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Kundenrezensionen

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am 5. Juli 2006
Und dennoch, oder gerade deswegen ein Muss für Liebhaber anspruchsvoller Musik.

"Vicarious" ist sicherlich der eingängigste Song des Albums, da technisch kaum verspielt und sehr melodiös. Die Riffs mögen eher von einfacher Natur sein, aber das für Tool typische Songwriting ist grandios: Der Song beginnt mit einem Intro, in welchem sich Bass und Gitarre mit zwei verschiedenen Variation eines Themas gegenseitig ergänzen. Sobald das Schlagzeug einsetzt, vereinen sich Bass und Gitarre, und spielen eine dritte Variation des Themas. Dass es sich bei 0:45 nicht um ein neues Riff handelt ist zu erkennen, wenn bei 2:01 die Gitarrenlinie des Intros über die Basslinie der dritten Variation gelegt wird. Tool reizen ihre Themen voll aus, varieren sie ständig oder fügen neue Elemente hinzu. Danny Carreys versiertes und erhabenes Schlagzeugspiel leitet alles souverän und Maynard James Keenan's Stimme, die tatsächlich als viertes Instrument angesehen werden kann und muss, fügt zusätzlich Abwechslung hinzu. Ein wirklich neues Element wird erst beim Interludium 3:29 eingeführt. Nach diesem und der spannungsteigernden Wiederholung des Intros mit Keenans bschwörender Stimme brechen Tool in voller Wucht aus und spätestens wenn Keenan zum dritten Mal singt "Vicariously I live while the whole world dies" (6:35) stehen alle Haare zu Berge. Ein mächtiger Song. (10/10)

"Jambi" ist der technischste Song des Albums und weitaus weniger eingängig. Es ist schon erstaunlich wie alle 4 Instrumente teilweise nach vollkommen verschiedenen Rhythmen für sich alleine zu spielen scheinen, aber trotzdem eine Einheit erzeugen (z.B. 3:05). Der Song erinnert ein wenig an "The Grudge" von Lateralus und ähnelt generell noch am ehesten den Songs des Vorgängeralbums. Im Gegensatz zu "The Grudge" fehlt mir bei "Jambi" allerdings ein Höhepunkt. Nach der Spannungssteigerung, die bei 6:40 beginnt und einen grandiosen Ausbruch erwarten lässt, bricht der Song plötzlich ab. Schade. (8/10)

"Wings For Marie" Teil 1 und 2 (bzw. "10 000 Days") ist das Meisterwerk dieses Albums. Tool erzeugen hier mit ihren Instrumenten Klanglandschaften und -welten, die sich nicht beschreiben lassen. Diese muss man fühlen. Kopfhörer aufsetzen, Augen schließen, in der Musik versinken, fühlen. (10/10)

"The Pot" ist nach dem sehr spirituellen "Wings For Marie" ein viel bodenständigerer Track. Grandioser Groove, grandiose Basslinie, grandioses melodiöses und dann riffiges Interludium (4:11), dass in einen recht harten Schlussteil übergeht (ab 5:38). Keenan nimmt mit seiner sehr affeminisierten Stimme reichlich Härte von dem Stück und geht später glücklicherweise in einen aggressiveren Ton über. Wen Keenans Stimme zu Beginn des Stücks nicht zum Wegschalten animiert, den erwartet ein toller, fast Metal-artiger Track. (9/10)

"Lost Keys" und "Rosetta Stoned" sind zwei zunächst sperrige und schwer einzuordnende Tracks. Ich habe mich mit den Gedanken angefreundet, sie eher als Hörspiele als als Lieder anzusehen. "Lost Keys" zum Beispiel ist musikalisch kaum erwähnenswert, jedoch ist es wichtig um die richtige Stimmung für den nächsten Track zu erzeugen. Dieser ist Keenans zynische Version des All-American guy der die Gelegenheit bekommt, die zu Welt retten aber unglücklicherweise seinen Stift vergessen hat. Die äußerst amüsanten Lyrics erzählen seine Geschichte in bester Stream-of-Consciousness-Manier und die Musik agiert wie ein Soundtrack. Durch die vielen abwechslungsreichen Effekte, die über die Vocals gelegt wurden, wird das Interesse gehalten und nach einer tollen Spanungssteigerung ab 8:19 erwartet den Hörer noch ein grandioser musikalischer Höhepunkt, in dem ein weiteres Mal Keenans emotionale Stimme (die zynischerweise gar nicht zu den Lyrics passen will) bewundert werden kann. "Rosetta Stoned" bezieht sich übrigens nicht auf eine Rosetta nach Drogengenuss, sondern auf den sogenannten Stein von Rosetta. (10/10)

Mit "Intension" bieten Tool dem Hörer noch ein weiteres wunderschönes Stück, das eine beruhigende und wiederum nahezu spirituelle Atmosphäre ausstrahlt (10/10) bevor das zunächst ruhige und melodiöse "Right In Two" einen wuchtigen Schlusspunkt setzt und somit den Kreis schließt, der mit "Vicarious" begonnen wurde. "Right In Two" offenbart ein weiteres Mal alle Stärken von Tool: einerseits die Fähigkeit wundervolle Melodien zu erzeugen, andererseits ein intelligentes Songwriting mit einem logischen Spannungsbogen und wuchtigen Schlussteil, die richtige Dosierung von Melodie und Härte, sowie der perfekt akzentuierte Einsatz der Instrumente (und dazu zähle ich - ich wiederhole es gerne - Keenans unglaubliche Stimme). (10/10)

Die bis jetzt vernachlässigten Instrumentale "Lipan Conjuring" und "Viginti Tres" stören kaum und erzeugen sehr effektiv Atmosphäre, vor allem Letzgenanntes auf sehr beklemmende Art und Weise.

Nimmt man jetzt den Durchschnitt der bisherigen Noten für die Gesamtbewertung, so wird man dem Gesamteindruck, den das Album erzeugt, nicht gerecht. Tool hat kein Album mit einzelnen Liedern veröffentlicht. Nein, es handelt sich hier um ein Gesamtkunstwerk und man muss die gesamte Kunst betrachten, sowohl Musik (und das betrifft auch die Reihenfolge der Lieder), als auch Lyrics, als auch das Artwork. Das Album erhält von mir eindeutig und nachdrücklich die Höchstnote. Ich werde das Gefühl nicht los, dass viele das 10 000 Days zu schnell rezensiert haben oder es nur im Kontext mit Lateralus sehen können und es konsequent mit diesem Meisterwerk vergleichen. 10 000 Days ist jedoch vollkommen anders und steht für sich alleine. Wie jedes Tool-Album wächst auch 10 000 Days mit jedem Hördurchgang und nach einer gewissen Eingewöhnungszeit kann ich sagen, dass Tool meine Erwartungen vollkommen erfüllt haben und mit 10 000 Days ein Album präsentieren, das mindestens genau so gut wie Lateralus, wenn nicht besser ist.
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am 2. August 2017
Einfach nur geil. 10.000 Days kann ich komplett durchhören, bestes Album aus meiner Sicht. Wobei die anderen natürlich auch ein absolutes must have sind.
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am 27. Juli 2007
"Lateralus" hat die Messlatte gewaltig hoch gelegt - für praktisch alle anderen musikalischen Gruppierungen, die derzeit über diesen Erdball wandern. Aber nicht für die Mitglieder von Tool selbst, denn wie aufmerksame Hörer längst gemerkt haben, halten sich die vier nie an ihre eigenen Maßgaben, sondern setzen jedesmal von einem anderen ihrer unzähligen und praktisch nicht enden wollenden kreativen Horizonte an. Genau das ist der Grund, weshalb Tool-Alben immer wieder anders, immer wieder aufs Neue extrem sperrig und schwer zu erschließen sind und dabei doch irgendwie vertraut klingen.
Bei "10000 Days" tritt genau dieser Fall ein. Das Album erinnert stark an seinen Vorgänger, allerdings macht sich hier ein vollkommen neuer Aspekt bemerkbar: die Songs enden selten mit dem Trackwechsel; bauten bisher noch die Tool-ALBEN verstärkt aufeinander auf, geschieht dies hier nun bereits mit den Songs an sich, sodass dieses Album schon fast zu einer Art Epos aufsteigt. Und es kommen Seiten der Band zum Vorschein, die das Filigrane, das Menschliche und das Zerbrechliche der Musik so gewaltig unterstreichen, wie es bisher kein Tool-Werk davor vermocht hat. Das Paradebeispiel hierfür sind wohl die beiden "Wings for Marie"-Teile, die die eigentliche Sanftmütigkeit und Glaubwürdigkeit der Musik so intensiv spürbar machen, dass man bemerkt, was es bedeutet, aus scheinbarer Disharmonie Harmonie zu machen und harte und gleichzeitig gefühlvolle Musik zu erschaffen. Und natürlich sind auch wieder die Songs dabei, die bis zum Zerreißen Spannung aufbauen und erst im letzten Moment den Hörer wieder freilassen. Man sieht also: Tool bleiben Tool, lassen sich weder verbiegen noch in seinem Schaffen beinflussen. Wie normalerwiese üblich ist für ein gut funktionierendes Werkzeug
Meiner Meinung nach das bisher schwierigste Album, selbst nach einem Jahr hat es sich mir noch nicht gänzlich erschlossen. Ein Zeichen dafür, das heir wieder etwas großes geschaffen wurde, etwas so großes, dass es sehr viel Zeit benötigt um dahinter zu steigen. Vielleicht macht es doch Sinn, dass Tool-Alben seit 1996 nur noch im Fünfjahres-Takt erscheinen...
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am 21. April 2007
Soundtechnisch brauche ich keine all zu großen Hinweise geben. In dieser Hinsicht ist wie beim Vorgänger alles auf absolut perfektem Niveau, der Sound ist glasklar und definiert, alle Instrumente klingen super und es gibt an keiner Stelle irgendeinen Abstrich zu machen.

Dass Tool nicht gerade radiotaugliche Musik ist, bestätigt sich mit diesem Album von neuem.

Der Song 'vicarious' ist dabei noch am zugänglichsten, trotz 5/4 Takt ein sehr eingängiger Song mit rockigen Rhythmen und, für Tool absolut ungewöhnlich, eingängigen Melodien.

'jambi', mit seinem vertrackten 9/8 Takt, später 6/4, ist ein Stück musikalischer Perfektion. Die verschieden Rhythmen, die sich in einander verschieben und das Spiel des Basses, dass die oft gleich bleibenden Gitarrenakkorde harmonisiert, ist, auch wenn es für Tool ein ungewöhnlicher Begriff ist, wunderschön.

'Wings Pt.1 + 2' sind zwei, zumindest auf der CD getrennte Titel, die ein fast schon mathematisches Epos bilden. Einzeln, wie sie auf der CD liegen, haben wir es mit effektgewaltigen, atmosphärischen Songs zu tun, die irgendwie beängstigend, aber auch schön klingen, einen auf jeden fall in eine andere Welt entführen. Bei 'wings for marie' fällt aber das enorm zurückhaltende Schlagzeug auf. Das Rätsel löst sich, wenn man per Computerprogramm die beiden Songs übereinander legt: Es entsteht ein Titel, die beiden Einzeltitel ergänzen sich hier sowohl instrumental als auch in den Gesangsphrasen. Auch der letzte, für sich sinnlose 'Rauschtitel' 'viginti tres' lässt sich diesem enorm abgefahrenen musikalischen Experiment zuordnen.

'the pot' ist definitiv der radiotauglichste aller Titel, kommt mit rockigen Riffs daher und überrascht mir einem stimmgewaltigen Maynard James Keenan, der in Tonlagen vordringt, die man von ihm nicht erwartet hätte.

'lost keys' und 'rosetta stoned' sind ein musikalischer Dampfschlaghammer und bilden einen wahrlich Tool-typischen Song, der auf pentatonischen Riffs aufgebaut ist, eine in sich geschlossene, abgefahrene Story erzählt und an Takt und Tempowechseln nicht spart. Äußerst interessant, leider kann man es zu Hause niemals so gewaltig klingen lassen, wie dieser Song live daher kam.

in 'intension' hört man zum ersten mal ein e-drum, was zuerst überrascht, aber dann doch sehr gut in den irgendwie hypnotischen, ruhigen Titel passt.

'right in two' ist der nächste Epos, der im absolut genialem 11/8 Takt steht und im Finale einfach nur brachial und hymnisch klingt. Ein krönender Abschluss.

Letztendlich bleibt natürlich die Frage, ob 10.000 Days denn nun besser als Lateralus ist. Ich denke, diese Frage muss jeder für sich klären. Meiner Meinung nach ist Lateralus eingängiger, über viele Stellen freundlicher, während 10.000 Days oft, selbst für Tool, verstörend und düster ist und nach dem ersten Hören nicht viel hängen bleibt. Was nun besser ist, muss jeder selbst entscheiden. Eins ist sicher: Mit seinem gewaltigen Sound und der genialen Musik ist 10.000 Days auf jeden Fall eins: 100% Tool.
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am 6. Juni 2013
10.000 Days" wurde bereits 2006 als vierter Longplayer von Tool veröffentlicht. Selbst nach mittlerweile sieben Jahren ist dieses Album noch immer aktuell. Es verwöhnt nach wie vor auf höchstem Niveau. Es hat wieder mal Maßstäbe gesetzt. Es ist genial. Es ist Tool!

Hier gibt es bereits einige sehr gute Rezensionen die außerordentlich eloquent und fundiert beschreiben, mit was für eine Musik Tool unser Leben bereichert. Somit gilt es nur noch mit Nachdruck deutlich zu machen, dass hier Rockgeschichte passiert! Dieses Album ist unter den vielen Must-Have's ein Gipfelstürmer!
So haben Tool im Verlauf ihrer Alben ihren Stil nachvollziehbar perfektioniert und ihren Reifeprozess logisch fortgeführt. Die Kritik, dass die Vorgängeralben eindrucksvoller weil intensiver waren, möchte ich so nicht stehen lassen. Solche Aussagen gehen meist damit einher, dass sicherlich das ein oder andere Element bereits so schon mal (bei Tool) zu hören war. Dies ist aber ebenfalls nur logisch. Jeder Musiker besitzt Erkennungsmerkmale! Auch dass die Musik diesmal etwas eingängiger ist, sehe ich nicht als Nachteil oder gar kommerziellen Ausverkauf. Nein, die Jungs sind jetzt einfach an dem Punkt, wo es rund läuft. Was natürlich jetzt die berechtigte Frage aufwirft, in wie weit dieses Niveau noch gehalten oder gar gesteigert werden kann. Doch diese Frage soll uns Tool beantworten - hoffentlich bald - es ist überfällig!!!

Ich möchte jetzt nicht so weit gehen und behaupten, dass Tool die anspruchsvolle Rockmusik neu erfunden haben. Viel eher sehe ich das Glück, dass Tool den Art-Rock der 70er Jahre in die Gegenwart gerettet haben. Mehr noch haben sie ihren eigenen (sensationellen) Stil gefunden, den man einfach nur als extrem atmosphärisch beschreiben kann. Dieser Stil ist so dermaßen nachhaltig und stimulierend, dass man sich in schwachen Momenten Fragen muss, was da musikalisch eigentlich heranreicht. Eine solch mutige Aussage lässt sich sachlich kaum begründen. Dies ist eine rein emotionale Feststellung. Eine Bauchgeschichte!

Ob es sich nun bei dieser Musik um Prog-Rock / Art-Rock oder Prog-Metal oder Jesusweißesnicht handelt, interessiert doch wirklich keine Socke. Die einzelnen Titel stehen bei Tool meist in Abhängigkeit zueinander. Es handelt sich somit auch wieder hier um ein Konzeptalbum. Hierauf finden wir, wie gewohnt, teils sehr lange Stück. Das Songwriting ist komplex und mehr noch intelligent. Die Komplexität verkommt nicht zum Selbstzweck - zur Pseudokunst. Die Emotionen spielen hier auf allerhöchstem Niveau. Sie werden glaubwürdig transportiert. Wer erst einmal Stücke wie "Wings (Part 1 & 2)", "The Pot", "Rosetta Stoned" oder Right In Two" aufgesaugt hat, besitzt keine Fragen mehr. Man will einfach nur noch mehr davon. Es ist wie eine Droge. Einmal von Tool infiziert fällt es schwer mal einen Tag nicht irgendeinen Titel von irgendeinem Album zumindest anzuspielen. Was so eigentlich gar nicht funktioniert!

Liebe Freunde der komplexen und kräftigen Musik. Wer sich dieses Album hier nicht gönnt, SÜNDIGT!!!
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am 21. Januar 2017
10.000 days is an experience. Just sit back, close your eyes and let the music flow over you. This CD is a must-own for... well... everyone really...
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am 28. April 2006
Zugegeben ich habe das neue Toolwerk möglicherweise noch nicht häufig genug gehört: einmal komplett mit Kopfhörer und einmal im Auto. So lehrt die Erfahrung doch, dass sich auch "Aenima" und "Lateralus" erst nach vielfachem Hören in ihrer vollen Genialität entfalten. Dennoch fallen zunächst einige Dinge eher negativ auf;

1. Wo ist Maynard James Keenan? Die Stimme ist größtenteils sehr in den Hintergrund gemischt und bekommt dadurch fast schon Instrumentencharakter. Das klingt sehr athmosphärisch. Aber wie soll man die im Vorfeld angepriesene Konzeptgeschichte erfassen, wenn man die Texte aufgrund der Lautstärke der Stimme nicht versteht? Und wo ist der ausdrucksstarke, aggressive Gesang Keenans, der sonst so sehr in die Tiefe geht?

2. Das Album startet stark mit "Vicarious" (der Bassklang ist schon Klasse) und kann das Niveau mit den nächsten Stücken auch halten, flacht dann aber etwa ab der Mitte ziemlich ab. Es wird stellenweise nahezu langweilig, weil zu wenig Ideen entwickelt werden bzw. zu lang ausgedehnt werden.

3. Die Gitarre bratzt zuweilen schön kräftig rum, aber insgesamt werden viele Motive und Riffs todgenudelt.

4. Wo sind die Melodien, die die Seele zum schwingen bringen. Ist bei Tool sonst doch Standart, auch bei aller Härte.

Wie gesagt ich bin zunächst etwas ratlos und enttäuscht. Deshalb vergebe ich vorläufig "nur" 3 Sterne. Mal sehen wie sich die CD im Langzeittest verhält. Vielleicht gibt es ja noch einen Stern dazu.
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am 30. April 2006
Endlich, endlich! Nach 5jähriger Wartezeit ist es soweit und ich kann mein Glück noch gar nicht fassen das neue TOOL Album in meinen zittrigen Händen zu halten. Und allein schon die Verpackung rechtfertigt den Kauf. Noch nie gab es bei einer CD ein derart geniales Artwork: Linsen, mit denen man die Bookletbilder in 3D betrachten kann...Wahnsinn! Cd eingelegt, Anlage aufgedreht, Licht und Handy ausgeschaltet, aufs Bett gelegt und die Reise beginnt...Was auffällt ist, dass die Produktion dieses Mal deutlich variabler ist als bei früheren Tool Alben (und bedarf deshalb wahrscheinlich einer längeren Eingewöhnungsphase), so tritt vor allem Danny Careys variables Drumming schnell in den Vordergrund. Allerdings trohnt über allem diesmal Justin Chancellors Bass: Mein Gott was für ein Bassspiel! Zur Gittare von Adam Jones wurde eh schon alles gesagt: was er dieses Mal wieder alles aus seinen sechs Saiten herausholt ist mit Worten nicht mehr zu beschreiben. Hört und erstarrt in Ehrfurcht! Maynard James Keenans Gesang ist dagegen nicht mehr so in den Vordergrund gemischt und fügt sich eher in das Gesamtbild ein, sprich er benutzt seinen Gesang diesmal mehr als eigenständiges Instrument. Dies erscheint bei den ersten paar Durchläufen eher gewöhnungsbedürftig, kommt aber mit längerer Verweildauer mehr und mehr zur Geltung. Dabei stellt sich heraus, dass er beispielsweise noch nie so emotional war wie es bei dem genialen Wings for Marie Pt. I und II der Fall ist. Doch dazu später mehr. Vom lyrischen Konzept her geht es bei 10.000 Days um eine Art mythische Erlöserfigur, die die Welt von all ihrem Übel befreien könnte, jedoch an dieser ihr unfreiwillig zugedachten Aufgabe scheinbar zu Grunde geht (und letztlich entpuppt sich in Rosetta Stoned alles nur als ganz ganz böser LSD-Trip...) Dieses Motiv greifen Tool im Verlauf des Albums immer wieder auf. Daneben richtet sich MJK im Titelsong 10.000 in einer Art Lithurgie an seine verstorbene Mutter, die aufgrund eines Hirnschlags 27 Jahre lang (=10.000 Tage) an den Rollstuhl gefesselt war und schließlich an den Spätfolgen verstarb. Mit Sicherheit bildet dieses Meisterwerk den emotionalsten Song den Tool jemals geschrieben haben, einfach nur ergreifend (und eben überhaupt nicht langweilig wie ich beim ersten Hören noch den Eindruck hatte - im Gegenteil). An Highligts ist dieses Album nicht rar, eigentlich kann jeder einzelne Song dazu gezählt werden. Müsste ich mich trotzdem festlegen wären es Vicarious, The Pot, ein Groovemonster erster Güte, Lost Keys+Rosetta Stoned und das Überhammerfinale Intension/Right in Two, meiner Meinung nach mit der beste Toolsong überhaupt. (zumindest was den ersten Höreindruck angeht, denn Jambi und Wings For Marie brauchen einfach mehr Zeit um ihre Genialität zu entwickeln). Und was Viginti Tres (lateinisch für 23) angeht: es macht Angst und hinterlässt ein sehr mulmiges, ungutes Gefühl, das dem Hörer klarmacht, dass Tool im Jahre 2006 nicht mehr die erhabene, positive Band sind wie noch auf Lateralus, sondern die Welt eher aus einem pessimistischeren, ja teilweise auch zynischen Blickwinkel heraus betrachten. Insgesamt wirkt nur Lipan Conjuring etwas deplaziert und allein und hätte als eine Art Beschwörung oder Totenritual eher in Wings for Marie untergebracht werden können (ist natürlich Ansichtssache). Der Untertitel Lost Keys (Blame Hofman) ist eine Anspielung auf den Erfinder des LSD Albert Hofmann, die "Lost Keys" wären demzufolge die verlorenen Schlüssel zu den von Aldous Huxley beschriebenen Pforten der Wahrnehmung, der "Rosetta Stone" wurde während der Besetzung Ägyptens durch Napoleon im Jahre 1797 in Rashid (Rosetta, Rosette), einer Stadt in Unterägypten am Nilmündungsarm im Nil-Delta gefunden. Der Stein stammt aus dem Jahre 196 v.Chr. und zeigt einen Gesetzestext in drei Sprachen: im oberen Bereich in ägyptischen Hieroglyphen, in der Mitte in demotischer Schrift und im unteren Bereich in Griechisch. Damit gelang es J.F. Champollion die Bedeutung der ägyptischen Hieroglyphen zu enträtseln. Was wirklich erstaunlich ist, ist wie kurzweilig dieses Album erscheint. Niemals kommt ein Gefühl der Langeweile auf und man hat niemals den Eindruck dass es wirklich über 75min dauert. Und noch etwas: das ganze Album über gibt es immer wieder Reminiszensen und Anspielungen auf die toolsche History, denn The Pot hätte ebensogut auf Untertow stehen können, Rosetta Stoned zieht überdeutliche Parallelen zu Third Eye und sowohl Vicarious als auch Intension/Right in Two erwecken immer wieder Erinnerungen an Lateralus. Was soll man mehr sagen: 10,000 Days ist das langerwartete Meisterwerk, auf das wir alle 5 Jahre gewartet haben. Anhören, genießen, staunen, in Ehrfurcht erstarren, auf die Knie fallen und repeat drücken!
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am 2. Mai 2006
Vorweg, über Jahre war ich der größte tool-Fan überhaupt. Ich bin dann nach der lateralus Platte ausgestiegen. Irgendwie das Interesse verloren und die neue Platte eher aus Nostalgie gekauft.

10.000 Days von tool kommt stilsicher und etwas ruhiger als ihre Vorgänger. Dichte Soundmontagen, düster und eindeutig "tool". Schon die ersten Klänge sind einfach der tool-Sound, wie wir ihn kennen und lieben. Auffällig ist, dass der Gesang stellenweise unsauberer und rauher eingespielt wurde als früher.

Vielschichtigkeiten und genauere Details werden sich gewiss erst später erschliessen, denn tool ist - wie sich spätestens auf der lateralus abzeichnete - nicht direkt zugänglich.

Der Gesamteindruck ist wie immer perfekt im Arrangement und Songwriting und tool bleiben einer der innovativsten Bands in diesem Bereich - aber vielleicht ist 10.000 Days nicht die innovativste tool-Platte.

Anspieltipps wie immer "alles oder nichts" da sich für mich tool nur im "Ganzen" rezipieren lässt, einzelne Stücke sind nur im Zusammenhang wirklich ganz toll.

Hervorragend ist das Artwork der Platte. Im bekannten schwarz und vielleicht mit misslugenem Schriftzug ("Fool") wünscht man sich fast einen Schritt zu Neuerungen, aber alles wird aufgewogen, wenn man bedenkt, dann das CD-Cover mit einem Stereoskop daherkommt. Die Bilder des Bookletts werden zu 3D-Konstrukten - nettes Spielzeug aufwändig und beeindruckend konzipiert.

Im ganzen kommt doch mein altes tool-Fandome durch und sagt: KAUFT DIESE PLATTE.

Wer den Einsteig zu tool sucht, sollte vielleicht mit der AEnema beginnen und dann zu lateralus und 10.000 Days greifen.
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am 22. Dezember 2006
Alben von Tool sind stets intensiv und verlangen mehr vom Hörer ab, als irgendeine andere Band. Maynard James Keenan versteht die Musik von Tool als spirituelle Einheit, als Klangraum der bandeigenen Gefühle. Können diese Gefühle für den Fan erfahrbar gemacht werden? Ja. Und das war schon immer so bei Tool. Tool macht Kunst. Menschen machen Kunst, die ewig und vergänglich sein kann. Musik besitzt diese Eigenschaft, uns mehr als alles andere in die Stimmungen der Musiker oder Komponisten zu versetzen. Hier tauchen keine Bedürfnisse auf zu headbangen, nebenher mit Freunden zu quasseln, aufzuräumen oder Wäsche zu waschen. Hier will der Fan zuhören und jeden Klangtropfen aufsaugen, als wäre es das Wasser der Erkenntnis.

Hierbei ist es egal, ob das neue Album in dunklem Ambiente oder in einem hellen Raum gehört wird. Diese Musik ist dunkel genug, um einen hellen Raum dem Empfinden nach dunkel zu machen. "10'000 Days" ist so anziehend wie ein schwarzes Loch und gleichzeitig so polar, dass man davon abgestoßen wird. Kein Album zog sich wie ein osmotischer Vorgang durch die Spielminuten wie dieses. Das heißt, keinem Song wird eine alleinige herausragende Stellung eingeräumt. Maynard sang nie so flexibel und zerbrechlich wie hier. Jeder Song ist einzigartig. Das trifft für "Wings For Marie" zu, ebenso für "10'000 Days" und "Rosetta stoned". Bei allen Songs baut sich Minute für Minute eine Kathedrale auf, die dauerhaft ihre Retardation beibehält, um mit einem auflösenden Schauer diese Architekturen in den letzten Momenten kraftvoll zu brechen. Die unerreichbare Komplexität und Homogenität aller Songs, die allesamt eine einzigartige hypnotische Kraft besitzen, lassen das Album massiv erscheinen. Doch gleichzeitig besitzt die Musik von "10'000 Days" die Transparenz eines Muschelseidentuches.

Trotz der einheitlich dunklen Klangfarbe, gibt es polylithische Strukturen, die den Songs unterschiedliche Ebenen verleihen. Erst nach mehrmaligen Durchläufen kann der Hörer verstehen, was auf ihn zurollt, bevor man überrollt wird. Heaviness gibt es hier ebenso wie chillige Momente, die durch ihre Kontrastierung und ungewöhnlichen Einsätze die Klangwelt neu definieren. Musik kann so unendlich viel mehr sein, als mit kinderliedhaften Refrains zum Mitsingen zu bewegen sowie durch billige Effekte zu beeindrucken. Bei Tool macht keiner peinliche Sachen, wie Posen, Gröhlen und komische Bewegungen. Hier sollen sich die Leute hinsetzen, hinhören, Rotwein trinken sowie durch die stereoskopischen Linsen, die sich im Booklet befinden, dreidimensionale Bilder anschauen.

Dieses einzigartige Album bietet all das, was von Tool gemocht wird und doch erschließt sich wieder mehr, je öfter das Album genossen wird. Schon jetzt ist "10'000 Days" das Album des Jahres.
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