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Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
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4,8 von 5 Sternen
Böhse Onkelz - Danke für nichts
Format: Broschiert|Ändern
Preis:44,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 13. März 2017
Eine ehrliche Biographie von Edmund Hartsch. Als Onkelzfan habe ich das Ding einst verschlungen und es gibt einen wirklich gutes Bild über die Band. Es wäre schön, wenn das Buch nun mit dem Stand von 2017 fortgesetzt werden würde. Eine gute Lektüre mit umfangreichen Bildmaterial für alle, die sich vorurteilsfrei mit dem Thema Onkelz auseinandersetzen wollen.
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am 22. Juni 2009
...diese Onkelz. Und doch verdammt sympathisch. Das ist der Grundtenor dieser wirklich gelungenen Biographie. Man erkennt die Mühe, die sich der Autor durch seine Toprecherchen gemacht hat und man glaubt endlich die Wahrheit zu erfahren durch die Authentizität, die dieses Werk versprüht. Und die natürlich vor allem von ihren Persönlichkeiten ausgeht. Die Onkelz habe ich schon mit 16 gehört, heute bin ich fast 30 und durch Zufall konnte ich mir jetzt endlich auch mal ein richtiges Meinungsbild machen. Gespannt, überrascht und mitfühlend habe ich ein Wochenende in der Onkelz-Welt verbracht und bin trotz der vielen Infos und der vielen aufschlussreichen Bilder kein bisschen weise was diese Band betrifft. Warum diese Exzesse bis zur Selbstvernichtung? Ein bisschen unglücklich sind die vielen Rechtfertigungen, die der Autor mit etlichen falschen Zeitungsberichten und unwissend dahergebabbelten Kommentaren irgendwelcher Mitläufer oder Zum-Mund-Redner einbaut. Manchmal wird allzu häufig wiederholt, dass das alles ja gar nicht so war mit dem altbekannten Vorurteil. Denn, der Leser begreift den Kontext zu Punk und Skin-Zeit relativ schnell, eben wegen der guten Recherchen und Fakten und wahrhaftig interessanten Lebensläufe. Im Grunde machte das ja auch die Band aus, dass sie eben nicht akzeptiert wurde, dass es keine Amnestie gab (für was auch immer) und dass man immer schon gegen die PR-Meute zu kämpfen hatte. Die Onkelz wären nicht die Onkelz hätte Deutschland nicht in ihnen einen Sündenbock gefunden.
Das Buch ist klasse, vielleicht folgen irgendwann noch die Ergänzungen bis 2005, das wäre dann ideal.
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am 26. Oktober 1998
Dieses Buch beginnt bei den absoluten Anfängen: den Geschichten der Eltern der vier Frankfurter!
Über die Jahre der Schulzeit in verschiedenen Orten, das Zusammentreffen und die ersten Schritte als Punkband zeichnet dieses Buch den kontroversen Weg bis in die neunziger Jahre.
Wer Willens ist, sich mit der besten Band der Welt auseinander zu setzen und seine Vorurteile abzubauen, der liegt hier genau richtig!
Und wer den Vier nicht ablehnend gegenübersteht hat hier die Möglichkeit, sich wirklich fundiert zu informieren.
Allerdings muß man guten Willen zeigen! Ablehnung und Ignoranz können auch von diesem Werk nicht aus der Welt geschafft werden! Fakt ist aber, daß dieses Buch so einige Mißverständnisse ausräumen kann und mit der, der Erstausgabe beiliegenden, CD auch noch einen Einblick in die unveröffentlichten Frühwerke bietet.
Fazit: Ob Onkelz-Fan oder nicht - kaufen!
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am 29. Januar 2017
Der erste Gedanke war: Wenn diese Biographie als einzige im BO-Shop verkauft wird, müssen BO damit einverstanden sein - und vielleicht entsprechend "manipuliert" haben. Warum kommt eigentlich sofort ein negativer Gedanke, wenn man an das Quartett denkt? Ist man so weit indoktriniert von den Massenmedien und den "Hatern", dass man an BO kein gutes Haar mehr lassen kann? Vielleicht. Ich jedoch wollte etwas über die vier lesen, noch eine Biographie, noch ein paar Infos, noch ein paar Lügen und Wahrheiten. Wer sich auf die Suche nach der Geschichte der Frankfurter macht, hat entweder das Glück, einen oder alle vier einmal selbst zu treffen und mit ihnen zu sprechen, oder bombt sich voll mit Artikeln, Büchern, Kommentaren, Meinungen und Infos und bildet sich eine eigene Meinung.

"Danke für nichts" beginnt am Anfang, bei Tex Weidner, Stephans Vater, dessen Lebensweg sich gar nicht so sehr von dem seines Sohnes unterscheidet (nein, nicht die Puff- und Knastgeschichten, aber die Ausschweifungen, die Art, die Autorität, die Arroganz). Danach wird man in die Leben von Stephan und Kevin geschmissen, muss sich mit kalten Elternhäusern voller Abneigung, Gewalt und Alkohol konfrontiert sehen, die irgendwann vieles erklären, wenn nicht gar alles. Der Weg von Kevin und Stephan, später auch der von Gonzo, ist vorgezeichnet, das hätte gar nicht viel anders kommen können, so meint man. Pe allerdings ist ein bisschen außen vor, zwar ein Außenseiter, aber kein extrovertierter, saufender Schläger, sondern der stille Beobachter, der erst gar nicht so recht in die Gruppe passen möchte.

Hartsch nimmt wenige Blätter vor den Mund. Er erzählt vom Schmerz, von Tränen, von Enttäuschungen, von Schlägerein, Drogen und Alkoholexzessen. Von der enttäuschten Liebe, von den Gönnern, von den wertlosen Managern. Vom eigenen Versagen der Band, von eigenen Träumen und Hoffnungen - und wieder von den Enttäuschungen. "Danke für nichts" ist gespickt mit vielsagenden Bildern und leeren Promofotos, mit Erinnerungen, die eine Band mit den Lesern teilt, vielleicht in der Hoffnung, endlich verstanden zu werden.
Die Biographie möchte keinen der vier in Schutz nehmen und als Lichtgestalt darstellen - naja, vielleicht doch, aber dazu später -, dieses Buch rotzt dem Leser vier Leben und einen Werdegang hin, den dieser erstmal schlucken muss.

Auffällig und vielleicht auch bezeichnend für BO und den Erfolg der Band ist, dass die Biographie sehr viel von Stephan erzählt, von seinem Vater, seiner Schwester Monica (Carmen bleibt außen vor und wird nur am Rande als geboren erwähnt), seiner ersten Frau Pia, von seinen Gefühlen, seinen Saufgelagen, seinen Schlägerein, seiner Band ... Nun kann man Stephan als arroganten Wich*** betrachten, der sich hier nur noch mehr profilieren möchte. Das steht ja jedem frei. Man kann aber auch ein bisschen weiterlesen und -denken und diesen Weidner von einer anderen Seite kennenlernen (als nicht BO-Fan, als Fan mag das anders sein). Von einer nachdenklichen, sensiblen Seite, von der kämpferischen Seite, von der Seite des kleinen Jungen, der Zuneigung und Anerkennung gesucht hat, der ein Zuhause und Akzeptanz brauchte, mehr nicht. Je weiter man liest, desto mehr versteht man die Texte, versteht manche Aussagen der Band, versteht auch, was die Trennung 2005 bedeutet haben muss.

Ebenso kann man plötzlich Kevin anders betrachten. Seine Geschichte macht nichts ungeschehen oder ungesagt, aber sie verdeutlicht den Menschen Kevin Russell, der auch eine Biographie hat, die stellenweise mehr als deutlich beschreibt und erklärt, warum er geworden ist, wie er ist.
Gonzo und Pe sind die beiden, die ein bisschen zurück und unbeachtet bleiben. Immer wieder gibt es kurze Einwürfe, dass sie auch mal etwas erlebt haben und dabei waren, aber ihre Gedanken und Gefühle treten hinter den starken Persönlichkeiten Stephan Weidner und Kevin Russell weit zurück. Da muss man sich andere Literatur suchen, um sich den beiden ein bisschen zu nähern.

Die Biographie ist aussagekräftig und lässt sich großteils flüssig lesen. Ob die Veröffentlichung im Eigenverlag die beste Idee war, darüber kann man streiten. Ich persönlich möchte hier und da gerne mal den Rotstift zur Hand nehmen, nicht nur wegen der Flüchtigkeitsfehler, auch einfach, um ein bisschen zu strukturieren oder die Sätze flüssiger zu machen. Hier und da werden Fragen aufgeworfen, die einfach nicht beantwortet werden. Trotzdem ist es eine gelungene Biographie, sehr offen und persönlich gestaltet, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und die dunklen Seiten zu verschweigen. Wenn Stephan jemandem auf die Fresse gehauen hat, dann wird das auch genauso geschrieben. Wenn Kevin sich H reingezogen hat, steht das deutlich auf den Seiten. Diese Blöße muss man sich auch geben, wenn das (neben anderen) Kritikpunkte sind, die der Band immer wieder vorgeworfen werden. Man hätte als offizielle Biographie auch vieles verschweigen können. Aber das haben die vier wohl nicht im Sinn gehabt.
Was fehlt? Wie es weiterging! Es ist definitiv Zeit, die Biographie zu erweitern - bzw. einen zweiten Band herauszubringen und die erste vielleicht noch einmal zu überarbeiten (ein schöner Ghostwriterjob im Übrigen ;) )

Fazit: Eine offene, ehrliche und sehr persönliche Biographie, die gar nicht oder nur ganz wenig geschönt ist, und leider Gonzo und Pe ein bisschen vernachlässigt.
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am 20. November 2010
Ich habe das Buch mittlerweile schon zwei mal gelesen und ich muss sagen, dass es mir persönlich schon fast schmerzte. Szenen, wie der eigentlich abgrundtiefe Absturz von Kevin Russell, werden so ehrlich rübergebracht, dass er einem leid tut und es schon schmerzlich zwickt.
Man wird schonlungslos in die harte und dreckige Wahrheit und Biografie der Onkelz mitreingerissen, beginnend nach dem Zweiten Weltkrieg und der Kinderheimzeit von Stephans Vater. Gewalt und Hass ziehen sich durch die Leben. Von allen.
Nach der turbulenten Schulzeit und Gründungszeit der Onkelz über die ersten Schritte auf der Bühne im JUZ Bockenheim... nichts wird ausgelassen oder ist zu derb, um es den Leser nicht wissen zu lassen.
Es wird ausführlich über die, ich entschuldige das Wort hiermit ausdrücklich, vera*sche der ersten Produzenten und deren Einschlag in die rechte politische Neigung erzählt sowie auch von den punkigen Anfängen als Band allgemein und die Skin-Zeit - beide Abschnitte ohne politische Prägung zur dortigen Zeit.
Weiter geht es über die ersten Anfeindungen der Medien. Es wird auf jeden Fall deutlich, wie schnell und einfach eine Zeitung den Blick auf die Dinge verschleiern und verdrehen kann und wie überaus einfallsreich manche Journalisten sind. Wie schamlos Medien sein können und wie ein schnell günstiges Opfer und Sündenbock für alles gefunden werden kann. Erschreckend, wie sehr der Journalismus sich teilweise auf sich selbst bezieht!
Auch wenn man an dieser Stelle sagen muss, dass die Dokumentation von falschen Zeitungsartikeln, Sendungen etc. teilweise übertrieben ist. Das ein oder andere weg zu lassen hätte dem Ganzen auch keinen Abbruch getan.

Viel privates Bildmaterial begleitet den "Gang" durchs Buch und unterstreicht vieles. Die Höhen und Tiefen der Mitglieder, allen voran Kevin und Stephan werden ehrlich detailliert rübergebracht.

Ich denke, dass es nicht viele Bandbiografien gibt, die mit dieser mithalten können in puncto Wahrheit und Abgrund. Viele Texte bekommen eine neue Eindringlichkeit, wenn man die Geschichte drumherum kennt. Ebenso merkt man die Gradwanderung zwischen Wahnsinn und Genie.
In diesem Buch sind keine leere Worte oder Entschuldigungen zu finden man bekommt Gründe und Backgroundwissen serviert. Ich glaube, an dieser Stelle die Aufforderung an die Kritiker zum lesen zu schreiben ist unnötig, weil sie es wohl kaum tun werden.

Als Verbesserungsvorschlag hätte ich einen neue Auflage, die bis zur Auflösung 2005 reicht, ebenso wäre meiner Meinung nach ein handlicheres Format besser gewesen.

Ansonsten kann ich es jedem empfehlen, Fan sowie auch den Gegnern oder neutralen.
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am 28. Januar 2003
Es gibt mehrere Gründe, sich dieses Buch zu Gemüte zu führen. Dass die komplette Wahrheit der Böhsen Onkelz enthalten ist, sehe ich persönlich eher als zweitrangig an.
Wesentlich wichtiger scheinen mir drei Dinge: zum einen die Tatsache, dass die Geschichte der Onkelz von so vielen musikhistorischen und gesellschaftlichen Phänomenen gekreuzt wird und so vielseitig ist. Querverweise zu allen möglichen Gebieten werden ermöglicht, was sich auch im Literaturverzeichnis wider spiegelt.
Zum zweiten ist es die positive Botschaft, die dem Leser mit diesem Buch vermittelt wird. "Egal, wie dick es kommt, es besteht in jedem Moment des Lebens die Chance, es zu verbessern."
Und zum dritten dadurch, dass jungen Menschen gezeigt wird, dass es sich lohnt, kreativ mit seinen Problemen umzugehen. Der Weg der Musik, von den vier Musikern aus der Nähe von Frankfurt am Main gewählt, ist nur einer von vielen, zeigt aber exemplarisch, dass "es geht".
Hält man sich diese drei Punkte vor Augen, wird man sich vielleicht auch bewusst darüber, dass die Polarisierung und die Schwarz/weiß- Malerei zu den Onkelz nichts anderes ist als vergeudete Energie. Alles, was man über die Band zu glauben weiß, geht an den eigentlichen Wirklichkeiten und Motiven der Bandmitglieder gnadenlos unter.
Somit ist dies ist ein Buch, dass von allerhöchster Relevanz für die Gesellschaft sowie speziell das Musikbusiness ist!
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TOP 500 REZENSENTam 23. November 2013
Selten wurde eine Band so von den Medien Boykottiert wie die Böhsen Onkelz und dennoch haben sie es geschafft in aller Munde zu sein, sich gegen die Medien aufzulehnen und dennoch Berühmt und Erfolgreich zu sein.
Man kann von den Onkelz halten was man will, aber was die Jungs da geschafft haben ist schon bemerkenswert.
Und wer sich nicht nur Oberflächlich mit diesem Phänomen auseinandersetzt der wird Feststellen, dass man nicht alles glauben soll was einem Vorgekaut wird, sondern dass man sich am Besten immer selbst ein Bild macht.
Und so wird man schnell merken, dass es gar nicht diese Rechtsradikale Band ist die nur Faschisten und Schläger hören, im Gegenteil es wird klar das sie sogar intensiv gegen Rechtsradikalismus vorgegangen sind und viele Lieder dagegen handeln.
Natürlich hat die Band eine dunkle" Vergangenheit, jedoch ist die Band immer offen damit umgegangen und hat nie etwas Totgeschwiegen und hat dies in ihren Liedern verarbeitet.
Für den Erfolg der Band ist sicherlich auch der Kampf gegen die Medien mitverantwortlich, die versuchten die Band zu manipulieren und zu ändern und nach dem Misserfolg die Gruppe mit allen (auch unfairen) Mitteln zu boykottierten.
Auch versteht man einige Lieder besser wenn man etwas mehr über die Band weiß und dann wird auch die Entwicklung der Band verständlicher. Hierzu kann ich das Buch Danke Für Nichts empfehlen, das Buch zeigt die andere Seite und bietet erschreckend offene einblicke in die Geschichte der Frankfurter.
Natürlich ist die Musik nicht für jeden geeignet und es gibt auch Lieder mit denen man nichts anfangen kann, allerdings kommen die meisten Lieder ehrlich ungeschönt und Hart rüber, so wie das Leben eben manchmal ist.
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am 6. Juli 2008
Am Anfang dachte ich noch:

Hm..., wird das eine Art "Werbebiographie"? Schließlich stellt das Buch von Edmund Hartsch das einzige seiner Zunft dar, welches von Böhse Onkelz als "autorisiert" gilt. Den Verdacht der Beschönigung fühlte ich gleich zu Beginn bestätigt: Dort stand auf Seite 53 eines ihrer Demolieder mit dem Refrain-Text: "Oi Oi Oi". Komisch. Ich kannte das Lied in einer Fassung welcher den Kehrreim "Deutschland den Deutschen" zum Inhalt hatte. Doch bereits wenige Seite später konnte mich den Autor eines besseren belehren: Die Ursprungsversion war tatsächlich so getextet - die andere eine später aufgenommene Variante.

Auch wie es dazu kam, dass ausgerechnet die z.T. Wehrdienst-Verweigernden Onkelz im Lied "Deutschland" den Refrain auf "Schwarz-Weiß-Rot" veränderten (und eben genau jene Live-Version sich auf unzähligen Kopien bis heute im Umkreis befindet) wird kenntnisreich eingegangen - ohne zu entschuldigen - aber auch ohne zu verdammen. Diese akkurate Gradwanderung gelingt Hartsch hervorragend, die mehr als nur reichlichen Abbildungen aus den verschiedenen Stationen der Bandgeschichte könnten zudem kaum plastischer dargestellt werden.

Der Sprachstil erinnert stark an die Lyrik der Onkelz: Brutales Gossendeutsch - wenngleich facettenreich variiert. Oder um es etwas "blumiger" auszudrücken: Der Autor hat anscheinend seinen "Dr. Thesaurus" in der Disziplin für Wörter wie "Scheiße", "Fresse" usw. gemacht;) Am Anfang wirkt dieser Stil etwas verstörend für ein Sachbuch, mit der Zeit merkt man jedoch, dass genau dieser Stil zur Geschichte der Onkelz am besten passt. Aber wie gesagt, kein Intellektuellendeutsch - wenngleich die unzähligen Onkelz-Hymnen und Klassiker mit ihren vieldeutigen Texten für "mehr" stehen - und in diesem Buch auch reihenweise exemplarisch abgedruckt werden. Dies ist besonders bei den ersten Alben sehr hilfreich, da man die z.T. sehr schnell gesungenen Texte endlich einmal ohne Zuhilfenahmen der Interpretation durch paranoide Medienwächter nachvollziehen kann.

Zum Thema Selbstzensur: Einige Textstellen wurden von den Onkelz selbst zensiert - andere von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften. Was etwas befremdlich wirkt: Eine Band wie die Onkelz, die lt. ihren eigenen Anspruch stets für Nonkonformität, Rebellion und Schnörkellosigkeit steht - und nun werden plötzlich einige Skinhead-Bands die - wenngleich auch nur indirekt - im Kontext zu den Onkelz stehen ausgeklammert und namentlich ausgeblendet? Warum? These 1: Schutz vor einer Indizierung des Werkes. These 2: Sie wollen keine "Werbung" für diesen hinter sich gelassen Abschnitt machen. Wie dem auch sei macht es das Lesen etwas schwerer - und so will ich an dieser Stelle mal nicht so sein: Die nicht genannte Band die in einer Strophe eine "Hasshymne" auf die Onkelz geschrieben hat ist die Berliner Band "Landser" (übrigens die erste Band in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland die es schaffte wegen ihrer Texten als "terroristische" Vereinigung eingestuft zu werden); immer wenn der Name einer "bekannten Düsseldorfer Glatzen-Combo" verheimlicht wird 'ist höchstwahrscheinlich die inzwischen aufgelöste Formation "Störkraft" gemeint. Fairerweise muss man anmerken, dass es über die ehemaligen Szenegenossen auch gemäßigtere Abgesänge auf die Onkelz gab (beispielsweise von "Oithansie") - und man mit Landser hier nun wirklich ein äußerst radikales Beispiel rezitierte.

Ja, was soll man sonnst noch über dieses Werk sagen: Es werden (fast) alle Fragen zu Leben, Umfeld / Milieu, Familie, Liebschaften, Verhältnis zu den Medien, Drogen, Gewalt und musikalischer / textlicher Weiterentwicklung geklärt. Die einzige Frage die ich mir stelle und so im Buch auch nicht beantwortet wurde ist, ob sich die Onkelz alte Tätowierungen haben überstechen lassen. Vielleicht eine Anregung für eine evtl. Neuauflage?

Auch die Drogenproblematik von Kevin Russell wird intensiv behandelt. Mir war nie bewusst wie tief die Onkelz gesunken waren. Ich musste mir nach dem Lesen dieses Werkes gleich noch mal Lieder wie "Hast Du Sehnsucht nach der Nadel", "Dick und Durstig" oder die verarbeiteten Erlebnisse aus dem Album "Ein böses Märchen...'" anhören. Unglaublich wie autobiographisch dieser Lieder doch tatsächlich gehalten sind!

Zum Abschluss möchte ich zum Thema Böhse Onkelz im Kontext zu tatsächlichem und vermeintlichem Rechtsextremismus noch zwei persönliche Konzerterlebnisse anschneiden:

Konzert 95 in München (Terminal): Viel Polizei und Krankenwagen, ein kleiner Block mit Glatzen die "Ausländer raus" schrien stand der überwältigen Mehrzahl von "Normalos" mit den Gegenparole "Nazis raus" vor dem Eingang gegenüber, zu Schlägereien kam es nicht oder wenn dann nur in so kleinen Maßen, dass ich es gar nicht mitbekommen habe.

Konzert 98 in München (Olympiahalle): Quasi "glatzenfrei", am Eingang wurde etwaige politische Embleme auf den Jacken kontroliert bzw. darauf geachtet ob Springerstiefel, Rangers mit Stahlkappen etc. getragen wurden - es kam sogar vor, dass hier Besucher ihre Schnürsenkel "aus Sicherheitsgründen" abgeben mussten! Einen kleinen Eklat gab es dann noch als die Onkelz das Lied "Ohne mich" anstimmten: Während bei der ersten Strophe noch reichlich gepogt wurde ("ANTIFA, Du kannst mich mal'") konnte bei der zweiten Strophe ("und hier ein paar Worte an die rechte Adresse'") eher das Gegenteil beobachtet werden: Auf einmal kam es auf der "Tanzfläche" fast zum Stillstand und es flogen vereinzelt Plastikbecher. Einer der Onkelz hat daraufhin zum Mirko gegriffen und sinngemäß in bester Onkelz-Tradition bei weiteren Störungen "auf die Fresse" angekündigt. So soll es sein. Ist ja schließlich kein "Toten Hosen" Konzert;)

Fazit: Es gibt meiner Meinung nach auf dem deutschen wie internationalen Markt keine besser recherchierte Onkelz-Biographie.

Explizit wird erwähnt, dass die im Rahmen der bis dato 24-jährigen Bandgeschichte nur lächerliche drei Jahre der Skinhead-Szene zuzuordnen sind, die Wurzeln der Onkelz im Punk fußten und dies alles einer Zeit entsprungen war, bei der es bei weitem noch nicht die heutige extreme politische Polarisierung gab. Auch die aussagekräftigen Zwiegespräche mit Vertretern der veröffentlichen Meinung zeigen überdeutlich, dass die Onkelz was Parteipolitik und Ideologie betrifft quasi apolitisch waren und sind - wenngleich einige Texte nicht einer sozialkritischen Grundlage entbehren. Das einzige was man dem Autor vorwerfen kann ist, dass ab und an seine eigene politische Haltung zu sehr durchschimmert und nicht wirklich großartig zwischen einem gemäßigten (und für alle anderen Länder außer Deutschland völlig normalen) Patriotismus und chauvinistischem Nationalismus unterschieden wird. Man wirft ja schließlich auch keine Sozialdemokraten gleich mit Bolschewisten in den gleichen Topf. Ansonsten: Uneingeschränkt empfehlenswert.

Nachschrift: Da das Werk nur bis in das Jahr 1997 hineinreicht ('"Live in Dortmund"', Studioalbum '"E.I.N.S."') - und die letzten Jahre bis zum letzten Studio-Abschiedsalbum "Adios" fehlen - sollte Martsch unbedingt über eine entsprechend aktualisierte Auflage nachdenken. Ich würde mir dieses Buch dann gleich noch mal kaufen.'

Nachschrift 2: Als Soloprojekt von Stephan Weidner leben die Onkelz unter der wahnsinnig aussagekräftigen Bezeichnung "Der W". weiter...
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am 19. September 2003
Die Geschichte der umstrittensten Band Deutschlands ist zumindest den Fans wohl sehr bekannt - falsch! Nach der Lektüre dieses Buches ist man schlauer, als man vorher je hätte ahnen können.
Davon ausgegangen, dass man den Mut mitbringt, seine Meinung über die Onkelz ändern zu müssen, sollten alle, die über das Thema Onkelz etwas sagen möchten (Schüler: Referate, Journalisten: Zeitungs-/Magazin-Artikel) hier zuschlagen, denn dann es ist unerlässlich, sich über die Band zu informieren. Mit der Biografie, die in einer solchen Form noch nie dagewesen ist, geht das natürlich am besten.
Beschönigt ist hier bestimmt nichts, dafür sind die Onkelz viel zu glaubwürdig. Sie bestätigten 1996 nach ihrer Tournee, dass hier die ganze Wahrheit enthalten ist und dass auch ihre Eltern nach der Lektüre wohl die ein oder andere Träne vergossen haben werden. So war's - und nicht anders.
Die beste Bio, vom besten Autor!
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am 2. November 2004
Das Buch ist ein Muß für jeden Fan der Böhsen Onkelz- so viele Fakten so gut zusammengetragen kriegt man sonst nirgendwo!
Das Buch beschreibt die Geschichte der Band in den ersten 17 Jahren, beschreibt die Kindheit/ Jugend der Mitglieder. Auch die Skinhead- Zeit wird genau beschrieben...
Man kriegt in dem Buch viele interessante Bilder zu sehen, viele davon sind sonst nirgendwo veröffentlicht.
Jedenfalls freue ich mich schon tierisch auf die Fortsetzung des Buches, ich hoffe, dass es wirklich geschrieben und veröffentlicht wird...
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