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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
16
Am Schattenufer
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:18,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 30. Juni 2013
Sehr gut geschrieben. Ich habe das Buch an meine Tochter weitergegeben und werde es auch meinen Freunden empfehlen. Ein guter Roman
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am 17. April 2016
Dieses Buch war ein Blind-Date, welches ich auf der Buchmesse am Stand der Hochschulen beim Memory gewonnen habe. Auf dem Paketpapier stand "Was geschah im September '73", weshalb ich es für einen Krimi hielt und auswählte. Aber es kam dann doch ganz anders. Trotzdem hat mich die Geschichte gefesselt.

John wächst in Mitchelstown auf, einer Kleinstadt, die sich mitten im Nordirlandkonflikt befindet. Seine gesamte Kindheit ist davon geprägt ständig Angst vor Anschlägen und vor Katholiken zu haben, denn John ist protestantisch.
Er ist mitten im Studium und kurz vor seinem Auslandsjahr in Deutschland, als der Konflikt auch seine unmittelbare Umgebung in Mitleidenschaft zieht. Das Bekleidungsgeschäft seiner Familie wird in die Luft gesprengt, wie viele andere Geschäfte und Plätze in der Stadt. Das Kino, einige Pubs, liegen bereits in Schutt und Asche. Während des Bombenanschlags wir die Freundin seines Bruders durch einen herumfliegenden Ziegelstein getötet, woraufhin sein Bruder in Depressionen verfällt.
Da ist es verständlich, dass ihm Deutschland wie ein Paradies vorkommt. In Oberfranken ist er als Englisch-Lehrer tätig und soll seine Zulassungsarbeit schreiben. Dann lernt er bei einem Dubliners-Konzert Teresa (wieder)kennen. Sie entstammt ebenfalls aus Mitchelstown und sie kennen sich aus dem Schulbus. Schon damals war John hin und weg von ihr. Doch das Problem: Teresa ist katholisch. Allerdings stört sie das in Deutschland nicht im Geringsten. Sie verlieben sich, treffen sich zunächst heimlich, streiten sich über Politik, bis sie sich offiziell zueinander bekennen - nur vor ihren Familien halten sie es geheim, denn diese sind untereinander verfeindet. John beginnt mit seiner Zulassungsarbeit über die Nazis in seinem Ort, und mit Teresas Hilfe wird er richtig fleißig. Nebenbei arbeitet er in einem Fotogeschäft und entdeckt seine Liebe zur Fotografie. Teresa und John ziehen zusammen und machen Pläne für die Zukunft, bis es zum großen Knall kommt.

Die Geschichte wird aus der Sicht von John erzählt, der verzweifelt seine Ruhe sucht. Er will nichts mehr mit den Konflikten in Nordirland zu tun haben und will in Deutschland bleiben. Aber selbst in diesem Paradies entdeckt er Risse. Bei seinen Recherchen zu seiner Zulassungsarbeit deckt er Geheimnisse auf, die niemand hören will. Die ganze Zeit steht zwischen Teresa und John die Frage, wie es nach dem Auslandsjahr weitergehen soll. Sie lieben sich, aber das reicht nicht aus. Der Leser lernt John und seine Ansichten sehr genau kennen. Die Konflikte seines Landes verfolgen ihn und er wird von ihnen eingeholt.

Ganz besonders gut haben mir die Landschaftsbeschreibungen beider Länder gefallen. Die zerklüftete Landschaft Nordirlands, das Meer, die Klippen, der Wind. Und der Wald in Deutschland, die Wiesen, das Licht, der Fluss. Es ist herrlich wie der Autor die so ganz unterschiedlichen Landschaften so lebendig beschreibt, dass man sie ganz genau vor seinem inneren Auge sieht.

"Ich liebe den Wald. Ich denke, für die Franken ist der Wald das, was für die Iren das Meer ist."

Ich habe dieses Buch wirklich ungern aus der Hand gelegt. Es hält durchweg ein Spannungsniveau, dass es einem nahezu unmöglich ist das Buch zuzuklappen und wegzulegen. Es handelt sich hierbei kaum um keine Liebesgeschichte. Die Unruhen und Auseinandersetzung mit der Zukunft in einer, durch Konflikte geteilten und zerstören, Heimat, stehen im Vordergrund. Beide Protagonisten müssen sich entscheiden und abwägen. Das ist nicht einfach. Gerade weil beide ganz unterschiedliche Sichtweisen dazu haben. Dabei werden häufig Parallelen zur Nazizeit in Deutschland gezogen, in der Personen aufgrund ihrer Religion verfolgt wurden, genau wie in Irland, wo sich die Parteien über ihre Religionen bekriegen.

Man weiß als Leser schon ganz genau, wie es ausgehen wird, wenn man mit diesem Buch beginnt. Das kann doch nicht gut gehen! Und der große Knall kommt wirklich. Allerdings hat der Autor das Geschick die Geschichte so spannend und unterhaltsam zu gestalten, dass es weder vorhersehbar, noch langweilig wird. Er schreibt in einer klaren Sprache, schnörkellos und sehr eindeutig, was mir sehr gut gefällt. Der Autor selbst ist Ire und kam 1973 als Austauschstudent nach Deutschland - und er blieb.

Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen und bin froh, dass ich es auf der Buchmesse gewonnen habe.
Diese Rezension habe ich auch auf meinem Blog veröffentlicht: [...]
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am 12. August 2013
Inhalt
Nordirland in den 70er-Jahren: Der Protestant Johan Dalzell und die Katholikin Teresa Cassidy verlassen beide ihre Heimat, um während ihres Studiums ein Auslandssemester in Deutschland zu absolvieren. Rein zufällig treffen sie dort aufeinander und stellen fest, dass sie gar nicht so weit voneinander wohnen. Im Frankenland und fernab von zu Hause kommen die beiden sich näher und verlieben sich ineinander. Aber kann diese Liebe wirklich von Dauer sein?

Meine Meinung
Zu Beginn der Geschichte befinden wir uns in den 70 Jahren und zum Ende hin im Jahr 2007. Und was hat sich in allen den Jahren verändert? Nichts. Erst heute früh habe ich in den Nachrichten einen Bericht über Ausschreitungen in Belfast gesehen. Auslöser der Unruhen ist das Verbot, einen Marsch des protestantischen Oranierordens durch eine Straße im Norden Belfasts führen zu lassen, die überwiegend von Katholiken bewohnt wird. Seit mehreren Tagen halten die Ausschreitungen an und es gab schon 35 Festnahmen, sodass man sich fragen muss, ob es dort wohl jemals Ruhe geben wird.

Doch zurück zur Geschichte. Killen McNeill schreibt mit leisen, aber dennoch eindringlichen Worten über das Leben in Nordirland, welches so nah und doch so unbekannt ist. Dass Katholiken und Protestanten sich immer wieder bekämpfen, hat wohl schon jeder in den Medien mitbekommen, dass sie jedoch in alltäglichen Dingen eine strikte Trennung vornehmen, war mir neu. So würde ein Katholik sich z.B. im Bus nie neben einen Protestanten setzen und umgekehrt. Auch bei Schulen, Cafes oder Autos gibt es Unterschiede, was mich ein wenig an die Apartheid in Südafrika erinnert hat.

Dass sich John und Teresa in diesem vom Konflikt gebeutelten Teil Nordirlands nie und nimmer näher kennen gelernt und ineinander verliebt hätten, wird durch diese Trennung sehr schnell klar. Und so bietet der Autor den beiden ein neutrales Terrain, in Form des beschaulichen Frankenlandes. Hier können beide zur Ruhe kommen. Niemand muss Angst haben, dass ein leer stehendes Auto gleich in die Luft fliegt und keiner verurteilt die gerade aufkeimende Liebe der beiden von ihrer Herkunft doch so unterschiedlichen jungen Menschen.

John war mir von Anfang an sympathisch und auch der Protagonist, der mir am meisten ans Herz gewachsen ist. Seine Familie hat durch einen Bombenanschlag alles verloren. Nicht nur den Laden der Eltern und das zu Hause, sondern auch im Fall von Matt, dem Bruder Johns, die große Liebe. Insbesondere am Beispiel von Matt werden die psychischen Auswirkungen des Nordirland-Konflikts sehr gut verdeutlicht. Teresa ist eine selbstbewusste, junge Frau, die ihre Ziele klar definiert hat und an der Verwirklichung dieser arbeitet. Ob John darin Platz hat? Nur soviel: in jeder Beziehung liebt einer ein wenig mehr.

Was mir nicht so gut gefallen hat, war der Teil, der im Jahr 2007 spielt. Er war mir zu schnell abgehandelt und hat auch nicht wirklich neue Informationen gebracht, die für die Geschichte wichtig gewesen wären. Hierfür muss ich leider einen Punkt abziehen, da mich dieses Ende ein wenig enttäuscht hat.

Fazit
"Am Schattenufer" ist eine dicht erzählte Liebesgeschichte in Zeiten des Nordirland-Konflikts, die ich bis auf das Ende gerne gelesen habe und jederzeit weiter empfehlen würde
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 12. September 2013
"Am Schattenufer" von Killen McNeill ist ein schön zu lesender Roman. Ich habe mir lange Zeit gelassen mit der Rezension, weil ich hin- und hergerissen war und eigentlich immer noch bin, welche endgültige Beurteilung ich dem Buch zukommen lasse.
Ich habe mich jetzt für 5 Sterne entschieden, nciht als Entschuldigung für die Wartezeit, sondern weil ich tatsächlich in den letzten Wochen zunehmend bemerkte, wie wichtig dieses Buch für mich doch geworden ist.
Nicht nur, dass ich als deutsche Bürgerin erstmals Einblick bekam in die Unruhen Irlands zu einer Zeit als ich meine Kindheit verbrachte und fast täglich die Anschläge im Schwarz-Weiß-Fernseher verfolgte, es war ein Flashback zurück in die Anfänge der Siebziger in einem unbeweglichen und kleinkarierten Deutschlands, in dem ich mich nie Zuahuse fühlte, es war aber auch eine Art Spiegel, die mir der Autor hier vorhielt:
John und Teresa treffen sich durch Zufall in Deutschland. In Irland haben sie sich oft gesehen, da aber die Religionszugehörigkeit keine Bekanntschaft zuließ, hatten sie nur wenige Worte gewechselt. Johnwar damals verliebt, eine Verliebtheit, die keinerlei Zukunft haben konnte. Als sie sich im Auslandsstudienjahr wiedertreffen, flammt die Verliebtheit wieder auf, und sie kommen sich tatsächlich näher. Im verschrobenen Deutschland waren sie sich ein Stück Heimat, was ich schon wieder sehr humorig fand.
Das kann ich sehr gut nachvollziehen, dass man in diesem verknöcherten Deutschland lieber einen Mann aus dem gleichen Land mit anderer Konfession bevorzugt.
Nach anfänglichem Glück zeigt sich aber schon bald, dass der Kampf in Irland Spuren hinterließ, es stellt sich die grosse Frage, ob eine Liebe, so intensiv und schön sie auch sein mag, gewisse Schicksalsschläge und Hindernisse überwinden kann, oder ob Liebe doch dieses zarte Gefäß ist, das zuerst zerbricht.

Es ist spannend, liest sich sehr flüssig, aber ich brauchte oft einen Moment der Stille, um das Gelesene zu verdauen. Der Autor, der übrigens aus Irland stammt und tatsächlich aufgrund des Studiums nach Deutschland kam und -wie John- hier auch blieb, wechselt nie das Tempo!
Es sind auch keine wirklichen Überraschungen eingebaut, die Zeit fließt erwartungsgemäß und früh erkennbar gewissen dramatischen Wendungen entgegen, die man weder als Leser noch als Protagonist aufhalten oder verändern kann!
Und anch dem grossen Knall macht die Geschichte einen Sprung von 37 Jahren!

Das war für mich fast ein wenig viel. Ich musste die Protagonisten und die Umgebung völlig neu kennenlernen, wurde ab da auch nicht mehr warm mit den Figuren, die sich zeitgemäss und nach ihren Lebenserfahrungen, bei denen ich nicht teilnahm, stark verändert hatten.
Ob die Lebenswege der Beiden erfolgreich und glücklich waren, darüber kann man streiten, was ich aber sehr interessant fand, der Autor selbst sah im offenen Ende des Romans eine Hoffnung, die ich beim besten Willen nicht erkennen kann, auch nicht mit Lupe.
Daher möchte ich jeden geneigten Leser auffordern, das Buch ebenfalls zu lesen und sich einer der Parteien anzuschliessen!
Fünf Sterne jetzt von mir, weil mir Teresa sehr ähnlich ist, erschreckend, ein solches Leben im Zeitraffer vor sich zu haben, ich bin seither dauernd am Überlegen, ob ich nicht doch den ungeeigenten Weg für mein Leben eingeschlagen habe.
Eine Rückkehr in frühere Zeiten ist ausgeschlossen, aber macht es Sinn nochmals abzubiegen?
Danke Killen McNeill für dieses Buch!
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 15. Juli 2013
Das Buch:
Die Bundesrepublik in den 70er-Jahren: John Dalzell und Teresa Cassidy haben Nordirland für ein Auslandssemester den Rücken gekehrt. Fernab ihres von Gewalt gebeutelten Herkunftslandes genießen sie das unbeschwerte Studentenleben in der friedlichen Idylle des Steigerwalds. Und so kann sich eine Liebe zwischen den beiden entfalten, wie sie zu Hause in Mitchelstown unmöglich gewesen wäre, denn John ist Protestant und Teresa Katholikin. Doch während John in seiner Abschlussarbeit versucht, der Verblendung auf den Grund zu gehen, die im November 1938 zur Reichspogromnacht führte, werden er und Teresa von den Folgen des erneut aufflammenden Hasses in der Heimat eingeholt. Mit grausamer Unausweichlichkeit bricht der nordirische Konflikt in ihr gemeinsames Leben ein ... Ein spannender, berührender, aber auch humorvoller Roman, der unter die Haut geht.
Quelle: [...]

Der Autor:
Killen McNeill wurde 1953 in Nordirland geboren. Er studierte Germanistik und kam 1973 als Austauschstudent nach Franken. Seit 1976 arbeitet er als Englischlehrer an der Hauptschule Scheinfeld. Sein erster Roman Trains & Boats & Planes erschien 2003 unter dem Titel Damals in Irland in deutscher Übersetzung. 2012 wurde McNeill mit dem 1. Fränkischen Krimipreis ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Frau in Unterlaimbach.
Quelle: [...]

Meine Meinung:
Der Autor vermag geschickt autobiografische Züge des Romans mit reiner Fiktion zu vermischen. Das Ergebnis ist ein Roman der die damaligen Probleme zwischen Protestanten und Katholiken in Irland anschaulich erklärt. Der Roman erzählt von der Beziehung zwischen einem Paar welche diesen gegensätzlichen Glaubensrichtungen angehören und die Probleme die dich daraus ergeben. Die Schreibweise des Autor macht es einem leicht in der Geschichte des Buches anzukommen und man mag das Buch am liebsten in einem Stück lesen. Plastisch beschreibt es die Protagonisten und das Umfeld, so dass sich ein klares Bild der damaligen Zeit ergibt.
Für mich klare und hochverdiente 5 von 5 Sternen.
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am 17. Juli 2013
John wächst in Nordirland auf und muss 1973 mit ansehen, wie die Existenz seiner Familie von einer Bombe der IRA zerstört wird. In Mitchellstown heißt es "Katholiken gegen Protestanten". John nutzt die Chance, dem zu entkommen und geht für sein Studium als Deutschlehrer nach Deutschland. Dort trifft er Teresa wieder, seine Jugendliebe und Katholikin. Die beiden finden zueinander, doch kann diese Liebe bei allem, was in Nordirland passiert ist, bestehen?

Killen McNeill hat ein Buch über die Vergangenheitsbewältigung geschrieben. Während in Johns Studienort Burgbernbach die Nazi-Vergangenheit noch sehr lebendig ist, ist für John der Nordirland-Konflikt Gegenwart und Lebensrealität. Der Autor verknüpft beide Geschichten und zeigt Parallelen auf, da es sich bei beiden Orten um Dörfer oder Kleinstädte handelt, in denen Nachbarn einander schlimme Dinge antun. John vertieft sich für seine Abschlussarbeit in die Nazi-Vergangenheit Burgbernbachs und so lernt man als Leser neben dem Nordirland-Konflikt auch noch einiges über deutsche Geschichte.
Gleichzeitig steht aber auch die Liebesgeschichte von John und Teresa im Mittelpunkt. Solange beide in Deutschland sind, funktioniert sie. Doch auch hier blitzen tief verankerte Feindseligkeiten durch und immer wieder finden Uneinigkeiten auf der Ebene "ihr" gegen "uns" statt. Die Geschichte zeigt, wie schwierig es ist, sich von den Konventionen der Eltern und des Heimatortes zu lösen. Die Zukunft Nordirlands hängt davon ab, ob es der jungen Generation gelingt, sich miteinander zu versöhnen.

"Am Schattenufer" ist ein eher unaufgeregtes Buch mit einer anrührenden und überzeugend geschilderten Liebesgeschichte, die sich irgendwann nicht mehr in einem fremden Land verstecken kann, sondern sich der politischen Realität stellen und vor ihr bestehen oder scheitern muss. Zwischendurch überschlagen sich die Ereignisse und nehmen eine dramatische Wendung. Dass die Geschichte dann plötzlich rund 35 Jahre später fortgesetzt wird, fand ich einen gelungenen Kunstgriff. Das Ende ist realistisch und meiner Meinung nach versöhnlich, doch das mag nicht jeder so sehen. Es gibt Leser, die es unbefriedigend finden. Die Charaktere sind vielseitig, lebensnah und teilweise auch ziemlich witzig. Das Buch wirkt einfach, wie mitten aus dem Leben geschrieben und man hat das Gefühl, dass es durchaus autobiographische Elemente enthält. Für mich ist dieses Buch eine solide Leistung und in keinster Weise seichte Unterhaltung; es regt sehr zum Nachdenken an.
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am 16. Juli 2013
*ÜBER DEN AUTOR*

Killen McNeill wurde 1953 in Nordirland geboren. Er studierte Germanistik und kam 1973 als Austauschstudent nach Franken. Seit 1976 arbeitet er als Englischlehrer an der Hauptschule Scheinfeld. Sein erster Roman Trains & Boats & Planes erschien 2003 unter dem Titel Damals in Irland in deutscher Übersetzung. 2012 wurde McNeill mit dem 1. Fränkischen Krimipreis ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Frau in Unterlaimbach.

*KURZBESCHREIBUNG*

Eine irische Liebe in Deutschland
Die Bundesrepublik in den 70er-Jahren: John Dalzell und Teresa Cassidy haben Nordirland für ein Auslandssemester den Rücken gekehrt. Fernab ihres von Gewalt gebeutelten Herkunftslandes genießen sie das unbeschwerte Studentenleben in der friedlichen Idylle des Steigerwalds. Und so kann sich eine Liebe zwischen den beiden entfalten, wie sie zu Hause in Mitchelstown unmöglich gewesen wäre, denn John ist Protestant und Teresa Katholikin. Doch während John in seiner Abschlussarbeit versucht, der Verblendung auf den Grund zu gehen, die im November 1938 zur Reichspogromnacht führte, werden er und Teresa von den Folgen des erneut aufflammenden Hasses in der Heimat eingeholt. Mit grausamer Unausweichlichkeit bricht der nordirische Konflikt in ihr gemeinsames Leben ein ... Ein spannender, berührender, aber auch humorvoller Roman, der unter die Haut geht.

*MEINE MEINUNG*

Dem Autor ist es gelungen, Spannung, Witz, Politik mit Weltanschauung und Verständnislosigkeit in einem Buch zu vereinen. Man wird als Leser mit der terroristischen Problematik in einem Land konfrontiert, aber auch seichte Seiten werden eingeschlagen, so dass das Buch nie langweilig wird. Was sich als politische Geschichte anhört, findet sich in einer Liebesgeschichte wieder.

Leider hat sich am Ende der Geschichte eine merkwürdige Stimmung breit gemacht, so dass ich zum Schluß gedanklich sehr verwirrt war.

Im Großen und Ganzen kann ich dieses Buch jedoch empfehlen und vergebe hiermit 4 von 5 Sternen.
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am 23. Juli 2013
Können Krieg und Terror in einem Land von dessen Bewohnern als Normalzustand empfunden werden? Kann man sich an die ständige Angst gewöhnen?

1973: Der nordirische protestantische Student John muss während eines einjährigen Aufenthaltes in Deutschland feststellen, dass Frieden, Ruhe und persönliche Sicherheit für ihn eine neue Erfahrung sind. In seiner Heimat hat er gelernt, mit der Angst zu leben, die die Bevölkerung Nordirlands geprägt hat, Folge der Gewalt, die durch den Nordirlandkonflikt ausgelöst wurde.
John erlebt sogar etwas, was in seiner Heimat unmöglich gewesen wäre: die Liebe zu einer katholischen Landsmännin.

In "Am Schattenufer" erzählt Killen McNeill die Geschichte von John und Teresa, die sich im malerischen Frankenland lieben lernen.
Killen McNeill bringt uns mit seinem Buch den Nordirlandkonflikt näher, und das aus einer persönlichen Sicht. Seine Figuren sind fast alle Opfer der Gewalt, die in ihrem Land herrscht. Nur John erlebt das Paradies neben Teresa, weil sie weit weg von allem und allen sind.
"Am Schattenufer" ist ein Buch, das dem Leser nicht nur eine komplizierte Liebesgeschichte erzählt, sondern auch erschütternde Schicksale schildert.
Äußerst interessant waren für mich nicht nur die Einblicke in den nordirischen Alltag der 70er Jahre, sondern auch die Erfahrungen, die John als Ausländer in der bayerischen Provinz macht, nur 30 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg.

Killen McNeill hat einen angenehmen Schreibstil und schafft es, eine gewisse Spannung aufzubauen und während der ganzen Handlung zu halten, und sorgt gegen Ende für eine unerwartete Wendung, die alles auf den Kopf stellt.

"Am Schattenufer" ist eine Geschichte über eine Liebe in schwierigen Zeiten. Und am Ende darf der Leser entscheiden, ob für diese Liebe trotz der ganzen Problematik noch eine Chance besteht.
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am 6. August 2013
In den 1970er-Jahren lernen sich die beiden Studenten John Dalzell und Teresa Cassidy im Rahmen ihres Auslandssemesters in der Bundesrepublik näher kennen und lieben. Das wäre in ihrer Heimat Nordirland für die beiden unmöglich, da John Protestant ist und Teresa Katholikin. Die beiden bauen sich ein unabhängiges Leben in Deutschland auf, wobei der nordirische Konflikt sich immer mehr in ihr Leben drängt. Durch den Kontakt mit ihren deutschen Freunden beginnt John sich für die Reichspogromnacht und die Nazi-Zeit zu interessieren.

Einerseits wird in diesem Buch der Nordirlandkonflikt mit den Auswirkungen auf die Menschen in einem nordirischen Dorf beleuchtet. Während des Auslandssemesters werden für John die Unterschiede zu Deutschland bewusst und hinterfragt erstmalig kritischer die Zustände zu Hause. Ich habe mich schon öfters mit dem Thema auseinandergesetzt, aber durch die Beschreibungen des Lebens in so einem Dorf sieht man erst die Auswirkungen auf die Menschen. Die Beschreibung, dass die katholischen Kinder den oberen Stock und die protestantischen Kinder die untere Ebene des Schulbusses benutzen und sie sich nie unterhalten, hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Auf der anderen Seite werden die noch immer vorhandenen Nazis und deren Denken im Deutschland der 70er-Jahre und die Verdrängung der Nazi-Zeit behandelt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Da mich das Buch noch immer beschäftigt, vergebe ich 5 Sterne.
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am 7. Juli 2013
„Am Schattenufer“ ist der zweite Roman des nordirischen Autors Killen McNeill, der seit Mitte der 70er Jahre in seiner Wahlheimat in Franken lebt. Er studierte Germanistik in (London-)Derry und kam in seinem Auslandsjahr zum ersten Mal nach Franken. Heute noch unterrichtet er dort an einer Schule in Scheinfeld. Das Buch ist im April 2013 im ars vivendi Verlag erschienen. In „Am Schattenufer“ kann man einige Parallelen zwischen dem Autor und dem Protagonisten entdecken, so zum Beispiel die Herkunft aus einer krisenreichen Gegend in Nordirland und das Germanistikstudium, das beide nach Deutschland verschlagen hat.

John Dalzell ist ein junger Nordire, der in einer wohlsituierten Familie als älterer von zwei Brüdern aufgewachsen ist. Seine Eltern führen ein eigenes Geschäft in dem er und sein Bruder Matt öfters aushelfen. Die Unruhen zwischen Katholiken und Protestanten spielen Anfang der 70er dort eine wichtige Rolle. Die IRA (Irisch-Republikanische Armee) macht mit Autobomben zahlreiche protestantische Geschäfte dem Erdboden gleich. So auch das der Familie Dalzell bei dem die Freundin von Matt auf tragische Weise umkommt. Nach der Schule beginnt John ein Germanistikstudium und wird für ein Jahr als Assistant Teacher nach Deutschland geschickt, wo er an einem fränkischen Gymnasium unterrichtet.

Hier, weit entfernt von all den Problemen in seinem Heimatland, trifft er nicht nur auf gute Freunde, Toni und Herbert, ebenfalls Lehrer am hiesigen Gymnasium, sondern auch auf seine Jugendliebe aus der Heimat, Teresa, die zufällig auch in der Nähe ihr Auslandsjahr absolviert. Fernab der verhassten Konfessionskriege kommen die beiden sich allmählich näher und werden zu einem Paar – doch die Probleme holen sie auch hier ein, denn sie stammen nun mal aus unterschiedlichen Konfessionen und so sehr man das Thema auch verdrängen mag, es holt sie ein. Dennoch ziehen die beiden zusammen, auch wenn die Beziehung in der Heimat streng geheim bleiben muss. Alles scheint gut bis zu einem weiteren tragischen Unfall der alles verändert… Hat ihre Liebe denn eine Chance?

Killen McNeill entführt uns in die angespannten Konflikte in Nordirland in den 70er Jahren, doch gleichzeitig gibt er uns auch eine interessante Geschichtsstunde zum Thema, welches viel zu selten in deutschen Schulen angesprochen wird, doch selbst heute noch aktuell ist: Der Konflikt zwischen den Protestanten und den Katholiken in dem zu England gehörenden Nordirland. Doch nicht nur diese Geschichte wird in dem Roman aufgearbeitet, sondern auch die immer noch herrschende Nachkriegszeit in Deutschland. Ehemalige Nationalsozialisten leben unbehelligt unter den Einwohnern – gerade so als wäre nie etwas passiert. Auch John geht im Roman diesem Thema auf die Spur. Das Buch ist sehr real und glaubwürdig geschrieben, was mir besonders gut gefällt. So erlitt ich erst mal einen gehörigen Kulturschock als es am Anfang des Buches für John nach Deutschland ging. Wohnungen ohne fließend warmes Wasser… Plumpsklos… weder Telefon noch Fernsehen. Auch die 68er Revolution weht noch frisch durchs Land unter den Jüngeren. – Apropos, wusstet ihr, dass man zu der Zeit über 48 Stunden mit dem Zug unterwegs ist von Franken nach Nordirland? Schreck lass nach… - Dennoch haben die meisten Charaktere dieses Buches so eine sympathische Art an sich, dass man sich einfach wohl fühlen muss. Das Buch zeigt deutlich, dass der Autor weiss wovon er schreibt. Die Hintergrundinformationen sind geschickt in die Geschichte um John und Teresa eingewebt und nehmen einen großen Teil des Buches ein, sodass man hinterher wirklich schlauer ist. Auf jeden Fall empfehlenswert. Nicht umsonst wird den Bayern immer der größte Charme nachgesagt :-)
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