Ich kannte bislang nur die alte Trilogie und habe mir aufgrund der bisherigen Rezensionen nun auch diesen Roman besorgt. Leider kann ich den bisherigen Rezensionen inhaltlich nicht ganz zustimmen.
Auch wenn ich den bisherigen Rezensionen nicht dahingehend zustimmen möchte, das dieser Roman aus der Feder des Altmeisters hätte stammen können, ist er aber zumindest gute Unterhaltung.
Allerdings würde ich mir wünschen (wie schon bei anderen Versuchen im Revier von Autorenkollegen zu wildern), das der Betreffende zumindest die Vorlagen einmal intensiv gelesen hätte. Dies kann von Greg Bear zumindest nur oberflächlich erfolgt sein, denn sonst hätte die Darstellung des Prozeßes gegen Hari Seldon anders erfolgen müssen, denn diese wurde ja im Tausendjahresplan genauesetens geschildert; es gab genau zwei Auftritte vor Gericht und das war es. Man sehe sich an, was Greg Bear daraus gemacht hat... Das ist mehr als ärgerlich und irritierend, wenn man kurz zuvor die Original Trilogie gelesen hat.
Hiervon einmal abgesehen fehlt dem Roman (und dem Autor) auch die kühle Sprache und der auf den Punkt kommende Stil von Asimov. Bei Asimovs Romanen ist es ein Fehler, einmal eine Seite einfach zu überblättern, bei Greg Bear kann man dagegen problemlos auch mal ein halbes Kapitel überblättern.
Das liegt aber wohl eher am Zeitgeist, denn das findet man auch bei derzeitigen Werken von anderen Autoren im Gegensatz zu ihren Frühwerken; man vergleiche z.B. Bovas "Die dunklen Wüsten des Titans" und seine aktuellen Asteroiden Romane.
Von diesen Irritationen abgesehen ist der Roman spannend und unterhaltsam und erhält von mir daher zumindest 3 Sterne.