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Else Buschheuers Internet-Tagebuch, das sie im Herbst 2000 auf ihrer Homepage zu veröffentlichen begann, ist von Anfang an ein viel beachtetes mediales Event gewesen. Ihre Eintragungen aus New York, wohin sie Ende Juni 2001 zog und von wo aus sie weiterhin online berichtete, haben durch die Anschläge aufs World Trade Center am 11. September, die sie in ihrer Wohnung in SoHo -- relativ nahe am Ort der Verwüstungen -- direkt miterlebte, eine unerwartete Relevanz gewonnen. In den Stunden und Tagen, als die Angst groß, das Telefon tot und vor die Tür zu gehen nicht denkbar war, wurde ihr das Internet zu einem unersetzlichen Medium -- zunächst ganz schlicht, um Lebenszeichen in die Heimat zu senden, später, um Eindrücke unmittelbar zu verarbeiten: "Danke, AOL, dich konnte ich zwar bis heute nie leiden, aber... danke dass ich, als hier sonst nix mehr ging, im Netz sein durfte und nicht alleine war mit dem ganzen Terrorscheiß, Respekt.", heißt es noch am 11. September um 12 Uhr 55.
All dies nun en bloc in Buchform nachlesen zu können, ist eine äußerst eindrückliche Erfahrung. Gerade die Tatsache, dass nicht nur die ab dem 11. September entstandenen Texte nachgedruckt wurden, sondern sämtliche Eintragungen seit dem Beginn ihres USA-Aufenthalts, macht das auf diese Weise zweigeteilte Buch zu einem erstaunlich ungewöhnlichen Dokument: So locker und flapsig (und dabei buschheuerig trocken, spitz und präzise) die Gedanken über Gott, die Welt, das Leben und den Alltag in New York vor dem 11. September sind, so beklemmend, zweifelnd und substanziell sind sie danach. Keine wohl durchdachte Reportage über die Ereignisse und ihre Folgen, sondern ungefilterte Eindrücke eines Menschen, der an dem Tag, der die Welt veränderte, "zu weit weg zum Sterben, zu nah zum Weiterleben" war. --Christoph Nettersheim
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Befindlichkeiten und sonstige Befunde.,
Von Melanie Holtmann "Mekko!" (Utopia) - Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: www.else-buschheuer.de (Gebundene Ausgabe)
Muss man/frau seine gesammelten (Online-)Tagebuchnotizen veröffentlichen - zumal sie im entsprechenden Fall für einen Leserkreis ja bereits im Netz tagesaktuell zu verfolgen waren? Man muss nicht, kann aber. Else Buschheuers vornehmliche Legitimation trägt ein trauriges Datum: Sie hat den 11. September 2001 in New York miterlebt, und ihre Verarbeitung dieses Ereignisses, dass sie selbst ganz offensichtlich enorm betroffen hat, macht denn auch einen Großteil der Eintragungen aus. Setzt man voraus, dass diese Befindlichkeitsäußerungen authentisches Zeugnis einer sind, die eben 'dabei' war, liest sich das Ganze streckenweise recht interessant. Insgesamt ist aber viel Geblubber dabei, dass man so auch überall da finden kann, wo halbwegs geistreiche Menschen etwas zu Literatur, Kultur, Kino etc. verfassen. Dass nun eine das Privileg genießt, veröffentlichen zu können - Buschheuer ist ja im Tingeltangel der Medienindustrie eine nicht unbekannte Figur - ist schön für sie. Den Sinn muss man aber doch hinterfragen dürfen, zumal Buschheuer selbst mehrmals anmerkt, sie wolle sich im Rahmen des 11. September nicht der Medienmaschinerie als 'Opferstimme' zur Verfügung stellen. Dass sie sich aber jetzt in dieser Form produziert, ist da irgendwo ein Widerspruch. Auch wenn man Literatur ja ohnehin und in diesem Fall vielleicht im Besonderen als (Gesprächs-/Unterhaltungs-/Reflexions-)Angebot verstehen sollte: Inhaltlich rechtfertigt das Buch den Kauf vielleicht am ehesten, wenn man Buschheuers Unternehmen als "talking cure" begreift und so ihre 9/11-Reaktion als eine Art Fallstudie nimmt: Wie wirkt eine solche Extremsituation auch auf jemanden, der nicht unmittelbar ins Geschehen involviert war? - Was sonst bleibt, ist mehr oder minder Beliebiges, wenn auch gut geschrieben.
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18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eigentlich schreibe ich nie Rezensionen.....,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: www.else-buschheuer.de (Gebundene Ausgabe)
... aber hier kann ich nicht anders, weil ich vor Begeisterung jubeln könnte. Wer New York kennt erwischt sich in der ersten Hälfte des Buches immer wieder beim "Kopfnicken". In der zweiten Buchhälfte lernt der Leser Emotionen und Geschehnisse rund um den 11. September kennen, die so durch keinerlei Nachrichten vermittelbar wären bzw. waren. Außerdem gibt es jede Menge Literatur- und Filmtipps. Ganz nebenbei lernt man Else Buschheuer kennen; liebenswert, intelligent und chaotisch ! Als ich das Buch zuschlug war ich erst traurig, dass es vorbei war, aber es gibt ja die Fortsetzung im Internet. Hier bin ich jetzt Stammleser !
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Ausdruck von Lebensfreude und Stärke,
Von
Rezension bezieht sich auf: www.else-buschheuer.de (Gebundene Ausgabe)
Das etwas andere Buch von Else Buschheuer. Bei der Suche nach einer angemessenen Überschrift für meine Rezension erschien es mir passend, mich des Zitats über die stolzen, schönen, alten Frauen in New York auf Seite 103 zu bedienen. Die drei Monate umfassenden Tagebuchaufzeichnungen sind geprägt durch ein ständig spürbares, echtes, spontanes und zutiefst intensives Lebensgefühl, dem man sich in den wenigen Lesepausen nur ungern entzieht. So entstand eine keineswegs unskurrile Mischung aus originellem New Yorker Stadtführer, akribischer Menschen- und Typenbeschreibungen und kulturellen Wegweisern, um nur einige Begriffe anzusprechen. Alles in gewohnt Buschheuerscher wortspielakrobatischer Sprachkunst. Dieser unsägliche Tag im Spätsommer 2001 und seine Folgen verlieh dem Gesicht dieses Buches seine in dieser Form nicht vorhersehbaren markanten Züge. Hier versagen Worte, die beschreiben sollen, wie Else Buschheuer in unmittelbar betroffener, verzweifelter Notlage ihre Emotionen Tag und Nacht ins Netz stellte, welches zunächst ihre einzige Brücke zur Außenwelt war, einem inneren Schreibantrieb folgend. Das Buch ist folgerichtig insofern auch ein transparentes Dokument für die neue Sicht auf den sogenannten Sinn des Lebens, welche die Autorin sehr nachhaltig ergriffen hat und die ihrer früheren, vermeintlich oberflächlichen Medienwelt ostentativ hohnlächelnd einen Spiegel vorhält. Den vielen täglichen Lesern ihrer Homepage und denen, die es noch werden wollen sei noch hinzugefügt, dass das NYTB eine unverzichtbare Lektüre ist, um die sommerlichen Tagebuchaufzeichnungen 2001 noch einmal in aller Offline-Ruhe nachlesen zu können. Außerdem sind einige Mails von ihr, z.B. an mediale Institutionen enthalten, die meines Wissens nie im Internet zu lesen waren. New York, wo ich bisher noch niemals war oder auch nur hinwollte, ist mir in all seiner Fremdheit durch dieses Buch und seine unverwechselbare Sprache ein sympathisches Stück näher gerückt. Dafür reichte eigentlich schon mein herzhafter Lachanfall aus, der durch die Bemerkung zu "Famous Ben`s Pizza" ausgelöst wurde. Aber lesen Sie am besten selbst. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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