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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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am 18. Oktober 2003
Anathema haben noch nie zwei mal dasselbe Album aufgenommen und doch ist man von "A Natural Disaster" zunächst sehr überrascht und weiß es nicht wirklich einzuordnen. Beim ersten Hören erscheint vieles seltsam und ungewohnt, doch zwei Höhepunkte lassen sich sofort festmachen und dienen zugleich als Bindeglied, um nach mehrmaligem Hören das Album in seiner Gesamtheit ins Herz zu schließen: Zum einen das straighte, agressive "Pulled under at 2000 m/s", ein Song, wie man ihn seit "Eternity"-Zeiten nicht mehr gehört hat, in dem sich Sänger Vincent Cavanagh bis zu einem seiner
legendären Verzweiflungschreie hineinsteigert. Zum anderen die Gänsehautgarantie "Flying" mit wunderschönem Harmoniegesang und floydischen Gitarren im Stil des letzten Albums "A Fine Day To Exit". Die anderen Songs erschließen sich aufgrund ihrer gewundenen Melodien und den vielen elektronischen Spielereien, die sich heuer in den Anathema-Sound eingliedern, erst nach mehrmaligem Hören. Ein düsterer Song, wie der komplett von verzerrten, "kid A"-mäßigen repetitiven Vocals getragene "Closer", gewinnt mit jedem hören mehr und enthüllt versteckter seine Schönheit als die älteren Anathema-Klassiker. "Are You There?" ist nostalgisch und fast schon schmerzhaft still, verstärkt durch die sanften Vocals von Gitarrist Danny Cavanagh, der auch im völlig überraschenden puren Trip Hop Song "A Natural Disaster" Gastsängerin Lee Douglas gesanglich unterstützt und die coldplay-artige kurze melancholische ballade "electricity" singt, also viel häufiger als auf früheren Alben gesanglich präsent ist. Der 10-minütige instrumentale Schlusssong verwirrt durch einen plötzlich das meditative Klavierthema ablöseden Blastbeat-Part, der black-metallische Härte- und Schnelligkeitsgrade erreicht, bevor er genauso plötzlich abklingt und wieder dem Klavierthema Platz macht, das- vermengt mit soundscape-artigen Synthie-Spielereien- das Album ruhig und versöhnlich ausklingen lässt. Anathema bleiben eine Ausnahme-Band, selbst wenn sie nunmehr nicht mehr sofort emotional zu berühren wissen, sondern über Umwege den Weg in die Seele des Zuhörers finden.
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am 9. Oktober 2003
Das letzte Anathema Album "A fine day to exit" war für mich zwar ein gutes Album, aber nicht die fantastische Qualität, die man von Anathema gewohnt war. Es war mir irgendwie zu glattgebügelt, es fehlte der emotionale Sprung über die Klippe.
"A natural disaster" ändert dies. Zwar ist der Großteil der Songs auch sehr ruhig und sphärisch, aber eher so, wie man es vielleicht von einigen (instrumentalen) Stücken des "Eternity" Albums gewohnt war. Zusammen mit "Alternativ 4" der pianolastigsten CD der Briten ist es gleichzeitig der beste Vergleich zu dem neuen Album.
Also ich persönlich bin schlichtweg begeistert, besonders "Pulled under at 2000 metres a second" ist ein Anspieltip! Es fängt sehr ruhig an, bis die kraftvollen Gitarren hereinbrechen und Sänger Vincent mit einem dramatischen Schrei die Spannung auflöst und die Emotionen auf einen hereinbrechen.
Auch einige dezent elektronische Spielereien sind dabei, wie bei "Are you there?" oder "Closer" aber auch diese wirken nicht deplaziert, sondern fügen sich bestens in Gesamtbild ein.
Anathema Fans können also nichts falsch machen und jeder andere, der melancholische Musik von Eskobar über Sneaker Pimps bis hin zu Paradise Lost mag, sollte unbedingt reinhören! Zumal auch das Artwork noch absolut grandios ist!
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am 7. November 2003
Ich hab mir viel von diesem Album erwartet, sehr viel. Der Song "Are You There" war ja vorab auf einer HP der Band erhältlich, und auch dieser minderte meine Erwartungen nicht, ein ähnliches MEISTERWERK zu hören zu bekommen wie es "A Fine Day To Exit" in meinen Augen war.
Doch alles ist anders als erwartet...
Ich will an dieser Stelle ausnahmsweise kein herkömmliches Review schreiben, dazu kenn ich das Album noch zu wenig, und ich denke, es ist sehr schwer dieses Album wirklich zu bewerten, und das schon nach so kurzer Zeit.
Das Gefühl war immer das was Anathema ausgemacht hat, ob es nun romantisches, trauriges oder ruhiges dahin träumen war, Anathema haben es beinahe perfekt vertont. Diese Emotionen kommen aber bei "A Natural Disaster" kaum vor, zwar werden sie angeschnitten, doch wirken sie auf keinen Fall so direkt ein, wie es bisher so oft der Fall war.
Dieses mal sind es Angst, die unendliche Panik etwas würde passieren. Es ist schwer zu beschreiben, doch als ich nun das erste Mal das Album durchgehört hatte war ich geschockt. Die Musik die einem geboten wurde, enthält viel mehr als nur Gefühle. Man fühlt sich hineinversetzt, ohne den Text zu kennen, wird man beinahe gezwungen den Text wenigstens im Kopf nachzusingen. Schreckliche Bilder ziehen an dem inneren Auge dabei und man macht sich Vorwürfe, für Dinge, die schon so lange zurückliegen, die man aber nicht ändern kann. Die Schönheit der einzelnen Stücke ist wieder ein Kapitel für sich: Innovation steht direkt neben der doch vorhandenen Treue zur vergangenheit, zumindest wenn man von der Schönheit der einzelnen Songs redet. Ob nun "Flying", "A Natural Disaster" oder "Electricity"; wunderschön sind sie alle, ohne Zweifel.
Der Vergleich zu alten Platten fällt schwer, fast unmöglich scheint er, doch Anathema bleibt Anathema, es wurde keine Gradwanderung gemacht, man hat sich nur weiterentwickelt und eines der ganz großen Alben dieses Jahres geschaffen, mit dem man (wie immer) eine große Anzahl von Fans ansprechen wird.
"Freedom is only a halucination..."
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am 25. November 2003
Zugegeben, ich habe generell keine hohen Erwartungen mehr an Neuerscheinungen von Bands, die mir eigentlich sehr gut gefallen. Auch bei Anathema, einer Band, die mir in den letzten Monaten sehr wertvoll geworden ist, habe ich befürchtet, dass ich eher enttäuscht als begeistert sein würde. Der zuvor auf ihrer Homepage veröffentlichte neue Song „Are You There?" schien diese Befürchtung zunächst zu bestätigen, konnte ich mich doch mit Melodik und Instrumentierung des Songs anfangs überhaupt nicht anfreunden. Doch je öfter ich ihn mir zu Gemüte führte, desto mehr bewegte er mich. Und schließlich kam der Tag, als ein Paket bei mir eintraf, welches das neue Album „A Natural Disaster" enthielt.
Um den interessierten Leser nicht länger auf die Folter zu spannen, wenn er sich jetzt gespannt die Frage stellt wie denn nun die neue Scheibe geworden ist, mache ich die Antwort kurz: Absolut geil! Trotz kleinerer stilistischer Spielereien, mehr Experimentierfreude mit elektronischen Mitteln und anderen Kleinigkeiten haben wir hier im Großen und Ganzen doch ein weiteres Album, das so typisch nur von den einzig wahren britischen Meistern kommen kann. Wie immer versteht sich die Band wie keine andere darauf, Kompositionen zu zaubern, die schnell ins Ohr gehen und den Hörer dabei immer wieder aufs neue auf einer derart tiefen emotionalen Ebene berühren, dass sie einem richtig ans Herz wachsen können.
Die beiden ersten Tracks „Harmonium" und „Balance" sind klassische Anathema-Songs mit ihrer unverwechselbaren Melodik, Vincent Cavanagh's wunderschöner Stimme, einem ruhigen Einstieg und einem rockigeren Ende, bei dem die Gitarren deutlich druckvoller klingen als die eher weich produzierten Vertreter auf dem Vorgänger „A Fine Day To Exit". Der dritte Song ist dann die erste Überraschung: Bei „Closer" wurde durchgehend ein Stimmemulator eingesetzt, der die Vocals roboterartig klingen lässt; zusammen mit der stets gleichbleibenden Melodie und der konstanten Steigerung entwickelt das Lied dadurch eine hypnotische Wirkung und hat einen stark psychedelischen Touch. Manch einer mag sich jetzt ein „Pfui!" denken, aber mitnichten: „Closer" fräst sich stärker in die Gehörgänge als die meisten anderen Songs, die ich kenne, und ist auf seine eigenwillige Art richtig genial.
Das folgende „Are You There" ist sehr ruhig und entspannend. Den Gesangspart übernimmt hier Vincent's Bruder Danny, der auch das ebenfalls ruhige, klavierdominierte „Electricity" und einige Backingvocals beigesteuert hat. Zu erwähnen ist, dass er auch erstmals alle Stücke in Eigenregie geschrieben hat, was weniger eine Entwicklung in der Bandgeschichte darstellt, sondern eher damit zu tun hat, dass er mit den entsprechenden Lyrics den Tod seiner Mutter verarbeitet, der ihn seelisch sehr mitgenommen hat.
Mit „Childhood Dream" trifft man auf das erste Instrumental des Silberlings, welches erneut recht psychedelisch ausgefallen ist; mit einem tiefen Bordun unterlegt wirkt die verträumte Gitarrenmelodie, die später in kleine Klavier-Tüpfelchen zerbricht, eher ironisch und der Titel wird automatisch in die Richtung eines verlorenen Traumes interpretiert. Am Ende hört man eine Frau ein Kinderlied singen, welches mit „smile smile smile..." endet, worauf mit dem folgenden Track „Pulled Under at 2000 Metres a Second" eine unmissverständliche Antwort folgt. Die Erkenntnis „Freedom is only a hallucination", die eher weniger zum Lächeln anregen dürfte, führt schlussendlich nach ein paar ruhig gesungenen Zeilen zu einem Aggressionsausbruch, der sich sowohl in der Instrumentierung als auch in den Vocals niederschlägt. Als mit Abstand schnellster und rockigster Song lockert „Pulled Under" das Album auf und lässt außerdem eine weitergehende Interpretation der Inhalte zu; er wirkt beizeiten noch kraftvoller als das ähnlich angelegte „Panic" vom Vorgängeralbum.
Bei dem Titelsong handelt es sich um eine traumhafte Ballade. Lee Douglas, welche schon auf den letzten beiden Alben Gesangslinien beisteuerte, singt hier erstmals einen Song als Solo und schlägt sich dabei ziemlich gut. Die schönen Melodien des Songs gehen dabei unter die Haut. Auch das folgende „Flying" sorgt für Gänsehaut, wenn Vincent beim wundervollen Refrain wieder stimmliche Höchstleistungen vollbringt.
Den Abschluss findet dieses Album mit einem fasst 11-minütigen Instrumental, das größtenteils melancholische Klavier/Synthesizer-Klänge bietet, aber auch einen sich steigernden, rockigen Mittelteil aufweist, der dem Titel „Violence" alle Ehre machen will. Dieser letzte Track ist zugleich auch der einzige Kritikpunkt an „A Natural Disaster", denn er zieht sich doch arg in die Länge und hätte gut und gerne ein paar Minuten kürzer sein können. Gegen Ende plätschert das Klavier nur noch unspektakulär und fast langweilig vor sich hin, ein zweites „Sentient" ist der Band hier also nicht ganz gelungen. Ob der enormen Länge dieses Tracks ist dies ein nicht ganz von der Hand zu weisender Punkt, daher kann ich diesmal nicht wie bei „Judgement" auf eine winzige Abwertung verzichten.
Ansonsten aber gibt es an dem neuen Werk der Briten absolut nichts auszusetzen. Im Gegenteil - ich bin positiv überrascht und war schnell richtig süchtig nach dieser Scheibe. Die Band steht stilistisch nicht auf der Stelle, sondern bietet vielseitige Songs, die allesamt überzeugen können und teilweise mit einer Prise Experimentierfreude gespickt sind, geben dabei aber ihren eigenen Charme zu keinem Zeitpunkt auf, sodass ich allen Anathema-Fans und im Prinzip auch jedem anderen eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen kann! Abgesehen von „Closer" (da es den Stil nicht optimal repräsentiert) und den beiden Instrumentals „Childhood Dream" und „Violence" kann getrost jedes der enthaltenen Stücke als Anspieltipp dienen.
Spielzeit: 55:18 Min.
Klangqualität/Produktion: 10/10
Eingängigkeit: 8/10
Innovation: 9/10
Wiederspielwert: 10/10
Stimmigkeit: 9,5/10
--------------------------
Kaufempfehlung: 9,5/10
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am 5. März 2006
Einfach nur wunderschön...
Wie oft mich diese Band schon vor dem Absturz bewahrt hat...
Wie oft ich in ihrer Musik das Verständniss fand das mich festhielt... und wie oft sie mich zurückgebracht hat ins Leben... Was soll ich sagen, Anathema ist ein Teil von mir...
Um diese perfekte Melancholie und unendliche Schönheit zu bewerten die in der Musik dieser Band steckt reichen 5 Sterne bei weitem nicht aus... und nicht nur bei diesem Album!!!
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am 12. November 2003
Sie haben es geschafft. "Judgement" war meiner Meinung nach ihre größte Tat, "A Fine Day To Exit" konnte nicht ganz mithalten. Obwohl ich auch alte Scheiben wie "Serenades" nach wie vor genial finde, mit "A Natural Disaster" sind Anathema endgültig zu den ganz Großen aufgestiegen. Für mich besteht das Album aus einem Track, der an Intensität kaum noch zu überbieten ist. Wem die Genialität der neuen Platte von "The Gathering" nicht verborgen geblieben ist, kann auch hier bedenkenlos zuschlagen.
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am 22. April 2007
Wenn man "A Natural Disaster" hört kann man gar nicht glauben, dass die Gruppe in den 90ern mal richtig Krach mit Death-Metal-Growls gemacht hat. Heute muss man schon länger suchen, um ein richtig hartes Stück zu finden. Das ist aber nicht schlimm, sogar im Gegenteil. "A Natural Disaster" würde ich als moderne Pink Floyd-Musik bezeichnen.

Es fängt mit `Harmonium` ganz ruhig an mit Keyboard-Klängen und traurigem Gesang. Schließlich steigert sich der Song aber noch und es gibt auch harte Gitarren. `Balance` fängt auch wieder ruhig an, wieder trauriger Gesang aber ein treibender Drum-Rythmus. `Closer` ist dann ein absoluter Höhepunkt. Minutenlang Voice-Box und treibender Rythmus, um sich dann unglaublich zu steigern. Ein ganz starkes Stück. Und genauso stark geht es weiter. Jeder Song ist auf seine Art ein highlight. `Childhood dream` ist sehr akustisch mit Kinderstimmen im Hintergrund, aber recht kurz. `Pulled under at 2000 meters a second` ist dann richtig hart. Auch der Gesang ist hier extrem heavy. Der Titelsong `A natural disaster` überzeugt mit tollen Gesang der Gastsängerin Lee Douglas. Der Gruppe gelingt es immer wieder, eine unglaubliche Atmosphäre zu schaffen. Alles ist sehr düster und traurig. Freunde lustiger Musik sollten hier weghören. Sie werden mit `A natural disaster` wenig anfangen können.

Pink Floyd und Porcupine Tree-Fans müssen aber Anathema eine Chance geben. Das Album sowie die beiden Vorgänger sind ganz stark und stimmungsvoll. Von mir 5 Sterne für dieses Album von Ende 2003. Es wird Zeit, dass ein neues Studioalbum kommt. Bis dahin kann man sich trösten mit "A moment in time" eine Live DVD und CD.
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am 4. November 2003
Als Anathema-Fan der nahezu alle Alben in seinem Besitz hat, kann ich zurecht behaupten, daß Anathema mit jedem Album sich immer wieder selbst übertreffen und im positiven Sinne neuerfinden. Leider bekommt die Gruppe in den Medien nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient hätte. Woran das liegen mag, wissen die Götter oder die miese Marketingcrew. Ansonsten kann man diesem Album jedem empfehlen, der es sich im Herbst so richtig schön gemütlich machen möchte und der mehr sieht, als nur nasse Regentage und kaltes Wetter. Anathema zeigt einem durch seine Musik, daß hinter allem irgendwie mehr steckt, als man auf dem ersten Blick zu glauben mag. Hoffentlich bleibt uns die Band noch relativ lange erhalten!
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am 30. Dezember 2003
Anathema entwickeln sich immer mehr zu einer belanglosen band. Grundsätzlich kann man anhand der letzten alben zweierlei tendenzen unterscheiden:
1. eine rockige und kernigere (in der ausführung größtenteils schlüssigere), zu der man Alternative 4 und Judgement zählen kann (wobei letzteres album eindeutig den höhepunkt in der bandentwicklung darstellt) und 2. eine tendenz, die durch elektronische spielereien niederen ranges, viel hall, verzerrungen und echos und den daraus resultierenden mangel an dichte gekennzeichnet ist.
A Natural Disaster repräsentiert in dieser konstellation mit seinen sinnlosen wiederholungen von bereits auf A Fine Day To Exit maßvoller eingesetzten effekten und (rhythmischen) schemata leider einen schwächeren und in langeweile ausschlagenden nachfolger. dass die band mit A Fine Day To Exit neue pfade eingeschlagen hat, ist deutlich. doch A Natural Disaster zeigt die makabren nachteile dieses pfades auf. das werk wirkt - wie die infantile cover-gestaltung, die sich nicht zwischen kitsch-landschaft und düster angehauchter puppe entscheiden kann - ziemlich unausgegoren, uneinheitlich und (was das schlimmste ist) unmotiviert.
Dannys songwriting tut der band nicht gut. seine lyrics drehen sich genauso im kreis wie seine melodien, die wie eine aneinanderreihung bereits existierender anathema-songs wirken. seine stimme, die ihren höhepunkt an demotivation und ausdrucksloser gleichgültigkeit (er singt als hätte er etwas im mund) bei Are You There erreicht. wobei dieser song in all seiner banalen einfachheit gerade noch im ohr bleibt.
bei A Natural Disaster wird wieder einmal lee douglas ans mikro gebeten, die den song technisch zwar sicherlich besser als danny darbietet, ihn jedoch so emotionslos runternudelt, als verstünde sie den text nicht.
traurige tatsache ist auch, dass der lichtblick früherer anathema alben - vincents unverkennbare stimme - hier nur selten zu hören ist. und auch sie erreicht auf A.Nat.Dis. ihren höhepunkt an belanglosigkeit. ich frage mich, ob vincent das singen verlernt hat, oder ob ihn die songs seines bruders völlig kalt lassen.
positiv sticht durch seine andersartigkeit nur der dritte track Closer heraus (erinnert an manche daft punk spielereien; aber eigentlich haben anathema nichts mit daft punk zu tun...). balance kann man auch durchgehen lassen, es hätte genauso auf A Fine Day... vertreten sein können. A Natural Disaster swingt und geht schnell ins ohr, fällt aber irgendwie total aus dem rahmen und wirkt verloren auf dem album.
bekanntlich ist bei diesem album auch der älteste cavanagh bruder jamie am bass dazugestoßen und langsam glaube ich, dass das schwimmen in der eigenen (familien-)soße anathema eher schadet. Anathema stagnieren gewaltig. ein reger austausch mit anderen musikern (siehe auch judgement!) außerhalb des cavanagh klans würde sicherlich zu mehr differenzierung und tiefe beitragen.
ich hoffe nur, dass anathema mit der nächsten platte den mut aufbringen, einen neuen pfad zu beschreiten.
(den dritten punkt vergebe ich aus sympathie der band gegenüber, die einst so großes geschaffen hat...aber langsam sinkt auch die sympathie...)
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am 12. August 2006
Anathema haben noch nie zwei mal dasselbe Album aufgenommen und doch ist man von "A Natural Disaster" zunächst sehr überrascht und weiß es nicht wirklich einzuordnen. Beim ersten Hören erscheint vieles seltsam und ungewohnt, doch zwei Höhepunkte lassen sich sofort festmachen und dienen zugleich als Bindeglied, um nach mehrmaligem Hören das Album in seiner Gesamtheit ins Herz zu schließen: Zum einen das straighte, agressive "Pulled under at 2000 m/s", ein Song, wie man ihn seit "Eternity"-Zeiten nicht mehr gehört hat, in dem sich Sänger Vincent Cavanagh bis zu einem seiner

legendären Verzweiflungschreie hineinsteigert. Zum anderen die Gänsehautgarantie "Flying" mit wunderschönem Harmoniegesang und floydischen Gitarren im Stil des letzten Albums "A Fine Day To Exit". Die anderen Songs erschließen sich aufgrund ihrer gewundenen Melodien und den vielen elektronischen Spielereien, die sich heuer in den Anathema-Sound eingliedern, erst nach mehrmaligem Hören. Ein düsterer Song, wie der komplett von verzerrten, "kid A"-mäßigen repetitiven Vocals getragene "Closer", gewinnt mit jedem hören mehr und enthüllt versteckter seine Schönheit als die älteren Anathema-Klassiker. "Are You There?" ist nostalgisch und fast schon schmerzhaft still, verstärkt durch die sanften Vocals von Gitarrist Danny Cavanagh, der auch im völlig überraschenden puren Trip Hop Song "A Natural Disaster" Gastsängerin Lee Douglas gesanglich unterstützt und die coldplay-artige kurze melancholische ballade "electricity" singt, also viel häufiger als auf früheren Alben gesanglich präsent ist. Der 10-minütige instrumentale Schlusssong verwirrt durch einen plötzlich das meditative Klavierthema ablöseden Blastbeat-Part, der black-metallische Härte- und Schnelligkeitsgrade erreicht, bevor er genauso plötzlich abklingt und wieder dem Klavierthema Platz macht, das- vermengt mit soundscape-artigen Synthie-Spielereien- das Album ruhig und versöhnlich ausklingen lässt. Anathema bleiben eine Ausnahme-Band, selbst wenn sie nunmehr nicht mehr sofort emotional zu berühren wissen, sondern über Umwege den Weg in die Seele des Zuhörers finden.
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