Da die Standopsche Form der wissenschaftlichen Arbeit seit ihrer ersten Auflage 1954 die älteste des deutschen Sprachraums ist, kann sie als das Muster vieler anderer Wegweiser mit "ähnlicher Zielsetzung" gelten (eine Sammlung etwas verrenkter abgeschriebener Passagen in den abhängigen Büchern auf S XIV).
Sie ist der Konkurrenz auch in dieser Neuauflage wie immer um eine Nasenlänge voraus durch die konsequente Anwendung der neuen Rechtschreibung sowie Erläuterungen dazu, die Würdigung der elektronischen Hilfsmittel bei Materialsuche und Texterstellung (wobei aber durchaus alle Anweisungen auch von Benutzern bloßer mechanischen Schreibmaschine nutzbar bleiben) und durch den ergötzlichen Anhang zu den häufigsten Schreib- und Stilfehlern. Wie auch das Übrige basiert dieser auf einem klaren sprachwissenschaftlichen Weltbild (es handelt sich ja bei der äußeren Form durchaus um ein Zeichensystem, das wissenschaftlicher Analyse zugänglich ist), sowie dem gesunden Menschenverstand ("Könner schreiben präzise, aber verständlich").
Die klassische Form der Fußnote und der Bibliografie werden vorgeführt, aber die moderne Form mit bibliografiebezogener Zitierweise wird empfohlen. Diese ist bei aller Kürze von einer Präzision, dass etwa sieben Achtel der Fußnoten, die nach dem alten Stil erforderlich sind, eingespart werden können, erhöht also entscheidend die Informationsdichte auf der Seite; es heißt im Text Standop/ Mertner 1992: 80 [die scheinbare Empfehlung der Schreibweise mit Bindestrich auf S 75 beruht auf Druckfehler], und das bezieht sich dann auf den Bibliografie-Eintrag
Standop, Ewald; Edgar Mertner. 1992. Englische Literaturgeschichte. Wiesbaden: Quelle & Meyer. [Buchtitel im Original kursiv.]
Durch zahlreiche Musterseiten wird das Erläuterte so gut veranschaulicht, dass der Benutzer eine feste Orientierung erhält. Nützlich sind besonders der Abschnitt "Das Wichtigste in Kürze" und der über die Abkürzungen, bei denen den Siglen (ohne Punkte) der Vorzug gegeben ist; als Trendsetter benutzt das Buch selber die Siglen "dh, usw, vgl, zB" ohne Punkt und Spatium (letzteres muss fehlen, um beim Blocksatz absurde Spatiierung hintanzuhalten).
Da die dargebotenen Gepflogenheiten mit jenen der in Stil und Form vorbildlichen angelsächsischen übereinstimmen und das Buch auch auf Spanisch übersetzt wurde, kann man sie getrost als Weltform betrachten, mit der ein Autor auch vor internationalem Publikum eine gute Figur machen dürfte.
Dass die Bemühung um eine gute äußere Form die Verbesserung des Inhalts fördert, versteht sich am Rande, denn wer seine Arbeit formal sorgfältig gestaltet, findet auch immer wieder Gelegenheit, den Inhalt neu zu überprüfen; die geforderte Klarheit der Form verlangt indirekt auch Klarheit der Gedankenführung. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)