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Über Nils Wegner
Nils Wegner, Jahrgang 1987, studierte Geschichts- und Kulturwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen (B. A.) und konsekutiv Geschichte an der Universität Hamburg (M.A.). Seine Abschlussarbeiten bei Dirk van Laak respektive Axel Schildt befassten sich mit politik- und ideengeschichtlichen Fragestellungen und politischer Publizistik. Wegner ist seit Abschluss des Studiums als Verlagslektor, Übersetzer und Autor tätig.
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Es gibt rein gar nichts zu tun, und so beginnt der "Führer", über sein Leben zu plaudern – vor dem Hintergrund der Welt, wie wir sie heute kennen. Er trumpft auf, läßt die Höhepunkte der "Kampfzeit" und des Dritten Reichs noch einmal Revue passieren, zeigt keinerlei Reue und zahlt seinen damaligen und heutigen Feinden postum alles heim. In der Hölle kommt Adolf Hitler endlich dazu, alle Karten auf den Tisch zu legen und seine ganz eigene Geschichte des 20. Jahrhunderts zu erzählen.
»Die Rechte definiert sich zumindest seit dem Krieg über ihre Unterstützung des Kapitalismus und der amerikanischen Außenpolitik, zusammengehalten von irgendwelchen christlichen Werten. Die Alternative – die Neue oder Alternative Rechte – ist im Vergleich dazu fast schon linksradikal, wenn sie anstelle der Klasse die Identität als bestimmendes Movens der Geschichte erkennt.«
Der Wahlsieg des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump am 8. November 2016 brachte die »Alternative Right« oder kurz Alt-Right, die außerparlamentarische intellektuelle Rechte in den USA, schlagartig ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit. Den aus Sicht der internationalen liberalen Medienlandschaft passenden Skandal dazu lieferte nur wenige Tage später eine triumphale Konferenz der kleinen Denkfabrik National Policy Institute (NPI) unter Federführung eines gewissen Richard Spencer – »hip und zugänglich«, so beurteilte ihn damals die deutsche Zeit. In Erinnerung blieb jedoch vor allem eines: »Hail Trump! Hail our people! Hail victory!«, diese Worte zusammen mit den Fernsehbildern des darauf sehr eigentümlich reagierenden Publikums sollten fortan das öffentliche Bild der Alt-Right bis weit über die USA hinaus prägen.
Die völlig eskalierte Demonstration für den Erhalt eines Reiterstandbildes des Südstaatengenerals Robert E. Lee in Charlottesville, Virginia am 12. August 2017 tat das Übrige. Unter dem Motto »Unite the Right«, »Vereint die Rechte«, neben vielen anderen als Redner geladen: Richard Spencer, der bis zum heutigen Tag – noch vier Jahre danach – wegen seiner angeblichen Rolle als Aufhetzer bei den gewalttätigen Ausschreitungen mit Prozessen überzogen wird.
Spencers eigene Sicht der Dinge ist im deutschsprachigen Raum bislang nicht angemessen thematisiert worden. Ende Mai 2018 hat Nils Wegner im Auftrag des Magazins Compact ein viereinhalbstündiges Interview mit Richard Spencer geführt. Zur Sprache kamen natürlich »Hail Trump« und Charlottesville, doch darüber hinaus noch viel mehr:
- Spencers Inhaftierung in Ungarn 2014 auf Anweisung von Viktor Orbán,
- die gegen ihn verhängten Einreiseverbote nach Großbritannien und in den Schengen-Raum,
- die Gründe für die Notwendigkeit einer alternativen Rechten außerhalb von etablierten – und bisweilen erstarrten – Strukturen der Parteipolitik,
- der politische Stellenwert von kultureller Arbeit und Metapolitik …
Nachdem in der Zeitschrift aus Platzgründen lediglich ein Zehntel des Gesamtgespräches veröffentlicht werden konnte, liegt dieses Interview hiermit erstmals im Volltext vor. Es wurde ergänzt um einen ausführlichen Anmerkungsapparat sowie autorisierte Übersetzungen zweier zentraler Reden Spencers auf NPI-Veranstaltungen: »Politische Theologie« von 2015 und »Lang lebe der Imperator!« – der berüchtigte Abschlussvortrag genau der inkriminierten NPI-Konferenz im November 2016.
Die Neue Rechte hat und gibt sie. Dieses knappe Handbuch präsentiert dem Leser eine Reihe hochaktueller Aufsätze des schwedischen Aktivisten Daniel Friberg. Sie sind an jeden gerichtet, der ein Teil der wahren Opposition ist oder werden möchte, die Europa und die Europäer so dringend brauchen. Enthalten sind sowohl praktische Ratschläge als auch ein Überblick über einige der Konzepte, Kernpunkte und Gedanken, mit denen sich die Neue Rechte vorrangig beschäftigt.
Daniel Friberg, MBA, ist Geschäftsführer des schwedischen Bergbauunternehmens Wiking Mineral und war Gründungsmitglied der metapolitischen Denkfabrik Motpol. Er hat eine lange Geschichte als schwedischer Dissident und war Mitbegründer des Arktos-Verlags.
Die mutmaßliche Abfassung des Großteils des Textcorpus fällt in die Zeit großer gesellschaftlicher Umwälzungen in den griechischen Poleis. Angesichts einer aufstrebenden bürgerlichen Schicht und der Zunahme sozialen Aufstiegs durch geschäftlichen Erfolg sah sich die bestehende Nobilität mit einer fortschreitenden Gefährdung ihrer oligarchischen Vormachtstellung konfrontiert. Insbesondere über das Selbstverständnis des zeitgenössischen Adels sowie seine Reaktion auf das Auftreten erster homines novi scheint die Textsammlung Erkenntnisse bereitzuhalten.
In der vorliegenden Arbeit sollen quellenkritische Ansätze nur eingangs und oberflächlich behandelt werden, um den Hauptteil für die Analyse des Theognideischen Corpus aufwenden zu können. Im Fokus der Exegese steht dabei die Suche nach Zeugnissen über Zustand, Selbstverständnis, Wirkabsicht und Ideologie des archaischen griechischen Adels. Naturgemäß wird sich die Arbeit zu diesem Zweck vorwiegend auf die Gedichte des »Ersten Buchs« der Theognidea konzentrieren und die Distichen vorwiegend päderastischen Inhalts aus dem »Zweiten Buch« aus der Betrachtung weitestgehend aussparen, obgleich es sich bei der paiderastia um ein wichtiges Element der antiken griechischen Ausbildung junger Adliger handelte.
Zusammenfassend sollen also die Theognidea hinsichtlich ihrer Aussagekraft über die Lebensumstände und qualitativen Selbstzuschreibungen des griechischen Adels in einer politischen Transformationsphase der archaischen Zeit untersucht werden.
In dieser »modernen« Herangehensweise an die kulturelle Leistung des »Erzählens«, die so alt sein dürfte wie die Menschheit selbst, sowie in seinen eigenen Überlegungen zum Wesen der romanhaften Literatur an sich (wie in seinem Aufsatz »Vorschläge zur Prüfung eines Romans« niedergelegt) berührte Johnson jedoch gleichsam auch ein Gebiet der – wenn man sie so nennen möchte – »Erzählkritik«.
Die Grundlagen zu dieser Erzählkritik im Angesicht moderner Literatur legte seinerseits Walter Benjamin mit seinem eher philosophisch gehaltenen Essay »Der Erzähler. Betrachtungen zum Werk Nikolai Lesskows« von 1936, in dem dieser den Unterschied zwischen Erzähler und Romancier anhand Lesskows beispielhaft herauszustellen und weiterhin allgemeinkulturell gültig auszuformulieren versucht. Letztliches Ziel von Benjamins Einlassung scheint dabei eine neu formulierte »Theorie des Romans« zu sein – im Hinblick auf Johnsons Werk ist diese Romantheorie besonders interessant, da Benjamin dem modernen Roman die Fähigkeit, in »klassischer« Form zu erzählen, faktisch abspricht. Diesen Kompetenzverlust leitet er aus mehreren kulturellen Paradigmenwechseln her, die jedoch allesamt mit der Moderne einhergegangen seien.
Ziel der vorliegenden Arbeit soll vorwiegend sein, die Erzählungs- und Romanvorstellungen Johnsons und Benjamins miteinander abzugleichen und mögliche Schnittmengen festzustellen. Abschließend wird der Versuch unternommen, die »Jahrestage« bzw. ihren ersten Band auf Anhaltspunkte hinsichtlich der Romantheorie beider Autoren zu untersuchen. Die Ergebnisse sollten einen Rückschluß auf die Bedeutung des »Erzählers« nach Benjaminscher Diktion für die (post)moderne Literatur im allgemeinen und darin den Roman im besonderen erlauben. Johnsons »Jahrestage«, mehrbändig erschienen ab 1970, sollen hierbei exemplarisch für zeitgenössische Werke großer deutscher Nachkriegsromanciers stehen.