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am 16. Juni 2017
Eine ergreifende Zeitreise in das Einst, wie Stephen King sie in seinem Buch beschreibt und erlebt ist einzigartig, wie man sie sich nicht vorstellt und sich von anderen Storys derart bei weitem abhebt. Nostalgisch mit viel Gefühl und Inhalt in seiner meisterhaften und fantastischen Erzählweise, wie sie selten jemand beherrscht, versetzt er uns in eine andere Welt voller Überraschungen, die einen wie ein Sog tief in die Geschichte reinzieht und erst wieder freigibt, wenn man das letzte Wort gelesen hat und selbst dann wirkt sie noch lange nach.

Die kurze Buchbeschreibung und die Handlung, die den Anschein erwecken, es würde sich ausschließlich nur darum drehen, haben mich lange nicht sonderlich angesprochen. Wem es genauso geht, der sollte sich davon nicht täuschen oder abschrecken lassen, denn in dem Buch da steckt so viel mehr dahinter und ich hätte selbst nicht gedacht, dass mich das Buch so dermaßen packt. Kennedy ist zwar das Ziel, aber der Weg bis dahin ist so spannend und vielseitig und das mit sehr vielen Eindrücken, Emotionen, Fragen und Folgen von Zeitreisen und die Gedanken und Sprünge zwischen der Vergangenheit, der Gegenwart und Auswirkungen auf die Zukunft.

Auch fand ich es klasse, wie er einen vortrefflichen Bezug zu seinem Buch "Es" herstellt und solche kleinen Szenen einbaut in der Zeit, in der "Es" sein Unwesen trieb. Er verzaubert uns auf seine ganz spezielle Art und seinem Scharfsinn unter anderem damit, in dem er Figuren wieder aufleben lässt und mit neuen Auftritten eine zusätzliche und sowohl schöne als auch schaurige Atmosphäre schafft.

Es ist ein King, der sich schwer in eine bestimmte Kategorie einordnen lässt, aber er hat sich hier mal wieder was ganz besonderes ausgedacht, auch wenn es von Horror weit entfernt ist.

In dem Buchtrailer erfährt man von ihm selbst, dass er das Buch bereits in den 70er Jahren begonnen hatte, das Attentat auf Kennedy für ihn aber noch zu frisch war und welche Ausmaße das hatte. Ich bin auch froh, dass er das Buch nicht in den 70er Jahren weitergeschrieben hat, denn es wäre nicht das, was es heute ist, ein Meisterwerk und vielleicht auch ein Stück weit eine Reise in seine eigene Vergangenheit und Erinnerungen aus seiner Zeit! Es ist eine Achterbahn der Gefühle durch die Emotionalität, den tollen Charakteren und seinem unerreichbaren Stil, als ob man alles selbst erlebt.
Ich war geflasht und gefangen von Anfang bis zum Ende und hätte auch mit solch einem tollen und für die Geschichte passenden Ausgang nicht gerechnet.
Für mich gehört es zu einem seiner besten Bücher, vor allem auch der neueren.
Absolut lesenswert!
6 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 14. Juli 2015
Meine Meinung:

Für dieses Buch, fällt mir ganz spontan dieses Zitat ein:

"Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden."

(Ludwig Feuerbach)

Und "Der Anschlag", ist definitiv einer meiner besten Freunde geworden.

Mit Begeisterung, habe ich Jake Epping über 1000 Seiten lang begleitet und war am Ende doch sehr traurig, als die Geschichte zu Ende war. Ich fühlte mich in der Geschichte, mit all den Protagonisten einfach "zu hause", das ist sicher der beste Ausdruck dafür.

Stephen King schaffte es, mir die 50/60er Jahre bildhaft vor Augen zu führen.
Durch die atmosphärischen Beschreibungen, seien es die Figuren, Autos, Geschäfte, Landschaften und natürlich der Musik, hatte man das Gefühl, regelrecht dabei zu sein. Alles hervorragend recherchiert. Die Zeitreise ist geglückt, kann ich da nur sagen!

Der Hauptkern der Geschichte - Kennedys Ermordung durch Lee Oswald Harvey zu verhindern, nahm natürlich die meiste Spannung für sich ein.

Zwischenzeitlich war ich so sehr in der Geschichte gefangen, das ich mein Wissen über das Kennedy- Attentat nochmals per Internetsuche aufgefrischt habe. Es war faszinierend von den wahren Personen (Oswald und seine Familie u.a.) und deren Handlungen zu lesen oder Fotos zu betrachten - so wurde die Geschichte nochmal viel greifbarer.

Die Spannung war für mich jedenfalls durchweg vorhanden, denn Jake hatte vor seinem eigentlichen "Auftrag" schon so manche Hürde zu überwinden. Doch ich war so enorm gespannt, wie alles endet...und eins kann ich verraten, King macht es sehr spannend!

Doch neben der Spannung, zeigt die Geschichte noch ganz andere Facetten.

Z.b. die Liebesgeschichte zwischen Jake und Sadie war sehr rührend, aber nicht kitschig. Einfach wunderbar, traurig, schön.

Viele Szenen zeigten auf, das es sicher alles andere als einfach ist, in der Vergangenheit zu leben. Die Gefahr sich zu verplappern, Dinge preis zu geben, die noch lange nicht passiert sind...

Wie schnell singt man unter der Dusche ein Liedchen einer weltbekannten Gruppe mit - für die damalige Zeit - anrüchigem Text vor sich hin und wie beantwortet man konkrete Fragen darauf?! Ja, das sind die Rolling Stones, die kannst du ja noch nicht kennen...!

Oder wie gerne möchte man den Menschen versichern, das sie sich vor bestimmten Dingen keine Sorgen machen müssten, weil alles ganz anders kommt...

Genauso wäre es sicher andersherum. Menschen aus der Vergangenheit, kämen in unserer Zeit sicher auch überhaupt nicht klar.

King zeigt hiermit, das er nicht nur der "Meister" des Horrors ist, nein, er ist einfach für mich persönlich mein liebster Geschichtenerzähler, einige Szenen haben so viel Tiefe, die mich sehr beeindruckten.

Diese Geschichte ist kein "typischer" King, wie es so gerne genannt wird. Keine Horrorszenarien usw. Das ist auch überhaupt nicht nötig! Dafür gibt es einige Andeutungen auf frühere Werke, was mir natürlich sehr gut gefiel. Ein Beispiel: Wenn Jake im Jahre 1958 in Derry/Maine ist und auf Jugendliche trifft, wer wird das wohl sein? *Piep piep Ritchie*! Wunderbar!

Auch ist die Botschaft dieser Geschichte sehr eindeutig:

Das es den Menschen einfach nicht zusteht sich überall einzumischen und wer das versucht, der muss mit ganz abscheulichen Konsequenzen rechnen!

Fazit:

Die Geschichte konnte mich absolut überzeugen. Nicht nur das - ich liebe diese Geschichte, die mich total in ihren Bann gezogen hat!

Eine Geschichte voller Spannung, Überraschungen und unerwarteten Wendungen. Man muss sich jedoch auf die "Zeitreise" einlassen können. Da hatte ich vor dem Lesen selbst meine Zweifel, die jedoch ganz schnell über Bord geworfen wurden.

Absolut empfehlenswert!
8 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 12. Mai 2018
Der am 21. September 1947 in Portland, Maine, geborene Stephen King ist vor allem für seine Horror-Romane bekannt. »Der Anschlag« wurde 2011 als 51. Roman Stephen Kings in den USA unter dem Titel »11/22/63« veröffentlich.

Jacob „Jake“ Epping ist ein kürzlich geschiedener Englischlehrer in Lisbon Falls, Maine, der durch Zufall zu einem Zeitreisenden wird und die Möglichkeit erhält, das Attentat auf John F. Kennedy am 22. November 1963 zu verhindern. Im Lagerraum eines Diners, das von Jakes Freund Al betrieben wird, befindet sich ein Portal, das einen immer wieder zum 9. September 1958 führt, und zwar stets zum gleichen Zeitpunkt um 11:58:00 Uhr. Somit stehen Jake fünf Jahre in der Vergangenheit zur Verfügung, um die Weltgeschichte maßgeblich zu verändern. Bewaffnet mit Notizen über die damalige Zeit sowie mit Ergebnissen von Sportveranstaltungen, macht sich Jake bereit, das Schicksal der Nation zu verändern.
Doch die Zeit möchte sich nicht einfach so verändern lassen und setzt sich mit allen Mitteln zur Wehr. Je näher Jake seinem Ziel kommt, umso heftiger wirft ihm die Zeit Steine in den Weg. Und es gibt gute Gründe, weshalb die Zeit sich so vehement gegen eine Veränderung verwehrt. Gründe, die Jake nicht erwartet hätte.

Stephen King hat im Laufe seiner Karriere als Schriftsteller immer wieder mal Romane verfasst, die von seinem üblichen Horror-Schema abweichen. Mit »Der Anschlag« bleibt er zwar in gewisser Weise seinem Genre treu, doch würzt er es diesmal mit ganz klaren, geschichtlich belegten Hintergründen und Begebenheiten. Dies hebt seinen Roman ganz klar hervor und sorgt – meiner Meinung nach – für zusätzliche Spannung, wenn man sich zumindest ein wenig mit der Materie auskennt.
So verwundert es einen nicht sonderlich, dass Jake sich lange Zeit mit Lee Harvey Oswald befassen muss und diesen schließlich sogar kennenlernt. Als Leser erfährt man somit sehr viel über den mutmaßlichen Kennedy-Attentäter, seine Frau Marina und beider Verwicklungen mit den Russen innerhalb der USA. Stephen King vertritt seine eigene Theorie, wie und warum es zum Attentat auf Kennedy gekommen ist; ein Thema, um das sich auch heute noch mehrere Verschwörungstheorien ranken. Dabei pocht King jedoch nicht allzu sehr auf seiner Meinung, sondern er lässt den Leser Schritt für Schritt erfahren, wie es damals gewesen sein „könnte“, belegt mit Fakten, die sich im Laufe der Jahre eingefunden haben.
Heraus kommt ein Roman, der wirklich sehr lesenswert ist und nicht umsonst später sogar als Mini-Serie für das Fernsehen verfilmt worden ist. Unter dem amerikanischen Originaltitel 11/22/63 - Die komplette Serie [Blu-ray] gibt es diese Serie mit James Franco (bekannt als Harry Osborn in den Spider-Man 1-3 [Blu-ray]-Verfilmungen der Jahre 2002 – 2007) in der Hauptrolle auf Blu-ray und DVD zu kaufen.

Mir persönlich gefällt der Roman »Der Anschlag« sehr gut, auch wenn ich ihn – zugegebenermaßen – wegen seiner Optik gekauft habe. Mir liegt die gebundene Ausgabe mit deutlich über 1000 Seiten vor, die wirklich sehr schön gearbeitet ist und sogar über ein Lesebändchen verfügt. Die Cover-Gestaltung sticht förmlich ins Auge: Roter Hintergrund mit heller Schrift. Dann noch eine Münze mit John Fitzgerald Kennedy und dem Attentatsjahr 1963, ein deutliches Einschussloch … und es dürfte wohl jedem klar werden, um was es wohl gehen mag.
Und nicht nur, dass das Buch optisch gut etwas hermacht, lässt es sich auch sehr schön und flüssig lesen und vermittelt einem mit Sicherheit ein Hintergrundwissen zu den Ereignissen jener Zeit, die man vielleicht gar nicht (mehr) auf dem Schirm hatte.

Fazit:
Absolut lesens- und empfehlenswert!
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Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 29. August 2016
Bisher war Kings "Wahn" mein absolutes Lieblings-Buch von ihm. Doch mit der Lektüre von "Der Anschlag" hat sich das nun geändert.
Diese Zeitreise-Story, die King hier umfangreich und sehr detailliert erzählt hat mich einfach umgehauen.
Die Hauptfigur ist wohl mit eine der besten, die sich King jemals erdacht hat. Besonders gut fand ich auch die Umsetzung, der "Wartezeit" bis zum Attentat auf JFK. Hier liefert der Autor ein glaubhaftes und lebendiges Bild der damaligen Zeit.
Was dieses Buch aber zu meiner neuen Nr. 1 gemacht hat, war nicht die Thematik der Zeitreise, sondern die darin eingebettete Liebes-Geschichte. Selten habe ich mit einem Liebes-Paar so mitgefiebert wie hier. Die Entwicklung dieser Geschichte ist ebenso schön wie ergreifend. Ich muss sagen, dass ich King selten so emotinal erlebt habe. Und das Ende ist einfach nur zum Weinen schön. Ganz großes literarisches Kino.
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am 19. Juni 2014
Zeitreisen haben etwas Unlogisches, aber sie sind sehr unterhaltsam. Was wäre, wenn man in den Lauf der Zeit eingreifen könnte, um Verbrechen oder Katastrophen ungeschehen zu machen? Doch in die Vergangenheit zu reisen, um etwas zu verändern, macht den Grund für die Zeitreise nichtig("Zeit-Paradoxon"). Jake Epping, ein Lehrer, versucht es trotzdem durch das Zeitportal in einem heruntergekommenen Imbiss-Trailer. Doch das Zeitgeschehen lässt sich nicht ohne Widerstand manipulieren. Und mehr als einmal findet er sich in der Gegenwart in einer Katastrophe wieder!

In dem Roman geht es um Zeitreisen mit dem Ziel, Unrecht zu verhindern und eines der folgenschwersten Attentate der amerikanischen Geschichte zu verhindern. Es geht um Liebe, 50er-Jahre-Nostalgie und Verantwortung. Stephen King stellt mal wieder unter Beweis, welch ein virtuoser Geschichten-Erzähler er ist. Der Roman fesselte mich bis zum überraschenden Finale.

Mehr verrate ich nicht, nur eines: Der Spannungs - Bogen bleibt Dank der emotionalen und mitreißenden Erzählweise des Autors bis zum Schluss erhalten. Seien Sie in jedem Kapitel auf neue Wendungen gefasst!

Ein großartiger Zeitreise - Thriller, nicht nur für King - Fans!!
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am 6. Mai 2015
Stephen King hatte in den 70iger Jahren schon die Idee dieses Buch zu schreiben, hatte das allerdings aufgrund von Rechercheproblemen wieder verworfen. Knapp 40 Jahre Später hatte er es dann doch getan, Internet macht eben Recherchearbeit besser. Man kann jetzt sicherlich streiten ob es eine gute Idee war so lange zu warten, ich denke allerdings ja. Das Buch wäre damals 1972 sicherlich nicht so gut geworden wie heute!

Bestellt hatte ich es wegen den vielen guten Rezessionen und als alter King Fan der ich bin dachte ich mir kann nicht verkehrt sein.
Als es ankam wurde ich von 1055 Seiten förmlich erschlagen, ich ärgerte mich das ich nicht vorher geschaut habe, dann hätte ich es vermutlich gar nicht bestellt was sehr schade gewesen wäre. Wie gesagt von den 1000 Seiten erst einmal abgeschreckt habe ich das Buch ins Regal gestellt und andere (kleinere) Bücher gelesen. Irgendwann habe ich mir gedacht ok Fangen wir damit an, wenn es nix kann legen wir es wieder weg. War allerdings nicht möglich, nach dem ich mit dem Lesen begonnen habe waren schon mal 200 Seiten wie nix gelesen, die Story hat mich sofort gefangen genommen und zwang einem regelrecht zum weiterlesen. Bei sovielen Seiten ist natürlich immer die Gefahr das es mitten drin Trocken wird, gar die luft rausgeht, diese Passagen halten sich allerdings sehr in Grenzen, wird hier in den Passagen die eventuell ruhiger sind auf die Charakterentwicklung gesetzt. Man lernt die Figuren kennen und lieben, auch wenn sie im Grossen und ganzen doch ein wenig Oberflächlich bleiben obwohl King sich um Tiefe bemüht gelingt ihm das halt nicht immer. Soll nicht heissen das die Charakter schlecht sind, teilweise strotzen sie allerdings vor Klischees und sind wahre Stereotypen aber das bringt eben auch einfach die Zeit mit sich ist ja immerhin 1958.

Ob das jetzt ein alter King ist oder zu den neueren Werken zählt ist auch eine streitfrage, Horrorelemente halten sich in Grenzen, Horrorgeschichte ist es keine- Ich finde es erinnert ein wenig an Langoliers ist aber trotzdem ganz anders, und gleichzeit An die Frau des zeitreisenden aber nur für Männer eben ;)

Da das Thema Zeitreisen für mich sowieso sehr interessant ist, Dr. Who sei dank fand ich auch den Roman eben sehr spannend, fesselnd und einfach nur Wahnsinn... Man kann sehr viel anstellen wenn man über Zeitreisen(de) geschichten erzählt und King hat das geschafft, ich kann ihn ganz klar weiterempfehlen...
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am 22. März 2015
Ich muss zugeben, dass mir 'Der Anschlag' zwar schon seit geraumer Zeit bekannt war, andere Bücher von King aber immer wieder den Vorrang bekamen. Das lag zum einen an der enormen Seitenanzahl ('Es' ein ähnlich dicker King Klassiker gefiel mir nicht so sehr) und zum anderen an dem zugegebenermaßen eher unscheinbaren und nicht sehr überzeugenden Klappentext.

Im Nachhinein muss ich jedoch zugestehen, dass 'Der Anschlag' das beste Werk ist, das ich bisher von ihm gelesen habe, denn King gelang mit diesem Roman ein 'Meisterwerk', wie es selbst ein nicht unbekannter Literaturkritiker der ARD auf dem Punkt brachte. Gerade wegen seiner vielseitigen Facetten (Science-Fiction, Action, Geschichte, Liebe, ...) ist dieser Roman so einzigartig und kann nicht in das für den Autor klischeebehaftet Genre des Horrors eingeordnet werden. Insbesondere die Beziehung zwischen zwei der Protagonisten macht 'Der Anschlag' vor allem zu einem sehr emotionalen Buch, was mich daher auch am meisten beeindruckte und den eigentlichen Plot oft in den Hintergrund rückte.
Generell sorgt der typisch detaillierte Schreibstil für puren Realismus, sodass man förmlich in der Zeit mitreist und sich zunehmend in der Vergangenheit wohlfühlt. Die Idee der Zeitreise und die Spielereien mit der Zukunft (Schmetterlingseffekt) wurden zudem grandios umgesetzt.

Fazit:

Stephen King gelang mit diesem Buch ein fantastisches Werk. Es überzeugt durch realistische, liebenswerte Charaktere, Emotionen und Spannung. Man sollte sich nicht von dem Klappentext oder einem vermeintlichen historischen Roman abschrecken lassen, denn Stephen King beweist einmal mehr, dass er nicht nur ein massenbegeisternder Horrorautor ist, sondern einer der bedeutendsten und talentiertesten Schriftsteller der Gegenwart. Absolute Buchempfehlung!
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 29. November 2013
Was wäre, wenn sich ein Fenster in die Vergangenheit öffnen würde, mit dem sich der Anschlag auf JF Kennedy verhindern ließe? Diese Grundkonstellation um ein amerikanisches Trauma herum packt Stephen King in eine "süffig" geschriebene 1000-Seiten-Zeitreise - und entführt den Leser in ein eigenes Zeitloch, dem dieser erst nach der letzten Seite entkommen kann.

Jake Epping alias Richard Amberson erlebt das alte Amerika Ende der 50er bzw. Anfang der 60er Jahre, zunächst beeindruckt von der vermeintlichen Ehrlichkeit und Großartigkeit vergangener - guter alter - Zeiten, dann aber auch schockiert von damals aktuellen Problemen wie Rassentrennung, Kriminalität, Prüderie und Umweltverschmutzung. Als zusätzliche Komponente muss er erkennen, dass sich die Zeit gegen jegliche nachträgliche Manipulation massiv zu wehren beginnt.

Dieses Konstrukt ohne Zeitlogikfehler - und ohne Horror - über viele Seiten und bis zum grandiosen Ende hin spannend und interessant zu halten ist ein wahrer Geniestreich.

Dass King die allerwahrscheinlichste Attentatsvariante - nämlich Lee Harvey Oswald als Einzeltäter - verfolgt und nicht eine dieser hanebüchenen Verschwörungstheorien von Exilkubanern, der Mafia, Außerirdischen oder natürlich der bösen CIA, ist in meinen Augen ausdrücklich zu begrüßen, auch wenn einigen der hier schreibenden Rezensenten - die lieber eine Räuberpistole analog Oliver Stones JFK gelesen hätten - hierüber deutlich ihre Enttäuschung anzumerken ist.

Fazit: Wer sich von einem Taschenbuch im Backsteinformat nicht abschrecken lässt, der hat viele Leselust-volle Abende vor sich !
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am 1. Dezember 2017
klasse buch, klasse thematik, hervorragend erzählt, lese es gerade zum 3. mal... stephen king läßt die meisten
anderen mir bekannten schriftsteller (und das sind nicht wenige) wie ein wenig stotternde, mit schwacher phantasie
und ebenso schwachem wortschatz ausgestattete amateure aussehen... stephen king hätte meines erachtens wie
kaum ein anderer den literatur-nobelpreis verdient... und "der anschlag" ist ein meisterwerk...!
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 27. Mai 2014
Es ist schon sehr, sehr lange her, dass ich mal ein Buch von Stephen King gelesen habe. So unglaublich viele positive Bewertungen machen mich meistens eher etwas misstrauisch, aber hier war ich zum Glück doch neugierig genug und am Ende optimistisch, ein gutes Buch zu bekommen und wurde nicht enttäuscht. Stephen King mal ganz anders, kein Horror, sondern ein ganz klein wenig Science Fiction gemixt mit sehr interessanter Historie und vor allem mit einer großartigen Liebesgeschichte. Ein sehr umfangreicher Roman, sicherlich auch hin und wieder mit einigen (aber vertretbaren) Längen, mit viel Detailtreue und selbstverständlich mit genügend Spannung versehen.
Zum Inhalt braucht nun wirklich nichts zum x-ten Mal geschrieben werden. Auf jeden Fall sehr interessant und amüsant jemanden dabei zu begleiten, der plötzlich 48 Jahre zurück in die Vergangenheit versetzt wird und die vermeintliche Möglichkeit bekommt, durch sein Eingreifen die Vergangenheit und damit zwangsläufig auch die Zukunft zu ändern. Aber die Vergangenheit will sich natürlich nicht ändern lassen und wehrt sich dagegen um so mehr mit allen möglichen Mitteln, je bedeutender der Eingriff und die Auswirkungen am Ende sein würden. Und nicht jede gut gemeinte Veränderung eines Ereignisses in der Vergangenheit führt zu den gewünschten Folgen in der Zukunft...
Die Überlegungen hinsichtlich der sogenannten "Schmetterlingstheorie" (auch "Schmetterlingseffekt" genannt), also wie nahezu jede noch so geringste Aktion, sollte man diese auch nur minimal verändern können, unvorhersehbare, durchaus erhebliche Folgen auf alles Mögliche haben kann und damit die Zukunft gravierend verändern könnte, regen ganz nebenbei zu interessanten Gedankenspielen an.
Die Einbindung der Story in tatsächliche Ereignisse vor und um den Kennedy-Mord 1963 in Dallas macht die Sache sehr authentisch und trotz aller Fiktion wirkt jedes Detail absolut realitätsnah. Man wird regelrecht in die damalige Zeit hineingezogen und für jemanden, der sich schon immer für die Umstände des Attentats auf Präsident Kennedy interessiert hat, lässt der Autor offensichtlich sehr gut recherchierte Fakten und Informationen in die Story einfließen. Folgt man Kings Interpretation der Umstände zu diesem Anschlag muss man zugeben, dass bei allen nahe liegenden Verschwörungstheorien vielleicht doch die Möglichkeit nicht ganz auszuschließen ist, dass sich die Geschichte ganz einfach so oder ähnlich simpel abgespielt haben könnte.
Eventuelle Befürchtungen, es mit zuviel "Hokuspokus" zu tun zu bekommen, sind völlig unbegründet. Eigentlich beschränkt sich dies nur auf das "Zeitloch" und die damit verbundene Gelegenheit des Protagonisten für eine ganz bestimmte eng umgrenzte Zeitreise.
Stephen King lässt in diesem Buch grundsätzlich keinen Zweifel daran aufkommen, welch ein hervorragender Erzähler er ist. Auch wenn dieses Buch sicherlich erheblich von seinem sonst üblichen Genre abweicht, bin ich sicher, dass ich mir nun einige seiner anderen Werke beschaffen werde.
Fazit: Über 1000 Seiten erfordern schon etwas mehr Standhaftigkeit als die üblichen Buchlängen, jedoch hätte ich auch nichts gegen noch mehr Seiten in diesem wunderbaren Werk gehabt. Rundum gelungen und sehr empfehlenswert.
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