"Es wird mir fehlen,das Leben" von Ruth Picardie ist kurz gesagt das bewegendste Buch, das ich je gelesen habe. Es ist ein Zusammenstellung der Kolumnen und E-Mails einer jungen britischen Journalistin (32), die kurz nach der Geburt ihrer Zwil-linge erfährt, daß sie an Brustkrebs im fortgeschrittenen Sta-dium erkrankt ist. Man durchlebt durch ihre Korrespondenz mit Freunden, unter anderem einem an Aids erkrankten Freund, und ihren im "Observer" veröffentlichen Artikeln, ihre Krankheit und dessen rapide schlechter werdenden Verlauf. Nach dieser Beschreibung erwartet man ja eigentlich, daß es in diesem Buch um eine ernsthafte und zu Tränen rührende Verarbeitung des nahenden Todes geht--- weit gefehlt!! Ruth Picardie zeigt einen starken und allzeit selbstironischen Kampfgeist, sich von der Situation und all den "ach-so-mitfühlenden" Bei-leidsbekundungen und "guten" Ratschlägen nicht unterkriegen zu lassen. Man spürt natürlich, daß hinter ihrer manchmal etwas aggressiven Ausdrucksweise der Angst vor dem Sterben und dem Tod stecken, denn Illusionen gibt sie sich nicht wirklich hin, wenn sie davon spricht, daß sie laut Statistik eine 18prozentige Chance hätte die nächsten 5 Jahre zu überleben. Lachen und weinen liegen sehr nahe beieinander in diesem Buch. In einem Moment habe ich noch über ihre sehr witzige und pointierte Kolumne gelacht, in der nächsten Minute weinte ich aber schon über die ebenfalls abgedruckten Leserbriefe, die sehr ehrlich von ähnliche Schicksalen erzählen, oder einfach nur Trost spenden wollen. Das Bewußtsein, daß es sich um ein reales Schicksal und nicht um eine Romanfigur handelt, hat mich persönlich sehr nachdenklich gestimmt, denn im einen Moment hielt sich auch Ruth Picardie für eine junge Frau, die eigentlich al-les hat im Leben, und nur ein paar Monate später lag sie be-reits im Sterben..... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)