Ich habe mir das Hörbuch für lange Autofahrten gekauft. Ich habe das Buch nicht gelesen, aber man merkt trotzdem, dass ganze Passagen ausgelassen wurden. So befinden sich die Protagonisten z.B. zuerst in Antiochia und dann ganz plötzlich bei Balthasar (ob der in Antiochia oder anderswo lebt wird nicht klar). Ich hörte das entsprechende Kapitel mehrfach, denn ich dachte ich hätte verpasst, wie sie bei ihm ankommen. Aber er ist ganz einfach plötzlich da. Oder Biff beschwert sich, dass er bei Matthäus nicht erwähnt wird. Bei Markus würde er nur am Rande erwähnt, doch es wird nicht erzählt wie. Beispiele wie diese gibt es zuhauf. Man hat immer den Eindruck, dass man sich ganze Zusammenhänge erraten muss.
Was mich jedoch am meisten stört ist, wie der Vorleser die einzelnen Charaktere intoniert. So habe ich bei Biff immer das Gefühl, der Vorleser möchte ihm eine Art "Eddy-Murphy-Stimme" verleihen. Dadurch verkommt der Charakter des Biff zu einer Art 'Esel' wie bei "Shrek" (oder 'Sid' bei "Ice Age"). Ich weiss nicht, ob dieser Eindruck auch im Buch entsteht, aber im Hörbuch finde ich es grauenhaft. Schon klar, das ganze soll humorvoll sein. Aber bei einem Thema wie Jesus hätte ich mir schon etwas mehr Ernsthaftigkeit gewünscht, zumal das Thema, was zwischen Jesu 6. und 30. Lebensjahr geschah in der Tat sehr interessant ist. So verkommt das Werk (zumindest in der Hörbuchversion, ich vermute aber mal auch im Buch selbst) teilweise zu einem Jesus-Slapstick, wie "Das Leben des Brian". Nicht mein Fall.