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Kundenrezensionen

4,9 von 5 Sternen
33
A Passion Play [Vinyl LP]
Format: Vinyl|Ändern
Preis:17,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 22. März 2018
Jahrelang war ich der abstrusen Meinung, dass die „Chateau-Tapes“ lediglich eine misslungene Abmischung von „Passion Play“ seien.
Wurde es doch seinerzeit in einschlägigen Musik-Gazetten so kolportiert, als dieses überragende JT-Opus heraus kam.
Aus diesem Grunde verweigerte ich bis zu heutigen Tage der CD1 von "Nightcap", wie hinlänglich bekannt Aufnehmen aus dem „Chateau d’Isaster“-Studio, meine Aufwartung. „Zu kostbar die Zeit für Demo-Musik“, mein sturer Ansatz.

Nun die Kehrtwende: das Wilson-Paket gekauft und, aufgrund überwiegend positiver Rezensionen, neugierig-aufgeregt die Château d’Hérouville-Scheibe (CD1) reingezogen. Was für eine großartige Überraschung. Hier wird mitnichten eine Demo-Version von PP abgenudelt. Es ist vielmehr, obgleich Sequenzen übernommen wurden, ein eigenständiges Werk. So eine Art „Passion Play-Part Two“.

Und außerdem befinden sich darauf zu meiner persönlichen Freude, zwei äußerst originelle Versionen von „Skating Away…..“ und „Solitaire“.

Also Erfolg auf der ganzen Rille und meine unbedingte 5-Sterne-Empfehlung für alle eingeschworenen Tullies.

Die Aufnahmequalität ist beachtlich gut und weit entfernt von „Demo-Tape-Abmischungen“.

Apropos Aufnahmequalität. Man möge mich dafür ans Kreuz nageln, aber meiner Meinung nach kommt die PP Abmischung auf CD2, trotz Steven Wilsons redlichen Bemühungen, nicht an die 45 (!) Jahre alte Vinyl-Ausgabe ran.
Sorry an alle Digi- und Streaming- und HiRes-Nerds.

So ...fertsch.... und jetzt zieh ich mir Nightcap rein
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 11. Mai 2012
Kurz nach Auflegen der Scheibe vermeinte ich, in einen Frank Zappa-Titel geraten zu sein, doch nach den ersten Takten offenbart sich das progressive Genie von Ian Anderson, das auf "A Passion Play" seine Vollendung findet. Dabei machen es Jethro Tull dem geneigten Hörer gar nicht leicht, verwenden oft dissonante Sequenzen, Jazz-Anleihen und Elemente des Musiktheaters in kunterbunter Reihenfolge.Der Vorgänger "Thick as a Brick" war da bedeutend kontinuierlicher komponiert. Beschrieben wird die Reise eines Toten im Jenseits-eine Mischung aus Pathos und typisch britischem Humor.
Das Zwischenstück "The Story of the Hare Who Lost His Spectacles" ist zwar nettes Cabaret, jedoch für den inhaltlichen und musikalischen Fluß des Albums eher störend.
Für den Hörer, der Jethro Tull von früheren , aber auch späteren Produktionen her kennt, ist "A Passion Play" eine ungewöhnliche Herausforderung mit Unikat-Status-Jethro Tull kehrten nach diesem Album wieder in eingängigere Strukturen zurück. Dennoch hörenswert, am besten abends mit Kopfhörer.
6 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 15. Juni 2012
Ende der 60er Jahre hat es doch tatsächlich ein Musiker gewagt, eine Flöte als Instrument in der Rockmusik einzusetzen. Mit durchschlagendem Erfolg. Heute, etwa 40 Jahre später, erscheint nun eine "remastered-version" von "a passion play". Ehrlich gesagt, habe ich die Standardversion auf CD noch garnicht gehört, was mich nur gewundert hat war, dass ich diese Musik gefühlte 20 Jahre nicht gehört habe, mich aber sofort daran erinnert habe und sofort "mitgetullt" habe. Soll heißen: Die Musik von Jehtro Tull hat etwas einzigartig Unverwechselbares. Wer die Szene aus dem Milos Forman-Film "Amadeus" mit Salierie kennt, als dieser in der Anstalt versucht, herauszufinden, ob sich der Pastor an eine seiner Kompositionen erinnert, um dann frustriert festzustellen, dass nur Mozarts Musik in Erinnerung bleibt, weiß, was ich meine. Ian Anderson hat es geschafft, eine ganz eigene Musik zu kreieren. Meine Tull- Sammlung ist im letzten Halbjahr stetig angewachsen. Ohne die Leistung der Band in irgend einer Weise schmälern zu wollen, "A passion play" enthält nach meinem Dafürhalten auffallend und ausgesprochen schöne Gesangspassagen, an denen ich ich mich kaum satthören kann. Diese Musik ist einfach nur ergreifend und "A passion play" ein Meilenstein. Klasse die komischen theatralischen Passagen mit englischem Humor, die ich auch auf der kürzlich erlebten "Thick as a brick"-Tournee erleben durfte. Eines vielleicht noch: Ian Anderson schafft die hohen Stimmlagen live nicht mehr so wie wie früher, hat in seiner band deshalb einen jungen Sänger eingebaut, der sine Sache aber excellent macht. Stört mich nicht im Geringsten, schließlich geht es um das Gesamtwerk. Die CD hört sich auf drei verschiedenen Tonträgern bei mir super an. Ich hätte auch 20 € dafür bezahlt. TIP: KAUFEN!!!
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 27. Juli 2014
Zitat aus "Das neue Rock Lexikon" aus dem Rowohlt Verlag von 1998: "Als genialer Phantast und cleverer Geschäftsmann münzte er (Ian Anderson) auch noch den in der internationalen Rock-Publizistik einhelligen Verriß der nächsten LP "A Passion Play" als "langweilig, ermüdend und leblos" zu einem Publicity-Gag um, indem er gekränkt erklärte, der Öffentlichkeit seine Huld zu entziehen und für "unbestimmte Zeit" nicht mehr aufzutreten." Des weiteren ist von "Schmock Poesie" und "wabernden Lyrismen" die Rede.

Ich habe mich damals über diese Einschätzung einigermaßen geärgert, hat mich doch diese LP schon zur Zeit ihres Erscheinens ungemein fasziniert. Leider scheint es eine Tatsache zu sein, dass Musikkritiker aus dem Rock und Pop-Bereich bald überfordert sind, wenn es rhytmisch über einen 4/4 Takt und harmonisch über das I - IV - V - I Schema hinausgeht. Wohl einer der Gründe, warum Jethro Tull bei den Musikkritikern nie gut wegkam. Und "seriöse" Musikkritiker mit akademischer Ausbildung ignorieren nach wie vor den Rock und Pop Bereich, da sie ihn wohl generell immer noch als minderwertig betrachten.

Ich möchte nun nicht das zu Recht erteilte Lob der anderen Rezensenten wiederholen. Bemerkenswert jedoch erscheinen mir die die außerordentlichen Arbeiten des Bassisten Jeffrey Hammond-Hammond und des Schlagzeugers Barriemore Barlow. Es lohnt sich, deren Beiträge zum Sound einmal genau zu verfolgen. Unverständlich ist mir, dass von deren musikalischer Karriere nach dem Ausscheiden bei Jethro Tull kaum etwas bekannt ist.

Schade ist auch, dass es von "A Passion Play" keine Live-Aufnahmen gibt. Wie musikalisch spannend das sein könnte kann man ermessen, wenn man sich die Studio-Aufnahme und die diversen Live-Aufnahmen von Thick as a Brick anhört und vergleicht.

Zuletzt: Die Aufnahmen der "Chateau D'Herouville Sessions", bereits auf der "20 Jears of Jethro Tull" Jubiläumsausgabe unter "The Chateau D`Isaster Tapes" veröffentlicht, sind musikalisch ebenfalls erste Klasse.
5 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 1. August 2014
Steven Wilson hat einen unglaublichen Job geleistet. Der 2014er Remix hebt sich klar von allen anderen Veröffentlichungen vorher ab. Er ist klar, angenehm trocken, luftig und sehr dynamisch. Die Instrumente sind im Stereospektrum ortbar gut verteilt und rücken näher an den Hörer. Obwohl bei Passion Play ja bekanntlich instrumental viel los ist, kann man nunmehr alles sehr gut differenziert hören. Ich hatte es schon seit langem vor, aber mit diesem Mix kann man sich nun endlich an eine Transkription trauen, so gut sind die Stimmen auszumachen.
Am allerwichtigsten ist (leider bei heutigem Mastering) aber zu nennen, dass hier nicht auf Brickwall Loudness gemastert wurde. Ich habe es noch nicht gemessen, aber ich tippe auf einen DR Wert von um die 12.
12 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 1. Dezember 2012
Alle kennen Jethro Tull. Doch nur wenige kennen dieses Werk, das ich in meiner Jugend erst nach mehrmaligem Hören zu schätzen wusste. Die musikalische Leistung ist einfach beachtlich und man kann das Werk fast schon als klassische Musik betrachten. Die Vielfältigkeit der angewandten Stile und Rhythmen in einem Werk überraschen in der sonst manchmal etwas monotonen Welt des Rock. Der Text: Literarisch wertvoll. Für mich die Beste,
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 17. Juni 2015
Vieles an diesem Album von Jethro Tull,jener Band rund um den britisch-schrulligen Mastermind Ian Anderson ist unklar.
Das betrifft die Texte,die Story,den Aufbau,wie den tatsächlichen künstlerischen Gehalt der Musik.
Ganz sicher ist jedoch,daß das 1973 bei Chrysalis erschienene "A Passion Play" die mit Abstand ungewöhnlichste und am meisten kontrovers beurteilte Arbeit von Anderson/Tull ist.
Schon der Werdegang des Albums ist abenteuerlich;die Anfang 1973 begonnenen Arbeiten in Frankreich wurden aus diversen Gründen entnervt abgebrochen und dann in England ein Neuanfang gestartet,bei dem Teile des verworfenen Materials verwendet/eingebaut wurden.
Diesem Drama folgte dann nach Fertigstellung das nächste:
Es hagelte Verrisse.Mal wurde von einem wirren Konzept geschrieben,dann von hohlem Bombast und ähnliche Abwertungen.
Anderson reagierte darauf äußerst verschnupft,die Fangemeinde und Rockhörerschaft. war gespalten.
"A Passion Play" besteht aus einem einzigen fortlaufenden Stück,das nur systembedingt (Vinyl) in zwei Hälften aufgeteilt wurde.
Das Konzeptalbum könnte man mit Recht als wahrlich progressiv bezeichnen,da es mit allen Stereotypen im Aufbau bricht und in unberechenbarer Weise überrascht,unkonventionell wirkt,geradezu verwirrt.
Den Versuch,Story,Anspielungen,tieferen Sinn,idiomatische Redewendungen darzustellen erspare ich mir,das würde den Rahmen sprengen und ist Gegenstand konträrer Meinungen. "The Lamb Lies Down On Broadway" läßt grüßen.
Einig ist man sich,daß Musik und Story wie ein Theaterstück aufgebaut sind,daß die Texte skurril und voll britischem Humor sind.
Gar nicht einig ist man sich über die künstlerische Wertigkeit des Werks.
Für viele ist es das Meisterwerk von Anderson überhaupt,für ebenfalls nicht wenige völlig überschätzt,mehr obskur,schrullig und überambitioniert,als genial.
Die Skepsis und Ablehnung war damals größer als heute,es gibt eine Tendenz,das Album stetig höher zu bewerten.
Kritik an "A Passion Play" mündet schnell in die Unterstellung,die Musik "nicht verstanden zu haben";es ist in Mode gekommen,sich mit der vermeintlichen Komplexität der Musik zu schmücken,um seine "Ahnung von Musik" unter Beweis zu stellen,ähnlich,wie es bei "Tales Of Topographic Oceans" von Yes der Fall ist.Wer das unübersichtlich findet,ist eben unwürdig,ganz einfach;
genauso,wie es als schlau gilt,sich über Eloy lustigzumachen,möglichst mit dem Brustton der Überzeugung.
Die tiefschürfenden Interpretationen darüber,was "A Passion Play" so alles darstellt,erinnern mich manchmal an das Märchen von "des Kaisers neue Kleider".
Sicherlich ist der Aufbau des Albums ungewöhnlich,wirkt die Musik stellenweise fast etwas überladen in seinen Strukturen und Ansätzen;betrachtet man jedoch den musikalischen Gehalt der Kompositionen mal ganz nüchtern,erkenne ich da nicht viel Genialität.
Zwar kann ich dem Album einiges abgewinnen,entdecke immer mal wieder neue Details,allerdings ist diese Musik nie so wirklich bei mir angekommen.Interessant erscheinen mir mehr die Ideen,weniger die Grundsubstanz in der Melodik und Rhythmik.
Ein solch mutiges Album konnte nur damals entstehen und gleichzeitig von der Masse wahrgenommen und dazu sogar noch reichlich verkauft werden.
Die Musik wirkt weniger rockig,als gewohnt,teils pathetisch,dann bombastisch,manche Arrangements schräg;durch Wiederholungen von Themen wird ein innerer Zusammenhang hergestellt,ohne in das Strophe/Refrain-Schema abzugleiten;die Musik schreitet ununterbrochen fort,erfordert ein "reinhören",da nicht alles sofort zu erfassen ist.
Das von John Evans entworfene und gesprochene "The Hare Who Lost His Spectables" nervt mich einfach nur,aber vermutlich entdeckt auch da jemand eine tiefe Genialität.
Für mich bleibt "A Passion Play" ein interessantes,aber nicht überragendes Album,bei dem ich Anderson unterstelle,daß er sich hier und da etwas verzettelt hat und sich heute über manche Glorifizierung dieser Arbeit selbst amüsiert.
Ian sang,spielte Querflöte,Gitarre und Saxophon,Martin Barre (E-Gitarre),Barriemore Barlow (Schlagzeug),John Evan (Klavier,Orgel,Synthesizer,Keyboard) und Jeffrey Hammond-Hammond (Baßgitarre) bildeten die bewährte Band.
Die Aufnahmequalität und Produktion sind OK,wie der alten Schallplatte anzuhören war.
Die erste CD-Serie war dagegen fürchterlich,was aber durch die sehr gute Remaster-Serie von 2003 bereinigt wurde.
Hier wurde die Dynamik zwar etwas gesenkt,der klangliche Mehrwert gegenüber der alten CD ist aber beachtlich.
Schon zuvor hatte es eine Remaster-Version des amerikanischen Edel-Labels MFSL in Form einer Gold-CD gegeben,die klanglich ebenfalls überzeugt;sie klingt etwas voller und wärmer,runder und dynamischer,als der Remaster von 2003.
Die Jubiläumsedition von 2014 ist jedoch der Hammer.
Was hier an Extras geboten wird,ist wirklich unglaublich.
Sie beinhaltet zwei CDs und zwei DVDs,ein 80seitiges Booklet (eher Buch) und eine schöne Aufmachung.
Da wird die Musik als neuer Stereo-Remix+Remaster geboten,dazu als hochauflösender Stereo-Mix in 24 Bit/96 KHz-Auflösung,dann die alte Abmischung als Flat-Transfer,auch hochauflösend,dann gibt es zwei Surround-Mixe (5.1 DTS und AC3),dazu Songtexte,ein extrem rares,abgefahrenes Video,ein Entstehungsvideo,Stellungnahmen beteiligter Personen,Kommentare,Artwork und mehr...
Die Remixings wurden von keinem Geringeren als Steven Wilson höchstpersönlich durchgeführt.
Dazu gibt es noch eine Stunde Musik von den "mißglückten" ersten Versuchen in Frankreich.
Material dazu war schon auf der Raritätensammlung "Nightcaps" veröffentlicht worden;hier gibt es diese und noch mehr;auf "Nightcaps" hatte Anderson Material nachträglich hinzugefügt,welches hier wieder entfernt wurde,dazu wurde alles in die richtige Reihenfolge gebracht.
Übrigens:Das Material ist sehr gut,gefällt mir teilweise besser,als das Endprodukt.
Die Remix-Versionen für Surround gelten als sehr gut;die Remix-Versionen für Stereo gefallen mir nicht,da hier starke Veränderungen vorgenommen worden sind.Es wurden ganze Tonspuren herausgemixt,um eine höhere Durchhörbarkeit zu erzielen.
Vieles hatte sich überlagert,sodaß durch die Herausnahme die Analytik gesteigert wurde,was manchen begeistert,für mich einen zu starken Eingriff ins authentische Original darstellt.
Da der alte Mix im Set aber auch enthalten ist,kann man das hinnehmen und selbst entscheiden,meine ich.
Daß auch die Aufnahmen aus Frankreich vollständig überarbeitet wurden,in Surround,hochauflösend und ebenfalls remastered vorliegen,macht die Edition noch sympathischer.
Die Dynamik ist stets sehr gut,allerdings bei hoher Aussteuerung.
Für die meisten dürfte diese Edition wohl der Best Buy sein,für Surround-Fans und Sammler sowieso.
Vinyl-Fans dürfen sich über eine Neuauflage freuen (Remix).
Für mich ist die MFSL-Gold-CD die klanglich beste Variante,auch,wenn sie im Vergleich zum Wilson-Mix weniger analytisch klingt.
Damit gehöre ich aber,das will ich gerne zugeben,einer kleinen Minderheit an.
Auch die 2003-Remaster-CD muß sich vor der neuen Edition klanglich nicht verstecken,erscheint mir besser,als der Wilson-Mix,weil authentischer und angenehmer und dazu im Vergleich zum Flat-Transfer des alten Mixes einfach frischer.
All das ist aber sicher eine Frage des persönlichen Hörempfindens;schlecht ist keine der genannten Versionen.
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am 1. August 2014
OK, meine Bewertung sagt alles wie meine Meinung dazu ist. Allerdings habe ich es zuerst in Kindertagen bei meinem Bruder gehört und gehasst weil es damals viel zu komplex für mich war. Aber durch die andauerte Beschallung durch dieses Album entstand dann die Liebe. Mit anderen Worten: Beim ersten hören wird man seine Probleme haben, gibt man dem Album eine weitere Chance und hört konzentriert zu, ist es nicht auszuschliessen, das es einem geht wie mir.
Ob man die Extended Performance haben muss? Muss nicht, aber schaden tut es auch nicht, da der Mehrpreis recht human ist und die Aufnahmen von den Pariser Tagen für den Fan natürlich recht interessant sind. Wünschenswert wäre allerdings mal eine echte Livaufnahme auf DVD aus den damaligen Tagen gewesen, aber dann wäre auch der Preis wahrscheinlich wieder teurer geworden...
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am 22. April 2018
Heute habe ich mir seit sehr langer Zeit mal wieder das Jethro Tull-Album „Thick as a Brick“ angehört, das mich immer noch begeistert. Und ich kam nicht umhin, „A Passion Play“ gleich hinterher zu schieben. Für mich gehören diese beiden Alben zusammen.

„Thick as a Brick“ (dick wie ein Ziegelstein oder, umgangssprachlich, dumm wie Bohnenstroh) gilt nicht umsonst als eines der besten Prog-Alben ever.
Es ist ein komplexes Konzeptalbum, das die Geschichte des fiktiven achtjährigen Gerald Bostock aus Manchester erzählt. Nachdem er ein Gedicht für einen Wettbewerb geschrieben hatte, das aus niederen Gründen abgelehnt worden war, soll er es der Band geschickt haben, die dann das Album daraus gemacht hat.

Durch Erziehung und Tabus ist Gerald charakterlich verborgen und in altkluge Verhaltensweisen gedrängt worden, entwickelt sich jedoch zu einem intelligenten Querdenker. Der gesamte Text des Albums kann einer Zeitung entnommen werden, in die die Platte gehüllt war. Das Artwork ist fantastisch. Laut Ian Anderson hat die Arbeit daran inklusive der Texte mehr Zeit benötigt als die für die Musikaufnahmen.

Musikalisch ist das Album eine Klasse für sich. Es besteht nur aus einem Stück über fast 45 Minuten, das nur deshalb zweigeteilt ist, weil es sonst nicht auf einer LP hätte untergebracht werden können.
Reichhaltige Tempi- und Stilwechsel vereinen sich zu einer großartigen Komposition. Insbesondere Elemente aus Folk, Jazz und Rock dominieren, wobei das für Anderson typische Flötenspiel dezent durch die verschiedenen Abschnitte führt. Übergänge, die mitunter durchaus krass sind, sind wirklich exzellent gestaltet, so dass der Hörgenuss nie gestört wird. Auf experimentellen Passagen wird das musikalische Können der Band deutlich und sie sind so dosiert, dass sie auch wirklich Spaß machen.
Einige Kritiker, die das Album in den höchsten Tönen loben, weisen darauf hin, dass es sich vielleicht nicht sofort erschließt und man es möglicherweise mehrfach hören muss, bis man es wirklich mag. Das kann ich für mich nicht bestätigen. Ich finde das Album trotz seiner Komplexität sehr eingängig und habe es vom ersten Moment an genossen.

Ich liebe dieses Album. Ian Anderson hat Jahrzehnte später noch einen Nachfolger kreiert. Folgerichtig ist der junge Dichter darauf etwa 50 Jahre alt. Es ist bestimmt interessant zu sehen, wie er sich entwickelt hat. Leider kenne ich dieses Album noch nicht. Ein unhaltbarer Zustand, der sich ändern muss.

Kommen wir zu „A Passion Play“:
Es gibt Ähnlichkeiten grundsätzlicher Art, auch wenn es sich inhaltlich und musikalisch um ein ganz anderes Album handelt. So besteht es auch nur aus einem etwa 45-minütigen Stück, das ebenfalls lediglich aus logistischen Gründen zweigeteilt wurde.
Inhaltlich erzählt es von Leben, Tod und dem Dazwischen. Es beginnt mit dem Geräusch eines verstummenden Herzschlages, um dann im Jenseits Fahrt aufzunehmen. Nach dem Ende des letzten Stückes könnte man es in einer Endlosschleife wieder beginnen lassen - eine schöne Symbolik für die Wiedergeburt.

Musikalisch handelt es sich wiederum um eine wunderbare Kombination verschiedener Genres. Der experimentelle Anteil ist hierauf größer. Gleichzeitig wird aber eine Harmonie gewahrt und es entstehen „Songs“ für die Ewigkeit.

Beide Alben haben für mich einen Sonderstatus in der Prog-Welt verdient und erhalten jeweils fünf von fünf möglichen Sternen.

Ich finde es sehr schade, dass es Alben dieser Art heute kaum noch gibt. Woran liegt das? Trauen junge Musiker sich diesen schweren Weg nicht mehr zu?
Ich denke, das ist dem Zeitgeist und somit dem fehlenden Publikum geschuldet. Konzentriertes Hören ist nicht unbedingt üblich. Sich die Zeit zu nehmen, tief in die Musik einzutauchen, ist nicht selbstverständlich. Das ist sehr schade. So entgeht einem vieles.
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am 28. Juni 2015
Selbstverständlich richtet sich die Veröffentlichung (40th Anniversary) zunächst an Leute, die schon Tull Fans sind und so soll es auch sein. Die Kontroverse um diese Veröffentlichung ist mit entwaffnender Offenheit in herausragenden Booklet umfassend erläutert und für den Fan sehr aufschlussreich. A Passion Play wird hier im bewährten Neu-Mix vorgelegt und allerdings um die Komplettaufnahme aus dem Chateau D'Heurouville (Chateau D'Isaster) erweitert. Diese Aufnahme ist hervorragend -sowohl von der Komposition (Teile davon sind schon veröffentlicht worden) als auch vom Steve Wilson Mix. Für einen Tull Fan unverzichtbar.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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