find Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Mehr dazu Hier Klicken Storyteller Unlimited AmazonMusicUnlimited Fußball longss17

Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
36
4,4 von 5 Sternen
Format: Blu-ray|Ändern
Preis:10,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 24. Juni 2017
Hätte ich den Trailer gesehen, ohne eine Andeutung, dass der Hauptdarsteller von einer
weiblichen Person dargestellt wird,.........ich wäre sicher nicht von selbst darauf gekommen.
Glenn Close verkörpert ALBERT NOBBS einfach so perfekt, egal ob in Mimik und Gestik,-
" sein " ganzes Auftreten ist schier herausragend anzusehen.
" Heirate doch! Du kannst doch auch heiraten! "
Diese hervorragend herausgearbeitete Spannung, dieses Geheimnisvolle, das ALBERT NOBBS umgibt.
Der Gedanke, dass ich, der Zuschauer, in diesem Moment der Einzige bin, der von diesem Geheimnis Kenntnis besitzt.
Das alles gibt diesem wunderbaren Film eine ganz besonder Note. Glenn Close sticht hiermit in der Kunst der " Gesichtsmaskerade "
auf jeden Fall für mich klar und ganz stark heraus. Ein Film für alle, die noch Zweifel an der Großartigkeit der Hauptdarstellerin hatten.
" Sie ist sicher interessant, Ihre Arbeit im Hotel. Da ist doch immer was los. Sicher gibt` s auch viel zu lachen.........". -
Ja. Gestern,...... Casey fiel die Treppen zu Blumenladen hinunter. Er holte sich ein Veilchen.............".

******************************************************************************

Geschichte:

Er ist höflich, verschwiegen, pedantisch, unsichtbar.
Er ist der perfekte Butler, denken alle.
Nur er selbst weiß von dem einen, großen Problem, von dem auf
gar keinen Fall irgend jemand erfahren darf...................................

***********************************************************************************************************

Mein krönendes Fazit:

" Sie taten mir weh.....................".
ALBERT NOBBS: Ein Film über das traurige Leben eines Menschen, der zu lange zögert, sein Leben wirklich zu leben.
ALBERT NOBBS wäre vielleicht eine kalte, langweilige Figur, wenn da nicht diese unbestimmte Sehnsucht in seinen Augen läge.
Die Hoffnung auf etwas, von dem er nicht wirklich weiß, wie es aussehen soll.
Ich musste lange zurückdenken, wann ich das letzte Mal einen Film sah, bei dem ich zu keiner Zeit einen Plan hatte,
wie sich die Geschichte wohl weiterentwickeln könnte. So wurde ich in ALBERT NOBBS ebenso von den Handlungsabläufen
überrascht wie die etwas hilflos wirkende Hauptfigur. ALBERT NOBBS.
Ein richtiges Drama mit perfekter opulenter Ausstatung und wunderbar inszenierten Szenen.
Hier stimmt sowohl das historische Setting als auch die Darsteller und die geniale Atmosphäre.
ANBERT NOBBS ist eine historische Charakterstudie einer mutigen Frau, die sich in Selbstverleumdung gegen ihre Zeit
behaupten will- die bewegende Geschichte der Unterdrückung, der Atemlosigkeit, Ausgeliefertheit, Stagnation und Resignation.
Subtilität und stilvolle Klasse- das alles ist ALBERT NOBBS.

Lauflänge: 108.51 Minuten ( mit Abspann )!

Extras ( deutsche Untertitel ) :

- Deleted scenes= 7.32 Minuten!

- Interviews= 43 Minuten!

- Originaltrailer!
1515 Kommentare| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Oktober 2016
Albert Nobbs (Glen Close) ist schon lange ein geschätzter Butler im Hotel von `Madge` Baker (Pauline Collins). Mustergültig, unauffällig und immer mit dem richtigen Händchen versieht er seinen Dienst, steht mit unbewegt melancholischem Gesicht, in dem sich nur selten eine Gefühlsregung zeigt, bereit, hält ein Tablett, nur die Augen schweifen über die Gäste, reiche Leute, die sich nicht selten daneben benehmen. Nur in seinem Zimmer zeigt er Freude, wenn er seinen Lohn und die Trinkgelder sorgsam eingerollt , in kleine Beutelchen verstaut und sortiert unter einem Dielenbrett verstaut, penibel führt er Buch. Außer dem Lesen in seiner Kammer scheint er keine weiteren Interessen zu haben, geschlechtlich ein Neutrum zu sein.

Eine dramatische Situation ergibt sich , als er den Maler Hubert Page (Janet McTeer) vorübergehend auf "Wunsch" seiner Chefin, die ein eisernes Regiment führt, in seinem Zimmer übernachten lassen muss. Ein Floh quält in unter seiner Brustbandage, verzweifelt versucht er, sich ohne den Bettnachbarn zu wecken, aus dem Bett zu steigen und sich des Quälgeistes zu entledigen, aber Hubert sieht, dass Albert eine Frau ist, und in tiefster Verzweifung und Existenzangst fleht Nobbs ihn an, sein Geheimnis nicht auszuplaudern. Hubert sagt zu, und kurze Zeit später öffnet er sein Hemd und offenbart zwei unübersehbare weibliche Attribute.
Albert ist in früher Jugend, verweist und von Männern "sehr wehgetan", in die Rolle eines Jungen geschlüpft, hat sich anfangs als Bedienung emporgearbeitet.
Hubert ist vor einem gewalttätigen Säufer von Ehemann geflohen und hat als Mann eine Frau geheiratet hat (Bronagh Gallagher), aus Liebe, nur aus Sorge vor Blicken ins Fenster läuft er auch zu hause in Männerkleidung herum.

Offensichtlich inspiriert durch das Paar nehmen seine Zukunftspläne, für die er schon mehr als 500 Pfund gespart hat., konkretere Formen an, die wir in Wunschbildern sehen. Zusammen mit dem Zimmerädchen Helen (bezaubernd wie oft Mia Wasikowska) möchte er ein Geschäft aufmachen und mit ihr als Ehefrau über einem Ladenlokal, das er schon im Auge hat, leben. Zurückhaltend umwirbt er Helen, jedes ausgegebene Geld schmerzt ihn, ist eine Investition, und Helen lässt sich nur auf Drängen ihres Liebhabers Joe (Aaron Taylor) darauf ein, Albert Geschenke und Geld "aus den Rippen zu leiern". Joe hat seinen Job verloren, als er auf glatten Stufen vor einem Hotel mit dem Gepäck eines Gastes gestürzt war und auf dessen Drohung, das Hotel nie mehr zu frequentieren, gefeuert wurde und es ihm mit mehr Glück als Verstand gelungen war, den Heizkessel an Alberts Arbeitsplatz zu reparieren, auch er ein Unglücksrabe, der aber für seinen Traum von Amerika sowohl Albert als letztlich auch Helen nur ausnützt.
Eine Typhus-Epidemie führt zu vorübergehenden Schließung des Hotels, auch Albert erkrankt, Hubert verliert seine Frau. Albert, gerade erst genesen, verliert nach versuchtem Eingreifen bei einem heftigen Streit zwischen Joe und Helen kurze Zeit später das Leben. Für Hubert kann die Hotelchefin jetzt genug Geld bezahlen, damit das Hotel gründlich renoviert werden kann.

Die Geschichte ist nicht unbedingt höchst glaubwürdig, es gehört schon einiges Wohlwollen dazu, Glen Close und Janet McTeer, die beide eine Oscar-Nominierung erhielten, als Männer anzusehen, obwohl es auch Männer gibt, bei denen man das Geschlecht nicht unbedingt auf Ánhieb sieht, so oder so, die Maske hat bei Glen Close schon gute Arbeit geleistet.
Der Film zeigt anhand Glen Close` , Mia Wasikowska's und Janet McTeer's Rollen, dass es für eine Frau besonders aus unteren Schichten hier vor Ende des 19ten Jahrhunderts fast ein Ding der Unmöglichkeit war, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Im Mittelpunkt des Filmes steht jedoch die Figur des Albert Nobbs, bei dem man tatsächlich von einer Art Figur sprechen muss. Als Mädchen geboren und durch die Umstände dazu gebracht ist er ein Mensch, für den sein Geschlecht nur die Aufgabe bereithält, es zu verbergen. Er lebt als Mann, der arbeitet, seit Jahrzehnten sein wahres Ich versteckt, keinen Genuss, keine sexuellen Wünsche kennt, wie man sieht als Helen ihm zu zeigen versucht, was sie sich unter einem Kuss vorstellt und ihn dann da sitzen lässt, sein einziger Traum ist der eigene Laden, in dem Helen strickend vor dem Kaminfeuer sitzt, ein schönes Bild, in dem er selber aber eigentlich keine Rolle spielt, außer der eines Teils dieses Bildes, mehr nicht.

"Stilvolles Historiendrama,das die Geschlechtsproblematik von verschiedenen Seiten beleuchtet und seinen Protagonisten eine ambivalente Haltung zubilligt." urteilt das LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS. Zutreffend - und nichtssagend, oder?

Der Film, zu dem Glen Close am Drehbuch mitarbeitete und in dem sie "die Rolle ihres Lebens" spielt, zeigt die oft preisgekrönte, sehr häufig nominierte und hier zum sechsten Mal nicht mit einem Oscar belohnte Darstellerin im Alter von 63 Jahren (Helen Mirren erhielt ihn als Queen) in einer Darstellung. die ihresgleichen sucht und das wesentlich Sehenswerte an diesem Film ausmacht, ohne eine derartige traumhafte Darstellung wäre der Film kaum erwähnenswert geraten. Ihre Mimik, die oft nur minimale Gefühlsregungen zeigt, spricht eindrucksvoll Bände, und in diesen Bänden steht fast nur: hier ist ein Mensch, der fast nur noch dafür lebt, seine Hülle verbergen zu müssen, sich nichts gönnt und Freude nur empfindet und zeigt, wenn er sein Erspartes zählt, verbirgt und protokolliert, für eine Traum, der nur ein Bild ist, ein Bild, das auch ihn zeigt, einen Menschen, der arbeitet und lebt, mehr nicht.

Ohne Glen Close' grandiose Leistung, die endlich auch einmal einen Oscar verdient hätte, wäre das irisch-englische Drama vielleicht nur etwas mehr als schön gezeigtes Mittelmaß, 5 Sterne erhält er von mir nur, weil sich niemand diese Sternstunde der Schauspielkunst einer der großartigsten Darstellerinnen entgehen lassen sollte.

Doc Halliday
22 Kommentare| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. Februar 2015
Story (4)
Ich muss schon lange zurückdenken, um mich zu erinnern, wann ich das letzte Mal einen Film gesehen habe, bei dem ich zu keiner Zeit einen Plan hatte wie sich die Geschichte wohl weiterentwickeln würde. So ist man als Zuseher ebenso von den Handlungsverläufen überrascht, wie die etwas hilflos wirkende Hauptfigur Albert Nobbs.
Keine Frage, dass Glenn Close hier eine grandiose schauspielerische Leistung abliefert, auch wenn es leider einmal mehr nicht für einen Oscar gereicht hat.
Ein richtiges Drama ist es denn auch, dass uns hier geboten wird mit perfekter opulenter Ausstattung und wunderschön inszenierten Szenen.
Einzig der etwas abrupte Schluss, wirkt als wäre der Drehbuchverfasser ebenso vom tragischen Ende überrascht worden wie die fassungslosen Zuschauer...

Bild (5)
Das Bildseitenformat liegt in 2.35:1 ( 21:9 CinemaScope ) vor.
Wir haben es hier bildtechnisch mit einer hervorragenden HD-Umsetzung zu tun.
Sowohl die Bildschärfe wie auch die Farben oder der Schwarzwert bewegen sich auf aller höchstem Level. Es gibt eine beachtliche Tiefenwirkung, die dem aufwändig Inszenierten Film gerecht wird.
Bildqualität: Referenz, viel mehr geht wohl nicht.

Ton (4)
Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Auch die Tonumsetzung ist sehr gut gelungen. Es handelt sich hier allerdings um einen sehr ruhigen Streifen, bei dem vor allem die Dialoge wichtig sind und die sind jeder Zeit bestens zu verstehen.
Räumlichkeit kommt höchstens beim Soundtrack, der übrigens sehr gut ist, auf. Ansonsten werden vor allem die Frontlautsprecher angesprochen.
Die Tonbalance sowie die Dynamik sind aber ebenfalls sehr gut ausgefallen.

Extras (3)
Interessieren mich nicht. Es gibt ein Wende-Cover!

Fazit: Ein beeindruckendes wenn auch sehr spezielles Drama, das sicherlich nicht gerade die breiten Massen anspricht. Die Blu-ray-Umsetzung ist hervorragend ausgefallen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Januar 2014
Noch nie habe ich so einen ruhigen, sensiblen, toll gespielten und gewaltigen Film gesehen, der absolut sehenswert ist! Das ist Film- und ganz große Schauspielerkunst die unter die Haut geht, bewegt und so schnell nicht mehr los lässt! Ein Film bei dem man sich wünscht, dass er nie endet!
Mehr davon!
Ich bin immer noch hin und weg! Einfach großartig!
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 21. Oktober 2013
"You’re the strangest man I’ve ever met" – "Sie sind der seltsamste Mann, den ich je getroffen habe". Kaum ein Satz könnte Albert Nobbs besser beschreiben.

Kunststück, denn mancher Mann ist eben eine Frau:

Der Butler Albert Nobbs, der im 19. Jahrhundert in einem Hotel in Dublin arbeitet, tut das so unauffällig wie nur möglich, denn Mister Nobbs ist eigentlich eine Frau. Und zwar eine, die bereits so lange als Mann ihren gewissenhaften Dienst tut, dass sie sich nicht einmal mehr an ihren richtigen Vornamen erinnern kann. Sie hat sich als Mann neu erfunden, weil die starren Sitten alleinstehenden Frauen im Dublin des späten 19. Jahrhunderts ein eigenständiges Leben verbieten. Als Mädchen roher Gewalt ausgesetzt und wissend, als Frau im Irland des späten 19. Jahrhunderts keine Chance auf Unabhängigkeit zu besitzen.
Jetzt in der ständigen Angst lebend, entdeckt zu werden, hat Nobbs über lange Jahre gelernt, jeden Anflug von Persönlichkeit vor seinen Mitmenschen zu verbergen. Bis irgendwann keine Persönlichkeit mehr da ist. So arbeitet er/sie tagein tagaus ganz in sich zurückgezogen. Nachts in seiner Kammer zählt er sein seit Jahren erspartes Geld, um sich den Traum vom eigenen Ladens zu verwirklichen. In Nobbs Leben gibt es kein eigenes Leben, keine Sexualität oder auch Lebensfreude. Emotionen jeglicher Art bleiben ihm suspekt.
Diese Lethargie löst sich schlagartig, als er eines Tages unerwartet seinen Schlafraum mit dem Maler Hubert Page teilen muss und der Anstreicher sein Geheimnis entdeckt. Als sich Page dann seinerseits ebenfalls als Frau zu erkennen gibt, bringt das Nobbs kleine Welt gehörig durcheinander, denn Hubert ist ganz anders: offen, charmant und glücklich. Und - er ist verheiratet mit einer Frau, die er genauso sehr liebt wie sie ihn. Das mit der Liebe kann Albert zwar nicht wirklich begreifen, trotzdem wächst in ihm stetig der Wunsch, seinen zukünftigen Tabakladen mit einer Partnerin zu führen, auch nicht mehr alleine zu sein...

"Albert Nobbs" wäre an sich eine langweilige Figur, kaum ausreichend, einen Film von 109 Minuten zu tragen, wenn da nicht manchmal diese Sehnsucht in seinen Augen läge. Dieser Nobbs hat keine dramatischen Zusammenbrüche, keine plötzlichen Wutanfälle und hält auch keine tränenreichen Reden. Lediglich zum Ende des Films bricht etwas aus ihm hervor, ein letztes und vermutlich auch einziges Mal. Das Unglück dieses Mannes schimmert konstant immer nur kurz hervor, in diesen kleinen, stillen Filmmomenten, die gleichzeitig auch ein Bild der Klassenunterschiede und falschen Moral der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts zeichnen. "Albert Nobbs" ist ein leiser, trauriger Film, der fast ausschließlich durch die wirklich ausgezeichnete Darstellung von Glenn Close lebt. Eine ruhige Kameraführung, lange Einstellungen und wenig beleuchtete Räume schaffen eine recht bedrückende Atmosphäre und Nobbs, still, eingezwängt in seinen bis oben zugeknöpften Butleranzug, unterstreicht das effektiv, sieht man eben oft nichts weiter als sein ernstes, schmallippiges Gesicht. Glenn Close spielt diesen Albert Nobbs wirklich so authentisch, dass man fast vergisst, dass Nobbs gar kein Mann, sondern eben eine Frau ist.

Fazit: Die Verfilmung der gleichnamigen Romanvorlage überzeugt als zurückhaltendes, sozialkritisches Melodram, das Glenn Close eine mehr als verdiente Oscar-Nominierung eingebracht hat. Dieser Film kommt gänzlich ohne Effektheischerei aus, besticht durch seine Schlichtheit und sehr gute Darstellung, hat aber durchaus so seine Längen und auch kein wirkliches Happy End.
Trotzdem: jedenfalls sehenswert!
0Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Dezember 2015
Vorneweg: natürlich ist der Film traurig, was aber nichts an seiner Qualität ändert, im Gegenteil, die Dramatik dient ja auch einem Zweck. Ich habe nach kurzem Ansehen von Downton Abbey das Weiterkucken eingestellt, u. a. da ich es unerträglich fand, dass die Angestellten in so schweren Zeiten auch noch sich gegenseitig das Leben mit Intrigen und Lästereien schwer gemacht haben, und hatte etwas Angst, dass dieser Film in dieselbe Richtung geht - ich wurde positiv überrascht. Der Film ist ein Hoch auf und ein Plädoyer für Anstand und gegen Systeme, in denen zwar einige wenige gewinnen, aber andere dafür verlieren/ auf Kosten von anderen. Und ich rede hier nicht nur von der repressiven Gesellschaft der dargestellten Zeit, sondern auch allgemein und auch heute noch aktuell: manche werden mit dem falschen Geschlecht, den falschen Genen, im falschen Land, zur falschen Zeit, den falschen Eltern etc.etc. geboren - leider ist das Leben so ein Sch...-System voller Ungerechtigkeit für Viele, und Albert Nobbs, die mit Abstand anständigste Figur der Geschichte, wird (Achtung Spoiler) nicht nur Opfer des Systems an sich, sondern auch Opfer der Opfer des Systems, denn genau das sind Helen und Joe. Allerdings (und diese Unlogik ist der Schönheitsmakel des Films) sollte man denken, dass eine FRAU das unehrliche Spiel von Helen durchschauen sollte, andererseits unterstreicht ihre Naivität/Blindheit die Tatsache, dass sie schon so lange und zu 100% als Mann lebt ;-). Und das Ganze ist perfekt gespielt, allen voran von Glenn Close und der fast noch großartigeren Janet McTeer. Fazit: Traurig? Ja, aber mit Zweck und toll in Szene gesetzt!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. März 2015
Der Film "Albert Nobbs" ist äußerst anrührend, traurig und tragisch.
Man kann sich beim Anschauen Gedanken machen zur Gleichstellung der Frau, Vergleiche bemühen zur psychischen Situation von Hermaphroditen (umgangsprachlich "Zwitter" genannt) oder Transgendern, muss das aber nicht.

Dieser Film ist atmosphärisch dicht mit überzeugender, jedoch eher reduzierter Kulisse und Ausstattung. Glenn Close ist maskenbildnerisch ein glaubwürdiger Mann. Ihr Spiel zieht in den Bann. Wie ihr Albert Nobbs immer Haltung zu bewahren sucht, in den typischsten peinlichen Situationen zwischen Männern, bei Gesprächen unter Männern, wie er von der Angst vor dem Entdeckt- und Überführtwerden gehemmt und gelenkt wird, wie er aufblüht in den Träumen von der Zukunft und den winzigen, kurzen Momenten, in denen er sich frei fühlt, das ist großartig anzusehen und erzeugt zugleich Beklemmungen.

"Albert Nobbs" ist weit mehr als ein Historienfilm, er ist ein Film über die Suche nach Identität und einer selbstbestimmten Rolle im Leben. Er hat mich sehr berührt und ist äußerst empfehlenswert!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 23. November 2014
Für den Kostümfilm "Albert Nobbs" konnte Glenn Close ihre sechste Oscarnominierung erringen. Gewonnen hat sie den Preis bisher nicht, weder mit "Garp und wie er die Welt sah", "Der große Frust", "Der Unbeugsame" oder mit "Eine verhängnisvolle Affäre. Allerdings hätte sie die begehrte Trophäe spätestens als fiese Marquise Isabelle de Merteuil in "Gefährliche Liebschaften" mehr als verdient. Und auch ihre Rolle als Butler "Albert Nobbs" war imponierend - leider hat sie wieder verloren, diesmal gegen Meryl Streep als "Eiserne Lady" - ich finde die beiden Darstellerinnen sind sich irgendwie sehr ähnlich. Somit wird es immer wahrscheinlicher, dass Glen Close in spätestens 10 bis 15 Jahren einen Ehrenoscar für das Lebenswerk erhält - genauso war es auch bei Deborah Kerr, die ebenfalls 7 Nominierungen hatte und auch nie gewinnen konnte. "Albert Nobbs" wurde 2011 in drei Kategorien nominiert, neben der Hauptdarstellerin wurde auch Janet McGeer als beste Nebendarstellerin sowie Martial Conrevil, Lynn Johnston und Matthew W. Mungle für das Make up, das aus sanften, aber starken Frauen etwas sonderbare Männer machte. Fürs Szenenbild oder für die Kostüme hätte man ruhig auch eine Nominierung vergeben können, der der Film von Rodrigo Garcia ist optisch ein würdiger Verwandter der von mir hoch geschätzten Ivory/Merchant Produktionen wie "Zimmer mit Aussicht" oder "Wiedersehen in Howards End". Dabei lässt der Regisseur auch das Interesse an interkulturellen Konflikten, Unterdrückung von Individuen und Klassenunterschieden niemals links liegen. So erinnert beispielsweise die Performance von Glen Close auch manchmal an die Nöte, die Barbra Streisand in ihrem "Yentl" durchmachen musste. Zu guter Letzt ist "Albert Nobbs" auch ein moderner Klassiker des Queer Cinema, denn nicht nur die Unterdrückung der Frau in der Mitte des 19. Jahrhunderts wird zum Thema gemacht, sondern auch die Suche nach einer sexuellen Identifikation wird anhand der Hauptfigur interessant gestaltet. Zuerst bleibt der Zuschauer im Unklaren, warum eine Frau in die Rolle dieses Butler Albert Nobbs geschlüpft ist und schon seit Jahren dieses Geheimnis bewahrt. Man kann es sich irgendwie denken, wenn man sieht, dass Albert in seiner Kammer - nach der Arbeit des Tages - das ersparte Geld zählt und es wieder unter dem Fußboden versteckt. Es dürfte klar sein, dass eine Frau nie diese Anstellung bekommen hätte und als alleinstehende Frau wäre man damals schutzlos einer männnerdominierenden Welt ausgeliefert gewesen. So wird schnell klar, dass der kleine Butler Träume hat, die er irgendwann verwirklichen will. Als die Hotelbesitzerin Mrs. Baker (Pauline Collins) den Anstreicher Hubert Page (Janet McTeer) beherrbergt, befielt sie, dass Albert mit diesem Arbeiter das Bett in der Nacht zu teilen hat. Durch eine Flobiß wird der Mann zum Mitwisser des streng gehüteten Geheimnisses. Doch er verspricht Stillschweigen. Mehr noch: Kurze Zeit später wird klar, dass auch Hubert in Wahrheit eine Frau ist und sogar offiziell mit einer Frau (Bronagh Gallagher) glücklich verheiratet ist. Dieses Geständnis lässt Albert Nobbs nicht mehr los. Es herrscht in Gedanken Rätselraten, ob die Frau dies Wahrheit schon vor oder erst nach der Hochzeit wusste. Albert beginnt sich auch immer mehr für eine seiner Arbeitskolleginnen, das junge Dienstmädchen Helen Dawes (Mia Wasikowska) zu interessieren. Die ist aber schwer verliebt in den flatterhaften Joe Mackins (Aaron Johnson), der ebenfalls seit kurzem in den Diensten der gestrengen Mrs. Baker steht, allerdings den großen Traum hat viel Geld zu haben und nach Amerika auszuwandern. Trotz der Liason der beiden jungen Leute, wagt Albert die hübsche Helen zu fragen, ob sie mit ihm ausgehen würde...sehr imponierend ist die subtile Herangehensweise an den Stoff. Der Regisseur verleiht der Hauptfigur eine große Würde und man ist sehr schnell an dem Schicksal dieses ungewöhnlichen Menschen interessiert. Dabei stellt die Geschichte gekonnt mit der Figur des Hubert Page eine völlig anders agierende Persönlichkeit vor, die aber die gleiche Maske trägt. Nur traut sich der Lebemensch Hubert viel mehr zu und er fordert den schüchternen Albert Nobbs dazu auf sein Leben glücklich zu leben und auch in Liebesdingen seine Träume zu verwirklichen. Das Ende ist wie im richtigen Leben einerseits sehr tragisch, andererseits auch mal sehr ungerecht - aber auch im letzten Bild hoffnungsvoll. Ein sehr schöner Film, gut geeignet für die kommende kalte Jahreszeit.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Oktober 2013
Albert Nobbs arbeitet als Butler in einem Hotel im Dublin des 19. Jahrhunderts. Was niemand weiß: Der zurückhaltende, hart arbeitende und sparsame Mann ist in Wirklichkeit eine Frau! Als sie ihr Bett für eine Nacht mit dem Anstreicher Hubert Page teilen muss, wird sie als Frau enttarnt, doch: Page ist ebenfalls eine Frau in Männerkleidern! Durch diese Bekanntschaft ändert sich so einiges in Alberts bisherigem Leben...

Ich hatte mich sehr auf diesen Film gefreut und war am Ende dann doch gar nicht so 100prozentig von dem Film überzeugt. Grundsätzlich steht natürlich erst einmal außer Frage, dass Glenn Close einen super Job macht. Auch Kostüme und Setting, alles passt. Die Geschichte ist konsequent, die Figur "Albert Nobbs" ist konsequent.

Allerdings stellte sich beim Schauen des Films immer mal wieder die Frage, wie weit so ein Film über eine stark introvertierte, verhuschte (manchmal fast gruselig anmutende) Frau mit wächsernem Gesicht in Männerkleidern trägt, welche die meiste Zeit stumm - vom Rand aus - das Leben anderer an sich vorbeiuiehen lässt und sich (inzwischen) durch kaum eine eigene Charakter-Note (mehr) auszeichnet. Natürlich ist das in dem Film und der Figur so angelegt und sicherlich gewollt, aber ich fand es mitunter ein wenig langweilig. So ein bisschen mehr Unterhaltung hätte ich mir schon gewünscht, zumal das Thema ja potenziell eine Menge Raum dafür lässt! Die Spannungsbögen waren aber hier vielmehr bei den Rand- und Nebenfiguren zu finden.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. November 2013
"Albert Nobbs" beschäftigt Glenn Close ("Gefährliche Liebschaften") bereits seit 30 Jahren. Damals spielte sie in der von George Moore ersonnenen Kurzgeschichte an einem Off-Broadway-Theater den Albert Nobbs und seitdem versucht Glenn Close, diese Geschichte zu verfilmen. Jahrzehntelang scheiterte ihr Herzensprojekt an finanziellen Problemen oder Terminschwierigkeiten, aber letztendlich hat sie es doch noch geschafft und die Figur, die ihr so am Herzen liegt, in einem Film verewigt. Dazu übernahm sie neben der Hauptrolle auch noch die Mitarbeit am Drehbuch und die einer der Produzenten des Films. Und in Rodrigo García ("In Treatment") fand sie einen Regisseur, der die Story mit der nötigen Sensibilität erzählt und Glenn Close darüber hinaus so wundervoll in Szene setzt, dass man hier eine der besten Leistungen ihrer langen Karriere zu sehen bekommt.

Ausstattung der Blu Ray: neben gutem Bild und Ton (deutsch und englisch in DTS-HD 5.1, Untertitel in denselben Sprachen) bekommt man leider nur wenige Extras geboten, so dass hier der Kauf der teureren Blu Ray nicht unbedingt notwendig ist. Die Extras bestehen aus ein paar Deleted Scenes, dem Trailer des Films, sieben weiteren Trailern und diversen Interviews mit einigen der Darsteller.

Albert Nobbs (Glenn Close) lebt Ende des 19. Jahrhunderts in Dublin. Er arbeitet als Kellner in einem noblen Hotel und spart jeden Penny, den er verdient, um eines Tages sein eigenes Geschäft zu eröffnen. Doch Albert Nobbs hat ein Geheimnis, das er bereits seit 30 Jahren mit sich herumträgt. Albert ist eigentlich eine Frau. Doch da es für alleinstehende Frauen im Irland der damaligen Zeit nahezu unmöglich war, einen guten Job zu bekommen, gab Albert sich als Mann aus. Als Waisenkind hatte er keine andere Chance zu überleben. Doch nun, mehr als drei Jahrzehnte später, beginnt Albert sich wieder daran zu erinnern, dass er eigentlich eine Frau ist. Durch den Maler Hubert Page (Janet McTeer, "Die Frau in Schwarz") werden Alberts Träume von Unabhängigkeit und Freiheit neu entfacht und er versucht, diese Träume wahr werden zu lassen. Darüber hinaus bringt das junge Dienstmädchen Helen (Mia Wasikowska, "Alice im Wunderland") Albert ziemlich durcheinander, doch Helen hat sich just in den Handwerker Joseph (Aaron Taylor-Johnson, "Kick-Ass") verliebt. Wird es Albert gelingen, sein (im wahrsten Wortsinn) Korsett abzulegen und seine wahre Identität preiszugeben?

In der Rolle des schüchternen, fast unsichtbaren Albert Nobbs glänzt Glenn Close mit so übermächtiger Präsenz, dass die Handlung des Films zur Nebensache verkommt. Sowieso passiert in diesem 113minütigen Film handlungsmäßig nicht viel, dafür passiert umso mehr mit Albert Nobbs. Man sollte meinen, die Geschichte eines Kellners, der sein wahres Geschlecht vor seiner Umwelt verbirgt, um seinen Job nicht zu verlieren, gibt nicht viel her und vielleicht ist das auch so, dennoch gelingt es Regisseur García grandios, aus dieser kleinen Geschichte ganz großes Kino zu machen. Vor allem, weil García sich so rückhaltlos auf die Hauptfigur konzentriert, dass es einen kaum stört, dass "Albert Nobbs" inhaltlich recht dünn geraten ist. Doch Glenn Close liefert hier so einzigartig ab, dass einem eventuelle Mankos des Films völlig egal sind.

Ein bisschen Spannung generiert García durch den undurchsichtigen Joe, dessen Absichten Helen gegenüber nicht ganz klar sind bzw. der sie für seine Zwecke zu manipulieren weiß und durch die Frage, ob es Albert Nobbs tatsächlich gelingen wird, seine Träume zu verwirklichen. Ansonsten konzentriert der Film sich voll und ganz auf Glenn Close und ihre herausragende Darstellung, und das ist auch richtig so.

Close liefert hier wirklich überragend ab. Mit nur wenigen kleinen Veränderungen im Gesicht (die Nase wurde ein wenig verändert und ansonsten sieht es so aus, als wäre jegliches Make-up weggelassen worden) verwandelt sich Glenn Close in den ergebenen, wortkargen, ernsten und zurückhaltenden Albert Nobbs. Die Haare sind kurz und zurückgestrichen, die Brüste abgebunden, die Kleidung schlicht und unauffällig. Und obwohl Glenn Close als Albert noch etwas ganz leicht Feminines umweht, ist ihr Albert so überzeugend männlich, dass man sie immer noch als Mann wahrnimmt, als sie sich einmal traut, Frauenkleider anzuziehen. Close hat diese Rolle so verinnerlicht und perfektioniert, dass man sich an ihrer Darstellung gar nicht sattsehen kann. Mit einer unglaublich zurückhaltenden Mimik, die dennoch soviel aussagt, mit nicht einmal halbgeweinten Tränen, der Andeutung eines Lächelns, Sehnsucht und Hoffnung in den Augen und dann wieder das fast vollständige Verschmelzen mit Alberts Umwelt, die ihn oft kaum wahrnimmt, all dies wird von Glenn Close mit so selbstverständlicher Intensität gespielt, dass man den Blick nicht von ihr abwenden kann.

Zwangsweise verblassen die recht prominent besetzten Nebenrollen neben so einer fantastischen Darstellung. Doch auch Mia Wasikowska als unbedarfte Helen, die sich in den falschen Mann verliebt und Aaron Taylor-Johnson als undurchsichtiger, attraktiver Handwerker machen ihre Sache gut. In weiteren Nebenrollen sind Jonathan Rhys Meyers ("The Tudors"), Brendan Gleeson ("The Guard") und Janet McTeer zu sehen (der man übrigens sofort ansieht, dass ihr Mann ebenfalls eine Frau ist). Und auch Antonia Campbell-Hughes ("3096 Tage") und Bronagh Gallagher ("The Commitments") liefern überzeugend ab.
Wie es mit nur acht Millionen Dollar Budget gelungen ist, diesen Film so opulent auszustatten und mit so einem souveränen Cast zu versehen, ist mir schleierhaft, aber es ist geglückt. "Albert Nobbs" zeichnet ein ziemlich genaues Sittengemälde Irlands und Englands der damaligen Zeit, all die Beschränkungen und Statusverluste, denen Frauen ausgesetzt waren, die keinen Mann oder eine Familie vorweisen konnten. Das Dublin des Jahres 1898 ist hier gekonnt wiederauferstanden, die Settings sind authentisch und besonders der Kontrast zwischen Arm und Reich findet sich in prächtigen Bildern wieder.

"Albert Nobbs" ist ein sehr ruhiger, langsamer Film, in dem letztendlich nicht viel passiert. Beleuchtet wird das Leben eines Hotel-Kellners, der seit Jahrzehnten seine Identität verleugnet, so sehr, dass er auf die Frage nach seinem "richtigen" Namen immer noch "Albert" antwortet. Doch Glenn Close gelingt es so unglaublich gut, den Zuschauer einen tiefen Blick in Alberts geschundene Seele werfen zu lassen und ihn darauf hoffen zu lassen, dass Alberts Träume doch noch wahr werden könnten, dass einem sowieso alles andere egal ist. Es ist bedauerlich, dass Glenn Close bei der damaligen Oscarverleihung leer ausging, aber gegen die nicht minder talentierte Meryl Streep als Margaret Thatcher hatte sie wohl leider keine Chance. Was man kaum nachvollziehen kann, wenn man Closes atemberaubendes Spiel in "Albert Nobbs" beobachtet. Wer sich auf das Erzähltempo einlässt und storytechnisch nicht allzu viel erwartet, wird mit einer der besten Schauspielleistungen belohnt, die ich je gesehen habe. Deshalb gerne vier von fünf ungelebten Leben, für die es vielleicht doch noch Hoffnung gibt.
11 Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden


Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken