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TOP 1000 REZENSENTam 29. August 2012
Im Gefolge der Subprimekrise von 2007 am us-amerikanischen Immobilienmarkt brach 2008 die sog. Weltfinanzkrise aus.

Die veröffentlichte Meinung aus Politik und Massenmedien (wie der Name schon sagt, für die Massen und deshalb gefilterte Nachrichtenverbreitung) hatte sehr schnell die Schuldigen ausgeguckt: Marktwirtschaft - Turbokapitalismus - gierige Finanzmarktakteure - unregulierte Märkte etc.

Unter dem Applaus der Claqueure der Massenmedien und weiter Teile des Publikums agierten Politiker mit einem Aktionismus, der seines gleichen sucht. Die Chance wurde ergriffen, um zu demonstrieren wir - die Politik - sind die Retter und ohne uns, dem Primat der Politik, geht alles den Bach hinunter. Die angeblich unabhängigen Zentralbanken legten alle Hemmungen ab und überschwemmten die Märkte mit Liquidität, ungeheuerliche Banken-Rettungsschirme für systemische Banken wurden aufgelegt, vollmundige Garantien für Spargroschen verkündet (wobei dies kein Politiker kann, es sei denn, er lässt die Notenpresse rotieren) u. a. m. Selbstverständlich meldeten sich auch die üblichen politischen Etatisten lautstark mit Forderungen, wie: Verstaatlichung von Banken, Versicherungen und Industriekonzernen zu Wort.

Aber war dieses scheinbar so kraftvolle Agieren der Politik sinnvoll? Waren die Maßnahmen überhaupt durchdacht? Und wurden überhaupt die Ursachen, weshalb es zur Krise kam untersucht? Oder wurden nicht doch nur Schnellschüsse ins Dunkel abgefeuert, natürlich flankiert durch Stellungnahmen staatlich bezahlter Fachleute?

Die Autoren dieses Bandes stellen solche Fragen, untersuchen, wägen ab und antworten. Und ihre Antworten sind regelmäßig andere, als wie diese im täglichen Mainstream der Massenmedien breitgetreten werden.
Die Autoren kommen nämlich zu dem Schluss, dass es sich bei Subprime-/Finanzkrise keineswegs um Marktversagen handelt, sondern um ein eklatantes Staatsversagen - keine Krise der Marktwirtschaft (fälschlich real existierender Kapitalismus genannt, obwohl wir bisher nicht im Kapitalismus gelebt haben), vielmehr eine Krise der anmaßenden Politiken, z. B.
- der Community Reinvestment Act:
Allen Amerikanern, egal welcher Bonität, ihr Häuschen zu verschaffen, dies war das Ziel. Die Banken wurden durch den Gesetzgeber zur Vergabe von Immobilienkrediten an Bonitätsschwache und Leute bar jeder Bonität gezwungen. Die Politik schuf den Subprime-Markt und ließ zu, dass die Banken die giftigen, unsicheren Kredite entsorgen konnten. Jene Kredite wurden gebündelt und als "Wertpapiere" an Dumme und Leichtgläubige weltweit verkauft;
- solche Dummen - nämlich für ihre Partei verdiente Politiker - saßen auch zuhauf in europäischen Finanzhäusern, z. B. in den deutschen Landesbanken und diese Politiker sorgten für die de facto Versenkung jener Banken;
- die Politik hatte mittels den von ihr selbst fabrizierten und weltweit geltenden Regulierungen (z. B. Basel I und II) dafür Sorge getragen, dass alle international tätigen Banken in die gleiche Risikorichtung tendieren mussten;
- die Politik hatte mittels Regulierungsvorgaben klar festgelegt, dass Staatsanleihen per se sicher sind, eine Bank brauchte beim Ankauf einer Staatsanleihe keinerlei eigenes Risikokapital zu unterlegen. Ergebnisabhängige Bankmanager mussten dem folgen und der Weg für ein hemmungsloses Wachsen der Staatsschulden war geebnet;
- und etliche Mätzchen und Scherze mehr erlaubte sich die politische Kaste aus allen Parteifarben.

Die Autoren dieses Bandes legen hier kraftvolle Analysen vor, alle auf guter Basis ruhend, logisch, mitunter auch frech und provokant formuliert bürsten die Beiträge dieses Bandes wohltuend gegen die vom Staat gewünschte veröffentlichte Meinung.

Fazit: Auch Subprime- und Weltfinanzkrise gehen, natürlich wie fast alle Kamalitäten der letzten 100 Jahre, auf Fehler - leider auch sehr anmaßende Fehler - der "Primaten der Politik" (Parlamente, Regierungen bzw. ihnen nahestehende Kombattanten) zurück. Und lasse ich die letzten Jahre Revue passieren, dann stelle ich fest: Politiker sind leider lernunfähig, die wenigen Ausnahmen, die es gibt, bestätigen leider nur die Regel!
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 3. Dezember 2009
Dieses kleine Bändchen ist für jeden, der abseits gängiger marktfeindlicher und politikgläubiger Stereotype und antikapitalistischer Mythen auf der Suche nach ehrlichen und durchdachten Analysen und Gegenstrategie-Entwürfen zur gegenwärtigen Krise (und ihrer Verschlimmerung durch politisches Handeln) sucht, eine wahre Perle! Insbesondere in Deutschland, dem Land der Staatsvergottung, wünschte man diese Anthologie in die Hände sämtlicher Abiturienten und Studienanfänger, damit sie den "second hand-Dealern" bizarrer mainstream-Ideologien nicht wehrlos ausgeliefert sind! Fünf Sterne für diese brillant zusammengestellte und gerade auch für Laien sehr verständlich und nachvollziehbar aufgebaute Aufsatzsammlung sind eigentlich zu wenig!
12 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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