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am 21. Mai 2018
„Wir brauchen unser eigenes Urteilsvermögen, wir müssen uns im kritischen Denken üben“ („Aufstehen statt wegducken“, S. 95)
Dieses Maas-Zitat hat mich ermuntert, die nachfolgende Rezension zu schreiben.
So wie es für Albert Camus nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem, den Selbstmord, gab, so gibt es für Heiko Maas (im Folgenden: HM) nur ein wirklich ernstes politisches Problem, die Rechten. HM (SPD) war von 2013 bis 2017 Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz. Seit dem 14. 3. 2018 ist er Außenminister und gehört damit weiterhin zu denen, die in der BRD politisch der Fall sind. Schon vorher, aber seitdem verstärkt positioniert sich HM mit massenmedialer Schützenhilfe als einer, der wegen Auschwitz Politiker geworden sei.
Auch in „Aufstehen statt wegducken“ (im Folgenden: ASW) liest man diese moralische Selbstadelung mithilfe des dunkelsten Kapitels innerhalb der dunkelsten Phase der deutschen Geschichte (S. 35; vgl. 123, 169). So immunisiert sich HM gegen so ziemlich jede Kritik. Darüber steht eigentlich nur noch die göttliche Berufung, wie sie Mose nach dem Buch Exodus, Kapitel 3, oder Mohammed nach der Prophetenvita des Ibn Hischām zuteilwurde. Da über ASW schon viel geschrieben worden ist, beschränke ich mich in lockerer Aneinanderreihung auf dasjenige, was mir besonders aufgefallen ist. Ich verzichte weitgehend auf eine Kritik der stereotypen Passagen, in denen HM sich an der AfD und Donald Trump (z.B. S. 210–212) abarbeitet. Sprachliche Geschmacklosigkeiten wie „Pegida für Pimpfe“ (S. 76, über eine subversive Aktion der Identitären) mögen hier ebenso auf sich beruhen wie der politiktaktische Dekalog, der ASW abschließt (S. 228–231).

Das Buch beginnt, ähnlich wie eine Predigt oder Ansprache, mit einer narrativen Einleitung (S. 9–11). Dieses Darstellungsmittel ist vielleicht dem Schriftsteller Michael Ebner (im Folgenden: ME) zu verdanken, der als Mitverfasser zeichnet; denn schon in der Antike wusste man: Verba docent, exempla trahunt. HM erzählt von einem Erlebnis am 1. 5. 2016, als seine Rede auf dem Maifest des DGB in Zwickau von „Rechten“ (eine Art Definition auf S. 15) massiv gestört wurde. Leider fehlt jede Analyse der Vorgeschichte und Hintergründe. Stattdessen inszeniert sich HM als Fels des Guten in der Brandung des Bösen. In auffälliger Häufung begegnen konnotativ geladene Begriffe wie „Geflüchtete“, „Rechtsradikale“, „besorgte Bürger“ (S. 9); „frauenverachtende Sprüche“, „Hass“, „die Naziparole ‚Volksverräter‘“ (S. 10); „Hassparolen“ (S. 11) – das übliche Repertoire also, das das ganze Buch bis zum Überdruss wie ein roter Faden durchzieht. ‚Volksverräter‘ ist kein Terminus, den die Nazis erfunden haben; er begegnet schon im 19. Jahrhundert und keinesfalls nur in nationalistischen Texten. Die Erwähnung gleich am Anfang geschieht nicht ohne Berechnung: ‚Volksverräter‘ war das Unwort des Jahres 2016. Auch der Hinweis, den die Genossin Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin Zwickaus, HM in ärgster Bedrängnis zuraunte, „an ihrem Haus seien schon Scheiben eingeworfen worden“ (S. 11, wohl am 13.1.2016), suggeriert den besorgten Lesern: Das Böse kommt auf lauten Sohlen. Wer kann es bannen?
Auf diese Frage gibt es zunächst keine Antwort. Dafür legt HM seinen westlichen Kulturmanichäismus dar: Den Weltoffenen und Toleranten (also Guten), die die „offene vielfältige Gesellschaft“ (S. 179) verkörpern, stehen diejenigen gegenüber, die „Abschottung, eine Rückkehr zum Nationalismus und Ungleichwertigkeit“ (S. 12) vertreten. Dass die Letzteren die Bösen sind, ergibt sich auch daraus, dass Heinrich Bedford-Strohm den Nationalismus 2017 zur Sünde erklärt hat. Das wiederum kann nur bedeuten, dass jene Guten, obwohl moralisch höherwertig, „von der Gleichwertigkeit aller Menschen“ (ebd., auch S. 148, 215) überzeugt sind. HM veranschaulicht diese Erkenntnisse so: Böse Herrscher wüten in den USA, in Ungarn und Polen, Nationalisten bzw. „Rechtspopulisten“ (S. 13) in GB, Frankreich und den Niederlanden. Opfer sind „Muslime und Einwanderer“ (S. 13, ähnlich S. 16 u.ö.) – eine irreführende Formulierung, weil es überwiegend die Einwanderung aus islamischen Ländern ist, die auf Skepsis stößt. Der Nationalismus ist, wie HM in seinem Dithyrambus auf die Europäische Union (S. 196–208) immer wieder betont, das Haupthindernis für „das europäische Friedensprojekt“ (S. 203, 227; vgl. S. 197, 215). Warum andererseits aus der millionenfachen Zuwanderung aus Afrika und dem Vorderen Orient, also von Nichteuropäern, keine Gefahr für das Zusammenwachsen Europas erwachsen könnte, begründet HM nicht (s.u.). Leute, die das zur Diskussion stellen, gelten als „Europa-Feinde“ (S. 202). Ohne eine „soziale Vereinigung Europas“ (Rolf Peter Sieferle, Epochenwechsel. Die Deutschen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, Berlin 2017, S. 278) wird ein paneuropäischer Großstaat aber auch ohne bitterböse Rechte schnell zu einem finanzmarktkapitalistischen Unstaat werden – eben zu dem, was HM als neoliberal bezeichnet und ausdrücklich nicht will (S. 99, 106 u ö.). Bei diesem Fragenkomplex herrscht erheblicher Klärungsbedarf. Das, was in ASW dazu auf S. 219 steht, reicht nicht.
Klischeehaft fällt, kaum erstaunlich, die Charakteristik der Neuen Rechten aus (S. 13–15). Die Vorstellung, dass „nicht alle Menschen gleich seien, sondern der Wert eines Menschen von dessen Hautfarbe, Herkunft oder Religion abhänge“ (S. 15, ähnlich S. 148), begegnet auch bei sarazenischen Autoren. So bezeichnet Ibn Khaldûn Christen aller Schattierungen als Ungläubige, die man vor die Wahl stellen solle, zum Islam überzutreten, die Ḏimma-Steuer zu zahlen oder eines gewaltsamen Todes zu sterben (Muqaddimah I, 3, 31). Bei HM ist es allerdings nur der Islamismus, der eine Bedrohung darstellt (ASW, S. 13, 20, 154–159 u.ö.), von einer „Islamisierung des Abendlandes“ (S. 16, 149 u.ö.) will er nichts wissen. Obwohl HM betont, der muslimische Bevölkerungsanteil in der BRD betrage nur „knapp sechs Prozent“ (S. 16), erwähnt er keine Religionsgruppe so häufig – wegen der „Muslimfeindlichkeit“ (S. 160), die allerdings nur eine Minderheit der Deutschen hegen soll? Die Gefahrenpotenziale des Linksextremismus spielt HM wie seine Genossin Manuela Schwesig erwartungsgemäß herunter (S. 20, 24).
Da HM sich als katholischer Christ versteht und gleichzeitig modisch-islamophil wirkt, müsste ihn die Interpretation jener Stelle bei Ibn Khaldûn eigentlich beschäftigen; denn sie spiegelt keinesfalls die Ansicht eines islamischen Außenseiters wider. Eine Probe der hohen Auslegungskunst von HM und ME, mindestens auf Katholikentagsniveau: Die neutestamentlichen Weihnachtserzählungen schildern das Schicksal einer „Flüchtlingsfamilie“ (S. 36). Die eignen sich aber nicht für die tagespolitische Instrumentalisierung, weil sie die Erfüllung alttestamentlicher Weissagungen dartun sollen. Matthäus berichtet von der Flucht einer ganz besonderen Familie, nicht von Massenmigration (vgl. S. 84): „… die biblische Flucht der Heiligen Familie betraf nicht Millionen, sondern drei verfolgte Personen“ (Wolfgang Ockenfels in: Merkel. Eine kritische Bilanz, hrsg. v. Philip Plickert. München 2017, S. 47). Und ohne die heilsgeschichtlich unausweichliche Heimkehr, falls Maria, Josef und das Christuskind in Ägypten geblieben wären, wohlversorgt aus „Fleischtöpfen“, wie es ganz unvegan im Buch Exodus, Kapitel 16, Vers 3 heißt, würde der ganze Rest des Matthäusevangeliums gar keinen Sinn mehr ergeben. Na ja, HM nimmt „2000 Jahre alte Schriften“ eben „nicht Zeile für Zeile wörtlich“ (ASW, S. 152).

Klassische Rechte gelten saisonal als überwiegend ungebildet, ordinär und abgehängt. Da dieses Klischee wieder einmal langweilig geworden ist, ist in der Antifa-Literatur seit einigen Jahren von „Neonazis in Nadelstreifen“ (so der Titel einer Aufsatzsammlung) oder „Bürgerlichen Scharfmachern“ (so der Titel eines Buches von Andreas Speit) die Rede, die die ‚Mitte der Gesellschaft‘ zu erobern trachteten oder – o Grauen! – schon erobert hätten. Dergleichen wollte man mir auf Veranstaltungen der Grünen und des VVN schon in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts weismachen – welch wundersame Wiederkehr des Gleichen. HM knüpft an diese Sichtweise an und schreibt: „Demagogen und Extremisten im Biedermannkostüm“ (S. 22). Zugleich hat HM die Gebildeten als Zielscheibe entdeckt: Die führenden Kräfte der Neuen Rechten, so der Meister des geschriebenen Wortes, kommen „selbst aus der Elite“, und „im Berliner Abgeordnetenhaus sitzen in keiner anderen Fraktion mehr Abgeordnete mit Doktortitel als in der AFD-Fraktion“ (S. 100). Potzblitz! Eine erfolgreich abgeschlossene Promotion gilt als Indikator für eine faschistische Gesinnung. Das schreibt einer, der selbst keine vorzuweisen hat und in einem Milieu zu Hause ist, in dem originelle geistige Leistungen offenbar so selten sind, dass seine Amtsnachfolgerin Katarina Barley auf ihrer Homepage betont, ihre Promotion sei „ehrlich recherchiert“, sie habe sie „ganz alleine geschrieben“ – Glückwunsch! Man greift unwillkürlich in die Mottenkiste der Vulgärpsychologie. HM leidet an intellektuellem Penisneid: Ihr habt einen, ich habe keinen.

Die von HM thematisierte „Streitkultur“ (S. 46) beruht, resümiert man seine diesbezüglichen Ausführungen, letztlich auf jenem denkwürdigen Satz, der dem ehemaligen britischen Premier Clement Attlee zugeschrieben wird: „‘Democracy‘ means government by discussion, but it is only effective if you can stop people talking.“ Hierin liegt wohl der eigentliche Sinn des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes, nämlich „demokratische Strukturen durch autoritäre zu ersetzen“ (S.159). Dabei übernimmt u.a. „das unabhängige Recherchebüro ‚Correctiv‘“ (S. 94) eine Kontrollfunktion. So soll es gelingen, „gute demokratische Selbstzweifel“ (S. 55) zu hegen und „allein mit der Kraft des Arguments und der klaren Analyse“ (S. 52) die einzig wirklichen, angeblich so diskussionsscheuen Bösen (= Rechten) in der Debatte zu widerlegen, „so unangenehm und nervig das oft ist“ (S. 51) – „ein Schelm, wer Böses dabei denkt“ (S. 192). Lebensklüger ist es dann doch wohl zu beherzigen, was beim Propheten Amos steht: „Darum schweigt in dieser Zeit, wer klug ist; denn es ist eine böse Zeit“ (Kapitel 5, Vers 13).

Zu Hochform läuft HM in dem Abschnitt über den Genderismus auf (ASW, S. 133–144). Bei der Lektüre musste ich denken: Da redet einer nicht Tacheles. Zunächst einmal: Wie Katrin Göring-Eckardt in „Ich entscheide mich für Mut“ verfährt HM inkonsequent. Er mokiert sich über rechte oder sprachpuristische Kritik an Genderschreibweisen (S. 134, 137f.), meidet sie in seinem eigenen Werk aber tunlichst – möglicherweise, weil viele unaussprechliche Sterne, Großbuchstaben, Schräg- und Unterstriche an Antifa-Getexte erinnern, den Lesefluss und damit den Lesegenuss trüben oder sogar vom Kauf abschrecken könnten. Das wiederum erinnert an Schwesig oder andere Vertreter*innen der politischen Elite unseres Landes, die staatliche Schulen belobigen, die multikulturell geprägt sind, ihre eigenen Sprösslinge aber lieber in ethnisch und sozial homogeneren Privatschulen unterrichten lassen. Doch das ist der kleinere Fauxpas. HM behauptet nämlich allen Ernstes, Sinn des sogenannten Gender Mainstreaming in Deutschland sei es, einen „vorurteilsfreien Sprachgebrauch“ (S. 181), die „Gleichberechtigung der Geschlechter … endlich umfassend“ (S. 137) durchzusetzen. Der Genderismus hat sich aber zu viel mehr entwickelt: zu einer Weltanschauung mit ganzheitlichem Anspruch. Es geht „dem radikalisierten Gender-Konzept nicht mehr um die Gleichstellung von Mann und Frau … und auch nicht darum, dass ‚Rollen‘ und Berufe sich nun für beide Geschlechter öffnen sollten. Vielmehr zielt die Gender-Konzeption darauf, die Geschlechtlichkeit des Menschen zur funktionalen Disposition, gleichsam zur freien Verfügung, zu stellen“ (Harald Seubert, Gender und der Traum vom neuen Menschen, in: Gender – Theorie oder Ideologie?, hrsg. v. Thomas Laubach, Freiburg, Basel, Wien 2017, S. 53). Es würde hier zu weit führen, die Unzuträglichkeiten und Widersprüche, die sich aus diesem Ansatz ergeben, zu benennen. HM verkürzt den Diskurs über die „Gender-Ideologie“ (S. 139), wenn er Kritik am Genderismus einfach „Machos“ zuschreibt, die angesichts von Frauen, die sich nicht unterordnen wollen, in Panik geraten“ (S. 139), die aus einer „reaktionäre[n] Männerpartei“ (ebd.) kommen. Regelrecht abstoßend ist, dass HM das sprachliche Konstrukt – ein Lieblingswort im Genderjargon – der „angry whites males“ (S. 136, auf Deutsch schon auf S. 12 u.ö.) bemüht. Was diese Menschen vermeintlich auszeichnet, dürfte weniger mit ihrer Hautfarbe, als vielmehr mit ihrem, traditionell-marxistisch gesprochen, gesellschaftlichen Sein zu tun haben. Auch Linken wie HM fließt eben Rassismus in die Feder – und er ist dabei in guter Gesellschaft (s.u). Weitere Bemerkungen zu dieser Passage schenke ich mir außer einer: Letztlich drängt die Biologie doch, wie HM auf S. 141f. verhohlen eingesteht, mit Macht zur Herrschaft – und bedarf physischer und normativer Kontrolle, wie HM schon auf S. 72 andeutet. „Neurechten Neusprech“ (S. 215), lieber HM, brauche ich tatsächlich nicht – der neulinke Neusprech vernagelt mein Gehirn schon genug.

Das Fazit aus der hochtrabenden Begriffsrhetorik in ASW lautet: Was für die rechte Propaganda und den rechten politischen Aktionismus gilt, trifft – anders als HM glauben machen will – auch auf das linke Gegenstück zu: Gewalt gegen Sachen und Menschen zur Einschüchterung (gerne auch mit Todesfolge), öffentliche und private Verunglimpfung, Lancierung von tendenziösen Berichten, Provokationen mit anschließenden Selbstinszenierungen als Opfer, alarmierende statistische Befunde (alle Jahre wieder), Einsatz von Social Bots zur Verbreitung von Hassbotschaften usw. Ein sprechendes Beispiel: HM, den der „Alltagsrassismus“, das „Schüren dumpfer Ängste und Stimmungen“ (S. 36) und „Salonrassismus“ (S. 142) so empören, sollte einmal lesen, was aus der von ihm so geschätzten Amadeu Antonio Stiftung gekommen ist, nämlich gespiegelter Rassismus. Die Quelle dürfte kaum zur rechten Kampfpresse zählen: Matthias Iken, Wenn jeder Blonde zum Nazi wird, in: Hamburger Abendblatt, 24.9.2016, abrufbar unter:
https://www.abendblatt.de/meinung/article208290521/Wenn-jeder-Blonde-zum-Nazi-wird.html
Die Genossin Schwesig muss auf der Hut sein. Leichter kann man es dem Klassenfeind nicht machen. Vielleicht ist das sogar Absicht, damit das Böse zwar bekämpft werden kann, aber nie gänzlich gebannt wird (s.o.). Konstante Feindbilder rechtfertigen konstante Subventionen und sichere Arbeitsplätze. Man lese dazu HMs Erguss auf S. 160 zu „Rechtspopulisten“ und „verantwortungsvollen Demokraten,“ der die Einseitigkeit seiner Sichtweise deutlich zeigt. Den „latenten Aufruf zur Gewalt“ (S. 117) findet HM stets dort, wo er ihn finden will.

Eine „Entkoppelung von demokratischen Diskursen“ (Ralf Melzer, zitiert in ASW, S. 51) spüre ich mitnichten, wenn ich mich mit Texten, Reden und Diskussionsbeiträgen Neurechter auseinandersetze – man kann von ihnen manches lernen, ohne ihnen alles zu glauben. Langweilig hingegen wirkt auf mich das Maas-Ebmeyer’sche Allerlei, das sich in einer stereotyp-schematischen, moralistisch aufgebrezelten Sprache kundtut, ohne viel zu besagen. So lange ich zu denken weiß, steigt die rechtsextreme Gewalt in Deutschland (wahlweise auch in Europa) angeblich an, ohne zwischenzeitlich einmal abgenommen zu haben. Bekanntlich kann man mit Statistiken, Umfragen und Studien alles Mögliche ‚beweisen‘ (siehe z.B. S. 71f., 102f., 128, 137, 148, 160–162, 204). HM bemüht erwartungsgemäß dafür auch den allwissenden Soziologen Wilhelm Heitmeyer (S. 55, 78).

Und noch etwas: Wer in ASW so etwas wie eine linke Geschichtsphilosophie erwartet, die, über aktuelle Feindbildpflege hinausgehend, konkrete Zielperspektiven eröffnet oder aber begründet, warum solche nicht mehr möglich sind, wird enttäuscht. Das Einzige, was HM zu bieten hat, ist das auf das Dritte Reich fokussierte Erinnerungsparadigma (S. 169f., 179f., 202f., 206f.).
Vor diesem Hintergrund ist es geradezu grotesk, wenn HM den „Rechtspopulisten“ (S. 28; gemeint ist wohl die Neue Rechte) pauschal Verklärung der Adenauerzeit (S. 28, 141, 144, 147, 149 usw.) und – jetzt kommt’s noch schlimmer – „Geschichtsvergessenheit“ (S. 28, 204, sinngemäß auch S. 115f.) vorwirft. Neurechte Autoren wie Günter Maschke und Frank Böckelmann, ehedem linke Revoluzzer, liefern jenseits der ausgetretenen Pfade offiziöser Mythomotorik bedenkenswerte Reflexionen über den Umgang mit Geschichte und berühren – anders als HM und sein Mitschreiberling – sogar die Frage der Historiodizee. Maschke und Böckelmann tun all das, ohne irgendwem zu drohen (wozu auch?). Was HM über einen „Gottesbegriff nach Auschwitz“ (Hans Jonas) denkt, verrät er bei den Schilderungen seines Kampfes gegen die Nazis, die nie aussterben, nicht – bei seinem Selbstanspruch (s.o.) ein erheblicher Mangel. Europa und seine verwickelte Geschichte dampft der geschichtsbeflissene HM auf einen „Kontinent mit grauenvoller Geschichte“ (S. 131) zusammen. So etwas ist keine verunglückte Formulierung, sondern ein sprachlicher Rohrkrepierer auf dem Niveau von Claudia Roth. Carlo Schmid (zu Lebzeiten SPD wie HM heute), der eine Einführung zu Paul Hazards Werk „Die Krise des europäischen Geistes“ geschrieben hat, wäre das wohl kaum passiert.

An wen richtet sich ASW? Aus der Sicht der Pragmalinguistik sind es vor Allem diejenigen, die HMs Weltbild im Großen und Ganzen teilen, modisch gesagt: in derselben „Filterblase“ (S. 86) leben wie HM. Das ist daran erkennbar, dass HM häufig inklusive Personalpronomina verwendet: „Uns“ und „wir“ begegnen durchgängig in der Darstellung, bezeichnend die wiederkehrende Überschrift „Was wir tun können“ (S. 32 u.ö.). Autobiographische bzw. autodiegetische Passagen (S. 9–11, 24–28, 151f., 197–202), die mit antifaschistischen bzw. antipopulistischen Kampfparolen angereichert sind, sollen die Suggestivkraft erhöhen, auch durch ungleichwertige Gegenüberstellung: „deutschnationale und fremdenfeindliche Rhetorik“ – „Demokratie und Weltoffenheit“ (S. 26, sehr krass auf S. 34f.), dazu Egon Flaig, Die Niederlage der politischen Vernunft, Springe 2017, S. 335–340. Besonders stark ist diese Tendenz im Kapitel über die Kulturpolitik ausgeprägt (ASW, S. 166–183). Es wirkt wie eine aus einer aktuellen Bedrohungssituation erwachsene Selbstbestätigung eines linken Kulturbetriebs, der sich in seiner selbstgebastelten Liberalität gefällt. Die Infragestellung durch die Neue Rechte, voran die AfD, hat in HM ein fast spießbürgerliches Bedürfnis nach Bloßstellung der rassistischen Todfeindin (S. 177f.) erzeugt. Nicht alles, was HM dazu schreibt, ist falsch, doch fehlt eine tiefere Analyse der Entwicklung, die zu dem geführt hat, was in der Kulturanthropologie Nativismus oder nativistische Reaktion heißt. In den USA gab es dieses Phänomen um 1850 nach mehreren Einwanderungswellen aus Europa in der protestantisch geprägten angelsächsischen Oberschicht – warum wohl? Was HM stattdessen bietet, ist die übliche Abwehrrhetorik, die die Neurechten als rückwärtsgewandte Romantiker hinstellt, in denen das Ungeheuer des Rechtsradikalismus schlummere. Dass die „blühende Kulturszene“ (S. 181) keineswegs so frei ist, wie HM vorgaukeln möchte, zeigt sich z.B. an den häufigen Interventionen irgendwelcher Kulturschaffender oder Parteischranzen bei Ausstellungen und Preisverleihungen. „Kulturelle Hegemonie“ (S. 65, 163, 226) streben letztlich alle an, denen es, versteckt hinter einer höheren Moral, um Macht und Ressourcen geht. Dieser „Kulturkampf“ (S. 212) kennt kein endgültiges Ergebnis.
Man darf somit folgern, dass sich ASW gerade nicht an Rechte richtet, die bekehrt werden sollen. Das Böse darf also zumindest nicht unmittelbar gebannt werden (s.o.). Dass HM sich als Sprachrohr einer vermeintlich schweigenden Mehrheit inszeniert, „das bunte und zuversichtliche Mehrheits-Deutschland“ (S. 46, vgl. S. 160, 209) zu vertreten behauptet, gehört zum Geschäft der Selbstermächtigung. Wer den Hass hasst und deswegen das Wort ‚Hass‘ nahezu inflationär verwendet, hasst natürlich legal und legitim – jedenfalls wenn man HM oder ME heißt oder einen anderen Namen trägt, der trotz abstrakt behaupteter „Gleichwertigkeit aller Menschen“ (S. 12) angesichts des „gärigen Haufens“ (Malte Henk, S. 173) konkret zu anthropologischer Höherwertigkeit führt.

Ich habe ASW billig erstanden, durchgearbeitet und danach in die Altpapiertonne geworfen. Hätte HM ein bisschen mehr Verständnis für diejenigen gesellschaftlichen Probleme und Entwicklungen gezeigt, die bisher über 165.000 Menschen – samt und sonders böse Rechte oder einfältige Verführte? – dazu bewogen haben, die „Erklärung 2018“ zu unterzeichnen, so hätte der werte Bundesminister vielleicht zur Entschärfung der von ihm so beklagten Spaltung „der westlichen Welt“ (S. 12) beitragen können. Aber will er das überhaupt? HM (wie wohl auch ME) scheint es eher um Selbstvergewisserung im eigenen Lager (s.o.) zu gehen. Schade! Und wer einen Bumerang wirft, darf sich nicht wundern, wenn dieser irgendwann zurückfliegt: „Internet-Petitionen können große gesellschaftliche Wirkung erzielen,“ so HM auf S. 84f. Wie eine göttliche Ironie (oder eine verborgene Dialektik?) wirkt es, dass die besagte Internet-Petition, ob formgerecht oder nicht, genau das tut, tragischerweise mit anderer ideologischer Zielsetzung: „große gesellschaftliche Wirkung erzielen.“ ASW entstand vor dem G 20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 und der Buchmesse in Frankfurt im Oktober 2017: An beiden Orten sorgten Linke (oder waren es verkleidete Rechte?) für eine „Vision vom friedlichen Miteinander“ (S. 21). Sind das, verehrter HM, Beispiele für „die widerständige„Zivilgesellschaft“ (S. 211) und „friedliche Gegendemonstranten“ (S. 212)?
Wohl eher für postmoderne „Manifestationen“ (S. 226) altsteinzeitlicher Hordenaggression.
Der Schauspieler Bernd Stegemann soll einmal gesagt haben, „dass Machtstrukturen, die sich unsicher fühlen, immer zu denselben Mitteln greifen. Je ängstlicher ein System ist, desto rigider ist es in seinen Sprechverboten“ (zitiert nach: Thomas Wagner, Die Angstmacher. 1968 und die Neuen Rechten, Berlin 2017, S. 184). Das lässt sich aus ASW buchstäblich herauslesen: Wie eingangs erwähnt, strotzt das Werk von politisch unerlaubten Unwörtern und deren politisch erlaubten Gegenbegriffen – die Darstellungsform des binären Schematismus (vgl. Flaig a.a.O., S. 197). Hinter dem „Wortgeklingel“ (S. 167) sollen Feinheiten versteckt oder verharmlost werden, z.B. dass die meisten „besorgte[n] Bürger“ (S. 12; vgl. S. 117) nicht generell durch „fremdenfeindliches Ressentiment“ (S. 143) geleitet werden, sondern Vorbehalte gegen Einwanderer aus islamischen bzw. islamisch geprägten Ländern hegen (für mich unbefriedigend dazu S. 151–154). Gegen eine bedarfsgerechte Einwanderung in Verbindung mit einer kontrollierten Aufnahme wirklich politisch Verfolgter hätte wohl höchstens der völkisch-rechtsradikale Rand der Gesellschaft etwas einzuwenden (vgl. S. 110f.). HM benennt das dahinterstehende Grundproblem auf S. 120–122 durchaus richtig. Semantische Leerformeln und abgedroschene Phrasen, die man tagtäglich in der Wahrheitspresse und auf gewissen Internetseiten liest, helfen aber nicht: „Bei komplexen Herausforderungen gibt es keine einfachen Rezepte“ (S. 53) – wie wahr. Gerne wüsste ich, welche Leute HM mit „sogenannten Islamkritikern“ meint, die „Einschränkungsphrasen“ (S. 152) verwenden würden: Bassam Tibi? Michael Ley? Hamed Abdel Samad? Karl-Heinz Ohlig? Bat Ye’or? Oder gar Arthur Schopenhauer, Karl Marx, Wladimir Iljitsch Lenin? Hier haben HM und sein Helfertier nicht aufgepasst, einen ‚Diskurstöter‘ in ihrem Text platziert und damit offenbart, wie ‚tolerant‘ sie wirklich sind.
Ähnlich wie bei Katrin Göring-Eckardts epochalem Werk „Ich entscheide mich für Mut“ ist mir nicht klargeworden, warum HM und ME so pathetisch „Haltung“ einfordern. In beiden Werken finden sich doch im Wesentlichen die üblichen Gemeinplätze über die rechte Szene, die heimlichen Nazis, die überall lauern usw. – Ansichten, die im kontrollierten öffentlichen Diskurs ohne Abstriche salonfähig sind, sodass es keines Mutes bedarf, sie dort zu vertreten. Außerdem: Hat man als Mensch, der verderblichen „Fake News“ (S. 87, 207, 217f.) tagaus, tagein schier hilflos ausgeliefert ist, Lust, sich von zwei mittelmäßigen, stilistisch nicht eben brillanten Oberlehrern bei der Hand nehmen und durch eine Welt führen zu lassen, die angeblich so und so, aber auf keinen Fall anders ist? Nein!
Alles in Allem von mir nur ein Stern und keine Kauf-, nicht einmal eine Leseempfehlung – solange eine solche Aussage in der „offenen Gesellschaft“ (S. 33) des HM, in der es bald keine Feinde mehr geben wird, noch straffrei ist. Bei Amazon bietet ein ‚spacebert‘ ein Vorzugsexemplar zum symbolträchtigen Preis von 1.984 € an, Neusprech inklusive (Stand: 20.5.2018). Zugreifen!
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am 17. August 2017
Schreiben kann er also auch nicht. Was kann er eigentlich? Da der kleine Mann ja gegen Hate-Speak vorgehen möchte, müsste er sich nach diesem Hetzbuch eigentlich selbst anzeigen
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am 19. Juni 2017
Das neue Buch des Propaganda- und Zensurministers Heiko Maas, in Fachkreisen auch “Bonsai-Mielke” genannt ist eine Hetzschrift die wirklich seinesgleichen sucht.
Alles was nicht regierungskonform ist wird generell in die rechte Ecke gestellt.
Zerstörungen und Angriffe durch die linksfaschistische Antifa, welche von Herrn Maas unterstützt wird, werden verständlicherweise nicht thematisiert.
Ebenso wenig die ausufernden Gewaltdelikte durch die Migranten in diesem Land.
Leider kann man bei Amazon keine negativen Punkte geben.
Ich habe für das Buch allerding noch eine gute Verwendung gefunden: siehe Foto
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am 24. Mai 2017
Heiko Maas war bislang nicht als großer Freund des Humors bekannt, als einer, der gern mal einen Scherz macht. Im Gegenteil: Vielen galt der Bundesjustizminister als verbissen oder wahlweise blasiert. Bis heute: Denn mit seinem am Dienstag erschienenen Buch „Aufstehen statt wegducken. Eine Strategie gegen Rechts“ zeigt Maas, daß er zu den wirklich Großen der spaßigen Zunft gehört.

In seinem Ratgeber gegen Rechte, Rechtspopulisten, AfDler, Islamfeinde und sonstige Hetzer ruft Maas dazu auf, Haltung zu zeigen. Wenn rechte Angstmacher zu Kundgebungen riefen, müßte der anständige Deutsche raus aus dem Wohnzimmer und auf die Straße, Flagge zeigen. Allerdings, warnt Maas, müßten die Proteste gegen rechte Aufmärsche das genaue Gegenteil von diesen sein. Freundlich statt haßerfüllt, konstruktiv statt alarmistisch.

„Aggressive, auf Eskalation abzielende Parolen, wie es manche in der Antifa-Szene gern machen („Nazis aufs Maul“ etc.)“ dürfe es dagegen nicht geben. Maas’ Mahnung ist sicher nicht verkehrt, nur wäre sie irgendwie glaubwürdiger, wenn er nicht selbst solchen auf Eskalation abzielenden Anhängern der Antifa-Szene wie der linksextremen Musikgruppe Feine Sahne Fischfilet applaudieren würde.

Aber geschenkt. Denn Maas will reden. Und zwar mit Rechtspopulisten. Er will es nicht akzeptieren, daß Rechte wie Pegida das Gespräch verweigerten. Wer die Debatte ablehne, der müsse daran erinnert werden, daß Demokratie Diskussion bedeute. Wenn Rechte sich dann doch auf Debatten einließen, solle man ihnen zuhören. Denn das seien diese nicht gewohnt.

Als Meister der strategischen Kommunikation verrät Maas nun einen geheimen Kniff aus der Wunderkiste gegen Rechtspopulisten. Diese fühlten sich in der „Outlaw-Ecke“ am wohlsten. Deshalb solle man sie mit Respekt behandeln. Dann, so Maas, „sind sie schon verunsichert“. Und in dieser Situation der Verunsicherung sollte man die Rechtspopulisten mit konkreten Fragen konfrontieren zu dem, was sie sagen.

Wer sich nun fragt, wie das geht, für den hat der Bundesjustizminister, der wegen seines Kampfes gegen „Hatespeech“ auf Facebook und Twitter manchen auch als „Bundeszensurminister“ gilt, ein praktisches Beispiel parat: „Wo hindert man Sie denn daran, Ihre Meinung frei zu sagen?“, solle man fragen.

Chapeau und potzblitz! Diese Frage muß man sich merken. Akif Pirinçci wird sicher nach seiner nächsten Facebook-Sperre Verständnis für sie haben. Oder AfD-Spitzenkandidaten, die nicht zu den TV-Duellen vor Wahlen eingeladen werden, weil SPD-Politiker sich weigern, mit ihnen zu reden. Oder Hamed Abdel-Samad, dessen Vorträge aus Angst vor Islamisten abgesagt werden müssen. Oder Musiker, Publizisten und Wissenschaftler, die nicht dem linken Mainstream angehören und deren Auftritte entweder niedergebrüllt werden oder aufgrund Drucks der linken Szene gar nicht erst stattfinden.

Maas zeigt sich in seinem Werk jedoch nicht nur als feingeistiger Humorist, sondern auch als messerscharfer Analyst mit umfassendem historischem Wissen. So hätten die Rechten Ende der neunziger Jahre einen neuen Stil für sich entdeckt und Rhetorik und Protestformen der Linken kopiert. Doch gebe es einen bedeutenden Unterschied: Das linke Original, das den Parolen und Flaggen kommunistischer Massenmörder hinterherrannte, habe zwar eine „Lust an der Provokation ausgelebt“, es sei aber nie in Frage gestanden, „daß man sich zur pluralistischen Demokratie bekannte“. Ganz anders die heutigen rechten Raubkopierer. Sie übernähmen die Sprüche, ließen die Ironie aber weg. „So wird aus Spott Hetze.“

Als SPD-Politiker widmet sich Maas natürlich auch der „neuen sozialen Frage“, denn – oh weh – auch die Rechtspopulisten hätten diese für ihre Propaganda entdeckt. Für wahrlich empörend empfindet er es, wenn sich reiche Menschen aus der Elite als vermeintliche Anwälte des kleinen Mannes ausgeben. Gemeint ist damit natürlich nicht sein Parteifreund, SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz, der es als Berufspolitiker in Brüssel mutmaßlich zum Millionär gebracht hat und heute land auf land ab die soziale Ungerechtigkeit beklagt, sondern Donald Trump. Dieser habe sich im Wahlkampf als Kandidat der einfachen Menschen inszeniert, dann aber sein Regierungskabinett mit Milliardären und Multimillionären besetzt.

Wenn also Rechtspopulisten die soziale Frage instrumentalisieren und beispielsweise anführten, welche Summen der Staat für die Versorgung von Flüchtlingen ausgebe, dann müsse man ihnen ganz einfach die Fakten entgegenhalten. Und die lauteten beispielsweise, daß dem deutschen Fiskus wegen Steuerflucht jährlich 100 Milliarden Euro entgingen. „Das ist ein Vielfaches der Kosten, die dem Staat durch Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten entstehen.“ Deswegen müsse die Parole lauten: „Gegen Steuerflüchtlinge vorgehen, anstatt gegen Flüchtlinge zu hetzen!“

Daß gutes Kabarett nie ohne Witze über das Verhältnis von Frauen und Männern auskommt, weiß auch Maas. Deswegen spendiert er seinem sich bereits zum jetzigen Zeitpunkt den Bauch vor Lachen haltendem Publikum auch das Kapitel „Machos in Panik: die Angst der Rechten vor den Frauen“. Ausgemacht haben will er diese Angst vor Frauen an der Ablehnung von Gender Mainstreaming. Sprich: Wer sein Gemächt nicht für ein soziales Konstrukt hält, hat Angst vor Frauen.

Offenbar weiß Maas um die geringe Überzeugungskraft seines Arguments und liefert daher schnell noch ein zweites nach: die AfD. Auf deren Listen zur Bundestagswahl kandidierten kaum Frauen, klagt er. Treffer, versenkt! Diesem argumentativen Schwinger ist niemand mehr gewachsen. Denn was gelten schon Frauke Petry, Beatrix von Storch und Alice Weidel gegen eine SPD, die mit Frank-Walter Steinmeier nicht nur eine bekennende Feministin zur Bundespräsidentin machte, sondern mit Martin Schulz auch die erste weibliche Kanzlerkandidatin in ihrer über 150jährigen Geschichte ins Rennen schickt.

Ein ganz besonderes Bonmot hat Maas sich bis zum Schluß aufgehoben. In den noch nicht zensierten sozialen Netzwerken war ihm seit den zahlreichen Terroranschlägen durch als Flüchtlinge eingereiste Islamisten häufig ein Satz aus einem Fernsehinterview unter die Nase gerieben worden. Nach den Terroranschlägen von Paris im November 2015 hatte Maas betont: „Es gibt keine Verbindung, keine einzig nachweisbare Verbindung zwischen dem Terrorismus und den Flüchtlingen, außer vielleicht eine: nämlich daß die Flüchtlinge vor den gleichen Leuten in Syrien flüchten, die verantwortlich sind für die Anschläge in Paris.“

Doch dann kamen die von Flüchtlingen begangenen Anschläge von Würzburg und Ansbach und im Dezember 2016 raste Anis Amri mit einem LKW in einen Berliner Weihnachtsmarkt. Nun könnte sich Maas korrigieren und sagen, das seien Einzelfälle. Doch wer so denkt, der kennt den Minister, der immerhin schon von GQ zum bestangezogenen Politiker gekürt wurde, schlecht. Amri, so stellt Maas richtig, sei gar kein hilfsbedürftiger Flüchtling gewesen.

„Er war Terrorist. Er hat sich verschiedentlich als Flüchtling getarnt, aber daß er nach Deutschland gelangen konnte, hat nichts mit der Entscheidung der Bundesregierung 2015 zu tun, syrische Kriegsflüchtlinge aufzunehmen – denn Amri ist bekanntlich schon 2011 über Italien in die EU gekommen.“
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am 23. Dezember 2017
Wenn man Herrn Maas an seinem eigenen Gesetz zum Thema "Hatespeech" messen würde, welche Strafe wäre dann wohl angemessen. Ein derart menschenverachtendes "Werk" verdient nicht einmal -5 Sterne
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am 10. Dezember 2017
Mein Schwachsinns-Award Maas geht an: Heiko Maas! Wie die letzten Wahlen eindrucksvoll bewiesen haben, hat sich Hass-Maas so richtig vergeigt. Das macht die SPD für mich unwählbar. Auf ewig.
Und jetzt noch ein zwangsgeeintes Europa! Wie geht es denn noch weiter? Zwangsvereinte Antifa? Stegners und Maasens Sprösslinge sind ja schon in dem Schmutzverein vertreten.

Ach so, Zitat von 100% Martin: Die EU käme gar nicht in die EU, da ihr Mängel an der Demokratie vorgeworfen werden würden!
Also - nicht 100% Meinungstreu mit der SPD=Rechts=Gefängnis?
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am 25. Januar 2018
2 Zitate dazu:

Napoleon I. (Napoleon Bonaparte) (1769-1821):

Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nie zu säen.
Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen,
dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein.

Untereinander haben sie sich gewürgt,
und sie meinten, ihre Pflicht zu tun.
Törichter ist kein anderes Volk auf Erden.

Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden:
Die Deutschen glauben sie.
Um eine Parole, die man ihnen gab,
verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.”

++++++++++++++++

Sefton Delmer – ehemaliger britischer Chefpropagandist,
sagte nach der Kapitulation 1945 zu dem deutschen Völkerrechtler Prof. Grimm:

“Mit Greuelpropaganda haben wir den Krieg gewonnen …

Und nun fangen wir erst richtig damit an!
Wir werden diese Greuelpropaganda fortsetzen,
wir werden sie steigern bis niemand mehr ein gutes Wort von den Deutschen annehmen wird,
bis alles zerstört sein wird, was sie etwa in anderen Ländern noch an Sympathien gehabt haben,
und sie selber so durcheinander geraten sein werden,
daß sie nicht mehr wissen, was sie tun.

Wenn das erreicht ist, wenn sie beginnen,
ihr eigenes Nest zu beschmutzen,
und das nicht etwa zähneknirschend,
sondern in eilfertiger Bereitschaft,
den Siegern gefällig zu sein,
dann erst ist der Sieg vollständig.
Endgültig ist er nie.
Die Umerziehung (Reeducation) bedarf sorgfältiger, unentwegter Pflege wie englischer Rasen.

Nur ein Augenblick der Nachlässigkeit, und das Unkraut bricht durch,
jenes unausrottbare Unkraut der geschichtlichen Wahrheit.”

.....
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am 25. Mai 2017
Das Buch ist prima. Es macht nämlich deutlich, wessen Geistes Kind Maaß ist.
Ein Politiker, der die Grundlagen der Demokratie nicht begriffen hat. Der nicht begriffen hat, dass Demokratie Auseinandersetzung bedeutet und nicht Ausgrenzung, Diffamierung und Verfolgung von Andersdenkenden.
Bedenklich ist, wie ein solcher Mensch in das Amt des Bundesjustizministers gelangen konnte. Er hätte mit seinen Einstellungen deutlich besser gepasst als Justizminister der DDR.
Ein erschreckendes Zeichen dafür, wie weit nach links mit all den antidemokratischen Tendenzen diese Republik verschoben wurde.
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am 27. Juli 2017
Und wird deswegen schon bei einigen Buchhändler weit unter Preis angeboten.
Es beweist exemplarisch, wessen Geistes Kind die Mitglieder von Merkels Politbüro sind.
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am 25. Mai 2017
Man muss es gelesen haben, um zu sehen was bei solchen Politikern falsch läuft.
Selten so einen undifferenzierten Unsinn gesehen.
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