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Alte Meister: Komödie (suhrkamp taschenbuch) Taschenbuch – 25. Juli 1988

4.8 von 5 Sternen 28 Kundenrezensionen

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Da haben sich zwei Alte Meister gefunden: der große Grantler aus Österreich und Thomas Holtzmann als kongenialer Bernhard-Interpret. Auf der Bühne hat der Schauspieler, der zu den allerbesten im deutschsprachigen Raum zählt, schon öfter Bernhard-Figuren verkörpert, zuletzt den Robert im Brüder-Drama Der Schein trügt. Mittlerweile hat der eine Thomas dem anderen auch bereits auf drei Hörbüchern die Stimme geliehen. Alte Meister gehört ebenso wie Holzfällen und Wittgensteins Neffe zu den Bernhard-Texten, die das Zeug zum Klassiker haben bzw. bereits so etwas wie Klassiker sind.

Mit einem Walkman im Ohr würde sich dieses Hörbuch auch ausgezeichnet als Begleiter an die Wiener Originalschauplätze eignen: Zu allererst natürlich ins Kunsthistorische Museum, wo sich Reger und Atzbacher immer zu treffen pflegen. Aber auch ins Hotel Ambassador, auch wenn das dortige Restaurant nach der Generalsanierung anders ausschaut als zu Bernhards Lebzeiten.

Einerseits also ein typischer Thomas-Bernhard-Rundumschlag, den Holtzmann hier mit unverwechselbarer Stimme zelebriert. Andererseits aber auch ein unerwarteter Einblick in Tiefprivates: Hat Bernhard doch in diesem Text seinem 1984 verstorbenen "Lebensmenschen" Hedwig Stavianicek (mit der er inzwischen das Grab auf dem Grinzinger Friedhof teilt) eine Liebeserklärung hinterher geschrieben. Für alle Fans Thomas Bernhards jedenfalls ist dieses Hörbuch ein Muss.

Spieldauer: ca. 430 Minuten, 6 CDs, vollständige Lesung --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Wer den möglichen Mehrwert von gesprochener Literatur erleben möchte, der höre Holtzmann einfach zu." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"Thomas Holtzmann, der beste Bernhard-Sprecher, macht die österreichische Weltkomödie zum Ereignis." (Tagesanzeiger)

"Erst mit Holtzmann erfährt man, was und wer Bernhard wirklich war. Erst mit Holtzmann wird Bernhard Bernhard." (Die Welt) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Format: Gebundene Ausgabe
Der Musikphilosoph Reger, der seit 36 Jahren jeden zweiten Vormittag (ausser montags) ins Wiener Kunsthistorische Museum geht (der Nachmittag wird im Ambassador verbracht), um dort im Bordone Saal gegenüber Tintorettos Bild "Der weißbärtige Mann" über den Sinn des Lebens, die Kunst, Politik und viele andere Themen zu sinnieren. Der Platz auf der Sitzbank im Bordone Saal wird Reger seit Jahrzehnten vom treuen Saaldiener Irrsigler (der den Job nur gewählt hat, weil er, nachdem er bei der Polizei wegen physischer Schwächen ausgemustert wurde, sich zugunsten der Uniform, aus rein praktischen Gründen, entschieden hat) quasi reserviert. Der 82-jährige Reger bittet Atzbacher (ein Schriftsteller, der sich dem Veröffentlichtwerden verweigert- ein Alter Ego Thomas Bernhards) ausnahmsweise an einem darauffolgenden Tag (noch dazu ein Samstag, ein Tag an dem Horden von lauten russischen, italienischen und anderen Touristen durchs Museum geschleift werden) um 11.30 zu einem Treffen. Das Buch beginnt damit, dass Atzbacher Reger aus einem benachbarten Saal heraus beobachtet, da er sicherheitshalber zu früh gekommen ist, um dann pünktlich um 11.30 vor Reger erscheinen zu können. Den Grund für diese Inkonsequenz Regers erfahren wir erst am Schluss. Vor der Erklärung lesen wir Regers Gedanken und Schimpftiraden, bei denen u.a. die österreichische Politik, Adalbert Stifter, Anton Bruckner, Staatskünstler, Burgenländer, Haushälterinnen, Kirchendiener (ja sogar der Papst) und die Toiletten in den Wiener Kaffeehäusern schlecht aussteigen.Lesen Sie weiter... ›
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Von Spaddl TOP 1000 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 31. Juli 2011
Format: Gebundene Ausgabe
Thomas Bernhard beschließt mit "Alte Meister" die 'Trilogie der Künste', die mit "Der Untergeher" ihren Anfang und durch "Holzfällen" fulminant fortgesetzt wurde. Auf zweithundert Seiten erstreckt sich ein gigantisches Panorama an literarischen, musikalischen und kunsthistorischen Bezügen, die durch bitterböse Analyse und Kritik demontiert und verunglimpft werden.
Thomas Bernhard "erzählt" die Geschichte von zwei alternden Herren, die sich alle zwei Tage im kunsthistorischen Museum treffen, um dort vor Tintorettos Gemälde "Weißbärtiger Mann" zu sitzen und über Kunst und Literatur, das Leben und das Sterben zu reden.

Dabei unterteilt sich der bernhardsche Monolog in zwei Abschnitte: der Ich-Erzähler Atzbacher begibt sich eine Stunde vor dem eigentlichen verabredeten Zeitpunkt ins Museum und beobachtet seine "Verabredung" Reger und reflektiert; seien es Gesprächsinhalte, Meinungen oder geäußerte Kritiken: der Leser erhält ein glänzendes Bild der scharfzüngigen Dialoge. Dabei verliert sich Reger stellenweise zwar in (un)geahnte Hasstiraden, das Miterleben derselbigen macht jedoch - typisch Bernhard - sehr viel Freude. In der zweiten Hälfte treffen die beiden alten Männer (oder Meister?) aufeinander, setzen sich vor Tintorettos Gemälde und unterhalten sich.

Wie es der Leser von Thomas Bernhard gewohnt ist, sind die zweihundert Seiten (in der Suhrkamp Werkausgaben-Edition) absatzlos und durchgängig geschrieben. Dem Leser wird keine Zeit gegeben, sich auszuruhen, sich von den philosophischen, zynischen Exkursen in die klassische Musik, die klassische Literatur oder klassische Kunst zu erholen.
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Format: Taschenbuch
Die Handlung von "Alte Meister" orientiert sich an einem Bericht der Romanfigur Atzbacher. Hauptfigur ist jedoch der 82jährige Reger, ein äußerst kunstbeflissener und nicht weniger pedantischer Kolumnist der Times, der jeden zweiten Tag außer Montag das Kunsthistorische Museum in Wien besucht und es sich dort seit Jahrzehnten, auch über den Tod seiner Frau hinaus, zur Gewohnheit gemacht hat, reglos auf der Bordone-Saal-Sitzbank sitzend das Gemälde "Der weißbärtige Mann" von Tintoretto zu studieren. Reger besitzt die seltsame Eigenschaft, jedem Kunstwerk auch noch der berühmtesten oder wegen ihrer Meisterschaft geschätztesten Künstler bis ins kleinste Detail auf den Grund gehen zu wollen und deren fundamentale Fehler aufzuzeigen. Atzbacher selbst, ebenso Pedant wie Reger, ist Schriftsteller, der bislang noch kein einziges schriftstellerisches Werk vollenden und daher auch nicht veröffentlichen konnte. Reger hat Atzbacher zu einem Treffen ins Museum gebeten, um diesem - wie Atzbacher glaubt - etwas wichtiges mitzuteilen...

Auf den ersten Blick liest sich "Alte Meister" wie ein typischer "Bernhard". Der Text ist wie für Bernhard typisch geradezu musikalisch orchestriert, und der Leser wird gleichsam in die Handlungsstränge des Romans "eingesogen". Die Sprachmelodik der breiten Raum einnehmenden Schimpftiraden der bernhardschen Charakterere erreicht immer wieder in wellenartiger Regelmäßgkeit seine Höhepunkte, was den Roman zu einem echten Leseerlebnis macht.
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