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Wie zivilisiert ist der Teufel? Kurze Besuche bei Gut und Böse
 
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Wie zivilisiert ist der Teufel? Kurze Besuche bei Gut und Böse [Gebundene Ausgabe]

Harald Weinrich
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 255 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 1 (19. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406564607
  • ISBN-13: 978-3406564604
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 461.905 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Harald Weinrich
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Harald Weinrich, einer der großen Literatur- und Sprachwissenschaftler unserer Zeit, hat in seinen Werken viele Themenkreise berührt. "Tempus", "Linguistik der Lüge", "Lethe", "Knappe Zeit" - schon die Titel seiner berühmten Bücher legen Zeugnis davon ab, wie weit das Spektrum der Fragen reicht, denen der Autor in ihnen nachgeht. Die sinnliche Anschauung, geschärft durch den hermeneutisch geschulten Blick, ist dabei stets ein Kennzeichen seines Stils gewesen. Ist Goethes Mephistopheles, wie Madame de Staël gemeint hat, ein "zivilisierter Teufel"? Und wo verlaufen überhaupt die Grenzen von Gut und Böse im Spiegel der Literatur? Mit solchen und ähnlichen Fragen befaßt sich Harald Weinrich in den zwanzig kurzen Essays dieses Buches. In ihnen greift er weit aus in die Kulturgeschichte, in die Philosophie und Theologie und übergeht auch nicht, neben vielen hellen Erscheinungen, die dunkelsten Jahre der deutschen Geschichte. Immer bleibt jedoch seine Anschauungsbasis die europäische Literatur, betrachtet in einer nahen und dichten Lektüre ihrer großen Werk.

Über den Autor

Harald Weinrich, geb. 1927, war zunächst als Professor für Sprach- und Literaturwissenschaft an den Universitäten Kiel, Köln, Bielefeld und München tätig. Seit 1992 lehrte er am College de France, Paris, wo er jetzt als Professor für Romanistik emeritiert ist. U.a. sind von ihm erschienen Lethe. Kunst und Kritik des Vergessens ( 2000) und Linguistik der Lüge (2000). Ein vollständiges Schriftenverzeichnis enthält sein Buch Sprache, das heißt Sprachen (Tübingen, 2001).

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
Von C. Mayer
Format:Gebundene Ausgabe
Zuerst der Blick auf Cover und Titel, dann die Konzentration auf den Klappentext. Deckt sich das Leserinteresse mit dem durch Wort und Bild angepriesenen Inhalt, kommt es zur Kaufentscheidung.
Dieses Vorgehen dürfte bei der Buchwahl wohl üblich sein.
Nicht anders geschah es bei Weinreichs Buch "Wie zivilisiert ist der Teufel - Kurze Besuche bei Gut und Böse". Der interesseweckende Titel und das Bild eines Gargoyles lassen bereits erste Annahmen zum Buchinhalt zu. Die Lektüre der Rückseite verstärkt den Verdacht, dass es hier um Gut und Böse in ihrer literarischen Verarbeitung geht (und ähnlichen Themen).
Auch im Prolog gibt der Autor an, verschiedene Fässerdeckel, ähnliche denen von Pandoras Büchse, anzuheben. Das lässt fast keine Zweifel mehr zu: Ja, es muss ein Buch sein, das den Leser mitnimmt auf eine Reise ins Metaphysische und sich mit der Natur von Gut und Böse auseinandersetzt.

Doch die weitere Lektüre lässt den vermuteten Bezug mehr und mehr verblassen. Eine Verbindung zur Gut-Böse Thematik lässt sich oft nur deshalb erahnen, weil man selbst mit dieser Einstellung - mit dieser "Brille" - an den Text herangeht.
Die Essays beschäftigen sich häufig mit griechischer und französischer Philosophie, häufig auch mit theologischen Themen, selten explizit mit Gut und Böse. Man liest über die Frage, wie viel eigentlich die Zeit kostet ebenso, wie über den Gerichtsprozess Jesu. Auch ein Kapitel darüber, dass die Bibel nicht unkritisch historisch sondern typologisch gelesen werden sollte, findet sich. Themen wie Höflichkeit und Gastfreundschaft innerhalb der Literatur, die Ökonomie geistiger Werte sowie Beiträge über Literaten aus der Zeit des Nationalsozialismus vervollständigen das Buch.
Wo bleibt aber die Verbindung zwischen Titel, Cover, Klappentext und dem Inhalt des Buches?
Ein kurzer gleichnamiger Essay scheint hier Titelgeber gewesen zu sein. Viel mehr scheint die Beziehung zwischen Außen und Innen nicht herzugeben.

Natürlich ist die Sprache Weinreichs gegenüber jeden Zweifeln erhaben. Sie ist facettenreiche, unterhaltsam, auf einem hohen Niveau, kurz: sie wird einem Menschen, der sich sein Leben lang mit Sprache beschäftigt hat gerecht.

Dennoch bleibt am Ende der Frust. Wie immer, wenn die Erwartungen des Lesers nicht erfüllt werden.
Weinreichs Texte sind durchaus interessant und können Lust machen auf mehr, doch haben angekündigter und faktischer Inhalt fast nichts miteinander gemein.
Dies sollte man bei seiner Kaufentscheidung berücksichtigen.
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Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der in diesem Jahr 80 Jahre alt gewordene Harald Weinrich ist mit Sicherheit einer der großen Literatur- und Sprachwissenschaftler unserer Zeit, der schon lange Zeit mit vielen Buchtiteln seine Leser auf Spurensuchen unterschiedlichster Art gehen lässt. Dabei überzeugt er stets durch ein weites Spektrum von Themen, die er als hervorragender Essayist in einem prägnanten Deutsch beschreibt, durch das immer auch der Eleganz des Französischen durchscheint.

Das kommt auch daher, weil dieser außergewöhnliche Denker in Sprache und Sprachen denkt und aus ihnen seine Erkenntnisse schöpft. Seine profunden kulturhistorischen Überlegungen münden stets mitten in die Philosophie. Und seine im besten Sinne interdisziplinären Texte sind anregend, verlieren dabei aber nie den Blick auf das Wesentliche. Sie belehren höflich, ohne je zu langweilen.

Am meisten von den insgesamt zwanzig kurzen Essays hat mich angeregt und überzeugt seine Untersuchung "INRI. Der Kreuzestitel im Prozess Jesu", in der Weinrich mit den Mitteln lexikalischer Analyse und detaillierten Kenntnissen der Feinheiten griechisch-jüdischer Historie und Begriffe den "Fall des Menschensohnes" aufrollt.
Weinrich entwickelt sauber die Tatsache, auf die ich jedenfalls in meinem langen Theologenleben noch nicht gestoßen bin. "INRI ist das einzige 'Schriftstück', von dem bekannt ist, dass es zu seinen Lebzeiten je über Jesus abgefasst worden ist."

Viele andere lesens- und bedenkenswerte Essays mit sprachlicher Eleganz und sprachwissenschaftlicher Tiefe fördern noch einige andere erstaunliche Erkenntnisse herauf. Sprachen erzählen Geschichte und Geschichten. Harald Weinrich kann sie hören, lesen und verstehen. Eine außergewöhnliche Lektüre auf bei ihm gewohnt hohem Niveau.
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