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Kundenrezensionen

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am 30. Dezember 2014
Das Buch von Pankaj Mishra öffnet den europäischen und amerikanischen Lesern die Augen und weitet den Horizont. Mit überaschend vielen Quellen und Zitaten eröffnet es eine asiatische Sicht insbesondere auf das 19. und 20. Jahrhundert. Es zeigt auch auf, dass die laizistische Interpretation des Islam, die diesen anderen Religionen gleichstellt, diesem und seinen Zielen nicht gerecht wird. Auch die derzeitige Entwicklung in der Türkei kann man besser verstehen, wenn man Pankaj Mishra gelesen hat. Dieses Buch kann man allen Politikern und Geschäftsleuten nur wärmstens empfehlen. Für mich ist es das beste Buch, das ich in 2014 gelesen habe.
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Pankaj Mishra vollzieht einen für das Verständnis islamischer und asiatischer Staaten notwendigen Blickwechsel auf die Weltgeschichte, stellt in biografischen Essays die für ihre Zeit ungewöhnlich fortschrittlichen Denker Dschamal ad-Din al Afghani (1838-1897) und Liang Qichao (1873-1929) vor und vermittelt eindringlich den Eindruck der Demütigung muslimischer Staaten durch "den Westen", der Grundlage des Verständnisses aktueller Konflikte zwischen westlichen und muslimischen Staaten ist.

Wer sein Globusmodell in Bewegung setzt, um Geschichte einmal von der anderen Seite der Weltkugel aus zu betrachten, muss zwangsläufig aus anderer Perspektive urteilen. So ist für Pankaj Mishra nicht der Zweite Weltkrieg der prägende, "große" Krieg, sondern die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Japan und China (die zwischen 1937 bis 1945 allein 3,5 Millionen Tote forderten). Japans militärische Überlegenheit hatte nicht nur politische und militärische Bedeutung, sondern ebenso geistig-moralische. Aus dem Blickwinkel Asiens fand 1904 die entscheidende Seeschlacht von Tsushima zwischen Russland und Japan um die Herrschaft über Korea und die Mandschurei statt. Japans Sieg beendete die Unbesiegbarkeit "der Weißen" und führte zu einem Domino-Effekt, der schließlich auch das Selbstbewusstsein der muslimischen Länder Vorderasiens hob.

Neben zahlreichen essayistischen Splittern zum Ost-West-Verhältnis konzentriert sich der gebürtige Nordinder Mishra in seinem Buch auf zwei beispielhafte Denker und Erneuerer. Dschamal ad-Din al Afghani zählte als Katalysator für den Wandel zu den Gründern der islamischen Moderne und repräsentiert eine gebildete Klasse, deren Modernisierungsbestrebungen den herrschenden (religiös gebildeten) Eliten zu weit gingen. Der gebürtige Perser war in der Lage, als Religionskritiker den Islam in neuen Kontexten zu sehen. Er wurde zum Gründer des ägyptischen Journalismus (bereits 1875 wird die Zeitung Al-Aham gegründet). Interessant fand ich, dass der unabhängige Denker schon zu seiner Zeit Merkmale definierte, die bis heute das wirtschaftliche Wachstum nordafrikanischer Staaten behindern und damit ursächlich für die aktuellen Krisen dieser Länder sind: die Paukschule (obwohl damals unter westlichem Einfluss der Kolonialmächte organisiert), mangelndes Interesse an Naturwissenschaften und an Ereignissen in der übrigen Welt, das Fehlen einer kritischen Presse, eine verarmte, unzufriedene Unterschicht, regiert von einer korrupten Führungsschicht.

Liang Qichao (1873-1929) inspirierte als erster moderner Intellektueller, Gelehrter und Reformer Chinas mehrere Generationen von Denkern. Liang wird zum Tode verurteilt, flieht aus China nach Japan und wird dort der berühmteste Intellektuelle. Zahlreiche chinesische Studenten können zu Beginn des 20. Jahrhunderts beim Studium in Japan die ersten Erfahrungen mit westlichen Kulturen und Werten machen. Erst wer Kontakte zu anderen Ländern pflegt, muss die Überzeugung infragestellen, das eigene Land sei die Mitte der Welt. Die intellektuelle und politische Atmosphäre des 19. und frühen 20. Jahrhunderts in Asien und die Probleme der heterogenen asiatischen Staaten stellt Mishra sehr lebendig dar.

Bekannter als die og. Vordenker ist als Literaturnobelpreisträger von 1913 Rabindranath Tagore. Er vervollständigt die Reihe scharfsinniger Beobachter zu seiner Zeit von Europäern beherrschter asiatischer Staaten. Tagore hatte keine antiwestliche Einstellung, lehnte aber wie Gandhi den institutionalisierten, bürokratisierten und militarisierten Staat ab.

Pankaj Mishra charakterisiert - an Leser aus dem Westen gerichtet - aus asiatischer Sicht eindrucksvoll historische Ursachen der Krise der islamischen Welt und richtet den Blick auf zwei bisher wenig bekannte Reformer aus dem Persien des 19. Jahrhunderts und aus China zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

+++ Gratisexemplar +++
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TOP 500 REZENSENTam 3. März 2016
Das ruhmreiche britische Kolonialreich sah aus der Sicht der Unterdrückten ganz anders aus. Die Lords in ihren Manor Houses hatten es gut, aber die Inder zahlten dafür mit Hunger und Armut, die Chinesen mit erzwungener Opium-Sucht und die Araber mit der Zerstückelung ihrer Heimat, die uns heute als Syrien- und Irak-Krieg allen um die Ohren fliegt, man bedanke sich bei der britischen Kolonialbehörde und den Herren Sykes und Picot. Erstaunlich wie sich England aus seiner historischen Schuld schwindeln und sie einer hilfsbereiten Angela Merkel in die Schuhe schieben kann.
R Opelt, Autor (Im Schatten des Kriegers)
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am 15. Dezember 2013
Das Buch von Herrn Mishra ist ein wunderbarer Spiegel, eine wunderbare Erklärung, ein fehlender Blick auf diese Welt. Es ist eine Eröffnung für den Leser und es wirft viele Fragen auf. Es gibt viele Antworten. Man muss sich selbst identifizieren. Als Europäer, als Mensch aus der westlichen Welt, muss man "Demokratie" neu/anders definieren. Dieses Buch hallt nach. Man kann es nicht ins Regal stellen und sagen: "Oh! Nun weiß ich, wie man in Asien denkt und fühlt. Das ist aber schön." Ich habe mich ertappt, die Engländer seitenweise zu hassen, die Franzosen seitenweise zu hassen, die Europäer zu verdammen. Dann - und das beschreibt einen identischen Verlauf der beschriebenen Protagonisten - hätte ich gerne eine indische Identität gehabt, um wieder bei meinen Wurzeln zu landen. Dieses Buch zeigt zwischen den Zeilen auf, wo man tatsächlich steht, wenn man in der westlichen Welt steht. Das merkwürdige Gefühl bleibt bis zum Ende des Buches: Glücklicher sind wir durch Ausbeutung nicht geworden. Das Schöne an dem Buch bleibt das Unterlassene: Herr Mishra hebt nicht den Finger. Er verurteilt nicht. Er verdammt nicht. Er will nicht erobern, überzeugen, verkaufen, anbieten, rekrutieren.
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am 5. Mai 2014
Im Angesicht des Aufstieges Asiens in die moderne Weltwirtschaft und Weltpolitik eine bemerkenswerte Zusammenstellung der wichtigsten Ereignisse aus asiatischer Sicht. Das Buch ist ein Muss für jeden Europäer, der sich mit Asien heute auseinandersetzt. Es wird beim Leser das Ende einer eurozentrierten Sichtweise einleiten. Das Buch ist leicht lesbar, übersichtlich, weist einen sauberen Literaturnachweis auf und endet mit einem guten Nachwort von Detlev Clausen.
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am 12. März 2014
Eine sehr gute Rezension zu dem Buch hat Necla Kelek geschrieben. Mishra spricht den Orient einseitig von jeder Schuld frei und stellt den Islam als wichtige Waffe gegen die "Imperialisten" dar ...

"Ihm ist die klammheimliche Freude anzumerken, mit der er immer wieder seine Stichwortgeber – "den Westen", "die Zivilisation" oder "Europa" – für alles verantwortlich machen lässt, was zum Untergang der asiatischen Reiche beigetragen haben soll.
...
An vielen Stellen kippt der aufklärerische Anspruch des Autors so ins Ideologische, wird die Darstellung einseitig und fragwürdig. Seine Darstellung der Gesellschaften Asiens ist selektiv. Mishra schreibt weder von der Tyrannei der Osmanen, der Despotie indischer Mogule oder dem Rigorismus chinesischer Kaiser.
...
Das ist das Enttäuschende an diesem Buch. Mishra – selbst kein Muslim – kommt nicht darüber hinaus, was der islamische Gelehrte Abdelwahab Meddeb als "Die Krankheit des Islam" bezeichnet. "Es ist das Ressentiment desjenigen, der nur noch auf die Stunde der Vergeltung wartet."

Aufschlußreich ist die subtile Art, mit der der Autor seine Weltsicht sprachlich zu vermitteln sucht.
Mishra schreibt über den türkishen Genozid an den Armeniern nur einen Satz: "Zermürbt von armenischen Nationalisten im Osten Anatoliens, deportierten die Türken 1915 gnadenlos Hundertausende von Armeniern – ein Vorgehen, das ihnen später den Vorwurf des Völkermords einbrachte."
Der Autor legt uns – so lese ich das - mit dieser Formulierung nahe, dass die Armenier ihre Deportation provoziert haben müssen und die Türken gar nicht anders konnten. Und natürlich ist alles nur ein "Vorwurf", was heißt, es ist noch lange nicht bewiesen. So würde Erdogan es auch sagen.
(...)
Ich habe mich gefragt, warum dieses Buch ausgerechnet mit einem Preis für "Europäische Verständigung" ausgezeichnet wird, denn auf Verständigung, gar Versöhnung scheint es der Autor nicht anzulegen. Im Gegenteil, er teilt die Welt in Gut und Böse. Die Juryentscheidung kann ich mir nur aus dem Überdruss der europäischen Intellektuellen an der eigenen Gesellschaft und der eigenen Geschichte erklären.

Mishra liefert nachträglich die intellektuelle Rehabilitierung der gescheiterten Politik der anti-imperialistischen Linken, die jetzt in Universitäten und Medien über postkoloniale Politik referieren. Das mag bei dem einen oder anderen Jurymitglied biografische Erinnerungen geweckt haben. Der beredte Versuch, den politischen Islam und den organisierten Islamismus als nicht-europäische Idee, als antikoloniale und damit moralisch akzeptable Kraft darzustellen, halte ich nicht nur politisch für falsch."

Erschienen in der Welt am 11.03.2014
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am 20. Februar 2016
Hab das Buch eher zufällig in die Hände bekommen und fande es von Anfang an super. Nach der Lektüre habe ich nun einen weiteren Blick auf Asien.
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am 8. Juli 2014
Ich habe das Buch mit großem Interesse und großer Erwartung zu lesen begonnen, wurde aber schwer enttäuscht. Der Autor gibt vor, den Wiederaufstieg Asiens erklären zu können. Was er liefert, ist aber nur ein krampfhafter Versuch, seine eigene Zunft - die de Schreiberlinge - mit fremden Federn zu schmücken. Dafür muss er zuerst die Welt nach seinen Bedürfnissen hinbiegen. So beginnt für ihn die Weltgeschichte ca. 1600, die Welt besteht nur aus Eurasien und Ägypten, und selbst der Buchdruck ist erst eine Folge des westlichen (für ihn fast gleichbedeutend mit britischen) Imperialismus. China hat das Papier und das Schießpulver nicht erfunden, sondern per Geburtsurkunde mitbekommen, innere Kriege gab es dort selbstverständlich auch nie. Das Osmanische Reich und das Mogulreich in Indien sind nicht durch Eroberung und Kolonisierung entstanden, sondern durch freiwilligen Zusammenschluss der dort lebenden Menschen. Einen Konflikt zwischen Muslimen und Hindus hat es in Indien selbstverständlich auch erst nach der Kolonisierung gegeben. Die Europäer wurden erst nach der Demokratisierung mächtig und kamen auch erst durch die Demokratie auf selbstsüchtige Gedanken. ... Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Dem Autor fällt der Widersinn seiner Argumentationen nicht einmal dann auf, wenn er sie gerade selber ad absurdum führt. So taucht irgendwann am Rande ein marodes spanisches Weltreich auf, dessen Herkunft nicht erklärbar scheint. Er ist sich auch nicht zu schade, seine Zeugen Ereignisse treffend kommentieren zu lassen, die sich erst fünfzig Jahre nach ihrem Tod zutrugen. Gegen Ende des Buches werden die Belege immer mehr zur Mangelware und durch pseudophilosophische Gedanken im luftleeren Raum ersetzt.

Dieses alles ist sehr schade. Der Anspruch des Buches war eigentlich hoch. Auch ist die Darstellung der Ereignisse in der Folge des ersten Weltkriegs sehr interessant. Aber seine merkwürdige These, die Schreiberlinge wären alleine für den Lauf der Welt verantwortlich, macht ihn für vieles blind, etwa die Auswirkungen der beiden Weltkriege sowie das rapide Bevölkerungswachstum Asiens in den letzten hundert Jahren. Es wäre zu wünschen, dass sich irgendwann ein kompetenter Autor aufmacht, das Thema zu behandeln. Da möchte ich mich schon mal in die Bestellliste eintragen.

PS: Wie ich dem Bucheinband und den Rezensionen auf dieser Plattform entnehme, gibt es jede Menge studierter Menschen, die dem Autor auf dem Leim gegangen sind - beschämend.
11 Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Oktober 2015
Das Buch ist für Studierende und Experten sehr informativ, aber für den 'normalen' Leser zu detailreich, man braucht zu viel Hintergrundwissen
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am 6. Januar 2014
Auf beeindruckende Weise wird die Sicht Asiens auf den Westen aufbereitet. Als Europäer wird mir ein Weg gezeigt, die Geschichte und die Gegenwart der östlichen Hemisphäre dieses Planeten besser zu verstehen. Es eröffnen sich neue Möglichkeiten der Kulturen für das so wichtige friedliche Miteinander.

Grüße

Euer KD
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