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Die wirrsten Grafiken der Welt
 
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Die wirrsten Grafiken der Welt [Gebundene Ausgabe]

Gerhard Henschel
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag (11. März 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455093876
  • ISBN-13: 978-3455093872
  • Größe und/oder Gewicht: 24,4 x 17,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 74.208 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Wissenschaft-Online

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" - dies ist erwiesenermaßen eine Binsenweisheit. Kein Wunder also, dass komplexe Strukturen und komplizierte Prozesse gerne unter Zuhilfenahme von Linien, Pfeilen, Kreisen und Kästen grafisch so aufbereitet werden, dass sie ohne viele Worte für sich selbst sprechen können. Was in vielen Fällen gelingt, gelingt jedoch nicht immer. Dies bestätigt schon der erste Blick in "Die wirrsten Grafiken der Welt", einer Sammlung von besonders "gelungenen" visuellen Umsetzungen, die Gerhard Henschel zunächst für die taz gesammelt und jetzt als Buch zusammengestellt hat.

Wer bis dahin glaubte, es gäbe bestimmte wissenschaftliche Disziplinen die geradezu prädestiniert seien, besonders wirre Grafiken zu produzieren, in denen man vor lauter Pfeilen die zentrale Botschaft nicht sehen kann, wird eines Besseren belehrt. Nicht nur Wirtschaftswissenschaften ("Verteilung des Sozialproduktes"), Ingenieurwesen ("taktflankengesteuertes RS-Flip- Flop") und Pädagogik ("Allianzen und Koalitionen in der Mittelschule von B.C.") wissen Standardelemente, wie sie in jedem besseren Grafikprogramm zur Verfügung stehen, WIRRkungsvoll einzusetzen.

Auch Germanisten und Theologen scheuen nicht davor zurück, Lessings Drama "Emilia Galotti" in Form einer Vorlage für den Tafelanschrieb zu bearbeiten oder das Symbol Brot "handlungsorientiert zu erschließen". Und mit Grafiken, die die Balzaktivitäten eines Guppymännchens bzw. synökologische Korrelationen als viele beschriftete Kreise und unterschiedlich gestrichelte Verbindungen darstellen, reihen sich auch Biologen in die lange Reihe derjenigen ein, die dem eingangs zitierten Sprichwort gerecht werden wollen. In vielen Fällen gleichen Abbildungen, die völlig verschiedene Dinge beschreiben sollen, einander stark, wobei vor allem vor der Verbindung durch Pfeile in den meisten Fällen nicht zurück geschreckt wird.

Obwohl die über 100 Grafiken eigentlich schon für sich sprechen, hat Gerhard Henschel sie mit ironischen Kommentaren versehen, die beweisen, dass manches lieber doch mit ein paar Sätzen hätte beschrieben werden sollen. Denn die ordnende, veranschaulichende oder gar interpretierende Funktion einer Grafik kommt nur zur Geltung, wenn bereits bei der Planung die Art und Weise der Darstellung so gewählt wird, dass ihre Aussage auf Anhieb verstanden wird. Ein längeres Legendenstudium im Wirrwarr von Beschriftung und Strichelung, gegebenenfalls auch noch unter Berücksichtigung mehrerer Farben, kann diesen Zweck nur verfehlen.

"Die wirrsten Grafiken" der Welt sind deshalb nicht nur als Freizeitlektüre für Menschen geeignet, die ständig Bücher mit interessanten Grafiken lesen müssen, sondern auch eine gute Sammlung, um zu zeigen, wie es nicht sein sollte. Bereits im Selbststudium wird nicht nur deutlich, dass Weniger tatsächlich Mehr sein kann, sondern auch, dass das Repertoire an originellen grafischen Darstellungen endlich ist. Sowohl die kreisförmige Anordnung als auch die ineinander geschachtelten oder miteinander verbundenen Quadrate können nahezu alles erklären, wenn sie mit einem passenden Text beschriftet worden sind.

Dass sich wirre Grafiken noch überbieten lassen, illustriert Henschel anhand einer Grafik mit dem Titel "Einflussmöglichkeiten im Dialog" aus einem Buch mit dem interessanten Titel "Die Kunst der ´Kampfrethorik` - Powertalking in Aktion", die ihm wie so viele andere von einem taz-Leser zugeschickt wurde: Sie zeigt einen durch einen senkrechten Strich geteilten Kreis, dessen Hälften jeweils mit "50 %" beschriftet wurden. Zu Recht weist der Einsender darauf hin, dass sich diese Darstellung auch für die Serie "Die bescheuertsten Grafiken der Welt" qualifizieren würde.

Man kann nur hoffen, dass es nicht bei diesem einen Band mit wirren Grafiken bleibt und diese Hoffnung könnte sich sogar bestätigen: Viele Bereiche des Alltags sind im vorliegenden Buch nämlich gar nicht oder nur stiefmütterlich behandelt worden.

Rezensent: Daniel C. Dreesmann

Kurzbeschreibung

Überall begegnen uns wirre Grafiken, die uns die Welt erklären sollen und doch meistens nur noch mehr Verwirrung stiften. Aber die süßen Semiotiker, Wirtschaftsfachleute, Museumspädagogen, Ökologen, Psychotherapeuten, Trendforscher, Traumdeuter, Stadtplaner, Linguisten, Deutschlehrer und Datenverarbeiter geben nicht auf, sondern produzieren immer neue abstruse Diagramme, Schaltpläne, Schaubilder, Schemata, Schichtenmodelle, Fluchtwegepläne, Netzwerke, Stammbäume, Planstrukturen und Teufelskreise. Praktisch alles kann zum Gegenstand einer wirren Grafik werden - die Verflechtung der Stromwirtschaft, die Herkunft der Slawen, die Reizblase, der Untergang Roms, die Balzaktivitäten der Guppymännchen, der psychische Apparat, das Radfahren, die Apokalypse, das Sozialprodukt, die Sexualität, der Aralsee, der Neofaschismus und die Seelenwanderung, ganz zu schweigen von Schachzügen, Erdbeben, Duschvorgängen, Tigerstaaten, Wurzelgeistern, Schlaganfällen, Investmentfonds und dem lieben Gott. Seit einigen Jahren stellt Gerhard Henschel auf der Wahrheitsseite der taz die wirrsten Grafiken der Welt in loser Folge einer ebenso schockierten wie belustigten Öffentlichkeit vor. Vielfach wurde der Wunsch nach einer Buchfassung der beliebten Serie kundgetan. Dieser Wunsch soll nun in Erfüllung gehen. Endlich.

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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein wahres Best Of, 11. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Die wirrsten Grafiken der Welt (Gebundene Ausgabe)
TAZ-Lesern dürften Teile dieses Buches bekannt vorkommen. Zu Recht, da große Teile seit langem in loser Folge dort bereits publiziert wurden. Für diese ist das Buch als Sammlung und zum Wiederlesen zu empfehlen. Allen nicht TAZ-Lesern sei dieses Buch an's Herz gelegt, da oft allein ein kurzer Blick auf die abgebildeten Diagramme, Schaubilder oder Grafiken genügt, um in spontanes Gelächter auszubrechen. Liest man darüber hinaus Henschels beißende Beschreibungen der Abbildung, ist der Tag gerettet. Da die Reihe sich zwischenzeitlich zum Selbstläufer entwickelt hat und der Autor von zahllosen Lesern mit Grafiken versorgt wird, handelt es sich bei dem Buch um ein wahres "Best of wirrste Grafiken". Absolut empfehlenswert.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?, 9. Januar 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die wirrsten Grafiken der Welt (Gebundene Ausgabe)
Ich bin Texter. Darum höre ich die Binsenwahrheit "ein Bild sagt mehr als 1'000 Worte" nicht gerne. Doch Hilfe naht: Gerhard Henschel schreibt seit Jahren für die taz eine Kolumne über wirre Grafiken. Mit der Zeit hat er von den Lesern so viele Beispiele erhalten, dass er sie als Buch veröffentlichen musste. Seine Auswahl nichts sagender, verwirrender, Sinn entstellender Grafiken reicht von PowerPoint-Präsentationen über Netzwerkpläne bis zu Schaubildern, die das Balzverhalten der Guppymännchen erklären sollen. Ein Buch für alle, die gerne schmunzeln. Manchmal sagt das richtige Wort doch mehr als jedes Bild.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Voll lustig!, 9. Januar 2004
Von 
isy3 (lebt nun am Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die wirrsten Grafiken der Welt (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch hinterließ mir einen ordentlichen Lachmuskelkater.

Gerhard Henschel hat in einer Kolumne in der "taz" wirre Grafiken vorgestellt und kommentiert. Daraufhin bekam er von seinen Lesern weitere wunderbare Beispiele zugeschickt. Die sind nun alle in diesem köstlichen Werk versammelt, das sich allerdings schwer einordnen läßt. Ich stecke es mal in die Sparte Typographie und Zeichnerei, obwohl es auch ausgezeichnete Satire und unfreiwillige Komik hat: Da gibt es Grafiken von unglaublicher Banalität. Gestalterisch komplett mißlungene Werke, die unpassende Assoziationen wecken oder zwanghaften Geometrien folgen und so die Lachmuskeln reizen. Unsinnige Abkürzungen und Beschriftungen, wirre Pfeile in unterschiedlichen Stärken, verformte Schriften und vielfältige Einrahmungen zeigen, wie man es bloß nicht machen soll. Mancher Autor ersinnt zu einem einfachen Vorgang komplizierte und umständliche Darstellungen, vor deren Verflechtungen und Pfeilbündeln auch der Gutwillligste um Verständnis Ringende kapitulieren muß. Da gibt es krakelige handgemalte Kleinkunstwerke ohne jeden erkennbaren Sinn. Anderen sieht man die schiere Freude des Autors am Umgang mit dem Computer bei gleichzeitiger Unkenntnis simpelster gestalterischer Grundkenntnisse an. Manche Grafiken bezwecken offensichtlich, daß der Leser vor ihrer Kompelxität in Ehrfurcht erstarren soll.

Man bekommt bei der Lektüre ein gesundes Mißtrauen gegenüber all den Schaubildern, die uns in Lehre, Wissenschaft und Business so präsentiert werden und man lernt etwas ganz Elementares: Vermeiden! Vermeiden! Vermeiden!

Lassen Sie die absurden Bildnisse nach einer anstrengenden Schulung auf sich einwirken und lachen sie mit den bissigen Kommentaren von Gerhard Henschel. Vielleicht stoßen sie danach selbst auf schöne Exemplare, die Sie Herrn Henschel für einen weiteren Band zuschicken können.

Das Buch läßt sich auch prima in die Handbibliothek im Büro einschmuggeln, wo es mit seinem seriösen Einband neben den Gesetzestexten und dem "Dilbert" gar nicht auffällt.
Und es ist ein prima Geschenk für Manager.

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