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So zärtlich war Suleyken: Masurische Geschichten
 
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So zärtlich war Suleyken: Masurische Geschichten [Sondereinband]

Siegfried Lenz
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Sondereinband: 128 Seiten
  • Verlag: Fischer; Auflage: 56 (1. Januar 1960)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596203120
  • ISBN-13: 978-3596203123
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 11,9 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

So zärtlich war Suleyken
OA 1955 Form Erzählungen Epoche Moderne
In So zärtlich war Suleyken versammelt Siegfried Lenz bemerkenswerte Begebenheiten aus einem Dorf, »irgendwo und nirgendwo in Masuren«. Und formuliert damit eine charmante Liebeserklärung an seine Heimat.
Inhalt: Mit seinen 20 Geschichten und Skizzen setzt Lenz der Landschaft und ihren Menschen nicht nur ein literarisches Denkmal, es sind bei aller Leichtigkeit tiefsinnige »Erkundungen der masurischen Seele«. Der miterlebende Erzähler, dessen Sprachstil geschickt Naivität vortäuscht, trifft damit den Ton seiner Helden, jener Charaktere, die in erfrischend unintellektueller Nachdenklichkeit über die elementaren Dinge des Lebens sinnieren.
Man könne sich nicht mit großen Namen brüsten und da der Landstrich, resümiert der Autor, »im Rücken der Geschichte lag«, schöpfen die Erzählungen ihren Charme aus der Originalität und jener »unterschwelligen Intelligenz« des masurischen Menschenschlags, mit einer »Seele, zu deren Eigenarten blitzhafte Schläue gehörte und schwerfällige Tücke, tapsige Zärtlichkeit und eine rührende Geduld«.
So stellt Lenz Figuren vom Schlag eines Hamilkar Schaß dar, dem Großvater des Ich-Erzählers. Schaß, erst seit kurzem des Lesens kundig, kann nichts von der Lektüre abhalten, weder Krieg noch akute Lebensgefahr. Stanislaw Griegull, ein von plötzlichem Reichtum geschlagener Mann, liefert sich ein höchst absurdes Duell in puncto Geduld. Eine weiteres Unikum ist der schöne Alec, der angesichts einer drängenden Schuldnerschar dem angekündigten Ableben seines Erbonkels Manoah entgegenfiebert.
Lenz schildert Menschen, die einem Ereignis wie die Jungfernfahrt der Kleinbahn Popp misstrauisch gegenüberstehen. Die Dorfbewohner von Suleyken sind der Überzeugung, technischen Fortschritt nicht zu benötigen.
Wirkung: Lenz lässt »ganz im Sinne der Wahrheitsfindung« und der Suche nach den verlorenen Wurzeln seinen Ich-Erzähler nach Herzenslust fabulieren. Schließlich werden in einer zugegeben verklärenden Erinnerung eine Zeit und eine Welt reanimiert, die so seit langem nicht mehr existieren. So stießen die Erzählungen auch in Kreisen der nach 1945 aus Masuren Vertriebenen auf zustimmendes Interesse. R. M. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Mit seinen 20 Geschichten und Skizzen setzt Lenz der Landschaft und ihren Menschen nicht nur ein literarisches Denkmal, es sind bei aller Leichtigkeit tiefsinnige >>Erkundungen der masurischen Seele<<. Der miterlebende Erzähler, dessen Sprachstil geschickt Naivität vortäuscht, trifft damit den Ton seiner Helden, jener Charaktere, die in erfrischend unintellektueller Nachdenklichkeit über die elementaren Dinge des Lebens sinnieren. Man könne sich nicht mit grossen Namen brüsten und da der Landstrich, resümiert der Autor, >>im Rücken der Geschichte lag<<, schöpfen die Erzählungen ihren Charme aus der Originalität und jener >>unterschwelligen Intelligenz<< des masurischen Menschenschlags, mit einer >>Seele, zu deren Eigenarten blitzhafte Schläue gehörte und schwerfällige Tücke, tapsige Zärtlichkeit und eine rührende Geduld<<. So stellt Lenz Figuren vom Schlag eines Hamilkar Schass dar, dem Grossvater des Ich-Erzählers. Schass, erst seit kurzem des Lesens kundig, kann nichts von der Lektüre abhalten, weder Krieg noch akute Lebensgefahr. Stanislaw Griegull, ein von plötzlichem Reichtum geschlagener Mann, liefert sich ein höchst absurdes Duell in puncto Geduld. Eine weiteres Unikum ist der schöne Alec, der angesichts einer drängenden Schuldnerschar dem angekündigten Ableben seines Erbonkels Manoah entgegenfiebert. Lenz schildert Menschen, die einem Ereignis wie die Jungfernfahrt der Kleinbahn Popp misstrauisch gegenüberstehen. Die Dorfbewohner von Suleyken sind der Überzeugung, technischen Fortschritt nicht zu benötigen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Menschliches aus einem ruppigen Landstrich, 27. Oktober 2002
Von 
Seidler Till "toseidler" (regensburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: So zärtlich war Suleyken: Masurische Geschichten (Sondereinband)
Danke, Siegfried Lenz!
Es gibt wenige Bücher, die mich wirklich zum Lachen gebracht haben, dieser Band von Kurzgeschichten ist ein solches. Da fährt eine Kutsche mit einer toten Frau spazieren, während es sich die Kutscher im Wirtshaus wohlergehen lassen, da möchte eine Reisende im Wirtshaus ein Bad nehmen, wobei der die Zinkwanne besetzende debile Opa des Wirtes lediglich ein Stück zur Seite rutschen will (die Dame empfindet das als unakzeptabel), da wird ein Mann im Garten seines Hauses beigesetzt und der auf seinem Grabe sprossende Apfelbaum schlägt wütend gegen die Scheiben, wenn seine Witwe einen Liebhaber zu Gast hat und allen voran steht die fabelhafte Erzählung des Leseteufels Hamilkar Schaß, der sich nicht einmal durch herannahende Banditen von seiner Lektüre ablenken lässt. Herrlich! All diese naiv- einfachen Erzählungen sind geschrieben in einer klobigen gleichsam heiteren Sprache mit augenzwinkerndem Unterton von tiefer Lebensbejahung. Die Geschichten sind so kurz, daß man sie in wenigen Minuten bewältigen kann, andererseits laden sie zu wiederholter Lektüre ein. Ein Buch für Leute mit Humor und Sinn für Individualismus, Fans von Stefan Raab, sei an dieser Stelle gewarnt, werden diesen kleinen Schatz jedoch in die Ecke pfeffern. Wer allerdings Sehnsucht verspürt zumindest nach Schilderungen einer Welt, in der das Leben einfach ist, liegt mit diesem Band absolut richtig. Wie schön muß Masuren gewesen sein.....
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Liebenswerte Schrulligkeiten, 6. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Büchern von Siegfried Lenz haftet etwas schwer Verdauliches an. Meist denkt man dann an "Deutschstunde" und greift - insbesondere als jüngerer Leser - vorsichtshalber zu Büchern anderer Autoren. Doch besteht dann die Gefahr eines der unterhaltsamsten und vergnüglichsten Bücher zu versäumen, das je von einem deutschen Schriftsteller veröffentlicht wurde: "So zärtlich war Suleyken". Die masurischen Geschichten - das sind nicht nur Erzählungen, die einem die schrullige Art und verqueren Denkweisen der Bewohner dieses landschaftlich so schönen polnischen Landstrichs näherbringen, sondern die vielmehr durch den einmaligen, mit nichts zu vergleichenden Stil Siegfried Lenz' bestechen. Wenn Lenz wörtliche Rede schreibt, dann meint man, die beschriebenen Personen wirklich sprechen zu hören; man kann die Liebe des Autors zu seiner Heimat und zu den Menschen spüren. Und das gelingt auf so liebenswerte, spielerische und unterhaltsame Weise nur wenigen wie Siegfried Lenz. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Charmante Geschichten mit enormem Suchtfaktor, 6. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: So zärtlich war Suleyken: Masurische Geschichten (Sondereinband)
Ich kenne wenige Bücher, die mir so zuverlässig die Laune aufbessern wie Siegfried Lenz' Erzählungen über ein imaginäres und doch alles andere als abstraktes Suleyken. Diese Erzählungen bekommt man erzählt aus der Sicht eines seiner wunderbar skurrilen Bewohner, dessen ganz dezenten und doch deutlichen ostpreußischen Akzent man beim Selberlesen fast zu hören glaubt. Naiv und weise zugleich ist das alles, liebenswürdig und gewitzt, ohne jemals zur billigen Karikatur zu verkommen. Es enthält nicht nur in jeder einzelnen Erzählung mehr verschmitzten langlebigen Charme als allzu vieles allzu Hochgejubeltes, das enthält noch viel mehr: nämlich seine ganz eigene, unverwechselbare Weisheit. Das Beste dabei: Suleyken ist nicht nur zärtlich, sondern auch freigiebig. Wer immer eine oder mehrere (beziehungsweise sowieso alle) dieser Erzählungen liest, egal ob zum ersten oder zum elftausendvierhundertdreiundachtzigsten Mal, dem gibt es großzügig ab von seinem Humor- und Weisheits-Vorrätchen. Und diese Vorrätchen sind nicht kaputtzukriegen.

Wenn das Großväterchen Hamilkar Schaß die Freuden des Lesens für sich entdeckt hat und mit dieser neu erworbenen Kunst eine verruchte Räuberbande in die Flucht schlägt, oder wenn er geduldig seine Verhandlungsgegner schier in den Wahnsinn treibt mit dem Beet für seine Zwiebelchen; wenn die Suleyker Gesellschaft einer Zirkusvorstellung ganz neue Seiten abgewinnt; oder wenn das ganze Dorf geschlossen nach Oletzko fährt, um einen der ihren beim Kauf eines Kilochens Nägel nicht alleine zu lassen in der Fremde... Wenn die Brüder Urmoneit mit dem lebenden wie mit dem toten Tantchen Arafa in allerlei Bredouillen geraten; wenn der Gastwirt Karnickel alle Hände voll zu tun hat aus nachvollziehbaren Gründen; wenn eine Kleinbahn begeistert eingeweiht wird von der Bevölkerung... Wenn ein prachtvoller achtundzwanzigendiger Hirsch (er hat sogar einen Namen, nämlich pani pronz, also "Herr Stolz") den leidenschaftlichen Großwildjäger Kneck von Knecken an den eigenen Sinnen zu zweifeln lehrt aufgrund seiner exzentrischen Eigenschaften; oder wenn der kleine Schuster Karl Kuckuck mit Trichterbrust sich nicht nur seiner bemerkenswerten Garderobe entledigt, sondern auch erstaunliche Schwimmkünste entwickelt, undundund oderoderoder... dann kann man sich nicht entscheiden, welche der zwanzig Geschichten nun die allerschönste ist.

Die einzelnen Geschichten sind kurz, man liest sie eigentlich in wenigen Minuten. Das heißt: Man k ö n n t e sie eigentlich in wenigen Minuten lesen. Aber man liest sie immer wieder, schön langsam, bis man sie auswendig kann, und danach erstrecht. Liebenswürdiger, charmanter Humor. Wunderbar wohltuend nach all den Möchtegern-Witzen, die einem ungefragt um die Ohren gehauen werden. Oder, um es mit den Worten der herzensguten Amanda Popp zu sagen: "Barmherzigkeit, rein zum Dammlichwerden!"
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