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Zwischen der Publikation der englischen Originalausgabe "31 BC" und seiner deutschsprachigen Edition sind bemerkenswerter Weise keine fünf Monate vergangen. Für die Übersetzung des reichhaltig illustrierten Bandes zeichnet sich der Sachbuch- und Romanautor (Excrucior) und ehemalige Lektor des Verlages Philipp von Zabern, Dr. phil. Cornelius Hartz (Jahrgang 1973), aus.

Der Band ist nicht nur ein leuchtendes Beispiel dafür, wie ein Buchtitel falsche Erwartungen wecken kann, sondern auch für einen "Klappentext" und "Waschzettel", die beide konträr zu den tatsächlichen historischen Fakten und dem Inhalt des Buches verfasst wurden. Hier offenbart sich einmal mehr die Unkenntnis die ihre journalistischen Verfasser vollmundig über die "Beleuchtung der Ereignisse aus der Perspektive der Protagonisten" schwadronieren, jedoch jegliche "Erleuchtung" hinsichtlich des Themas vermissen lässt. Bedauerlicherweise wird ein derartiger Nonsense oftmals ungeprüft auch in Rezensionen übernommen.

In der Seeschlacht bei Actium standen sich weder Rom und Ägypten, noch zwei Supermächte gegenüber. Das hellenistische Nachfolgereich der altägyptischen Pharaonen und ausländischer Herrscherdynastien war bereits mit dem Alexandrinische Krieg im Januar 47 v. Chr. von Iulius Caesar besiegt worden. Dieser ließ jedoch nicht nur aufgrund seiner Neigung zu Kleopatra VII. Philopator das Nilland als Klientelstaat bestehen. Er fürchtete vielmehr, dass ein römischer Statthalter das reiche Ägypten einmal als Basis für eine Rebellion nutzen könnte. Actium war vielmehr der Höhepunkt eines erneut aufgeflammten Bürgerkrieges zwischen zwei ehemaligen Mitgliedern des zweiten Triumvirats. Antonius verfügte über 30 Legionen, von denen 19 bei Actium zum Einsatz kamen! Die Schilderungen der Autoren Moorhead und Stuttard mögen zwar lebendig und auch kenntnisreich sein, sie "beleuchten jedoch nicht die Ereignisse der Protagonisten auf ägyptischer Seite". Vielmehr wird die Geschichte aus Sicht Alexandrias, der an der Nordküste Ägyptens aus dem Boden gestampften Stadt erzählt. Fast 300 Jahr lang blühten hier Kultur und Hedonismus nebeneinander, was Roms Zivilisation in ihren Schatten stellte.

Der Titel "31. v. Chr." lässt erwarten, dass die weltpolitisch bedeutende Seeschlacht von Actium am 2. September nicht nur den Mittelpunkt, sondern auch den Schwerpunkt der Publikation bildet. Von insgesamt zehn Kapiteln wurde jedoch lediglich das mit "Die Entscheidung" betitelte neunte mit 15 Seiten diesem Ereignis gewidmet. Es werden zwar eine Karte und einige Details der Schlacht geboten, Angaben zur Stärke, Zusammensetzung, Ausrüstung pp. der Truppen und Flotten fehlen jedoch. Demgegenüber beschäftigen sich die acht vorangegangenen Kapitel mit der Vorgeschichte des Hauptereignisses, die in Ägypten mit Alexander dem Großen, in Rom mit dem Bürgerkrieg zwischen den einstigen Triumviri Gaius Iulius Caesar und Gnaeus Pompeius Magnus beginnt. Im zehnten Kapitel und einem Epilog werden dann noch die lokalen Ereignisse und weltpolitischen Folgen geschildert, welche der Schlacht im Ionischen Meer folgen sollten. Während im Anhang die Literaturliste recht mager und das alphabetische Register recht kurz ausgefallen sind, vermittelt eine Auflistung von mehr als 150 Anmerkungen (Zitate, Quellen) die wissenschaftliche Methodik der beiden britischen Autoren.

Auffällig ist, dass die Autoren jeglichen Hinweis zu Liebe und Eros zwischen Antonius und Kleopatra vermieden haben, deren Beziehung vielmehr nüchtern als politische Partnerschaft bezeichnen. Vielmehr wir deutlich, das Kleopatra erst Julius Cäsar und dann Marc Anton für ihre dynastischen Visionen zu instrumentalisieren versuchte. Nachdem Kleopatras Versuch misslang, auch den siegreichen Octavian für sich und ihre Ziele zu gewinnen, war ihr Schicksal und das der Ptolemäer endgültig besiegelt.

Man sollte in Actium - nicht wie Virgil - den existenziellen Kampf zwischen den "zivilisierten" Göttern Roms und den "unzivilisierten" Ägyptens sehen, sondern es als warnendes Beispiel für eine gefährliche Form der Manipulation, vor der auch mächtige Männer nicht gefeit sind, betrachten.
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am 30. Dezember 2012
Die Herren Stuttard und Moorhead haben da ein durchaus kenntnisreiches Buch über einen spannenden Abschnitt der antiken Geschichte geschrieben. Darin finden sich einige sehr interessante Passagen, etwa die farbige Beschreibung der Metropole Alexandria, mit der das erste Kapitel einsetzt. Die Quellen der Darstellung sind keine Überraschungen und kommen immer wieder in ausführlichen Zitaten zu Wort: Plutarch, Cassius Dio, Sueton, Cäsars Alexandrinischer Krieg. Die Voraussetzungen für ein interessantes historisches Buch sind also gegeben.

Warum hat mir der Text trotzdem nicht gefallen? Dafür gibt’s vor allem zwei Gründe.

Der erste ist der arg feuilletonistische Ton: Kapitelüberschriften wie „Stunden der Verzweiflung“, „Düsterer Sieg“, „Der Vollstrecker“ sind mein Fall nicht. Das ist kein Einwand gegen spannende erzählende Geschichtsschreibung – nur einer gegen stereotype Gemeinplätze. Kleopatras Vater Ptolemaios XII. wird (gefühlte einhundert Mal) als „der Fötenspieler“ angesprochen (was wohl die korrekte Übersetzung für „Auletes“ ist, dadurch aber - in der Häufung - nicht weniger albern klingt). Auch mit den spekulativen Ausführungen zu den Gefühlen und Gedanken der Protagonisten kann ich nicht viel anfangen.

Mein zweiter Kritikpunkt betrifft die Parteilichkeit der Darstellung. Da verlange ich keine völlige Neutralität oder wissenschaftliche Objektivität. Aber wenn Figuren mit Attributen eingeführt werden wie „der heuchlerische und kriecherische Cicero“ oder der „junge, kaltherzige und skrupellose Octavian“, dann hätte ich dafür im Text doch ganz gern eine etwas bessere Begründung. So wie’s hier präsentiert wird, entsteht der Eindruck einer Seifenoper, bei der man die Rolle der Helden und der Schurken nicht unklar lassen möchte.

Abgesehen davon sehe ich nicht, dass die Darstellung viel Neues bringt – in vielen Punkten schien’s mir erstaunlich nah an der Version des Kleopatra-Films mit Richard Burton und Elisabeth Taylor, der seinerzeit die 20th Century Fox an den Rand des Ruins brachte, aber vielleicht spielt mir da auch mein Gedächtnis einen Streich. Bei Alfred Heuss und Karl Christ steht das auch schon alles. Insgesamt aus meiner Sicht kein schlechtes Buch, aber leider auch kein gutes.
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am 21. September 2012
Dieses spannend zu lesende Geschichtsbuch ist eine absolut gelungene Kooperation zweier Männer, die auf je unterschiedliche Weise schon lange mit dem Thema, das sie behandeln, leben und arbeiten. Sam Moorhead ist als Verantwortlicher für die numismatische Sammlung am Londoner British Museum mit den antiken Quellen bestens vertraut.

Auch David Stuttard kennt sie gut, hat er sich doch als Übersetzer griechischer Tragödien einen Namen gemacht, die er dann für das Theater, aber auch für das Fernsehen und das Theater inszeniert hat. Er weiß also gut, wie man einen antiken Stoff so aufbereitet, dass er für breite Schichten verständlich, anschaulich und dazu noch unterhaltsam ist.

In diesem Buch sind es die Vorgeschichte und die Vorgänge um die Schlacht von Actium im Jahr 31 v. Chr., als sich die beiden damaligen Weltmächte Rom und Ägypten in einer Seeschlacht um die Weltherrschaft gegenüber standen. Auf der einen Seite der Römer Marcus Antonius und seine ägyptische Geliebte Kleopatra, die eine ägyptisch-römische Dynastie planten und damit die Nomenklatura beider Weltreiche gegen sich aufbrachten, und auf der anderen Seite der römische Feldherr Octavian, der spätere Kaiser Augustus.
Lange Auseinandersetzungen gingen dieser entscheidenden Schlacht voraus, die in diesem Buch in seiner breiten Vorgeschichte erzählt werden.

Die Autoren nehmen dabei die Perspektive der Protagonisten auf der ägyptischen Seite ein. Es gelingt ihnen lebendig und kenntnisreich die Vorgänge dieser turbulenten Zeit spannend und anschaulich zu schildern. Zahlreiche Abbildungen antiker Skulpturen und Zeugnisse der Kunstgeschichte lockern dieses wirklich außergewöhnliche Geschichtsbuch auf.

Mit solchen Büchern werden historische Ereignisse auf erfrischende und unterhaltsame Weise lebendig.
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