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Als wir unsterblich waren Gebundene Ausgabe – 2. November 2006
| Preis | Neu ab | Gebraucht ab |
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Gebundenes Buch
"Bitte wiederholen" | 8,76 € | — | 7,00 € |
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Taschenbuch
"Bitte wiederholen" | — | 2,29 € |
- Seitenzahl der Print-Ausgabe432 Seiten
- SpracheDeutsch
- Herausgeberblumenbar
- Erscheinungstermin2. November 2006
- Abmessungen12.8 x 3.2 x 19.5 cm
- ISBN-103936738246
- ISBN-13978-3936738247
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Produktbeschreibungen
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
gehörte sogar zu seinen Lieblingsbeschäftigungen: sie zu sehen, bevor sie
ihn sah.
Misty. Seine katzengesichtige Liebste mit den honigfarbenen Haaren. Groß
und schlank, in einem schlichten weißen Kleid, mit schweren klobigen
Bikerstiefeln.
Damals kam es bei Mädchen gerade in Mode, eindeutig Weibliches (Miniröcke,
Netzstrümpfe, Highheels, Mistys schlichtes weißes Kleid) mit brutal
Männlichem (Doc Martens, Hundehalsbänder oder Lederarmbänder mit spitzen
Nieten, Mistys Bikerstiefel) zu kombinieren. Sie knallen dir ihren Sex ins
Gesicht, dachte Terry, und erwarten von dir, dass dir das bewusst ist -
während sie dich insgeheim mit der Frage konfrontieren, was du daraus
machst. Das war neu.
Über ihrer Schulter hing eine Tasche mit ihrer Kameraausrüstung. Von einem
der Tragegurte baumelten anstelle des üblichen Plüschtiers oder des
Plasik-Han-Solo Handschellen - Handschellen mit rosa Nerzimitat. Es war auf
den ersten Blick nicht auszumachen, ob sie aus einem Spielzeugladen oder
einem Sexshop stammten.
Misty und ihre rosa Nerzimitathandschellen. Terry schluckte, als er sie
sah.
Sie war wie ein Mädchen aus einem Roman. Nein, eine Frau - Mädchen durfte
man ja nicht mehr sagen, das war wieder eine dieser neuen Sachen, Mädchen
war jetzt verboten, man musste jetzt Frau sagen, auch wenn sie - rein
physisch und vom Gesetz her - noch Mädchen waren. Misty hatte es Terry
genau erklärt - es hatte wohl mit etwas zu tun, das sie die erdrückende
Tyrannei der Männer nannte.
Irgendwie lustig, dachte Terry.
Ja, sie war wie die Kleine - die Frau - in dem Roman von Thomas Hardy, den
sie in der Schule gelesen hatten, in jenem Jahr, als er hingeschmissen und
den Job in der Fabrik angenommen hatte. Am grünen Rand der Welt. Misty war
wie die Frau in diesem Roman - die weibliche Zartheit in Person und
zugleich von einer stählernen Härte, die man beim ersten Hinsehen nie
vermutet hätte. Bathsheba Everdene. So war Misty. Bathsheba Everdene in
einem weißen Kleid mit Bikerboots. Bathsheba Everdene mit rosa
Nerzimitathandschellen.
Sie hatte ihn noch immer nicht entdeckt, und mit anzusehen, wie sie die
Masse fremder Gesichter nach ihm absuchte, tat ihm in der Seele weh. Dann
fing sie seinen Blick ein, und sie begann herumzuhüpfen, so froh war sie,
ihn nach all der Zeit wieder zu sehen.
Über eine Woche!
Sie schlüpfte unter einem Schild hindurch, auf dem Betreten streng verboten
stand, und rannte auf ihn zu. Sie war niemand, der sich um Schilder
kümmerte. Sie ging durch die Welt, als ob es ihr gutes Recht sei, zu sein,
wo sie wollte - überall, immer. Wie eine Frau in einem Roman, wie ein
Mädchen in einem Lied.
»Schau mal, Tel«, sagte sie.
Sie hielt die neueste Ausgabe von The Paper in der Hand. Schon fast eine
Woche alt, aber die Druckerschwärze war irgendwie noch feucht, und Mistys
Fingerspitzen waren ganz verschmiert. Vom Cover blickte grimmig ein
ausgemergelter Mann mit platinblonden Haaren, er war in einen Trenchcoat
gehüllt, und er stand vor einer großen Mauer neben einem Schild, auf dem
stand: Achtung, Sie verlassen jetzt Westberlin.
Terrys Geschichte über Dag Wood, die er auf eine Tüte der Hotelwäscherei
geschrieben und von Berlin aus per Telefon durchgegeben hatte.
»Und - wie ist er?«, fragte Misty. Terry musste lachen, denn normalerweise
trieb ihn diese Frage zur Verzweiflung.
Da schreibst du ein Porträt mit dreitausend Wörtern, und dann fragen dich
alle: Und - wie ist er wirklich? Wie er wirklich war, stand in der
Geschichte, es stand immer in der Geschichte, oder der Artikel war nichts
wert. Fragten die Leute Tom Wolfe, wenn er über Muhammed Ali schrieb oder
über Phil Spector oder über Hugh Hefner, fragten sie etwa auch: Hey, Tom -
aber wie ist er denn nun wirklich? Doch Terry störte das nicht. Es kam von
ihr. Es kam von Misty.
»Er ist der Allergrößte«, sagte Terry. »Heute Abend stell ich ihn dir vor,
okay?«
Misty hatte diesen Blick drauf, diesen schläfrigen, entrückten Blick, und
neigte den Kopf zur Seite. Terry drückte seinen Mund auf ihren Mund, er
spürte, wie ihre Finger durch seine schwarz gefärbten Haare fuhren, und er
spürte die Kameras in ihrer Schultertasche durch sein Oxfamjackett hindurch
an seinem Herzen.
Ihre Küsse schmeckten nach Marlboro und Juicy Fruit. Als sie am Gate
herumknutschten, ineinander verschlungen und unbeeindruckt von allem
Grinsen, Glotzen und bösem Gerede - »Als was sind die beiden denn
verkleidet, Dad?«-, zweifelte keiner der beiden daran, dass ihre Küsse für
immer und ewig so schmecken würden.
Produktinformation
- Herausgeber : blumenbar; 2., Aufl. Edition (2. November 2006)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 432 Seiten
- ISBN-10 : 3936738246
- ISBN-13 : 978-3936738247
- Abmessungen : 12.8 x 3.2 x 19.5 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1,127,661 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 67,743 in Historische Romane (Bücher)
- Kundenrezensionen:
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Es war als würde ich eine Zeitreise in meine Jugend machen. Glaubten wir nicht alle irgendwann unsterblich zu sein!?
Dieses Buch ist voller Emotionen und Wehmut. An einigen Stellen musste ich lachen, an anderen schoßen mir Tränen in die Augen.
Dieses Buch spricht mir persönlich aus der Seele. Es gab viele Stellen an denen ich mir dachte: "Ja, genau so hab ich mich damals auch gefühlt. Ja genau so war es damals auch bei uns!"
Oft musste ich an meine Jugend denken, an die Zeit in der wir alle glaubte Helden zu sein und daran, daß wir glaubten die Welt würde uns gehören.
Und irgendwann einmal muss man wehmütig feststellen, daß sich alles beginnt zu verändern. Während man vor nicht allzu langer Zeit noch gemeinsam um die Häuser gezogen ist, ist plötzlich einer verheiratet, die anderen bekommen ein Baby.....Irgendwann stellt man fest, daß man erwachsen wird und die unbeschwerte Zeit der Jugend vorbei ist.
Ich glaube alle, die gerne an ihre Jugend denken, an alles was man in dieser aufregenden Zeit erlebt hat, an ehemalige Freunde mit denen man die Nächte durchgefeiert hat ohne an morgen zu denken, Freunde die man vielleicht schon längst vergessen hat weil jeder seine eigenen Wege gegangen ist, werden dieses Buch lieben und wehmütig auf die vergangene Zeit zurückblicken.
Um es abzukürzen: Es hat mich einfach nicht "gepackt". Aber so was von überhaupt nicht.
Ich begann es zu lesen und legte es nach ein paar Seiten wieder weg.
Neulich fand ich dieses Buch in meinem Elternhaus wieder und war erneut neugierig.
Diesmal hatte ich mehr Durchhaltekraft und fand heraus weswegen ich das Buch damals weggelegt habe: Ich verstand die Sprache nicht - also die Musikersprache, die CBGB's und Dag Woods und Ted's. Was zur Hölle ist das? Ich muss immer noch manch ein Generationswort der Siebziger nachschlagen um die Witze und Bedrohungen zu erfassen - tja, bin ich wohl zu jung.
Trotz der mir unbekannten Musikersprache Londons blieb ich am Buch; bezaubert, erschüttert und gespannt was den drei Jungjournalisten als nächstes passiert. Eine Geschichte vom Aufbruch, von Liebe, zerplatzer Hoffnung und, aus der heutigen Sicht betrachtet, lustigen Unwissenheit.
Die Schreib-Perspektiven des Autors machen das Buch zu einem Leseerlebnis; vor allem weil mir die großen Ereignisse zwischen 1977 und heute bekannt sind und man eine ganz besondere Rolle als Leser hat - irgendwie etwas Wissendes und Vorausschauendes.
Das Buch lesen ist wie ein kleiner Ausflug in Londons-Musikszene 1977er. Wirklich zu empfehlen, wenn man als Unwissende etwas erfahren möchte.
Vier Sterne weil ich mir ein ausführlicheres Glossar gewünscht hätte (ein kleines ist im Anhang vorhanden)
Die Reaktionen der deutschen Literaturkritik auf den mittlerweile fünften Roman des sonst so hoch gelobten Popliteraten Tony Parsons waren eher verhalten. So lobte die "SZ" (27.06.07) zwar Tony Parsons Insiderwissen und die feinen Abstufungen innerhalb der Musikszene Londons. Als störend allerdings wurde die einfallslose Überhöhung von Details bewertet. "Die Zeit" (15.03.07) konnte für "Als wir unsterblich waren" nur noch ein müdes Lächeln erübrigen. Den Helden des Buches würde die Wut, die existenzielle Wucht fehlen. Man führte das auch gleich auf den Autor selbst zurück. Die Sprache Parsons sei durch seine jahrelange Schreiberei für Boulevardzeitungen doch schon sehr abgenutzt. "Die Tageszeitung" (04.10.06) beanstandete die ein bisschen zu künstlich, zu offensichtlich dramaturgisch zugespitzte" Handlung, empfiehlt "Als wir unsterblich waren" aber immerhin als "ein buntscheckiges, ruppiges Porträt der Zeit".
Die Handlung wird getragen von den drei Jugendlichen Terry, Ray und Leon. Im London des Jahres 1977 schreiben sie für die Musikzeitschrift "The Paper". Spannung liegt in der Luft: Punk ist in seiner vollsten Blüte, London ist das kulturelle Zentrum der Welt. Doch innerhalb von nur einer Nacht, tatsächlich behandelt der Roman nur 24 Stunden im Leben seiner Hauptdarsteller, ändert sich das Leben der drei Musikjournalisten für immer. Terry kämpft um seine große Liebe Misty, Ray muss um seinen Job fürchten (und kann ihn nur behalten, wenn er John Lennon zu einem Interview treffen kann) und Leon wird von nationalistischen Schlägern gejagt. Rette sich wer kann! Sie alle überleben diese Schicksalsnacht, werden erwachsen - und erwachen ramponiert, aber dankbar in der bürgerlichen Mitte der Gesellschaft. Ein anderer überlebt diese eine Nacht nicht. Hinter abweisenden Gitterstäben haucht ein erster 42 Jahre alter Mann in seiner verkitschten Villa in Memphis sein Leben aus. Am 16. August 1977 stirbt Elvis Presley.
"Als wir unsterblich waren" ist trotz einiger Schwächen zur Lektüre zu empfehlen. Zwar ist die Handlung tatsächlich mitunter etwas zu sehr im Zeitraffer inszeniert und kratzt zum Ende hin bedenklich nah am Kitsch. Aber lesenswert ist der Roman vor allem auch deshalb, weil Parsons, der als Musikjournalist an der Entstehung des Punk ja maßgeblich beteiligt war, in seinem Roman auch autobiographische Erlebnisse verarbeitet hat. Seine Schreibe beweist es: der Mann weiß, wovon er spricht. Da schwingt mitunter auch Enttäuschung mit, nachgerade Entsetzen. Denn natürlich weiß auch Tony Parsons, dass der Punk schon längst seine Unschuld verloren hat. Aus einer Subkultur ist eine kulturindustrielle Mode geworden - schmuddlig wurde plötzlich hipp.
