Produktinformation
|
Tags(Was ist das?)Bei einem Tag handelt es sich um ein Schlagwort, das zum Produkt passt.
Tags erleichtern allen Kunden die Suche und die Sortierung ihrer Lieblingsprodukte. |
|
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
|
||||||||||||||||||||||
|
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine menschliche Leidensgeschichte im neuen Licht betrachtet,
Rezension bezieht sich auf: Er wollte nur mein Vater sein (Taschenbuch)
n diesem Buch ist vieles anders. Diesmal sind es nicht die Väter die durch einen hedonistischen Lebensstil und eigennütziger Abwesenheit von ihren Familien und Kindern als das große Ungemach dargestellt und gebrandmarkt werden. Es ist die Geschichte einer berufstätigen Lehrerin und ihrem Sohn. Erzählt wird aus der Perspektive des Sohnes, der Protagonist der ganzen Erzählung. Und diesmal ist es die Mutter die ihren Sohn, den 15 jährigen Raffael Weidmann, in ein unheilvolles Beziehungsnetzwerk verstrickt. Zu massiven körplichen Übergriffen kommt es dabei offenbar nicht, aber der inzestuöse Gehalt im mütterlichen Begehren ist in der Erzählung deutlich spürbar. Eine Säule dieser unheilvollen Verstrickung aus dem sich Raffael, der eigentlich Raffael Jean heißt, zu emanzipieren sucht, ist eine Kontaktverweigerung zu Raffaels Vater. Diese wird von der Mutter mit Hilfe von Rechtsanwälten, Psychologen, Lehrern usw. geschickt mit altbekannter Methodik und psychologischer Tricks inszeniert. Für Raffael führt sie, zumindest symptomatisch, zu einer rigiden emotiomalen Ablehnung. Innerlich scheint er aber von ambivalenten Gefühlen gegnüber seinen Vater, zu dem er seit seinem 3. Lebensjahr keinen Kontakt mehr hat, zunehmend iritiert zu sein. Das Eis scheint dann endgültig zu brechen, als er ein Foto mit ihm als Dreijährigen und seinem Vater entdeckt. Dieses Bild symbolisiert von nun an all sein Hoffen und Bangen auf einen Gegenpol in seinem Leben der ihm auf seinen Weg zum Erwachsenen ihn von seinen mütterlichen Fesseln befreit ihn aber gleichzeitig den nötigen Halt gibt. Raffael macht sich daher mit Hilfe seiner ersten Liebe Othelia auf die Suche nach seinem Vater."Er wollte nur mein Vater sein" ist eine sehr spannend erzählte Geschichte, in der die Autorin sich gekonnt von den üblichen Opfer-Täter Klischees rund um das Thema Sorgerecht und Alleinerziehung abwendet. Cornelia Schenk schildert die Leidensgeschichte des jungen Raffael Weidmann in einem neuen Lichte. Daher ist es ein wichtiges Buch nicht nur für Jugendliche. Einen winzigen Wermutstropfen gibt es denoch. Hier ist die Rede von Vätern in exponierten Lebenssituationen. Vorzeigeväter sozusagen. Raffaels Vater ist Sänger und Tenor. Der Vater von Raffaels erster Liebschaft Othelia ist Theaterschauspieler. Es sind also Väter die etwas vorzuweisen haben. Man kann auf sie gewissermaßen stolz sein. Was aber ist mit der Mehrzahl der Väter, die als Arbeiter Schichtdienste schieben oder sonstwo für ein paar Euros "buckeln" gehen müssen. Väter die vieleicht arbeitslos sind. Väter also die offenbar kein Highlight vorzuweisen haben, und denen der Kontakt zu ihren Kindern verwehrt wird? Einzig der Vater von Raffaels bestem Freund wird hier als Taxifahrer vorgestellt. Ausgerechnet aber der gut bevaterte Daniel wird hier als unsensibel gegenüber Raffael gezeichnet, indem er Raffael zum Geburtstag eine Dame aus dem Rotlichtmilieu zuschustert, mit der er sein "Erstes mal" vollzieht. Raffael verliert in dieser Szenerie offenbar die Kontrolle und beinahe seine erste Liebe Othelia die von dem Techtelmechtel per Zufall erfährt. Diese Szenerie stigmatisiert in der dargestellten Form männliche Heranwachsende etwas einseitig und verallgemeinernd als "kopflos" und "sexbesessen" sobald irgendetwas Weibliches ihren Weg kreuzt. Da mag sich weibliches Wunschdenken verselbstständigt haben. Wie auch immer! Dafür sticht ein anderer Aspekt um so mehr positiv ins Auge. Es ist vieleicht eine eher unbedeutende Angelegenheit in der Dramaturgie dieser Erzählung. Aber die Autorin, vormals Gymnasiallehrerin und heute Psychotherapeutin entwickelt hier durch die Person des 15 Jährigen Protagonisten Raffael Weidmann eine bewundernswerte Kritik gegen die eigene Berufsständigkeit. Wahrlich ein seltenes Zeichen von Größe und Stehvermögen. Es ist nämlich auch eine erfrischende Kritik gegen eine schulische Ein- und Aussortierungsmaschinerie und eine durch Geständnistechniologien durchsetzte psychotherapeutische Praxis die mit ihrem häßlichen Habitus oftmals gerade Jungen arg drangsaliert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
|
|
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|