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Als wir unsterblich waren Gebundene Ausgabe – 2. November 2006

3,7 von 5 Sternen 18 Sternebewertungen

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Tony Parsons, im Londoner Osten geboren, wurde in den siebziger Jahren als Musikjournalist bekannt. Seine Interviews für den New Musical Express machten ihn selbst zu einer Kultfigur. Er hat sie alle persönlich kennen gelernt: die Sex Pistols und Blondie, The Clash und die Rolling Stones, David Bowie und Iggy Pop. Heute arbeitet er als Schriftsteller, Kolumnist und Fernsehjournalist. Sein Roman Man and boy wurde weltweit über zwei Millionen Mal verkauft. In seinem neuen Buch "Als wir unsterblich waren" erzählt er erstmals auch die Geschichte seiner eigenen Jugend.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Er sah sie, bevor sie ihn sah. So herum war es ihm lieber, es
gehörte sogar zu seinen Lieblingsbeschäftigungen: sie zu sehen, bevor sie
ihn sah.
Misty. Seine katzengesichtige Liebste mit den honigfarbenen Haaren. Groß
und schlank, in einem schlichten weißen Kleid, mit schweren klobigen
Bikerstiefeln.
Damals kam es bei Mädchen gerade in Mode, eindeutig Weibliches (Miniröcke,
Netzstrümpfe, Highheels, Mistys schlichtes weißes Kleid) mit brutal
Männlichem (Doc Martens, Hundehalsbänder oder Lederarmbänder mit spitzen
Nieten, Mistys Bikerstiefel) zu kombinieren. Sie knallen dir ihren Sex ins
Gesicht, dachte Terry, und erwarten von dir, dass dir das bewusst ist -
während sie dich insgeheim mit der Frage konfrontieren, was du daraus
machst. Das war neu.
Über ihrer Schulter hing eine Tasche mit ihrer Kameraausrüstung. Von einem
der Tragegurte baumelten anstelle des üblichen Plüschtiers oder des
Plasik-Han-Solo Handschellen - Handschellen mit rosa Nerzimitat. Es war auf
den ersten Blick nicht auszumachen, ob sie aus einem Spielzeugladen oder
einem Sexshop stammten.
Misty und ihre rosa Nerzimitathandschellen. Terry schluckte, als er sie
sah.
Sie war wie ein Mädchen aus einem Roman. Nein, eine Frau - Mädchen durfte
man ja nicht mehr sagen, das war wieder eine dieser neuen Sachen, Mädchen
war jetzt verboten, man musste jetzt Frau sagen, auch wenn sie - rein
physisch und vom Gesetz her - noch Mädchen waren. Misty hatte es Terry
genau erklärt - es hatte wohl mit etwas zu tun, das sie die erdrückende
Tyrannei der Männer nannte.
Irgendwie lustig, dachte Terry.
Ja, sie war wie die Kleine - die Frau - in dem Roman von Thomas Hardy, den
sie in der Schule gelesen hatten, in jenem Jahr, als er hingeschmissen und
den Job in der Fabrik angenommen hatte. Am grünen Rand der Welt. Misty war
wie die Frau in diesem Roman - die weibliche Zartheit in Person und
zugleich von einer stählernen Härte, die man beim ersten Hinsehen nie
vermutet hätte. Bathsheba Everdene. So war Misty. Bathsheba Everdene in
einem weißen Kleid mit Bikerboots. Bathsheba Everdene mit rosa
Nerzimitathandschellen.
Sie hatte ihn noch immer nicht entdeckt, und mit anzusehen, wie sie die
Masse fremder Gesichter nach ihm absuchte, tat ihm in der Seele weh. Dann
fing sie seinen Blick ein, und sie begann herumzuhüpfen, so froh war sie,
ihn nach all der Zeit wieder zu sehen.
Über eine Woche!
Sie schlüpfte unter einem Schild hindurch, auf dem Betreten streng verboten
stand, und rannte auf ihn zu. Sie war niemand, der sich um Schilder
kümmerte. Sie ging durch die Welt, als ob es ihr gutes Recht sei, zu sein,
wo sie wollte - überall, immer. Wie eine Frau in einem Roman, wie ein
Mädchen in einem Lied.
»Schau mal, Tel«, sagte sie.
Sie hielt die neueste Ausgabe von The Paper in der Hand. Schon fast eine
Woche alt, aber die Druckerschwärze war irgendwie noch feucht, und Mistys
Fingerspitzen waren ganz verschmiert. Vom Cover blickte grimmig ein
ausgemergelter Mann mit platinblonden Haaren, er war in einen Trenchcoat
gehüllt, und er stand vor einer großen Mauer neben einem Schild, auf dem
stand: Achtung, Sie verlassen jetzt Westberlin.
Terrys Geschichte über Dag Wood, die er auf eine Tüte der Hotelwäscherei
geschrieben und von Berlin aus per Telefon durchgegeben hatte.
»Und - wie ist er?«, fragte Misty. Terry musste lachen, denn normalerweise
trieb ihn diese Frage zur Verzweiflung.
Da schreibst du ein Porträt mit dreitausend Wörtern, und dann fragen dich
alle: Und - wie ist er wirklich? Wie er wirklich war, stand in der
Geschichte, es stand immer in der Geschichte, oder der Artikel war nichts
wert. Fragten die Leute Tom Wolfe, wenn er über Muhammed Ali schrieb oder
über Phil Spector oder über Hugh Hefner, fragten sie etwa auch: Hey, Tom -
aber wie ist er denn nun wirklich? Doch Terry störte das nicht. Es kam von
ihr. Es kam von Misty.
»Er ist der Allergrößte«, sagte Terry. »Heute Abend stell ich ihn dir vor,
okay?«
Misty hatte diesen Blick drauf, diesen schläfrigen, entrückten Blick, und
neigte den Kopf zur Seite. Terry drückte seinen Mund auf ihren Mund, er
spürte, wie ihre Finger durch seine schwarz gefärbten Haare fuhren, und er
spürte die Kameras in ihrer Schultertasche durch sein Oxfamjackett hindurch
an seinem Herzen.
Ihre Küsse schmeckten nach Marlboro und Juicy Fruit. Als sie am Gate
herumknutschten, ineinander verschlungen und unbeeindruckt von allem
Grinsen, Glotzen und bösem Gerede - »Als was sind die beiden denn
verkleidet, Dad?«-, zweifelte keiner der beiden daran, dass ihre Küsse für
immer und ewig so schmecken würden.

Produktinformation

  • Herausgeber ‏ : ‎ blumenbar; 2., Aufl. Edition (2. November 2006)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 432 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3936738246
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3936738247
  • Abmessungen ‏ : ‎ 12.8 x 3.2 x 19.5 cm
  • Kundenrezensionen:
    3,7 von 5 Sternen 18 Sternebewertungen

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