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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Keine Erfolgsgeschichte wird hier erzählt, sondern eine Glaubensgeschichte, 7. April 2009
2009 jährt es sich zum 20. Mal, dass mit dem Fall der Berliner Mauer ein ganzes Zeitalter zu Ende ging. Viele Bücher werden dazu in diesem Jahr veröffentlicht werden, auch viele kontroverse Auseinandersetzungen über den wahren gesellschaftlichen und politischen Charakter der untergegangenen DDR haben schon begonnen.
Da ist es gut und richtig, wenn einer der wichtigsten Initiatoren jener "Revolution, die aus der Kirche kam" ( was man heute schon wieder vergessen hat) gleich zu Beginn des Jahres mit seinen Lebenserinnerungen zu Wort kommt.
Christian Führer, Pfarrer an der Nikolaikirche in Leipzig hat die Friedensgebete initiiert, die den kleinen, dann aber immer gewaltiger werdenden Auftakt bildeten zu den Montagsdemonstrationen in Leipzig, die wiederum Vorbild wurden für Demos in vielen anderen Städten der DDR und von denen die friedliche Revolution in der DDR ihren Ausgang nahm.
Er beschreibt sein Leben und seine Rolle während der bewegenden Monate der gesellschaftlichen Umwälzung in der DDR; er tut es unprätentiös und die eigene Rolle nicht betonend. Denn:
"Es ist keine Erfolgsgeschichte, sondern eine Glaubensgeschichte, die mit meiner Herkunft, meiner Familie, der Kirchgemeinde und allen Menschen, die mich auf dem schweren und schönen Weg begleiteten, untrennbar verbunden ist. Der Bibel verdanke ich, dass ich mit Wundern groß geworden bin. So begriff ich, dass mehr möglich ist, als möglich ist. Und erlebte selbst das Wunder der Friedlichen Revolution. Wie sagt Ben Gurion: 'Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.'"
Christian Führers Glaubensgeschichte steht stellvertretend für die vielen Zehntausend ungenannt bleibenden, die ähnlich wie er in den Kirchengemeinden der DDR dazu beigetragen haben, dass eine Kultur überleben konnte, aus der heraus die friedliche Revolution wachsen konnte, eine Revolution, die die Welt veränderte.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Feines Stück Nachhilfe, 22. August 2009
20 Jahre nach dem Mauerfall sprießt neben den Blüten der Dankbarkeit auch das Unkraut der Vergangenheitsverklärung. Die Filme Good by Lenin und Sonnenallee haben für einen weichgezeichneten Ostalgie boom gesorgt. Doch wie war die DDR wirklich? Wie und warum kam es zur friedlichen Revolution? Pfarrer Christian Führer nimmt die Leser mitten hinein in die Banalitäten, Schönheiten, Skurrilitäten und Probleme einer Existenz im real existierenden Sozialismus. Sein Lebensmotto sorgt nicht nur für F(r)eu(n)de: Ich will den Weg Jesu gehen in dieser säkularen Gesellschaft. Die Angst wird zum ständigen Begleiter. Doch er überwindet sie, weil sein Glaube immer noch ein Stück größer ist. 1980 wird er an die Nikolaikirche Leipzig berufen. Mit dem Slogan Offen für alle macht er die Kirchentüren weit auf für Unzufriedene und Suchende. Dies führt zu permanenter Gängelung und Überwachung durch die staatlichen Behörden. Am 9. Oktober 1989 kommt es zur Machtprobe in der Leipziger Innenstadt. 70.000 Bürger hebeln in jener Nacht ein Regime aus den Angeln. Volkskammerpräsident Horst Sindermann bekennt verblüfft: Wir waren auf alles vorbereitet. Nur nicht auf Kerzen und Gebet. Das Buch ist leicht zu lesen. Es erzählt spannend, ungeschminkt und ehrlich ein Stück deutscher Geschichte aus der Sicht eines Mannes, der maßgeblich für dieses Wunder glaubte, hoffte und handelte und damit Gott mehr gehorchte als den Menschen. Und wir sind dabei gewesen ist ein feines Stück Nachhilfe gegen Vergesslichkeit und vorschnelle Glorifizierung.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wir sind dabei gewesen, 15. April 2009
Ein sehr persönliches Buch von einem der nicht nur dabei gewesen ist, sondern etwas getan hat um den Menschen in der Not Hoffnung zu geben. Ich habe Den Autor im letzten Jahr selber erlebt in kleinem Kreis, wie er über die Zeit berichtet hat und war sehr beeindruckt. Das Buch ist sehr lesenswert und sollte für alle ehemaligen DDR-Bürger Pflichtlektüre sein, um die Zeiten nicht zu vergessen wie es wiklich war im real existierenden Sozialismus. Ein Besuch im STASI-Museum in Leipzig gehört ebenfalls dazu.
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