Buy used
€11.63
FREE delivery Friday, 27 December on eligible first order. Order within 7 hrs 44 mins
Condition: Used: Good
Comment: Versand durch Amazon Prime, Gebrauchsspur möglich. Inkl. MwSt-Rechnung.
Added to

Sorry, there was a problem.

There was an error retrieving your Wish Lists. Please try again.

Sorry, there was a problem.

List unavailable.
Other sellers on Amazon
Kindle app logo image

Download the free Kindle app and start reading Kindle books instantly on your smartphone, tablet or computer – no Kindle device required.

Read instantly on your browser with Kindle for Web.

Using your mobile phone camera - scan the code below and download the Kindle app.

QR code to download the Kindle App

Safety and product resources

Safety and product resources

Images and contacts

Follow the author

Something went wrong. Please try your request again later.

Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen Paperback – 1 July 2011

4.7 4.7 out of 5 stars 512 ratings

if you qualify Shop items

»Das Erschreckende war seine Normalität«

Der Prozess gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann, der in der internationalen Öffentlichkeit als einer der Hauptverantwortlichen für die »Endlösung« der Juden in Europa galt, fand 1961 in Jerusalem statt. Unter den zahlreichen Prozessbeobachtern aus aller Welt war auch Hannah Arendt. Ihr Prozessbericht – zunächst in mehreren Folgen im New Yorker veröffentlicht – wurde von ihr 1964 als Buch publiziert und brachte eine Lawine ins Rollen: Es stieß bei seinem Erscheinen auf heftige Ablehung in Israel, Deutschland und in den USA – und wurde zu einem Klassiker wie kaum ein anderes vergleichbares Werk zur Zeitgeschichte und ihrer Deutung. 

Mit dem Eichmann-Prozess und der Kontroverse, die Arendts Bericht auslöste, setzt sich Historiker Hans Mommsen in einem ausführlichen Essay auseinander. Dieser Text aus dem Jahr 1986 hat bis heute nichts von seiner analytischen Schärfe und Brisanz verloren. Ergänzend dazu diskutiert Hans Mommens in einem Nachwort zur aktuellen Ausgabe den Forschungsstand zur Eichmann-Debatte.

Popular paperback recommendations of the month
Browse through our selection of popular books from different genres, such as crime fiction, thrillers, historical novels or romance novels Browse here
Safety and product resources
Images and contacts

Safety and product resources

Images and contacts

From the Publisher

Piper Verlag Sachbuch
Hannah Arendt Eichmann Prozesse Philosophin Piper Buch

Das umstrittenste Buch der Philosophin in neuer Ausstattung

Der ehemalige SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann gilt als einer der Hauptverantwortlichen für die »Endlösung« der Juden in Europa. Der Prozess gegen ihn fand 1961 in Jerusalem statt. Hannah Arendts Prozessbericht wurde von ihr 1964 als Buch publiziert und brachte eine Lawine ins Rollen: Es stieß bei seinem Erscheinen auf heftige Ablehnung in Israel, Deutschland und in den USA – und wurde zu einem Klassiker wie kaum ein anderes vergleichbares Werk zur Zeitgeschichte und ihrer Deutung.

Hannah Arendt Eichmann Philosophin Piper Buch

Über die Autorin

Hannah Arendt, am 14. Oktober 1906 im heutigen Hannover geboren und am 4. Dezember 1975 in New York gestorben, studierte unter anderem Philosophie bei Martin Heidegger und Karl Jaspers, bei dem sie 1928 promovierte. 1933 emigrierte Arendt nach Paris, 1941 nach New York. Von 1946 bis 1948 arbeitete sie als Lektorin, danach als freie Autorin. Sie war Gastprofessorin in Princeton und Professorin an der University of Chicago. Ab 1967 lehrte sie an der New School for Social Research in New York.

Neue Hannah Arendt-Studienausgabe bei Piper

Der Piper Verlag hat eine auf sieben Bände angelegte Studienausgabe der wichtigsten Werke von Hannah Arendt gestartet. Unter der Herausgeberschaft von Thomas Meyer (LMU München) möchte die Edition dazu einladen, eine der bedeutenden Denkerinnen des 20. Jahrhunderts kennenzulernen und erneut zu lesen. Piper zählt Arendt seit 1958 zu seinen Autorinnen, neun Publikationen erschienen noch zu Lebzeiten der Philosophin und politischen Theoretikerin. Jeder Band der neuen Studienausgabe wird von ausgewiesenen Arendt-Experten mit einem weiterführenden Nachwort versehen. Der Herausgeber ist Thomas Meyer. Er lehrt nach zahlreichen Stationen im In- und Ausland Philosophie an der LMU in München. Schwerpunkt seiner Forschungen und Publikationen bildet das 20. Jahrhundert. Er hat bereits mehrere Schriften Hannah Arendts ediert.

Hannah Arendt Rahel Varnhagen Piper Verlag Hannah Arendt Über die Revolution Piper Verlag Hannah Arendt Der Liebesbegriff bei Augustin Piper Verlag Hannah Arendt Vita activa oder Vom tätigen Leben Piper Verlag Fragwürdige Eichmann
Rahel Varnhagen Über die Revolution Der Liebesbegriff bei Augustin Vita activa Fragwürdige Traditionsbestände im politischen Denken der Gegenwart Eichmann in Jerusalem
Customer Reviews
4.4 out of 5 stars
43
4.6 out of 5 stars
38
4.2 out of 5 stars
7
4.7 out of 5 stars
180
4.8 out of 5 stars
5
4.7 out of 5 stars
512
Price €13.99 €13.99 €13.99 €13.99 €14.39 €16.45

Product description

About the Author

Hannah Arendt, am 14. Oktober 1906 im heutigen Hannover geboren und am 4. Dezember 1975 in New York gestorben, studierte unter anderem Philosophie bei Martin Heidegger und Karl Jaspers, bei dem sie 1928 promovierte. 1933 emigrierte Arendt nach Paris, 1941 nach New York. Von 1946 bis 1948 arbeitete sie als Lektorin, danach als freie Autorin. Sie war Gastprofessorin in Princeton und Professorin an der University of Chicago. Ab 1967 lehrte sie an der New School for Social Research in New York.

Excerpt. © Reprinted by permission. All rights reserved.

Hans Mommsen:
Hannah Arendt und der Prozeß gegen Adolf Eichmann

Als der Staat Israel am 23. Mai 1960 ein Strafverfahren gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann einleitete, den wenige Tage zuvor ein Geheimkommando der israelischen Sicherheitskräfte in Argentinien gekidnappt und nach Haifa gebracht hatte, erregte dies weltweites Aufsehen. Dieses bezog sich weniger auf die Umstände, unter denen sich die Verhaftung und völkerrechtswidrige Entführung Eichmanns ereignete, obwohl sie ein schließlich ergebnisloses diplomatisches Nachspiel hatten. Es galt vielmehr jenem Adolf Eichmann, der in der internationalen Öffentlichkeit als der eigentlich Verantwortliche für die Ausführung der "Endlösung" der Judenfrage in Europa angesehen wurde. Seine Verhaftung enthielt die Chance, endlich volles Licht in das Dunkel zu bringen, das noch immer die Vorgänge umhüllte, die zur Ingangsetzung der fabrikmäßig betriebenen Ermordung von mehr als fünf Millionen jüdischer Menschen geführt hatte. Der Eichmann-Prozeß war der nach den Nürnberger Hauptkriegsverbrecherverfahren am meisten beachtete Nachkriegsprozeß gegen führende Repräsentanten der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie.
Der am 11. April 1961 eröffnete Strafprozeß gegen Adolf Eichmann vor einer Sonderkammer des Bezirksgerichts Jerusalem nahm mehrere Monate in Anspruch. Die Urteilsverkündung erfolgte am 11. Dezember 1961, die Bestätigung des Urteils durch die Berufungskammer am 29. Mai 1962. Der Umfang des von der Anklagebehörde vorgelegten dokumentarischen Beweismaterials und die große Zahl der von ihr vorgeladenen zeithistorischen Zeugen ließen das Verfahren zum größten seit den Nürnberger Prozessen werden. Israel beanspruchte im Namen der Opfer die Zuständigkeit, zumal abgesehen von Argentinien von keinem Staat, auch nicht von der Bundesrepublik, eine Auslieferung beantragt wurde. Erwägungen, Eichmann vor einen internationalen Gerichtshof zu ziehen, gab es wohl; indessen ermangelte es einer für Verfahren wegen Völkermord zuständigen internationalen Instanz, so daß der Anspruch Israels, die Gerichtsherrschaft wahrzunehmen, international hingenommen wurde.
Unter den zahlreichen internationalen Prozeßbeobachtern in Jerusalem befand sich auch Hannah Arendt. Sie war von der angesehenen amerikanischen Wochenzeitschrift "The New Yorker" entsandt worden. Als sie die Berichterstattung für den sich immer wieder hinauszögernden Prozeß übernahm, dachte sie daran, einen Artikel abzufassen, doch wurden daraus fünf aufeinander folgende Essays, die sie 1963 zu dem Buch "Eichmann in Jerusalem" erweiterte. Das Erscheinen der Buchausgabe brachte die schon nach den Beiträgen im "New Yorker" entstandene internationale Kontroverse erst recht in Gang.
Das reiche Quellenmaterial, das Hannah Arendt durch den Prozeß in die Hand kam, veranlaßte sie dazu, über die Berichterstattung hinaus der Interpretation der "Endlösung" durch die Anklage und den Urteilen der beteiligten Instanzen ihre eigene Sicht gegenüberzustellen und damit zugleich die problematischen und kritikwürdigen Seiten des Verfahrens zu erörtern. Es handelte sich jedoch nicht um den Versuch einer systematischen Darstellung des Genozids.
Gegenüber ihren Kritikern, die ihr mangelnde Details und unvollständige Darstellung vorwarfen, betonte sie, daß sie in erster Linie einen Prozeßbericht und nichts anderes vorlegen wollte und eine systematische Schilderung nicht beabsichtigt hätte. Es ist jedoch unverkennbar, daß es ihr um eine Gesamtdeutung des Holocaust vor dem Hintergrund eines nach ihrer Überzeugung in verfehlter Form geführten Strafverfahrens ging.
Vom Standpunkt des um präzise und umfassende Quellenauswertung bemühten Fachhistorikers ist an Hannah Arendts "Eichmann in Jerusalem" mancherlei auszusetzen. Eine Reihe von Feststellungen sind nicht hinreichend kritisch überprüft.

Product details

  • Publisher ‏ : ‎ Piper Taschenbuch; 18th edition (1 July 2011)
  • Language ‏ : ‎ German
  • Paperback ‏ : ‎ 448 pages
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3492264786
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3492264785
  • Dimensions ‏ : ‎ 12 x 2.75 x 18.7 cm
  • Customer reviews:
    4.7 4.7 out of 5 stars 512 ratings

About the author

Follow authors to get new release updates, plus improved recommendations.
Hannah Arendt
Brief content visible, double tap to read full content.
Full content visible, double tap to read brief content.

Hannah Arendt (1906-1975) taught political science and philosophy at The New School for Social Research in New York and the University of Chicago. Widely acclaimed as a brilliant and original thinker, her works include Eichmann in Jerusalem and The Human Condition.

Customer reviews

4.7 out of 5 stars
512 global ratings

Review this product

Share your thoughts with other customers

Top reviews from Germany

  • Reviewed in Germany on 6 January 2021
    Ich muss gestehen, dass ich lange Zeit einen großen Bogen um dieses Buch gemacht habe: 1963 geschrieben – schon lange her, Philosophin – schwere Kost, Jüdin – befangen, vielleicht voreingenommen. Und dann erst der Titel: „Eichmann in Jerusalem“ – dröger Abdruck von Gerichtssaal-Dialogen. Alles falsch! Daher möchte ich zuerst den Titel kritisieren: Er suggeriert, in diesem Buch gehe es um einen Nazi-Funktionär, den der Mossad entführt hat, um sich in Jerusalem vor Gericht für seine Mittäterschaft zu verantworten. Aber vergessen Sie Eichmann, sprechen wir lieber über das Buch.

    Zugegebenermaßen wurde mein Interesse an diesem Buch erst geweckt, als ich mitbekam, dass es nach Erscheinen kontrovers diskutiert worden ist. Solche Kontroversen sind schon immer die beste Werbung für ein Buch gewesen. Und natürlich geht es darin um Eichmann und andererseits auch wieder nicht, wenn man in ihm einen der Hauptverantwortlichen für den Holocaust sucht. Man wird ihn nicht finden. Recht schnell wird klar, dass das nicht Arendts Intention gewesen sein kann. Klar ist auch, wie tief der Graben der Diskussionsparteien gewesen ist: Er trennt Jene, die Arendts Intention gefolgt sind von Jenen, die auf einfache Antworten gehofft hatten.

    Wahrscheinlich wird es Arendt am meisten selbst überrascht haben, als sie beim Schreiben festgestellt haben muss, dass die Antwort auf die Frage nach dem Warum des Holocaust umso unklarer, verschwommener wird, je mehr Informationen man darüber zusammenträgt. Erkenntnisse gibt es jedoch durchaus. Die wichtigste Erkenntnis: Das genial-fatale Konglomerat aus einem verschachtelten, sich gegenseitig einschränkenden und sich widersprechenden Herrschaftsapparat aus NSDAP, SA, SS, RSHA, Reichsministerien, Verwaltungsebenen in den Gauen und zahlreichen anderen Institutionen führte zu einem permanent vorantreibenden Patt, dessen Täter gleichzeitig ihre eigenen Opfer waren. Das Bestreben Eichmanns und anderer NS-Funktionäre war ständig darauf gerichtet, Herrschaftsraum gegenüber konkurrierenden Organisationen zu erobern. Krieg und Holocaust waren dabei zwei Ereignisse, in denen sich die permanente Spannung wie eine Naturgewalt entlud, weil diese Verbrechen der kleinste gemeinsame Nenner war, auf den sich die meisten Funktionäre einigen konnten. Hans Mommsen illustriert in seiner Vorrede den Charakter dieser Genese, in dem er von einer Anfrage des Generalgouverneurs Hans Frank an Adolf Hitler berichtet, worin Frank den Führer darum bittet, nicht so viele Juden zu töten, weil er sie noch als Zwangsarbeiter benötige. Hitlers Antwort lautete, damit hätte er nichts zu tun, er solle sich vertrauensvoll an Reinhard Heydrich wenden. Wenn also nicht einmal Adolf Hitler etwas mit dem Holocaust zu tun gehabt haben will, was soll man dann von einem Angeklagten Adolf Eichmann erwarten? Arendts Absicht ist dabei noch nicht einmal die Durchleuchtung der Winkelzüge seines Strafverteidigers Robert Servatius, denn ihre Meinung zu Eichmann wird früh formuliert und gerät zum geflügelten Wort der Weltgeschichte: Sie sieht in dem Linzer Obersturmbannführer nichts weiter als die Verkörperung der „Banalität des Bösen“. Damit verliert Arendt schlagartig das Interesse an Eichmann und insofern ist das Arendtsche Urteil weitaus nachhaltiger, bleibender als die bereits von vornherein feststehende Todesstrafe des Bezirksgerichts Jerusalem.

    Arendt führt das Interesse des Lesers stattdessen in einen ganz anderen Bereich: Der Holocaust endete ja nicht an der deutschen Reichsgrenze, sondern wurde – ganz im Gegenteil – durch die Kriegshandlungen nach ganz Europa exportiert. Hier beendet Arendt im Jahr 1963 klar und unmissverständlich die Goldhagen-Debatte, die unerklärlicherweise die deutschen Medien ab 1996 beherrscht hatten. Der Vergleich des europäischen Holocausts liefert geradezu alle Facetten und Spielarten – und reicht von einem Extrem: Deutschland, Frankreich und Kroatien – dort wurde er am gründlichsten und unter breiter Beteiligung aller Bevölkerungsschichten durchgeführt – zu anderen Extremen wie Dänemark und Bulgarien, wo er letzten Endes sogar von deutschen Funktionären verhindert worden ist. Es gab also nicht den einen Holocaust, sondern mehrere.

    Wer immer sich für das Wesen und Wirken des Holocausts in Europa interessiert, seine Gründe und Ursachen, seine Täter, Mit-Täter und Opfer, dem sei heute und für alle Zeit Hannah Arendts „Eichmann in Jerusalem“ als Grundlagenlektüre empfohlen.
    52 people found this helpful
    Report
  • Reviewed in Germany on 4 April 2020
    Fuer mich war das Buch ein echter Mehrwert. Die Darstellung des Holocausts unter Mitwirkung der Opfer beinhaltete viel Neues, was ich weder im Geschichtsunterricht noch in den landlaeufigen Dokus jemals mitbekommen haette. Der Schreibstil bzw die Satzkonstruktionen Arendts ist manchmal etwas verwirrend, aber insgesamt sehr gut lesbar. Natuerlich muss man beachten, dass es auch Behauptungen gibt, die mittlerweile widerlegt sind (etwa die jüdische Verwandtschaft Heydrichs), aber das macht es fuer mich zu einem spannenden Zeitdokument der 60er, als die ganzen Naziverbrecher und Massenmörder nach vergleichsweise lächerlichen Strafen (wenn überhaupt) ihren Weg in die Gesellschaft gefunden haben... Die oftmals sehr pontierte Wesensdarstellung dieser Drecksaecke (nicht nur Eichmanns!) ist ein Genuss zu lesen (auch wenn das angesichts dieser Charaktere vielleicht der falsche Ausdruck ist), mit zahlreichen Anekdoten und Geschichten schafft es Arendt mit wenigen literarischen Pinselstrichen ein Bild von im Völkermord auf mittlerer Ebene zentral involvierten Personen zu zeichnen, ueber die man im Internet sonst kaum etwas findet. Sehr beachtlich ist ihre kritische Haltung zum Prozess gegen Eichmann an sich, der dauernde Versuch der Anklage, ihn als eigenhaendigen Mörder darzustellen, wodurch viele andere Aspekt unbeleuchteg blieben. Fuer mich ist das Buch ein Ausgangspunkt zu Verwandten Themen, weiterführende Literatur ist bestellt (allerdings beim lokalen Buchhändler).
    13 people found this helpful
    Report
  • Reviewed in Germany on 20 August 2020
    Das Werk verdient 5 Sterne - den Abzug gibt es für die wirklich nicht gut editierte E-Book Version, die so etwa die zweite Hälfte schwer lesbar gemacht hat - viele Rechtschreibfehler - bzw. Worte, die es gar nicht gibt - nahezu keinerlei Formatierungen / Absätze... ungefähr so, wie gedruckte / gescannte Seiten über welches System auch immer in ein e-book Format umzuwandeln (= recht unprofessionell)

    Aber zum Werk:
    Ich dachte auch immer Eichmann wäre (einer) der "Erfinder" der Endlösung der Judenfrage gewesen... dieses Buch räumt damit auf und versucht einen Mann zu charakterisieren, der unermessliches Leiden "verwaltet" hat, aber dem tatsächlich "nur" die Beihilfe zum Mord nachgewiesen werden kann - nicht ein einziger tatsächlicher Mord.

    Hannah Arendt geht damit ins Gericht, ob Jerusalem überhaupt befugt war, über Eichmann zu Gericht zu sitzen, besonders da dies nur durch klare Völkerrechtsverletzung überhaupt möglich war... oder nicht vielmehr ein internationaler Gerichtshof dies hätte tun sollen... sie stellt in Frage, ob diese millionenfachen Morde ohne die "aktive Beihilfe" der jüdischen Bevölkerung überhaupt (in dem Ausmaß) möglich gewesen wäre... sie hinterfragt, warum das Gericht einen Fokus auf Punkte und Zeugenaussagen legt, die nachweislich gar nichts mit dem Angeklagten Eichmann zu tun hatten, sondern "lediglich" den nicht zu verleugnenden Schrecken des Naziregimes darstellen sollten... sie kritisiert, dass es in diesem Prozess "nur" um den versuchten Genozid an den europäischen Juden ging... nicht um ein Verbrechen an der Menschheit - der versuchten Ausrottung verschiedener Gruppen, unter denen die Juden zweifelsohne am meisten gelitten und die meisten Menschenleben verloren haben... Eichmanns (Mit)Schuld wird nicht in Frage gestellt, aber die Zuständigkeit des Gerichts - besonders nachdem Jerusalem Eichmann nach kurz und bündig abgeschmetterter Berufung, so schnell hinrichtet, (Zitat) "dass nicht einmal mehr Zeit für eine Henkersmahlzeit blieb".

    Sie zeigt einen Mann, der bar jeglicher eigener Ideen und mit nur sehr begrenzter Bildung - aber einigem Verhandlungsgeschick, immer und zu jeder Zeit einen "Leithammel" brauchte - klar definierte Aufgaben und Befehle, die er im Rahmen seiner Fähigkeiten teils sehr gut gemeistert hat. Ein egozentrischer Mann der in Punkto seiner Karriere an maßloser Selbstüberschätzung gelitten hat und nie verstehen konnte, warum er nicht höher aufgestiegen ist - den seine Vorgesetzten bzw. höher Gestellte (wenn diese Aussagen zutreffend sind) in anderen Prozessen gerne zum Sündenbock gemacht haben und ihm Handlungen / Konzepte zugeschrieben haben (möglicherweise im Glauben, dass er bereits tot ist und nicht nur untergetaucht), die ihm gar nicht möglich waren bzw. deren Wahrheitsgehalt schon dadurch zweifelhaft ist, dass er diese oberste Garde der Nazis gar nicht persönlich kannte - und diese ihn auch bestenfalls für eine guten Erfüllungsgehilfen hielten.... Ein Mann, der Befehlshörigkeit über moralische Bedenken stellt - und Europa das "Pech" hatte, dass Eichmann eben in dieser Zeit gelebt und alle seine Fähigkeiten in den Dienst der Nazis gestellt hat...

    Ich kann verstehen, warum Hannah Arendt einem wahren "shit-storm" begegnet ist, mit der Veröffentlichung Ihres Berichtes und später dieses Buches... viele ihrer Äußerungen kann man durchaus als Kritik verstehen und ich kann nachvollziehen, dass dies Anfang der 60er Jahre (auch in der jüdischen Gemeinde) nicht gut aufgenommen wurde.

    Schuld muss zugewiesen werden und der Schuldige bestraft werden, damit die Opfer und ihre Hinterbliebenen anfangen können Frieden zu finden - Eichmann war schuldig - schuldiger als diejenigen, die in den Nürnberger Prozessen oder später in den Prozessen Adenauers BRD zu kleinen Strafen verurteilt wurden oder einen Freispruch erhielten (weil sie ja nur ein paar Tausend Juden getötet hatten)? War es richtig, dass der Prozess in einem Land stattfand, dass die Todesstrafe vorsehen konnte (ungleich der Bundesrepublik) - und wo (vermutlich) schon vor Prozessbeginn die Todesstrafe feststand?
    9 people found this helpful
    Report

Top reviews from other countries

Translate all reviews to English
  • Ziggy Dabrowicz
    5.0 out of 5 stars Happy
    Reviewed in Canada on 12 February 2021
    Came long time ago. Forgot to share my opinion. Fast shipment, I'm happy.
  • Ryan Mease
    5.0 out of 5 stars Timely Read in the Age of Trump
    Reviewed in the United States on 12 July 2020
    What was more heavy on my mind while reading this book was the question—how are we allowing this to happen? American politics seems soaked with blind eyes and dishonest that are allowing us to trivialize death and economic catastrophe while we remain distracted by a political circus. Arendt's account of the Eichmann Trial, which focuses centrally on the history of his career that emerged during that trial, was a good window into the features of human society that enable great acts of evil to emerge as distributed, structural processes. I think Arendt is fair to conclude that Eichmann was not the "sadist" that his prosecutors wanted to picture. He was something more like a self-blinding zealot who had no significant qualms with the business of sending millions of Jews to their murder, as long as it seemed reasonable within the warped context of a political moment. That depiction has some very pointed analogues in our current, COVID moment. Arendt also has some biting critiques of parties that you would not feel comfortable bringing under the microscope when thinking about Nazi war crimes, including the Jewish councils in local precincts and their role in aiding the Nazi effort to deport Jewish populations. She also speaks honestly about how it can be difficult to die down the exact differences between the crimes of humanity committed by the Nazis (the Holocaust) and those committed by the Allied Powers (fire bombing civilian centers, the atomic bombs, various Russian military actions against civilian populations). I think her arguments there are generally satisfactory, and leave the reader with a sense of the firm albeit fuzzy line that separates those two classes of wartime action.
  • Cliente Amaz
    5.0 out of 5 stars Eichmann in Jerusalem
    Reviewed in Italy on 8 July 2016
    Un capolavoro da leggere, in qualsiasi lingua. (1st edition in English "Eichmann in Jerusalem: A Report on the Banality of evil")
    Ein Meisterwerk zu lesen, abgesehen von der Sprache (Deutsch, Englisch, Italienisch).