auf den Tisch, die jetzt noch unter Verschluss gehalten wird. Überhaupt ist "Bad Pharma" voller Vorschläge, wie Abhilfe geschaffen werden kann, und auch uns Lesern, ob wir nun Ärzte und Patienten oder Verantwortliche der Pharmaindustrie sind, gibt Goldacre zu jedem Thema konkrete Ratschläge, wie wir dazu beitragen können, diesen übelriechenden Sumpf trockenzulegen: Wenn wir nichts tun, werden sich "die da oben" nicht bewegen.

Für den leidlich informierten Leser ist nicht alles, was hier zusammengetragen wurde, neu und überraschend, aber als hervorragend recherchiertes und vorzüglich geschriebenes Kompendium für die Missstände bei Entwicklung und Anwendung von Medikamenten ist "Bad Pharma" wohl einzigartig. Ohnehin macht die Tatsache, dass so vieles allgemein bekannt ist, sich aber trotzdem kaum etwas ändert, alles eigentlich noch viel schlimmer.
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am 26. Dezember 2013
“Evidence Based Medicine” hat Medizin revolutioniert. Dieser gerade mal rund 40 Jahre alte Ansatz, dass man seine Behauptungen durch rigorose Studien beweisen muss, bevor sie als gute medizinische Praxis akzeptiert werden, hat die Medizin als Wissenschaft enorm vorwärts gebracht.

Allerdings wird den Experten zunehmend stärker bewusst, wo die Grenzen unseres aktuellen Systems liegen. Es ist an der Zeit, Lösungen dafür zu finden.

Ben Goldacre's Buch präsentiert uns in angenehm geschriebener Form das Ergebnis seiner sorgfältigen Recherchen. Goldacre ist selbst Arzt und war oft frustriert, dass große Konzerne mit Tricks versuchen, Ärzte und Patienten hinter’s Licht zu führen. Dabei ist dies kein Verschwörungstheorie-Buch, sondern eine scharfsinnige, sachliche Analyse eines unglaublich begabten Arztes, der an renommierten Universitäten studiert hat und jetzt an der LSHTM in London arbeitet und viel für den Guardian schreibt.

In diesem Buch klärt er uns – Laien wie Fachleute – über die systemischen Probleme auf, die es erlauben, dass zum Beispiel Studien mit unerwünschten Ergebnissen aus Marketinggründen nicht publiziert werden.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch Pflichlektüre für jeden Mediziner und Pharmazeuten, aber es ist aufgrund Goldacre's eingängigen Schreibstils ebenso gut geeignet für alle, die besser verstehen wollen, was hinter den Kulissen abläuft.

Dieses Buch ist in England ein Bestseller. Zum Glück. Denn was wir brauchen, ist eine kritische Masse von gut informierten Konsumenten und Ärzten, damit sich etwas verändert. Goldacre ist das gelungen, in dem er ein wichtiges Thema leicht verständlich und angenehm aufbereitet hat. Ich hoffe, dass es auch in Deutschland so erfolgreich wird.
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am 17. Dezember 2015
Ein sehr wichtiges Buch, das wahrscheinlich nur wenigen Menschen in die Hände fällt, obwohl die Infos die darin enthalten sind, einem größeren Publikum bekannt werden müssten. Warum? Weil es um die Verantwortung für Menschenleben, um ethisches Handeln und um Aufklärung der Machenschaften der Pharma-Industrie geht. Goldacre will wachrütteln und Menschen dazu bringen sich mit Themen wie Arzneimittel-Herstellung, Zulassung, Vermarktung, etc. auseinanderzusetzen und zeigen, dass eine bewusste und reflektierte Einstellung zur Einnahme von Medikamenten unerlässlich ist. Diese "Gesundheitsfabrik" mit den einzelnen Akteuren ist so verstrickt, dass ein Patient nicht ansatzweise eine Ahnung von den "Werkeleien" hinter dem Bühnenvorhang hat. Goldacre gibt uns einen sehr ausführlichen Einblick in die Welt des "Bad Pharma". Das Buch zeigt uns die Abgründe der scheinbar "heilen(den)" Welt.
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am 19. März 2014
Probably the best presented set of research material I have ever read, which does not mean that it is dry reading. The subject matter is very important for all of us and the writing style is not overly-academic. I would not like to be on the opposing side of an argument with Dr Goodacre! An inspiration for anybody who was worrying that the status quo in any area of life is the only option. This book and the actions associated with it demonstrate exactly what committed, intelligent and focused individuals are able to achieve with little more than a pen (ok - computer) and almost boundless thirst for knowledge. A true force for good.
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am 9. Oktober 2013
Es werden Taktiken und Vorgehensweisen der Pharmakonzerne zur Steigerung der Verkaufszahlen neuer Pharmaka ausführlich beschrieben, die insbesondere Nebenwirkungen und negative Testergebnisse sehr unzureichend veröffentlichen sowie keine Vergleiche der Wirksamkeit neuer Pharmaka mit bewährten, bereits seit langem in der Anwendung befindlichen Produkten anstellen. Leider ist die Darstellung oft recht langatmig.
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am 23. Dezember 2012
who needs vampires, orcs, or serial killers when systematic, harmful fraud can be observed, or at least expected, everyday, everywhere, under the disguise of helping cure people? forty years ago or so, we could read the first books on how the environment and the climate were being savaged; now there is at least some awareness and some attempt at action. I hope it will be the same, only faster and angrier, with the pharma industry and its "regulators". the book is utterly unpleasant, but very necessary reading - no uplifting finale, no obvious solution, generalized misbehavior, knavish tricks. thanks to The Economist for making me aware of the book's existence and value.
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am 22. November 2012
Gesundheit ist für Kranke ein bedürfnis, für die Industrie ein Geschäft. Dieses Buch zeigt die Abgründe, die man kennen sollte, um nicht zum Opfer zu werden.
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