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Achtung, Gutmenschen!: Warum sie uns nerven - Womit sie uns quälen - Wie wir sie loswerden Pocket Book – 1 Aug. 2007
Bitterböse - und politisch unkorrekt
Sie bauen Krötentunnel und kochen für den Frieden. Sie leiden persönlich am Klimawandel und kämpfen gegen Rassismus, indem sie Schokoküsse essen. Gutmenschen nerven immer und überall. Während wir versuchen, uns zu entspannen, quälen sie uns mit Unterschriftenlisten, Öko-Siegeln und Gesprächen über Elektrosmog. Jetzt ist Schluss mit Nachsicht und (geheucheltem) Verständnis!
Dietmar Bittrich beschreibt mit schwarzem Humor die Blüten, die das Gutmenschentum treibt, und gibt boshafte Tipps, wie man Aktionen guter Menschen untergräbt.
- Print length192 pages
- LanguageGerman
- PublisherRowohlt Taschenbuch
- Publication date1 Aug. 2007
- Dimensions12.5 x 1.25 x 19 cm
- ISBN-103499622645
- ISBN-13978-3499622649
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Product description
Review
About the Author
Dietmar Bittrich, Jahrgang 1958, lebt in Hamburg. Er gewann den Hamburger Satirerpreis und den Preis des Hamburger Senats. Im Rowohlt Taschenbuch Verlag erschienen von ihm u.a. der Bestseller "Alle Orte, die man knicken kann". Seit 2012 gibt er die erfolgreiche Weihnachtsanthologie mit Geschichten rund um die bucklige Verwandtschaft heraus.
Mehr erfahren Sie unter: www.dietmar-bittrich.de
Product details
- Publisher : Rowohlt Taschenbuch; 6. edition (1 Aug. 2007)
- Language : German
- Pocket Book : 192 pages
- ISBN-10 : 3499622645
- ISBN-13 : 978-3499622649
- Dimensions : 12.5 x 1.25 x 19 cm
- Best Sellers Rank: 972,928 in Books (See Top 100 in Books)
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About the author

Dietmar Bittrich wurde 1958 als Kind Hamburger Auswanderer in Triest geboren und lebt heute als Autor in Hamburg. 1999 erhielt er den Hamburger Satirepreis.
Bildcopyright: Christine Rabus
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Reviewed in Germany on 11 March 2011In dem Buch "Achtung,Gutmenschen!" wird all das wohlfeile Geschwafel des Durchschnittsmenschen zu allen menschlichen Themen dargestellt.
Es geht um falsche Ansätze, über die man sich lustig machen kann, wenn man damit konfrontiert wird und einem diese in ihrer komisch wirkenden Ernsthaftigkeit bewußt werden.
Es gibt ernsthafte empirische Beiträge, die Fakten zu einzelnen relevanten Aspekten zusammentragen. Soweit es nur Fakten sind, mögen diese bedeutsam und interessant sein, aber wenn Folgerungen daraus gezogen werden, kommt durchaus die Versuchung, seine gewonnenen isolierten Informationen überzubewerten.
Und soweit philosophisch lediglich theoretisch herumspekuliert wird, fehlt Ernsthaftigkeit für eine realistische Anwendung im Sinne, daß das konkrete Leben als Basis für eine Anwendung überhaupt gesehen wird.
Wie müßte also ein Ansatz aussehen?
- Natürlich muß der philosophische Ansatz einbezogen werden, muß eine Grundlage sein. Ein entsprechender Autor müßte also eine philosophisch nachgewiesene Kompetenz haben.
- Der entsprechende Autor sollte möglichst in einem kommunikativen Beruf mit jungen Menschen gestanden haben, also beispielsweise Lehrer für Weltkunde, Erziehungswissenschaft,Gesellschaftswissenschaft, Politik, Religion, möglichst in unterschiedlichen Schulltypen gewesen sein und davon mehrere Fächer unterrichtet haben.
- Der Autor muß sich ein Leben lang mit dem ihm menschlich Widerfahrenenen auseinandergesetzt haben und sich dabei immer wieder jeweils im Anschluß an Begebenheiten gefragt haben:
"Wenn ich diese erfahrene Begebenheit in mich aufnehme, was sagt mir dies über das Menschsein?"
Ein solcher Mensch wird einerseits voll in einer entsprechenden beruflichen Aufgabe integriert sein und seine Erfahrungen mit Lernenden, Wachsenden, Reifenden machen. Er wird ein universitäres Studium möglichst in einigen Fächern abgeschlossen haben und durch lebenslange Fortbildungsmaßnahmen sich darin weiterentwickelt haben. Er wird Erfahrungen mit Mitmenschen, z.B. im Umgang mit Behörden, Nachbarn, Freunden in Besinnungen jeweils aufarbeiten unter dem Gesichtspunkt,wie oben formuliert.Dies ist keine verschwendete Zeit, sondern bewußte Vertiefung der Widerfahrnisse, soweit sie in mir einen Eindruck hinterlassen haben.
Und was sagt mir, daß dieser Weg zu einer reinen verwahrheiteten Seele einen Frieden für die Menschheit bringt?
Ist dieser Weg für mich ü b e r p r ü f b a r ?
- Wenn ich diesen Weg ganz bewußt lebe, werde ich also alles psychisch verarbeiten,was an meine Seele herantritt. Ich werde, soweit und solange ich in dem beschriebenen Einklang bin, keinerlei bewußt werdende Träume haben, denn ich verarbeite ja alles im Wachzustand. Kriterium ist also: Die völlige Traumlosigkeit, und wenn ich aus konkret mir bewußt seienden Gründen keine Zeit zur bewußten Seelenpflege über Tage oder Wochen habe, dann werde ich feststellen, daß ich nachts bewußt in Träumen erfahren kann, daß meine Seele außerhalb meiner Bewußtheit arbeitet.
- Und was bringt der Ansatz für das allgemneine Bewußtsein, für die Gesundheit der Seelen, und damit für die Friedensfähigkeit und Friedensbereitschaft, wenn Menschen sich mit ihren Erfahrnissen bewußt auseinandersetzen und psychisch gesund bleiben?
Immmer mehr Menschen müssen diesen Ansatz aus freien Stücken bewußt sehen und leben. Dazu müßte man Schriften von solchen Menschen, die diesen Weg gehen, der Allgemeinheit zugänglich machen und ihrerseits als Erfahrung von alltäglichen Begegnungen in existentieller Bedeutung für das menschliche Werden öffnen.
Wir leben in einer Zeit, in der der Einzelne nur alles lächerlich, komisch, "kritisch und mündig" konsumieren soll oder zu Pseudoaktivitäten von seiner Menschlichkeit abgelenkt wird.
Gefordert aber ist, daß jeder Einzelne für sich was t u t, sein Leben l e i s t e t, sich selbst ernst nimmt in all seinen Möglichkeiten. Das Buch kann in seiner humorvollen Art einen Anstoß zur Auseinandersetzung mit den ernsthaft dahinterstehenden Lebensproblemen eröffnen.
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Reviewed in Germany on 9 May 2010Es gibt sie wirklich: Sendungsbewusste Moralapostel, Betroffenheitsheuchler, nervende Besserwisser, neurotische Schwarzmaler. Sie kämpfen gegen Elektrosmog, wollen das Amalgam verbieten und fürchten die Gentechnik. Sie führen den Dialog der Kulturen, haben Verständnis für Terroristen und veranstalten Lichterketten. Sie sehen noch heute in Che Guevara einen Heiligen und wissen genau, wo das Böse zu orten ist: In den verborgenen Schaltzentralen der Macht und der Überwachung, bei den gewinnsüchtigen multinationalen Konzernen, bei der rücksichtslosen Globalisierung, und natürlich in Amerika.
Es gibt sie, doch (fast) nur im westlichen Kulturkreis. Anders als im Buch angedeutet, sind die meisten von ihnen überaus sympathische Zeitgenossen. Allerdings leiden sie an einer kollektiven Denkschwäche, und haben etwas Spott verdient. Dietmar Bittrich teilt sie ein in die Umwelt-, die Friedens- und die Unschuldsgutmenschen. Und bietet streckenweise eine pointierte Beschreibung ihrer Skurrilitäten. Ob sie jedoch dieses mehr zynische als ironische Buch verdient haben, möge jeder selber beurteilen.
Jedenfalls ist der Autor nicht immer ein Meister der niveauvollen, feinen Satire. Auch nicht des schwarzen Humors. Das Buch ist ein buntes Sammelsurium: Geistreich-witzige, treffsichere Überlegungen stehen oft unmittelbar neben dümmlichen Pauschalaussagen. Besonders öde fand ich die drei mal "sieben bösen Geschichten" aus der Feder des Autors. In diesen macht er sich öfters über Suchende lustig, die zu einem Weisen, z.B. zu Sokrates oder zu einem fiktiven Zen-Meister pilgern. Meine ganz persönliche Meinung: Über die Auswüchse der Esoterik zu lästern, gehört in so ein Buch. Die Suche nach Spiritualität generell ins Lächerliche zu ziehen, halte ich jedoch für völlig unangebracht, und bereitet mir Übelkeit.
Neben den zynischen stehen ganz ernst gemeinte Passagen: Das "Manifest der zwölf" etwa wurde abgedruckt,- es ist viel zu wenig bekannt. Gut gefallen hat mir auch die Sammlung von kurzen Zitaten und Sprüchen diverser Autoren. Hier einige Beispiele:
-- Seltsam, die Deutschen, die noch vor zwei Generationen Lager errichteten, um das Volk der Juden zu vernichten, bauen jetzt Tunnel unter den Straßen, um das Volk der Kröten zu retten. (Stanislaw Lem)
-- Gute Menschen reizen die Geduld, böse die Phantasie. (Oscar Wilde)
-- Die Natur kennt keine Ehrfurcht vor dem Leben. (Albert Schweitzer)
-- Kein Volk will so gerne anders sein, wie die Deutschen. Kein Volk feiert seine moralischen Niederlagen mit solcher Inbrunst. (Alexander Schuller)
-- Wenn sich 1939 die Pazifisten durchgesetzt hätten, hätte Hitler die ganze Welt erobert. (Louis Begley)
-- Den Luxus des Pazifismus können sich nur Leute leisten, deren Sicherheit garantiert ist, - durch genügend Kanonen oder ausreichende Entfernung vom Kriegsschauplatz (George Orwell)
-- Wer im Einklang mit der Natur leben will, müsste eigentlich Revierkämpfe ausfechten und den jeweils Schwächeren entweder fressen oder vertreiben. Aber wollen wir wirklich so sehr im Einklang mit der Natur leben? (Paul Watzlawick)
-- Eines der besten Bonmots stammt vom Autor: Wenn man beizeiten auf die Gutmenschen gehört hätte, wären die Dinosaurier heute noch am Leben. (Dietmar Bittrich)
P.S. 1 Einige kontrapunktische Hinweise hätten dem Buch nicht geschadet: was wir den eifrig-naiven, meist links-alternativen Idealisten mit ihren Entwürfen für eine bessere Welt alles verdanken. Sie haben einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass sich seit 1970 ein gesellschaftlicher Wandel zu mehr Offenheit, Freiheit und Toleranz vollzogen hat, von dem auch die Vernunftmenschen profitieren.
P.S. 2 Ich persönlich halte das Schimpfwort "Gutmensch" für ebenso entbehrlich, wie viele andere Ein-Wort-Pauschal-Abwertungen. Bei seiner Verwendung ist man knapp daran, jegliches Engagement für Humanität und soziale Gerechtigkeit zu diskreditieren.
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Reviewed in Germany on 19 January 2015Ein schönes Mitbringsel, um den Beschenkten zum Nachdenken anzuregen. Köstlich die vielen Zitate. Beispiel: "Die DDR hätte nach heutiger Denkschule eigentlich ein ökologisches Paradies sein müssen: Keine Flüge nach Mallorca, keine Kiwis aus Neuseeland, eingeschränkter Individualverkehr, kein Mc Donalds, Konsumverzicht allenthalben. Doch heraus kam eine gigantische Sondermülldeponie."
Viele kurze Kapitel kann man gut im Freundeskreis vorlesen, wenn man brüllendes Gelächter hören will.
Nach der 150. Seite nutzt sich das Thema ein bißchen ab, aber trotzdem noch flott zu lesen.
