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Amokspiel (Deutsch) Taschenbuch – 1. April 2007
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Produktbeschreibungen
Pressestimmen
"Meisterlicher Nervenkitzel", Lippische Landes-Zeitung Published On: 2015-10-06
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt „Die Therapie"(2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile werden seine Bücher in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet und 2018 mit der 11. Poetik-Dozentur der Universität Koblenz-Landau geehrt.
Er lebt in Berlin.
Sie erreichen den Autor auf www.facebook.de/sebastianfitzek.de, www.sebastianfitzek.de oder per E-Mail unter fitzek@sebastianfitzek.de.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Prolog
Der Anruf, der sein Leben für immer zerstörte, erreichte ihn exakt um 18.49
Uhr. Bei den nachfolgenden Befragungen wunderten sich alle, dass er die
genaue Uhrzeit im Gedächtnis behalten hatte. Die Polizei, sein unfähiger
Anwalt und auch die beiden Männer vom Bundesnachrichtendienst, die sich
erst als Journalisten vorstellten und dann das Kokain in seinem Kofferraum
versteckten. Alle fragten, weshalb er sich so gut an den Zeitpunkt erinnern
konnte. An etwas so Nebensächliches, verglichen mit alldem, was danach noch
passieren sollte. Die Antwort darauf war ganz einfach. Er hatte kurz nach
Beginn des Telefonats auf die rhythmisch blinkende Digitaluhr seines
Anrufbeantworters gestarrt. Das tat er immer, wenn er sich konzentrieren
wollte. Seine Augen suchten sich einen Ruhepunkt. Einen Fleck auf der
Fensterscheibe, eine Falte der Tischdecke oder den Zeiger einer Uhr.
Einfach einen Anker, an dem sie sich festhalten konnten. So, als ob dadurch
sein Verstand wie ein Schiff im Hafen sicher vertäut und in eine
Ruheposition gebracht würde, die es ihm ermöglichte, besser zu denken. Wenn
ihn früher, lange bevor das alles passiert war, seine Patienten mit
komplizierten psychologischen Problemen konfrontierten, war der Fixpunkt
seiner Augen stets ein zufälliges Muster in der Holzmaserung der wuchtigen
Praxistür gewesen.
Je nachdem, wie das Licht durch die getönten Scheiben seiner Privatpraxis
in den gediegenen Behandlungsraum fiel, hatte es ihn an ein Sternbild, ein
Kindergesicht oder eine frivole Aktzeichnung erinnert.
Als er um 18.47 Uhr und 52 Sekunden den Telefonhörer in die Hand nahm,
waren seine Gedanken weit entfernt von einer möglichen Katastrophe. Und
deshalb war er in den ersten Sekunden nicht bei der Sache. Seine Blicke
wanderten ruhelos durch das untere Stockwerk seines Maisonette-Appartements
am Gendarmenmarkt. Alles war perfekt. Luisa, seine rumänische Haushälterin,
hatte ganze Arbeit geleistet. Noch bis letzte Woche dachte er, seine
Zweitwohnung in Berlins neuer Mitte wäre eine reine Geldverschwendung, die
ihm ein geschickter Investment-Banker aufgeschwatzt hatte. Heute war er
froh, dass es den Maklern bisher nicht gelungen war, dieses Luxusobjekt in
seinem Auftrag zu vermieten. So konnte er Leoni heute hier mit einem
Vier-Gänge-Menü überraschen, das sie auf der Dachterrasse mit Blick auf das
illuminierte Konzerthaus genießen würden. Und dabei würde er ihr die Frage
stellen, die sie ihm bislang verboten hatte.
»Hallo?«
Er lief mit dem Hörer am Ohr in die geräumige Küche, die erst vorgestern
geliefert und eingebaut worden war. So wie fast alle anderen Möbel und
Einrichtungsgegenstände auch. Sein eigentlicher Wohnsitz lag in der
Berliner Vorstadt, in einer kleinen Villa mit Seeblick nahe der Glienicker
Brücke zwischen Potsdam und Berlin.
Der Wohlstand, der ihm dieses Leben ermöglichte, beruhte auf einem
spektakulären Behandlungserfolg, den er bemerkenswerterweise noch vor
Beginn seines Studiums erzielt hatte. Mit einfühlsamen Gesprächen hielt er
eine verzweifelte Schulfreundin vom Selbstmord ab, nachdem diese durch das
Abitur gefallen war. Ihr Vater, ein Unternehmer, bedankte sich mit einem
kleinen Aktienpaket seiner damals fast wertlosen Softwarefirma. Nur wenige
Monate später schoss der Kurs über Nacht in schwindelerregende Höhen.
»Hallo?«, fragte er noch einmal. Eigentlich wollte er gerade den Champagner
aus dem Kühlschrank holen, doch jetzt hielt er inne und versuchte, sich
ganz auf die Worte zu konzentrieren, die am anderen Ende der Leitung
gesprochen wurden. Vergeblich. Die Hintergrundgeräusche waren so stark,
dass er nur abgehackte Silben verstehen konnte.
»Schatz, bist du das?«
»... tu ...eid ...«
»Was sagst du? Wo bist du denn?« Er ging mit schnellen Schritten zur
Akkuladestation des Telefons zurück, die im Wohnzimmer auf einem kleinen
Tisch stand, direkt vor den großen Panoramafenstern zum Schauspielhaus.
»Hörst du mich jetzt besser?«
Natürlich nicht. Mit seinem Telefon hatte er im gesamten Haus gleichmäßig
guten Empfang. Er könnte damit sogar in den Fahrstuhl steigen, die sieben
Stockwerke nach unten fahren und gegenüber in der Hotellobby des Hilton
einen Kaffee bestellen, ohne dass dabei die Verständigung abreißen würde.
Der schlechte Empfang lag unter Garantie nicht an seinem Handy, sondern an
dem von Leoni.
»... heute ... nie mehr ...«
Die weiteren Worte gingen in einem Zischlautstakkato unter, ähnlich dem
eines alten Analogmodems bei der Einwahl ins Internet. Dann hörten diese
Geräusche so abrupt auf, dass er dachte, die Leitung wäre abgerissen. Er
nahm den Hörer vom Ohr und sah auf das grünlich schimmernde Display.
Aktiv!
Er riss den Apparat wieder hoch. Gerade noch rechtzeitig, um ein einziges,
deutliches Wort zu verstehen, bevor die Kakophonie aus Wind- und
Störgeräuschen wieder einsetzte. Ein Wort, an dem er eindeutig erkannte,
dass es wirklich Leoni war, die gerade mit ihm sprechen wollte. Dass es ihr
nicht gut ging. Und dass es keine Freudentränen waren, unter denen sie die
drei Buchstaben herauspresste, die ihn in den kommenden acht Monaten jeden
Tag verfolgen würden: »tot«.
Tot? Er versuchte, dem Ganzen einen Sinn zu geben, indem er sie fragte, ob
sie damit sagen wolle, die Verabredung sei gestorben? Gleichzeitig machte
sich in ihm ein Gefühl breit, das er sonst nur von Autofahrten in
unbekannten Gegenden kannte. Ein Gefühl, das ihn an einer leeren Ampel
instinktiv die Fahrertür verriegeln ließ, wenn ein Fußgänger sich seinem
Saab näherte.
Doch nicht das Baby?
Es war erst einen Monat her, dass er die leere Verpackung des
Schwangerschaftstests im Mülleimer gefunden hatte.
Sie hatte es ihm nicht gesagt. Wie immer. Leoni Gregor war das, was er
anderen gegenüber liebevoll als »schweigsam« und »geheimnisvoll« beschrieb.
Weniger wohlmeinende Menschen würden sie »verschlossen« oder einfach nur
»merkwürdig« genannt haben.
Von außen betrachtet, wirkten er und Leoni auf andere wie ein Paar, das man
problemlos für eine dieser Fotos ablichten könnte, die häufig zur
Verkaufsförderung als Attrappe in neuen Fotorahmen steckten. Motiv:
»Frischvermähltes Glück«. Sie, die sanfte Schönheit mit rohrzuckerbraunem
Teint und dunkel gelockten Haaren, daneben der jungenhafte Mittdreißiger
mit der etwas zu korrekt geschnittenen Frisur, in dessen humorvollen Augen
ein Funke Ungläubigkeit darüber aufzublitzen schien, eine so gutaussehende
Frau an seiner Seite zu haben. Äußerlich harmonierten sie. Aber
charakterlich trennten sie Welten.
Während er ihr bereits beim ersten Date sein gesamtes Leben offenbarte, gab
Leoni kaum das Nötigste von sich preis. Nur, dass sie noch nicht lange in
Berlin lebte, in Südafrika aufgewachsen und ihre Familie dort bei einem
Brand in einer Chemiefabrik ums Leben gekommen war.
Davon abgesehen, präsentierte sich ihm ihre Vergangenheit wie ein
zerfleddertes Tagebuch mit losen Seiten.
Einige Blätter waren flüchtig beschrieben, doch teilweise fehlten ganze
Abschnitte. Und wann immer er darauf zu sprechen kommen wollte auf die
fehlenden Kinderfotos, die nicht vorhandene beste Freundin oder die kaum
sichtbare Narbe über ihrem linken Jochbein, wechselte Leoni sofort das
Thema oder schüttelte einfach nur leicht den Kopf. Auch wenn daraufhin
jedes Mal die Alarmglocken in seinem Kopf schrillten, wusste er, dass diese
Geheimniskrämerei ihn nicht davon abhalten würde, Leoni zur Frau zu
nehmen.
»Was willst du mir damit sagen, Süße?« Er nahm den Hörer ans andere Ohr.
»Leoni, ich verstehe dich nicht. Was tut dir denn leid? Was ist nie mehr?«
Und wer oder was ist tot?, traute er sich nicht zu...







