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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
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4,0 von 5 Sternen
Atma (Double Vinyl Gatefold) [Vinyl LP]
Format: Vinyl|Ändern
Preis:25,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 31. Oktober 2011
Der lärmige, nervenzehrende Zeitlupen-Sound von YOB war noch nie etwas für Musik-Ästheten mit Hang zum Perfektionismus. Bereits auf Vorgängern wie "The unreal never lived" , "The illusion of motion" und dem unverzichtbaren "The great cessation" bewegte sich Mastermind Mike Scheidt und seine beiden Sidekicks stets haarscharf an der Schmerzgrenze - bisweilen ging das krawallige Sludge/Doom/Drone-Getöse sogar darüber hinaus. Und auch der neue 5-Tracker "Atma" ist keinen Deut weicher bzw. zugänglicher ausgefallen. Die ideale Lärmbeschallung für alle Fans von SLEEP , EYEHATEGOD , BORIS und ururalten CROWBAR (zu "Obedience through suffering"-Zeiten). Großartigen Erfolg werden YOB damit sicherlich nie ernten. Aber das wissen sie wohl selbst am besten.
Das Grundrezept der Vorgänger wurde selbstverständlich konserviert und mit einer rabiaten "Low budget"-Produktion in Szene gesetzt, die einmal mehr ans Eingemachte geht. Andere Bands dürfen gern weiterhin mit ihren weichgeklopften High-Tech-Sounds gen Massentauglichkeit drängen. Mike Scheidt geht lieber den anderen Weg - minimalistisch, räudig und zeitlos gut. Indes ist es natürlich auch keine Überraschung, dass neue YOB-Songs wie "Upon the sight of the other shore" , "Prepare the ground" sowie der ellenlange Nervenzwirbler "Before we dreamed of two" dem Hörer mordmäßig viel Geduld abverlangen. Denn diese radikale Mixtur aus verwaschenem Endlos-Rifing, fiependem Rückkopplungen, Sprachsamples, zähes Slo-Mo-Drumming und beinahe manischem Gesang (Mike Scheidt in Höchstform!) geht zunächst mal derbe an die Substanz. Spätestens beim dritten Durchlauf nimmt der dreckige Sludge-Kobold aber Anlauf...und springt mit einem gewalt(tät)igen Satz ins Langzeitgedächtnis des Hörers, um dort sein grausamen Werk zu verrichten. Neben dem Sound obengenannter Bands scheinen auch die traditionellen BLACK SABBATH-Vibes immer wieder durch, wodurch "Atma" über 55 Minuten auch eine greifbare Stoner-Kante anhaftet. Oder anders: YOB klingen in etwa so, als würde man das legendäre DOWN-Debüt "Nola" mit halber Geschwindigkeit abspielen. Alkoholgeschwängertes Proberaum-Flair und selbstgedrehte Kräuterzigaretten inklusive!
Der unbestrittene Höhepunkt des YOB-Neulings ist der atmosphärische Rausschmeißer "Adrift in the ocean", bei dem alle aufgestauten Wohlfühlmomente endlich an die Oberfläche schwämmen. Der Hörer nimmt die Einladung zur Traumreise natürlich dankend an - irgendwo verloren in den endlosen Wirrungen zwischen Zeit und Raum groovt sich das Trio (mit Gast-Performance von Scott Kelly) in einen wahren Rausch, dessen Spannung sich von der ersten bis zur letzten Sekunde weiter ausbreitet. Und auch wenn dieser Songs es nicht ganz mit der Band-Überhymne "The great cessation" (Gänsehaut pur!) aufnehmen kann...stilvoller hätte Mike Scheidt dieses Album wohl nicht enden lassen können.
Ach, was fasel ich mich hier eigentlich um Kopf und Kragen ?! "Atma" ist eine tolle Scheibe geworden, mit der YOB erneut die gesamte Gefühlspalette zwischen Freud und Leid abbilden. Faszinierender Sludge-Doom für Kaputte. Weicheier sollten weghören - die Krachfraktion greift unbedingt zu !!!
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