„Jetzt hat sie noch ein Internet-Tagebuch herausgegeben!" stöhnen die einen - „Endlich auch das Tagebuch nach Septembereleven als Buch!" jubeln die weblogfans. Die Veränderungen und Verwandlungen, die Else Buschheuer in den letzten Jahren durchgemacht hat, lassen sich auch an den unterschiedlichen Darbietungen der drei gedruckten Tagebücher ausmachen. Das Photo auf dem Cover taufte sie selbst passend auf: „Die arme Poetin!"
Bei der Lektüre dieser gelungenen Sammlung verrückter, tragischer, komischer, nachdenklicher, trauriger und sinnlicher kleiner Geschichten aus dem Alltag einer New Yorkerin ziehen wir mit Else Buschheuer quer durch Manhattan durch verschiedene Appartements mit vielfältigen teils skurrilen tierischen und menschlichen Mitbewohnern, „Fast-Mitbewohnern" und Nachbarn.
Das Online-Tagebuch hat sie leider nicht 1:1 verwendet, sondern den Rotstift angesetzt: so sind z.B. rigoros alle Anmerkungen zu Filmen, Schauspielern, Regisseuren, Autoren und deren Werken heraus gestrichen. Ebenso fehlen die vielen interessanten weblinks, die Else Buschheuer mal so als kleines Leckerli nebenbei ins Netz gestellt hat. Aber es bleiben dem Leser auch die Passagen über ihre persönlichen Qualen mit der Fertigstellung des neuen Romans und später auf ihrer Suche nach der Weltreligion erspart. Das Buch konzentriert sich auf die Widrigkeiten und schönen Seiten des Lebens in dieser faszinierenden Stadt. Allen, die ihren englischen Sprachschatz noch erweitern möchten oder überhaupt lieber englisch lesen, kann ich die hervorragende englische Übersetzung von S Leah Herz in dem zweisprachig herausgegebenen Buch sehr ans Herz legen. Mein Tipp: Das Buch auf die Weihnachtswunschliste aufnehmen!