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Allein mit Shirley: Roman Taschenbuch – 1998

4.0 von 5 Sternen 9 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Jonathan Coe wurde 1961 in Birmingham geboren und gehört zu den interessantesten angelsächsischen Gegenwartsautoren. Seine Romane, unter anderem »Das Haus des Schlafes«, »Erste Riten« und »Allein mit Shirley«, wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Jonathan Coe lebt mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in London. Zuletzt erschien auf deutsch »Klassentreffen«.  

Kundenrezensionen

4.0 von 5 Sternen

Top-Kundenrezensionen

Von Ein Kunde am 13. Dezember 2002
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Offen gestanden, 'schallend gelacht' habe ich bei diesem göttlichen Buch selten. Eher würde ich die viele Situationen als so etwas wie skuril, grotesk oder bizarr bezeichnen. Und über allen schwebt diese tiefe Sehnsucht. Die Sehnsucht, die im Alter von sechs Jahren in den jungen Owen eingebrannt ist und die er (nahezu) ein ganzes Leben mit sich herumträgt.
Wie der Autor in dem Buch selbst sagt, ist das Werk eine Familiensage, ein Gesellschaftsroman, eine Liebesgeschichte und ein Krimi (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).
An den Familienmitglieder der Familie Windshaw wird die Entwicklung wesentlicher Gesellschaftsbereiche (Gesundheitswesen, Agrarsektor, Medien- und Filmindustrie, Rüstungs(export)industrie u.a.m.) Großbritanniens aufgezeigt. Naturgemäß eher deren negativen Aspekte.
Und kapitelmäßig alternierend wird die Existenz eines ganz normalen männlichen Großstädters in der Gesellschaft gezeigt, in der wir leben.
Auf inhaltliche Details soll hier verzichtet werden. Kein Zitat könnte einen adäquaten Eindruck vermitteln. Zu interdependent und facettenreich sind die Unmassen an Details.
So sehr, daß es gerade zu notwendig ist, das Buch (mindestens) zweimal zu lesen, um erst dann ihre Bedeutung für die gesamte Story zu erkennen.
Doch schon der zweiteilige Aufbau des Inhalt ist einen - oder mehrere - Gedanken wert! Und den Film gibt es wirklich (Ein Leiche auf Urlaub).
Ein letzer Hinweis an dieser Stelle: Als ich den zweiten Teil des Buches begann, glaubte ich kaum, die Schilderung der weiteren Entwicklung richtig zu deuten. Sollte sich das vielfach wiederholte Szenario tatsächlich abspielen? Für diejenigen Leser, die rein erkenntnistheoretisch orientiert sind, von dieser Stelle wohl eine Eenttäuschung, für alle anderen ein Genuß wie ein guter Wein, dessen Geschmack man zwar schon kennt, der dennoch köstlich ist.
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Format: Taschenbuch
England während der Regierungszeit Margaret Thatchers: Die Familie der Winshaws, ein Mitglied unsympathischer als das andere, eines raffgieriger und skrupelloser als das andere – da ist Mark, der zynische Waffenhändler, seine Cousins Thomas und Henry, die in der Bank und in der Politik für die richtigen Entscheidungen sorgen, der dreiste Kunsthändler Roderick, die Kolumnistin und Fernsehmacherin Hilary, die gegen Gewerkschaften hetzt, und schließlich Dorothy, Regentin über riesige Tierbestände in Intensivhaltung, deren Lieblingswort „Effizienzfaktor“ ist.

Michael Owen, ein junger Schriftsteller, wird von der „verrückten Tante“ Tabitha Winshaw engagiert, eine Familienchronik über ihre Verwandten zu schreiben. Nach und nach dringt er tief in den Sumpf aus Korruption, Vorteilnahme, Selbstsucht und Zerstörung ein, in dem sie sich eingerichtet haben und entdeckt zu seinem eigenen Entsetzen immer mehr Verbindungen zu seinem eigenen Leben.

Die jüngeren Mitglieder dieses Familienclans werden in einzelnen Kapiteln portraitiert. Dorothy Winshaw, die durch die Heirat mit dem Landwirt George Brunwin zur unangefochtenen Herrscherin über eine Farm wird, die sie durch Rationalisierung und Effektivität zu einem modernen Tierproduktionskonzern macht. Die englische Originalausgabe erschien 1994. Was Coe beschreibt, ist heute, zwanzig Jahre später, noch genau so Realität in den Turbomastanlagen und Megaställen: künstliche Besamung von Puten, routinemäßige Antibiotikagabe, Kannibalismus, Schnabelamputation, Ersticken von männlichen Küken. Dorothy nennt es stolz „eine von Umwelteinflüssen befreite Tieraufzucht“ – mit dem Ziel der größtmöglichen Profitsteigerung.
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Von Ein Kunde am 20. Januar 2002
Format: Taschenbuch
Was habe ich gelacht! Es ist nicht zu empfehlen dieses Buch in einer z.B. langweiligen Vorlesung zu lesen- ich habe es getan...
Ich mußte dieses Buch für einen Englischkurs lesen und kannte den Autor vorher nicht. Wie dankbar bin ich, ihn entdeckt zu haben. Was bisher nur Salinger und H. Schneider geglückt ist, hat Coe noch präziser geschafft, nämlich, mich zum Brüllen bzw. zum verschämten "Au nein, er wird doch nicht..." oder "Oh, wie peinlich...!"-Selbstgequatsche zu bringen.
Dieses Werk ist (überwiegend) so grotesk, irr- bis wahnwitzig überdreht, daß man es gar nicht aus der Hand legen möchte. Da ich es auf Englisch gelesen habe und einige Passagen etwas schwer und langatmig sind, gibt es von mir nur 4 Sterne. An einigen Stellen würde ich aber gerne 10 geben.
Zum Inhalt: Der Autor Michael Owen hat es sich zur Aufgabe gemacht die Biographie der widerlichen, stinkreichen, skrupelosen, in allen Bereichen der Wirtschaft (Politik, Kunst, Medien, Bank, Waffenschieberei, Lebensmittel) mitmischenden Familie Winshaw zu schreiben. Überall reden sie mit und regieren suptil Groß Britanien während der Thatcher- Ära. Sie sind die absoluten Gewinner und gehen dabei über Leichen.
Owens Leben wird parallel zu einer jeweiligen Kurzbeschreibung der jüngsten Winshawmitglieder aufgezeigt. Dabei wird ihm und dem Leser stückchenweise klar, daß er unmittelbar mit diesem Clan verstrickt ist. Seine anfängliche Abneigung gegen diese Sippe steigert sich im Laufe des Romans zu Hass und so ist es am Ende- einem absolut perfekt inszeniertem Showdown- nicht verwunderlich, daß er für den Mörder gewisser Mitglieder gehalten wird.
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