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Achill in Vietnam. Kampftrauma und Persönlichkeitsverlust Gebundene Ausgabe – 13. April 1998
Welche seelischen Verwüstungen richtet der moderne Krieg an.
In diesem bemerkenswerten Buch untersucht der amerikanische Psychiater Jonathan Shay die seelischen Verwüstungen, die der moderne Krieg im Menschen anrichtet, indem er die Aussagen seiner Patienten mit denen in Homers Ilias vergleicht.
Seine Patienten sind ehemalige Vietnamkämpfer, die an schweren posttraumatischen Störungen leiden; die Ilias beschreibt, wie der Krieger Achill aus Trauer über den Tod seines Freundes Patroklos »zum Berserker« wird.
Wie entsteht ein Verhalten, das den modernen Soldaten wie den historischen Krieger die zivilisatorischen Hüllen abstreifen läßt? Wie kommt es, daß es ihm nach Beendigung der kriegerischen Ausnahmesituation oft unmöglich ist, sich wieder in »normalen Verhältnissen« zurechtzufinden? Für Shay hat das posttraumatische Syndrom seine Ursache in der Regel nicht so sehr im grausigen Kriegsgeschehen selbst, sondern in einer Art moralischer Entgrenzung, die der Soldat erlebt, wenn zudem seiner sittlichen Wertordnung zuwidergehandelt wird, wenn das verletzt wird, was - ungeachtet kriegsbedingter Gewalt - »recht ist«.
Die Verletzung dessen, was »recht ist«, scheint die Verletzung einer Grenze zu bedeuten, die nötig wäre, damit der Soldat seine psychische Verbindung zu einem Status außerhalb des Krieges nicht verliert. »Schwere psychische Schäden haben ihren Ursprung in der Zerstörung des Vertrauens, und sie führen zur Zerstörung der Fähigkeit zu vertrauen«, schreibt Shay. Die weiteren Folgen: zwanghafte Wiederholung des traumatisierenden Erlebnisses im Schlaf- und Wachzustand; stark herabgesetzte psychische Belastbarkeit; Verlust jeden Interesses an der Welt schlechthin.
Jonathan Shays kluges, einfühlsames Buch zeigt, daß Krieg eine fortdauernde individuelle Pathologie sein kann; es zeigt, daß die dabei durchlaufene psychische Transformation universell ist, den klassischen Krieger mit dem modernen Soldaten verbindet; und es zeigt nicht zuletzt, welch permanente Zerstörungen der Krieg in jedem Zeitalter hervorruft.
- Seitenzahl der Print-Ausgabe320 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberHamburger Edition
- Erscheinungstermin13. April 1998
- Abmessungen14.9 x 3.4 x 21.4 cm
- ISBN-103930908360
- ISBN-13978-3930908363
Produktbeschreibungen
Pressestimmen
Der Verlag über das Buch
In diesem bemerkenswerten Buch untersucht der amerikanische Psychiater Jonathan Shay die seelischen Verwüstungen, die der moderne Krieg im Menschen anrichtet, indem er die Aussagen seiner Patienten mit denen in Homers Ilias vergleicht.
Seine Patienten sind ehemalige Vietnamkämpfer, die an schweren posttraumatischen Störungen leiden; die Ilias beschreibt, wie der Krieger Achill aus Trauer über den Tod seines Freundes Patroklos »zum Berserker« wird.
Wie entsteht ein Verhalten, das den modernen Soldaten wie den historischen Krieger die zivilisatorischen Hüllen abstreifen läßt? Wie kommt es, daß es ihm nach Beendigung der kriegerischen Ausnahmesituation oft unmöglich ist, sich wieder in »normalen Verhältnissen« zurechtzufinden? Für Shay hat das posttraumatische Syndrom seine Ursache in der Regel nicht so sehr im grausigen Kriegsgeschehen selbst, sondern in einer Art moralischer Entgrenzung, die der Soldat erlebt, wenn zudem seiner sittlichen Wertordnung zuwidergehandelt wird, wenn das verletzt wird, was - ungeachtet kriegsbedingter Gewalt - »recht ist«.
Die Verletzung dessen, was »recht ist«, scheint die Verletzung einer Grenze zu bedeuten, die nötig wäre, damit der Soldat seine psychische Verbindung zu einem Status außerhalb des Krieges nicht verliert. »Schwere psychische Schäden haben ihren Ursprung in der Zerstörung des Vertrauens, und sie führen zur Zerstörung der Fähigkeit zu vertrauen«, schreibt Shay. Die weiteren Folgen: zwanghafte Wiederholung des traumatisierenden Erlebnisses im Schlaf- und Wachzustand; stark herabgesetzte psychische Belastbarkeit; Verlust jeden Interesses an der Welt schlechthin.
Jonathan Shays kluges, einfühlsames Buch zeigt, daß Krieg eine fortdauernde individuelle Pathologie sein kann; es zeigt, daß die dabei durchlaufene psychische Transformation universell ist, den klassischen Krieger mit dem modernen Soldaten verbindet; und es zeigt nicht zuletzt, welch permanente Zerstörungen der Krieg in jedem Zeitalter hervorruft.
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Produktinformation
- Herausgeber : Hamburger Edition; 1. Aufl. Edition (13. April 1998)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 320 Seiten
- ISBN-10 : 3930908360
- ISBN-13 : 978-3930908363
- Abmessungen : 14.9 x 3.4 x 21.4 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1,358,027 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 320 in Vietnamkrieg (Bücher)
- Nr. 96,657 in Psychologie & Hilfe (Bücher)
- Nr. 208,952 in Film, Kunst & Kultur (Bücher)
- Kundenrezensionen:
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1.) Welches Anliegen hat der Autor ?
"Doch mein wichtigstens Anliegen besteht darin, der Öffentlichkeit zu einem Verständnis der spezifischen Wirkung katastrophaler Kriegserfahrungen zu verhelfen, die nicht nur auf Lebenszeit psychiatrische Syndrome zur Folge haben, sondern auch gute Charakteranlagen zerstören können" (S. 17)
2.) Verfolgt der Auror das Anliegen einer politischen Interessensgruppe ?
Nein, der Autor fasst seine 30-jährigen Erfahrungen mit Vietnamveteranen zusammen und lässt die Betroffenen zu Wort kommen.
3.) Was unterscheidet Kampftrauma von anderen Gewalttrauma ?
Soldaten mit Kampftrauma befinden sich weiterhin in der Realität des Krieges. Sie müssen daher z.B.
- ständig wach und aufmerksam sein, da der Schein trügt (Der Feind arbeitet mit ständiger Täuschung, Irreführung etc.)
- soziale Regeln mißachten, da Befehle/Regeln für allgemeine Situationen gelten, in konkreten Todessituationen jedoch irrelevant sind. Abmachungen z.B. müssen gebrochen werden, da eine Vorhersagbarkeit des eigenen Verhaltens dem Gegner in die Hände spielen würde.
- Selbstmordphantasien haben, da die überlebensnotwendige und liebevolle Beziehung zu einem toten Kameraden eine Überlebensschuld auslöst.
- unter chronischen mutltiplen Gesundheitsproblemen leiden, da Körper und Geist mit einer ständigen Mobilisierung des Notfalls überfordert sind
- gefühllos sein, da Angst, Trauer, Schwäche etc. während es Kampfes das Überleben gefährden.
4.) Was kommt bei Kampftrauma mit Persönlichkeitsverlust hinzu ?
Die Erfahrung eines Verrats moralischer Grundsätze (das-was-recht-ist).Diese Erfahrung kann bestehen im
- Tod eines Kameraden (für den Soldaten in 1. Linie kämpfen):"Sehr oft wurde berichtet, wie der Tod eines Waffenbruders die Existenz des Überlebenden unheilbar zerstört hat" (S. 78)
- Sprengfallen, bei denen jeder Alltagsgegenstand seine ursprüngliche Bedeutung verliert oder positiv besetzte Personen wie Frauen,Kinder,Bauern etc. Vernichtung herbeiführen.
- Schuldbelastungen infolge von Verlusten unter Zivilisten, eigenen Greueltaten oder tragischen Konflikten (z.B. den Kamerad töten, damit andere leben)
- Beleidigungen, Verrat oder gravierende Ungerichtigkeiten von Vorgesetzten, an die hohe Erwartungen aufgrund der eigenen Sicherheit gestellt werden müssen
- unerwartete Rettung vor dem sicher geglaubten Tod, da so eine "gottähnliche" Vorstellung eigener Unverletzbarkeit/Unsterblichkeit ausgelöst werden kann.
Folge dieser Erfahrung ist ein Zustand unbändiger Wut und Raserei, den der Autor als Bersekertum bezeichnet. Dieser Zustand zerstört den guten Charakter und alle ehemaligen Werte des Überlebenden.
"Ich fühlte mich verraten. Ich verlor all mein Mitleid. In mir hatte sich ein derartiger Hass aufgestaut, das ich gar nicht genug zerstören konnte.(...) Ich hab dies in meine Heimat mitgenommen. Ich verlor all meine Freunde, verprügelte meine Schwester, griff meinen Vater an.(...) Ich konnte ganz ruhig dasitzen und dann platzte dieses Monster aus mir heraus, mit einer Wut, die die meisten Leute veranlasste meine Nähe zu meiden."(S. 141)
Im Kampf selbst war dieser Zustand jedoch überlebensnotwendig : "Er ist auch eine mentale Anpassung an das Kriegsgeschehen, manchmal eine optimale, etwa, wenn ein Soldat sich aus einem Hinterhalt gegen eine Übermacht duchzuschlagen hat. Dann wird man den Berseker einen Kriegshelden nennen (S.11).
3.) Wie häufig treten Kampftraumata mit Persönlichkeitsverlust auf ?
Bei etwa 30 % der traumatisierten Soldaten. Der Autor untermauert seine Erfahung mit einer Regierungsstudie.
4.) Welche gesellschaftliche folgen haben Kampftraumata mit Persönlichkeitsverlust ?
Drogen, Kriminalität (auch der eigenen Kinder), Obdachlosigkeit, fehlende gesellschaftliche Teilhabe u.a.
5.) Sind psychisch stabile Soldaten geschützter ?
Nein.
7.) War der Vietnamkrieg traumatisierender als andere Kriege ?
Der Autor vergleicht seine Erfahrungen mit der Ilias-Erzählung und zeigt so auf, dass Kampftraumata universell sind.
8.) Sind Kampftrauma mit Persönlichkeitsverlust heilbar ?
"Gewöhnlich können sich Veteranen von Schrecken, Furcht und Trauer erholen, wenn sie ins Zivilleben zurückkehren, es sei denn zusätzlich wurde auch noch gegen-das was-Recht-ist verstoßen" (S.55)
"Auf der Grundlage meiner Arbeit mit Vietnam-Veteranen gelange ich zu dem Schluß, das der Zustand des Bersekertums zu Ruin führt" (S. 144).
"Wenn der Soldat das Bersekertum übersteht, dann behält er (...) seine Neigung zu emotional kaltem und explosiven Ausbrüchen" (S. 146)
9.) Was hilft bei Kampftrauma ?
- Psychotraumamethoden der Affektregulierung, Traumaerzählungen und Trauerarbeit
- Da die wichtigsten Verletzungen moralischer und gesellschaftlicher Natur sind
nennt der Autor u.a. folgende Hilfen
* begleitete Selbsthilfegruppen
* dem Feind als ehrenswert anzuerkennen (was, so der Autor, in der
christlich/jüischen und islamischen Tradition schwierig ist)
* den Krieg ächten und den Soldaten ehren
10.)Warum möchten Zivilisten von Kampftraumata nichts hören :
"So, nun erzähl mal, wie war es. Und ich begann zu sprechen und erzählte ihnen alles. Doch innerhalb von fünf Minuten war das Zimmer leer (S. 27)"
- "Jeder Erzählung über Trauma durchlöchert unseren Erwachsenenmantel der Sicherheit (...) und hinterlässt uns entsetzt und desorientiert (S. 76)." "Diese Geschichten rufen die Sterblichkeit in Erinnerung" (S. 261)
- Man erkennt als Außenstehender, das man in der Kampfsituation nicht moralischer gehandelt hätte, sodaß unser kulturell definierter Sinn für Selbstachtung gefährdet ist.
11.)Werden in aktuellen deutschen Spielfilmen Kampftrauma mit Persönlichkeitsverlust dargestellt ?
In "Unsere Väter und Mütter" - ja; in der "Der Auslandseinsatz" - nein.
12.) Woran erkennt man wahrheitsverschleiernde, fiktionale Darstellungen über Trauma, die den Rezipienten "beruhigen sollen" (S. 309) ?
Wenn ein melodramatischer Konflikt dargestellt wird, der die Idee suggeriert, man selbst hätte in der Situation die (bessere) Wahl gehabt.
13.) Gibt es realtitätsgerechte Dokumentationen ?
Ich kenne nur die 3-teilige ZDF Dokumentation "Krieger". Sie schildert die
- Moviationen von Soldaten für ihren Beruf
- Propagadamittel zur Anwerbung von Soldaten
- Auswirkungen des Krieges auf die Persönlichkeit des Soldaten
14.) Formuliert der Autor auf Grund seiner langjährigen Erfahrung eine Utopie ?
"Ein menschliches Wesen verletzt die Menschenrechte eines anderen, wenn es absichtlich auf den anderen in einer Art und Weise einwirkt, die PTSD und Charakterschäden verursacht (...) Meiner Ansicht stellt der Krieg stets eine Verletzung der Menschenrechte der Soldaten dar (...) Solange wir jedoch die Kriege nicht sämtlich beenden werden wir Männer und Frauen benötigen, die die Aufgabe der kollektiven Sicherheit erfüllen (...) Angesichts dieser Notwendigkeit müssen wir diese Soldaten mit aller Kraft schützen und sie ehren und versorgen (... S. 283)
Was hat das Buch mit mir gemacht ?
- Ich bin froh, den Kriegsdienst verweigert zu haben.
- Ich schäme mich für meine "Sprüche" in meiner Jugend.
- Ich danke den Soldaten, die ihr Leben und ihre Gesundheit für mich aufs Spiel setzen.
- Bestimmte Verhaltensweisen meines Vater, Großvaters und eigene kann ich jetzt
verstehen
- Es bleibt mein Unbehaben an der aktuellen Politik. Es wird aktuell mehr
militärische Präsenz der Deutschen gefordert, die Konsequenzen für die
betroffenen Soldaten jeoch kaum erwähnt. Das alte Muster : Die
"Feldherren, die auf dem Hügel sitzen" sind geschützt ?
Buch im Rahmen meiner Arbeit mögliche Aspekte und Blickrichtungen
aus verschiedenen Perspektiven eröffnet ...
Versand: war prompt & super, der Zustand des Buches: da Textzeilen
gemarkert sind, lässt "etwas zu wünschen" - im Preis-/Leistungsverhält-
nis - übrig, war/bin ich jedoch bereit in Kauf zu nehmen, auch in Anbe-
tracht des Alters und der Auflage, da fachlich für mich unerlässlich ...
Daher: 4 Sterne & nochmals ein Dankeschön an den Verkäufer/In !
Eindrücklich beschreibt Shay wie die psychische Deformation durch den Krieg nicht mehr verlassen werden konnte. In ständiger Alarmbereitschaft, in "Überwachheit" wird dem Alltag begegnet; die Herrschaft über das Gedächtnis ging verloren - Situationen des Terrors, der Wut, der Trauer werden nicht erinnert, sondern die entsprechenden Gefühle wiedererlebt. Dieser kontinuierliche psychische Kriegszustand verunmöglicht ein Denken in Kategorien der Zukunft. Was bleibt, ist ein rastloses Verweilen in endloser Gegenwart. Im Vorwort dieses Buches formuliert Jan Philipp Reemtsma die sozialpsychologische Dimension - "daß Krieg eine fortdauernde individuelle Pathologie sein kann - nicht zuletzt darum ist Krieg ein Gesellschaftszustand und die Nachkriegsgesellschaft keine in Frieden."
Jonathan Shay's Erfahrungen mit Vietnam-Veteranen erschüttern und verstören. Selbstredend schreibt er gegen Kriegsverherrlichung und Heldenmythos. Trotzdem kann die Empathie des Lesers leicht ins Stocken geraten. Shay's Klientel sind 'des Nachbarn Söhne', die zu Mördern, zu Massenmördern mutierten, denen, als dekoriert gestempelte Versager, die Aufmerksamkeit versagt blieb. Keine Perversen, keine Sadisten oder Wahnsinnige, sondern extrem Angepaßte an einen Krieg, der manche in der Kulmination zum Berserker werden ließ. Die Verwandlung des einfachen Soldaten in den Berserker, das ist Shay's Fragestellung, wobei er dem Leser den Zugang auf ungewöhnliche Weise eröffnet. In Homers 'Ilias' findet Shay die passende psychologische Vergleichsstudie. Homer, als der scharfe Beobachter der Psyche des Soldaten, Troja, der Krieg der Kriege, Achill, das "Urbild eines Berserkers", der völlig seine Selbstbeherrschung verliert. Nach Shay ist Achills Geschichte auch die vieler Vietnam-Veteranen, die prototypisch mit einer moralischen Erschütterung beginnt, mit dem "Verrat an 'dem, was recht ist'". Achill wird um seinen Preis der Ehre betrogen. Sein Zorn läßt ihn verweigern und nur den engsten Kameraden gilt noch sein Interesse; schließlich nur noch einem. Als sein brüderlicher Freund Patroklos an seiner statt im Kampfe umkommt, befallen ihn unermeßliche Trauer, Schuldgefühle und Selbstmordgedanken. Moralische Hemmungen lösen sich und es bleibt nur blinde individuelle Rache. Zorn und Empörung aus tiefempfundenem Leid stehen am Anfang des Weges zur Berserkerwut.
'Fragging' hieß im Jargon der Vietnamsoldaten der Mord an einem militärischen Vorgesetzten. 1013 solcher Morde und Mordversuche wurden dokumentiert. Oberst David Hackworth schätzt, daß 15-20% der amerikanischen Gefallenen durch das Feuer der eigenen Kameraden ums Leben kamen. Immer wieder fordern die Vietnam-Veteranen ihre Therapeuten auf: "Hört zu! Hört einfach zu!" Jonathan Shay hat es getan und ein bemerkenswertes Buch geschrieben.
(Karl Fallend)