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5.0 von 5 Sternen
Hochinteressantes Buch zur Evolution, 22. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Und wir sind es doch - die Krone der Evolution (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch mit großem Gewinn gelesen. Anders als viele Bücher zur Evolution, bleibt es nicht bei den Genen stecken, sondern widmet sich schon bald sehr eingehend dem "Königsorgan" der Evolution, dem Gehirn des Menschen. Dies dürfte nicht weiter überraschen, denn immerhin war der in 2008 verstorbene Autor Neurobiologe.
Gerhard Neuweiler vertritt bezüglich der Evolution einen klaren Fortschrittsgedanken, der heute unter Evolutionsbiologen - meines Erachtens völlig zu Unrecht - verpönt ist. Für ihn ist der Mensch die bisherige Krone der Schöpfung. Und in der Tat bedeuten solche Aussagen ja keineswegs, dass die Evolution ein Ziel hat bzw. planmäßig Forschritt hervorbringt. Aber es ist einfach nicht zu übersehen, dass sie mit der Zeit - speziell dann, wenn sie mal ungestört und ganz ohne Katastrophen arbeiten kann - immer komplexere und leistungsfähigere Lebewesen hervorbringt, deren aktuelles Spitzenprodukt nun mal der Mensch ist. Und das dürfte wesentlich an der Fähigkeit der Evolution liegen, einmal erarbeitete Kompetenzen in den Genen und weiteren Speichermedien, zu denen auch das Gehirn zählt, zu konservieren, und auf dieser Basis dann weiterzumachen.
Gefallen hat mir auch die seichte Kritik an einigen populären Theorien der Evolutionsbiologie, z. B. an der Theorie der egoistischen Gene bzw. der dieser Theorie zugrunde liegenden Verwandtenselektion. So wird in diesem Zusammenhang zunächst dargestellt, dass sich das Sozialverhalten von Bienen angeblich aus deren Verwandtschaftsverhältnissen ableiten ließe, um dann aber auszuführen, dass das Paarungsverhalten der Bienenköniginnen (anders als bei den Ameisen) dafür zu komplex ist. Neuweiler resümiert (69): "Beobachtungen aus jüngster Zeit zeigen, dass der Altruismus der Arbeiterinnen weniger durch Verwandtschaft als durch gegenseitige soziale Kontrolle und Sanktionen aufrechterhalten wird." Und damit erzielt er das gleiche Ergebnis, auf das Mersch in
Evolution, Zivilisation und Verschwendung: Über den Ursprung von Allem durch ausschließliche systemische Überlegungen kommt.
Einziges Manko: Die Sexualität und ihre fundamentale Bedeutung für die Evolution wird m. E. nicht ausreichend behandelt. Berücksichtigt man aber die vielen sonstigen sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen des Autors, dann ist dies mehr als verschmerzbar.
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Wohl doch eher ein eingebildeter Affe, der sich ein Blechband auf den Schädel setzt?, 24. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Und wir sind es doch - die Krone der Evolution (Gebundene Ausgabe)
Weniges in diesem Buch ist lohnenswert zu lesen, am meisten noch die Definition von Leben als Materie, die sich unter Energieaufnahme und in fortwährender Komplexitätssteigerung selbst organisiert.
Neuweiler schreibt zwar in den vorderen Kapiteln, die Evolution verfolge kein Ziel, aber im Schlusskapitel heisst es dann doch (S. 202) "Schliesslich soll ein von der Natur als erfolgreich selektioniertes Genensemble über möglichst viele Generationen hinweg unversehrt erhalten bleiben" - wenn DAS kein Ziel ist, was dann?
Immerhin gibt der Autor indirekt zu (S. 225), dass seine Auffassung der Spezies Mensch als "Krone" der Evolution sehr optimistisch bzw. "nicht gänzlich weltfremd" ist.
Schliesslich leidet das Buch auch an den sehr grosszügig eingesetzten Metaphern.
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Neuweiler, Krone der Evolution, 25. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Und wir sind es doch - die Krone der Evolution (Gebundene Ausgabe)
Ein ausgezeichnetes Buch, und zwar sowohl inhaltlich als auch sprachlich.
Und wir sind es doch - die Krone der Evolution
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