Tagtäglich erschlagen sie uns, die negativen Nachrichten von einer Wirtschaft, die immer noch schlechter wird, von einem Jahr 2012, in dem alles kollabiert usw. Kein Wunder, dass die allgemeine Anspannung wächst und der Frust der Leute immer größer wird. Grund genug, nach guten Beispielen zu suchen und sich an positiven Vorbildern zu orientieren, die zeigen, dass immer höher, schneller und weiter" nicht alles ist und dass am Ende des Tunnels doch immer ein Licht zu sehen ist. Ein solches Beispiel ist das Buch zen@work". Es verdeutlicht, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, die derzeitig schwierige Zeit gut zu überstehen. Die Herausgeber des Buches, Willigis Jäger und Paul Kothes, lassen hierfür über 20 Führungskräfte aus dem Wirtschaftsleben zu Wort kommen. Das gemeinsame der hier vorgestellten Menschen ist, dass sie alle ihre ganz persönlichen Veränderungen durch Meditation erlebten. Diese oft berührenden und vielfach intimen Einblicke in das Leben dieser Menschen lassen hoffen, dass sich auch in der Wirtschaft ein neues Bewusstsein formiert, dass nicht mehr nur noch an Boni und Gewinne denkt, sondern nach Tiefe und Erfüllung strebt - und dadurch Nachhaltiges im Einzelnen, im System und in der Gesellschaft bewirkt.
Die Autoren des Buches kommen aus dem Bankwesen, aus großen Beratungsgesellschaften, aus dem Gesundheitswesen und der Medienbranche, aus dem IT-Geschäft, aus internationalen Konzernen sowie aus mittelständischen Unternehmen. Die Befragten kommen somit aus all den Bereichen, die gerade besonders schwer um ihr persönliches Überleben oder um das Überleben ihres Unternehmens zu kämpfen haben. Und gerade diese Menschen zeigen, dass es trotz Wirtschaftskrise möglich ist, ein ethisch gutes und erfülltes Leben zu führen, so dass sie sich selbst ruhigen Gewissens morgens im Spiegel betrachten können. Dies gelingt ihnen, weil sie die Herausforderungen im täglichen Business mit Hilfe von Mediation bewältigen und den Schwierigkeiten, die die Wirtschaftskrise mit sich bringt, durch Impulse aus dem Zen besser handeln können. Dabei wird deutlich, dass Durchbrüche und Rückschläge, Trauer und Schmerzen, aber auch das Glück und die befreiende Weite, die in den Beiträgen dieses Buches zum Ausdruck kommen, Teil eines lebenslangen Prozesses sind, bei dem immer klarer erscheint, dass der Weg - ganz im Sinne des Zen - selbst zum Ziel wird.
Die portraitierten zeigen auf, dass die Meditation sich auch als ein Mittel erweist, den Alltag gut zu bewältigen. Allerdings wird auch anhand dieses Buches wieder einmal mehr deutlich: So, wie der Finger, der auf den Mond zeigt, nicht der Mond selbst ist, so entsteht die Erfahrung dieses neuen Bewusstseins nicht alleine dadurch, dass man dieses Buch liest. Das heißt: Jeder, der sich durch die hier vorgestellten Erfahrungsberichte inspiriert fühlt, muss sich bewusst sein, dass er sich die Zeit für einen meditativen Weg in die eigene Tiefe nehmen sollte. Denn nur durch unser aktives Tun ändern wir uns selbst und wenn es gut läuft, vielleicht auch wenig die derzeitige Situation in einer aus den Fugen geratenen Welt.