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am 29. Oktober 2015
O' captain, my captain... Meuterei auf hoher See, ein internationaler Prozess und das alles wegen knapp 50 Afrikanern.

INHALT
Die "Arbeiter" eines Schiffes namens "La Amistad", die aus Havanna kommend *husthust* in den USA arbeiten sollen *husthust*, befreien sich von ihren Ketten, töten die Besatzung bis auf zwei und fordern, wieder zurück in die Heimat zu gelangen. Und das ist weder Havanna noch NYC, sondern die Westküste Afrikas. Wir befinden uns im Jahre...naja... so 1840 herum. Die Sklaverei gibt es noch, doch gibt es Parteien und Organisationen, die sich gegen diese aussprechen. Dazu zählen auch zwei Abolitionisten (Kämpfer gegen die Sklaverei, googlet mal), die vom Vorfall auf der AMISTAD erfahren, nachdem das Schiff eben NICHT nach Afrika tuckelte, sondern vor die Küste Amerikas (Navis.....). Zack, Schiff und neue Besatzung sichergestellt und verhaftet (also die Sklaven. Nicht das Schiff. So große Gerichte gibt's gar nicht.). Also braucht's einen Anwalt, man wendet sich an einen pfiffigen jungen Herren (gespielt von Matthew McConaughey), der beweisen will, dass die AMISTAD-Aufständischen auf neutralem Territorium gefangen genommen worden sind und zwecks Sklaverei verschleppt wurden – ein schweres Vergehen, stand doch die Westküste Afrikas (in diesem Falle handelt es sich konkret um die Elfenbeinküste) unter dem Banner Englands, ein Land, in dem die Sklaverei zu dem Zeitpunkt verboten ist. Heikel, heikel nun also diese Frage, wer sie sind, statt immer nur zu fragen, was sie sind. Aber find erstmal einen Dolmetscher, der Mende spricht...
Der Film zeigt die doch recht winkligen und nicht immer koscheren Vorgänge, die den AMISTAD-Prozess begleiteten. Insgesamt dauerte das Spektakulum knapp 2 Jahre, bis (letztlich sogar vor dem Obersten Gerichtshof) eine Einigung zugunsten der Afrikaner ausgesprochen wurde. Doch was auf der Leinwand/auf dem Bildschirm zwischendurch passiert, ist keineswegs dröges Juristengeplenkel, sondern ein eindrucksvolles Filmerlebnis, das Elemente wie Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit ganz oben auf seine Fahne schreibt -ein recht typischer Steven Spielberg-Film, wenn man diese Motive betrachtet- und Menschlichkeit sucht, wo man sie für gewöhnlich nie suchen würde (vor Gericht).
Oftmals mag man daran zweifeln, dass es ein "typischer" Spielbergfilm ist. Die Bilder und die Bildsprache, worauf wir gleich noch kommen werden, all das ist ungewöhnlich brutal und direkt. Man leidet wahrlich mit den Leidenden. Und fordert im Kanon mit Anführer Cinque die Freilassung. Also.. der Sklaven. Nicht die Freilassung vor dem Film. Die Schauspieler im Film sind überragend im Spiel. Selbst ein Matthew McConaughey, der sonst immer untergeht und gerne mal Murks liefert, kann hier als fescher und anfangs überheblicher, später sehr überlegter Anwalt glänzen. Alles überragt aber ein Mann: Sir Anthony Hopkins, der für seine Rolle als John Quincy Adams für einen Oscar nominiert wurde. Seine Abschlussrede vor dem Obersten Gericht.... fantastisch! Fesselnd und stark inszeniert (von Kamera und Schauspieler). Kennt ihr das, wenn ihr an jemandes Lippen einfach nur klebt? That feeling.

KAMERA
Zuständig für die Kamera war, wie in den meisten Spielbergfilmen seit SCHINDLERS LISTE, Janusz Kaminski. Manch Leser ist gewillt, AMISTAD mit SCHINDLERS LISTE zu vergleichen? Das ist gar nicht mal so~ falsch. Mit einem Unterschied. SCHINDLERS LISTE war in schwarz/weiß. AMISTAD kommt dagegen in voller Farbe daher. Und das spürt man mit Leib und Seele. Auch hat sich das Verhältnis zwischen zuständigem Kameramann (Kaminski) und Regisseur (Spielberg) verbessert. Sie gehen noch ein paar Schritte weiter. Die Bilder sind intensiver, kraftvoller, schmerzhafter, als es noch bei SCHINDLERS LISTE der Fall war. Und das war schon perfekt. Allein die Anfangsszene, als sich Cinque befreit und dann mit den Männern das Schiff übernimmt. Ein Traum. Manchmal ein Albtraum, aber ein Traum von einer Szenerie. Verdientermaßen gab es dafür eine Oscarnominierung und wenn in dem Jahr nicht TITANIC gewesen wäre... verdient wäre es gewesen.

MUSIK
Die Musik stammt, surprise surprise, aus der Feder von John Williams. Und was für ein Score, der Score zu Amistad ist wirklich eine sehr feine Arbeit mit schönen afrikanischen Klängen, einem mystischen Männerchor hier und da und zwei Themen, die zum einen die Klage und Trauer/Wut von Cinque sehr schön einfängt (Cinque's Theme, sehr schön auch im Stück "Going Home") und das Freiheitsthema, das wirklich voller Hoffnung steckt und man für einen kurzen Moment denkt "Jo, das schaff ich. Egal was, ich schaff das." Definitiv einer der aufregenderen und schöneren Williams-Scores, dessen Stücke auch als Standalones ihre Wirkung haben.

GESAMTWIRKUNG
AMISTAD gehört meiner Meinung nach zu den unbekannten Meisterwerken von Steven Spielberg. Klar, in seiner Vita macht AMISTAD chronologisch gesehen neben VERGESSENE WELT:JURASSIC PARK und DER SOLDAT JAMES RYAN nicht gerade den besten Eindruck, besonders nicht an der Kinokasse. Der Film hat gerade so das eingespielt, was er gekostet hat (ca. 40 Mio$). Nicht sonderlich erfreulich, war es doch die erste Produktion von Spielbergs eigener Produktionsfirma DREAMWORKS. Ich glaub, die haben sich einen etwas besseren Start erhofft. Doch davon abgesehen, dass er vom Rest der Welt unbeachtet blieb ist AMISTAD ein beeindruckendes Stück. Begnadete Schauspieler, starke Bilder, die man so leicht nicht vergisst, eine Geschichte, die so tatsächlich stattfand, was man ab und zu vergessen will (keineswegs, weil es so "fantastisch" sei... eher im Gegenteil). Doch gibt es auch negatives zu sagen? Naja...
Der Film wurde dahingehend kritisiert (von anderen, nicht von mir), dass er zwar schön eindrucksvoll das Schicksal der AMISTAD-Afrikaner beschreibt und zeigt, die abertausend übrigen Sklaven Amerikas aber weitestgehend unbeschattet bleiben. Ist sicher ein Knackpunkt, doch in manchen Szenen kann man schon recht gut erahnen, wie das Schicksal vieler tausend Sklaven, die von Afrika nach Amerika verschleppt wurden, ausgesehen haben mag.
Ich mag den Film. Sogar sehr. So sehr, dass ich ihm jeden andrehe, dem ich Filmbegeisterung zuschreiben kann und/oder für geschichtsinteressiert erachte. Denn er zeigt ein Kapitel der Geschichte, der meist unberührt bleibt, besonders von amerikanischer Seite (jaja, mittlerweile gibt's da Filme wie DJANGO UNCHAINED oder LINCOLN, die sich ebenso mit der Sklaverei auseinandersetzen).
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am 20. Mai 2014
Gleich vorweg, ich habe die BD nicht bei Amazon gekauft, da ich sie wo anders günstiger bekommen habe.
Nichts desto trotz möchte ich hier kurz meine Eindrücke schreiben.

Die BD ist der Hammer!!! Das Bild ist derart beeindruckend.
Das sieht man schon in den ersten Minuten, als der Sklave im Frachtraum den Nagel aus dem Holzboden zieht. Die Szene ist extrem dunkel, aber was man sieht, z.B. jede einzelne Pore seiner Hand, ist schon bei dieser Szene extrem.
In hellen Szenen ist die Schärfe, die Farben, der Kontrast,..... alles auf höchstem Niveau. Das für die Umsetzung verwendete Master muss in einem überaus gutem Zustand gewesen sein und die Bildbearbeiter haben bei der Reinigung und digitalen Umsetzung ganze Arbeit geleistet.

Der Ton ist ebenfalls recht ordentlich und gut abgemischt, liegt in Deutsch leider "nur" in Dolby Digital vor, DTS HD ist der englischen Tonspur vorbehalten.

Extras sind auch keine nennenswerten vorhanden, da auf Grund der Qualität wohl der Film die gesamte Speicherkapazität in Anspruch nehmen dürfte.

Im Vergleich mit den Toptiteln in meine BD Sammlung bekommt der Amiatad-Release in Bezug auf Bild und Ton 9 von 10 Punkten, insgesamt "nur" 7,5 von 10 Punkten auf Grund der fehlenden Extras und der Standard Ausführung.

Fazit: Amistad ist wieder ein perfektes Beispiel dafür, wie man Blu-Rays umsetzen kann und sollte. Zieht man in Betracht, dass der Film schon 17 Jahre alt ist, zeigt er vor allem so manchem neuerem Filmen ganz deutlich was man aus einer BD alles rausholen kann, wenn man die Umsetzung richtig angeht. Warum ist das nur allzu oft nicht der Fall???
Absolute Kaufempfehlung von mir.
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am 3. Juli 2014
Die Schauspieler sind hochkarätig und überzeugen alle. Djimon Hounsou spielt beeindruckend und lernte für die Rolle die Sprache der Mende. Anthony Hopkins spielt den alternden John Quincy Adams facettenreich.
Der Film ist ein beeindruckendes Historien- und Gerichtsdrama.
Spielbergs Regie ist brilliant und dem Thema genau angemessen. Seine Leistung ist hier fast so gut wie in Schindlers Liste.

Die BluRay ist in der Bildqualität sehr gut, der Ton ist Deutsch in Dolby Digital 5.1 Surround. Untertitel sind in Deutsch vorhanden.

Hintergrund & Filminhalt:
Es ist eine wahre Geschichte aus der Historie, die heute als wichtiger Meilenstein für Amerika auf dem Weg aus der Sklaverei gewertet wird.
Die Abolitionisten stellten sich hinter die zunächst als entflohene Sklaven gehandelten Schwarzen und bewiesen aufwendig und unter Beteiligung von Expräsident John Quincy Adams, das diese Männer verschleppte freie Mende aus Afrika und keine kubanischen Sklaven waren.
Einer der ersten Fälle in denen Schwarze nach zähem Kampf nicht mehr als Ware, sondern als Menschen vor Gericht behandelt wurden.
Menschen die ein Recht auf Unversehrtheit haben, auf Würde und Freiheit. Theoretisch.
Diese unter vielen Berufungen stattfindenden Verfahren waren hochpolitisch, da es bereits zwischen den Nord- und Südstaaten brodelte. Die Prozesse waren zum gleichzeitigen Vor- und Nachteil der Mende mehr, als nur die Festellung ihrer Herkunft und damit ihres Rechtsstandes.
Die Geschichte geschah zwischen 1839 - 1842, der Film ist ein berührendes und erschütterndes Gerichtsdrama über die Sklaverei und das politische Kalkül, welches damals eine große Rolle spielte.

All diesen Afrikanern wurde ihr Leben zerstört und das wird im Film auch deutlich gemacht.
Es war ein sehr langer Weg in den Köpfen der damaligen Menschen und daraus folgend, an den Gesetzen etwas zu ändern und das Thema Sklaverei nicht mehr als selbstverständliche Institution hinzunehmen.
Der Film ist keine Dokumentation, aber ein sehr guter Film über das Schicksal der auf der Amistad verschleppten Menschen.
Spielberg gibt seinen Figuren genug Zeit um Gefühle zu zeigen und dem Betrachter das Grauen der Slaverei begreiflich zu machen. Eine brilliante Szene ist zum Beispiel die, in der Morgan Freeman die Amistad besichtigt und angesichts der Hals- und Beineisen, angesichts der Enge und Dunkelheit unter Deck begreift, welches Schicksal seine Vorfahren erlitten und welchem Schicksal er selbst als Schwarzer nur knapp entronnen ist.

Anmerkung:
12 Jahre später schrieb Solomon Northup seine biografischen Erlebnisse nieder, die in "12 Years a Slave" verfilmt wurden.
Er klagte nach seiner Befreiung vergeblich gegen das an ihm begangene Unrecht.
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am 3. November 2014
Ich kannte ihn vorher schon - hab ihn deshalb bestellt . Ein Film mit gewissem Anspruch . Nichts für Actionfans . Wer sich für amerikanische Geschichte interessiert und sehen will wie die schwarze Bevölkerung Amerikas Ursprünglich nach Amerika kam , wird in diesem Film auf spannende Weise gut informiert .

Für Leute mit Anspruch sehr Empfehlenswert !!
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TOP 1000 REZENSENTam 28. Januar 2014
Dieses Historiendrama von Steven Spielberg ist ein großes Meisterwerk, der ist dramatisch, sehr bewegend und überzeugt durch starke Darsteller.

Dieser großartige Film thematisiert die folgenden historisch belegten Ereignisse:
Die Meuterei auf dem Schiff La Amistad und die darauf folgenden Amistad-Prozesse.

Im Jahr 1839 kommt es auf dem spanischen Segelschiff La Amistad (span. Die Freundschaft) zu einer blutigen Meuterei, bei der die ganze Besatzung bis auf zwei Männer getötet werden.
Die Meuterer sind gefangene Afrikaner und sie verlangen von den zwei Überlebenden die Rückfahrt in ihre Heimat.
Doch nach drei Monaten wird das Schiff von der US-Marine aufgebracht und die Afrikaner werden wegen Meuterei, Piraterie und Mord angeklagt.
Der Prozess weitet sich zu einem Politikum, da mehrere Parteien Anspruch auf das Schiff und die Afrikaner erheben.
Der Rechtsanwalt Roger Baldwin, der ehemalige Sklave Joadson und der engagierte Abolitionist Lewis Tappan ergreifen für die Afrikaner Partei.
Dafür versucht Roger Baldwin in Kontakt mit Cinque, dem Anführer der Revolte auf der La Amistad, zu kommen.
Doch das wird durch Kommunikationsprobleme erschwert, da Cinque nur Mende versteht und spricht.
Doch man ist entschlossen den Afrikanern zu ermöglichen wieder in Freiheit zu kommen.
Roger Baldwin hofft nun auf die Hilfe von John Quincy Adams, dem ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Dieser Film stellt die historischen Ereignisse, trotz einiger Abweichungen, sehr eindrucksvoll dar.
Man ist bewegt über den Kampf um Menschlichkeit und Gerechtigkeit und man ist zutiefst erschüttert über die Greultaten, die die Sklavenhändler an den Afrikanern begangen haben.
Wenn man von diesem Film sehr beeindruckt und bewegt ist dann weiß man dass es nie zu spät ist menschlich zu sein.

Die Darsteller spielen ihre Rollen sehr eindrucksvoll und vor allem sehr authentisch.
Morgan Freeman (als Joadson), Nigel Hawthorne (als Martin Van Buren, der 8. Präsident der Vereinigten Staaten), Anthony Hopkins (als John Quincy Adams, der 6. Präsident der Vereinigten Staaten), Djimon Hounsou (als Cinque), Matthew MacConaughey (als Roger Baldwin), Pete Postlethwaite (als William S. Holabird) und Stellan Skarsgård (als Lewis Tappan) werden ihren Rollen einfach gerecht.

Wer einen bewegenden und zu Herzen gehenden Historienfilm sucht, der kann sich an diesem Meisterwerk von Steven Spielberg erfreuen.
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am 9. April 2016
super besetzung mit m.freeman, d.hounsou und m.mcconaughey - allesamt in deren besten jahren. spannende, wahre geschichte, gelungen verfilmt. das bild und ton auf der bd einwandfrei. bin mir nicht mehr sicher ob es noch sinn macht filme zu sammeln, den titel sehe ich aber sehr gerne in meiner sammlung
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am 16. Mai 2014
Von neun Richtern stammen sieben aus den Südstaaten, sind womöglich selber Sklavenhalter, darf man da als Schwarzafrikaner einen wohlwollenden Urteilsspruch erwarten?

Den Amerikanern kann man vorwerfen, dass Sie drei Ebenen der Gerichtsbarkeit brauchen, um einem Menschen seine Freiheit zuzustehen, den Bewohnern der Iberischen Halbinsel kann man den Menschenhandel vorwerfen, aber den ersten Schritt zum Bösen unternahmen andere Schwarzafrikaner - Männer aus dem näheren Umfeld. Einzig die Briten sind aktive Gutmenschen (Der Kanadier aus "12 Years A Slave" ist ja auch Brite).

Zur Handlung schreibe ich nichts, die wird ja wohl bekannt sein. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut, wie ich meine, aber das Beste am Film ist für mich Anthony Hopkins.
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Nach fast vier Jahren Pause brachte Steven Spielberg erneut wie 1993 zwei sehr unterschiedliche Filme in einem Jahr heraus: Im Sommer "Vergessene Welt", die sehr erfolgreiche Fortsetzung zu seinem größten finanziellen Erfolg "Jurassic Park", im Winter das Prestige-Projekt "Amistad", sein erster Film unter dem Banner seines neugegründeten Studios Dreamworks SKG. Doch während ihm in 1993 zum einen ein perfekter Unterhaltungsfilm und zum anderen mit "Schindlers Liste" einer der besten und wichtigsten Filme aller Zeiten gelang, war 1997 ein ungleich schwächeres und weniger inspirierteres Jahr.

"Amistad" ist ein hundertprozentig solider Film, handwerklich perfekt gemacht und versehen mit einer reichhaltigen und ernsthaften Thematik. Es ist ein nobler Film mit sehr guten Darstellern und einigen großartigen Momenten, doch letzten Endes springt der Funke einfach nicht so auf die Zuschauer über, alles wirkt etwas zu rein, zu kalkuliert, die Emotionalität der Geschichte wirkt leicht gekünstelt. Zum ersten Mal in seiner Karriere wirkte ein Spielberg-Film, ebenso schon "Vergessene Welt", einfach nicht richtig persönlich, die berühmte Spielberg-Magie war nicht mehr so recht zu spüren. Seine einzigartige Sensibiltät ist diesen beiden Filmen einfach nicht anzumerken, heraus kommen solide, aber seltsam distanzierte Filme.

"Amistad" behandelt die wahre Geschichte einer Meuterei auf dem Sklavenschiff Amistad im Jahr 1839, das sich auf dem Weg von Kuba in die USA befand. Diese wird angezettelt von Cinque (Djimon Hounsou), der das Schiff übernimmt und nach Afrika zurück möchte. Jedoch landen sie in den USA, wo sie festgenommen und eingesperrt werden. Der Film zeigt nun die vielen Gerichtsverhandlungen, die über das Schicksal der Afrikaner bestimmen. Im Fokus steht ein junger abolitionistischer Anwalt, Roger Sherman Baldwin (Matthew McConnaughey), der sich auf Besitzanspruchsfälle spezialisiert und die Angeklagten verteidigt.

Der Film beginnt bei der Meuterei, die überragend in Szene gesetzt ist: Diese findet bei einem wild wütenden Sturm statt, die einzigen Lichtquellen bei dieser Szene sind die Gewitterblitze, die das recht grausame Gemetzel immer mal wieder kurz erhellen. Die hervorragend fotografierte Szene ist höchst eindringlich und atmosphärisch gestaltet und man ist voll gefesselt. Hier wirkt Spielberg höchst inspiriert und inszeniert auf virtuose Weise. Das erste Drittel des Films erweist sich durchaus als sehr packend, jedoch zieht sich der zweite Akt dann teilweise etwas in die Länge, wenn es zum ersten Prozess geht, der schauspielerisch zwar absolut überzeugend, aber einfach auch etwas zu traditionell in Szene gesetzt ist.

Die zweite herausragende Sequenz des Films findet etwa zur Halbzeit statt, als Cinque vor Gericht seine Geschichte erzählt. Hier präsentiert Spielberg pures visuelles Geschichtenerzählen, was er so großartig beherrscht. Wir sehen eine recht ausführliche, minutenlange Rückblende, die gottseidank ohne Erzähler auskommt und absolut packend und teilweise sehr brutal inszeniert ist.

Bei den Darstellern ragen vor allem Djimon Hounsou und Anthony Hopkins heraus. Hounsou ist eine faszinierende Präsenz, die wie auch später u.a. bei "Blood Diamond" mit Vitalität förmlich vibriert. Hopkins spielt den ehemaligen US-Präsidenten John Quincy Adams, der sich am Ende des Films dem Fall annimmt und die Afrikaner leidenschaftlich verteidigt. Hopkins ist perfekt in seiner Rolle, sein großer Moment ist ganz klar die kraftvolle Rede, die er gegen Ende hält. Diese hat ihm dann wohl auch seine verdiente vierte und bisher letzte Oscar-Nominierung eingebracht. McConnaughey macht im Zentrum des Films eine sehr gute und auch sympathische Figur, der man gerne folgt.

Historisch gesehen hat sich "Amistad" als nicht ganz faktentreu erwiesen, was im Nachhinein auch von Experten kritisiert wurde. Spielberg gelang ein solider Film, der jedoch ganz und gar nicht zu seinen besten Werken gehört, da er trotz einiger hochkarätiger Momente einfach zu traditionell inszeniert ist und manchmal aufgesetzt emotional wirkt. Hier ist keine Spur von der überwältigenden emotionalen Kraft, die beispielsweise von "Schindlers Liste" ausgeht. Nichtsdestoweniger kann man mit Spielbergs 16. Spielfilm nicht viel verkehrt machen, er liefert auf jeden Fall gut gespielte und inszenierte Unterhaltung mit historischem Tiefgang und gelegentlichen bewegenden Momenten.
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am 26. Juni 2011
Amistad ist vielleicht der unbekannteste Film von Stephen Spielberg, aber gleichzeitg auch vielleicht sein Bester.

Die Geschichte ist schnell erzählt: "Die Amistad-Prozesse waren mehrere Gerichtsverfahren von 1839 bis 1841 gegen Gefangene auf dem Schiff La Amistad. Die Prozesse werden als wesentlicher Schritt zu einer Abschaffung der Sklaverei in den Vereinigten Staaten gewertet.

La Amistad war ein spanisches Frachtschiff, das 1839 in Kuba Sklaven an Bord nahm. Bei einer Rebellion wurde die gesamte Mannschaft bis auf zwei Besatzungsmitglieder durch westafrikanische Gefangene getötet. Anführer der Revolte war Sengbe Pieh vom Volk der Mende. Die Sklaven erreichten selbstständig die Küste der Vereinigten Staaten und wurden dort von der US-amerikanischen Marine aufgebracht und inhaftiert.

Die Sklaven wurden wegen Meuterei und Mord angeklagt. Nach einem Berufungsverfahren, angestrebt durch den amtierenden US-Präsidenten Martin Van Buren, wurde die Verhandlung an den Obersten Gerichtshof verlegt. Die Verteidigung der Afrikaner übernahmen amerikanische Abolitionisten, vertreten wurden sie durch John Quincy Adams, einen ehemaligen US-Präsidenten. Der Prozess wurde von Streitigkeiten über ein Seerechtsabkommen mit Spanien begleitet. 1841 wurden die Angeklagten freigesprochen, da ihr Recht auf persönliche Freiheit festgestellt wurde. Die ehemaligen Sklaven reisten 1842 zurück in ihr Heimatland."

Der Film hält sich verblüffend genau an die historischen Vorgaben. Große Schauspieler wie Morgan Freeman, Anthony Hopkins, Nigel Hawthorne, Matthew McConaughey und viele andere mehr. Dazu der Soundtrack von John Williams.

Unterhaltsam und bewegend, ein wirklich ausgezeichneter Film. Schade, das er so unbekannt blieb.
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am 16. Februar 2016
Einer der Filme, die ich beim 2. Mal gucken regelrecht gefressen habe. Und eines ich muß mal zu den 1- und 2-Sterne-Meckerfritzen hier sagen: Es ist und bleibt ein Spielfilm! Unterhaltung!!!! Abschalten vom Scheiss Alltag!!!! Wer eine Geschichtsstunde oder eine Doku will, der soll eben in diesem Genre suchen.
Amistat ist für mich einfach ein klasse Film mit einer Riege toller Schauspieler. Ich habe mir die DVD bestellt, weil ich mich unterhalten lassen will. Für Dokus bestelle ich Terra X, BBC Doku und so was.
Und weil das Thema hier wieder mal ausreichend beschrieben wurde, einfach von mir nur eine klare Kaufempfehlung. Ein glänzend aufgelegter A. Hopkins alleine ist es wert, diesen Film zu sehen.
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