Zwanzig Jahre nach Wilhelm Buschs Tod erblickte ich das Licht der Welt. Seine Werke sind mir von Kindesbeinen an vertraut. Nicht alles habe ich gleich verstanden, vieles bis heute noch nicht. Aber er hat mich durchs Leben begleitet. Und Gudrun Schurys Buch, das Hans Ries mit Recht den Glücksfall einer Biographie nennt, hat mir da nun noch einmal einen großen Schritt weiter geholfen.
Ich finde es einfach hinreißend schön. Schon die Idee, das Ganze nach dem Muster der Bilder einer Ausstellung" von Buschs Zeitgenossen, des russischen Komponisten Modest Mussorgski aufzubauen, hat mich fasziniert.
Und dann ihre schnörkellose Sprache, die man auch ohne Fremdwörterbuch mit Vergnügen lesen kann, und die nicht so unerträglich mit Bildung und Fachwissen prunkt. Das letzte Buch über Wilhelm Busch, das ich mir neulich kaufte, fand ich in dieser Hinsicht so ungenießbar, dass ich es schon nach wenigen Seiten wieder beiseite legte. Gudrun Schurys Buch hingegen legt man am liebsten gar nicht wieder aus der Hand. Sie schreibt mit Herz und Verstand und führt den Leser so sachkundig und kurzweilig durch Buschs Leben hindurch, dass vermutlich auch er selber sich darin wiedererkennen würde.
Und schließlich: Ihr beachtlicher Humor! So kam sie auf die Idee, aus den vielen Wortschöpfungen und Geräuschnachahmungen, die sich in Busch Texten finden, selber eine kleine Lautsonate" zu komponieren, die von Christian Morgenstern sein könnte und über die ich mich herrlich amüsiert habe.
Und wenn Sie, liebe Leserin und lieber Leser, sich nun auf durch meine obigen Ausführungen dazu verleiten lassen, das Buch zu kaufen oder es sich zu Weihnachten zu wünschen, dann dürfen Sie gewiss sein: Das Geld ist gut angelegt.
Hans Feltkamp